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Nr. 82.

Mittwoch den 7. April

1897.

Hierzu

Amtliche Beilage" Nr. 28.

I Amtliches.

KI^HM^ers ^artau*

Bekanntmachungen des Oberbürgermeifteramtes.

Bekanntmachung.

Die durch Erlaß der Herren Minister des Innern und des Krieges für dieses Jahr angeordnete allgemeine Pferdevormusterung findet für den Stadtkreis Hanau am

Donnerstag den 8. tlpril 1897 statt und müssen die Pferde zwecks Verlesung und Rangirung um 7 Uhr vormittags auf dem städtischen Vieh­marktplatze vorgeführt werden, und zwar sind dieselben von der Haingasse aus heran und durch die türkischen Gärten nach der Bogenstraße wegzuführen.

Jeder Pferdebescher ist verpflichtet, sämmtliche Pferde zu gestellen, mit Aus­nahme:

a) der Fohlen unter 4 Jahren,

b) der Hengste,

c) der Stuten, welche entweder hochtragend sind oder noch 8 nicht länger als 14 Tage abgesohlt haben,

d) der Pferde, welche aus beide» Augen blind sind.

Von der Verpflichtung zur Vorführung ihrer Pferde sind ausgenommen Beamte im Reichs- oder Staatsdienste hinsichtlich der zum Dienstgebräuche, sowie Aerzte und Thier­ärzte hinsichtlich der zur Ausübung ihres Berufs nothwendigen Pferde, ferner Posthalter hinsichtlich derjenigen Pferdezahl, welche von ihnen zur Beförderung der Posten kontraktmäßig gehalten werden muß.

Indem ich die Besitzer gestellungspflichtiger Pferde hier­durch ersuche, für die rechtzeitige Vorführung derselben Sorge zu tragen, mache ich zugleich darauf aufmerksam, daß nach § 27 des Reichsgesetzes über die Kriegsleistungen vom 13. Juni 1873 alle diejenigen, welche den hinsichtlich der An­meldung und Stellung der Pferde zur Vormusterung ge­troffenen Anordnungen zuwiderbandeln, mit einer Geld­strafe bis zu 150 Mark bestraft werden.

auch sie mögen noch später, unter Gottes Regen und Sonnenschein keimen, wachsen und Frucht bringen, wie die Erfahrung gar manches Mal gezeigt hat.

Kindesglaube kann noch nicht Mannes­glau b e sein, noch nicht durch vielfältige Lebenserfahrung und Erkenntniß des eigenen Herzens versucht, vertieft und befestigt. Die Zeit der Einsegnung ist die Zeit der Berufung, wo die junge Seele den Ruf des Herrn vernehmen soll: Komm her zu mir! Ihr dazu zu verhelfen, daß sie willig und freudig sich entschließe, diesem Rufe zu folgen, ist die Aufgabe des Seelsorgers aber auch des Hauses. Mögen die Eltern in diesen Tagen ihrer heiligen

Aufgabe sich wohl bewußt bleiben, daß nicht Nebensachen

aus Lonskipice, Kreis Sckwetz, hat einem Deutschen, dessen Name bisher noch nicht festqestellt worden ist, mit einem Steine die Schädeldecke zertrümmert und ihn dadurch ge- tödtet; er schrie dabei wie ein Wahnsinniger;Ich muß deutsches Blut sehen!" Der Mörder wurde verhaftet und in das Schwetzer Gefängniß eingeliefert." Bei diesen Mordthaten muß man sich erinnern, daß schon nach der letzten Wahl blutige Ausschreitungen vorkamen. Auch zeigte der vor zwei Jahren verhandelte Meineidsprozeß in Stuhm, wie furchtbar die polnische Agitation den Haß gegen das DcUtschthnm in Westpreußen geichürt hat. Nur He-r Rickert und die Seinen befinden sich noch in glücklicher Unkenntniß,

Aufgabe sich wohl bewußt bleiben, daß nicht Nebensachen ob vielleicht die Ermordung Grütterâ aus Na ionalhaß zurück- der Austritt aus der Schule, der Eintritt in die Gesellschaft, i zuführeu sei oder nicht. Die freisinnigen Herren wissen gar die Gaben der Verwandten für sie selbst und für die nichts von dem Bestehen einer polnischen Agitation, weil

Konfirmanden unvermerkt zur Hauptsache werden. Hier heißt sie die Regel buchstäblich befolgen, daß sie dem, der es beten, für die Kinder und mit den Kindern, rorher und ihnen einen Streich auf den rechten Backen gibt, auch den nachher, damit die Feier der Einsegnung der jungen Seele linken Hinhalten. Man sollte es aber in diesen Dingen lieber und der ganzen Familie einen bleibenden geistlichen Segen mit Onkel Brâsig halten, der von solcher Maulschellenpolitik bringe. Denn das ist die Krone des Familienlebens, wenn nichts w sfi n wollte.

Drei deutsche Korrespondenten sind wegen ihrer Kritisirung der Politik der griechischen Regierung ans Griechen­land ausgewiesen worden.

Der Kampf zwischen England und Frankreich auf kolonialem Gebiete hat bekanntlich dahin geführt, daß jetzt sowohl englische wie französische Expeditionen nach Abyssinien unterwegs sind, weil die Haltung dieses Staates im Hinblick auf Egypten von großer Wichtigkeit ist. Während nun die Engländer von Dongola aus das Reich des Mahdi zu er­obern trachten und die Verbindung mit dem Süden über d-m Fürsten Bismarck aas Anlaß feines GebnrtStag.s zage- Ugâ anstreben hat, wie man uns schreibt ein, sramö' gangen sind, befindet sich auch ein solches ®r. M-j-fi-n des! Mi Hedman Lwtard d,-!- letzte, e terbmdm^ Kaisers, welches in sehr herzlichen Ausdrücken abgesaß, ist. i ®«>e krp?'«°" brach von Waugh, ans ecretch.- der l-uh-r° Wir haben aus den Aeußerungen, welche die offiziöse Presse Bazr-el..sihazal.Piovinz, überschreit den Nil und we - tch - ° 0 1 " nach dem Lande der Ban. Von hier aus pnb nur noch

die natürliche Liebe geheiligt wird zur christlichen Liebe und die Blutsgemeinschaft sich verllärt zur Glaubens­gemeinschaft.

Tagesschau.

In ihrer Abendausgabe vom Montag bringen dieHam­burger Nachrichten" an der Spitze ihres Blattes fol­gende Mittheilung ;Vom offiziösen Wolff'schen Bureau ist dieser Tage folgende Nachricht an die Zeitungen gegeben wor­den: Unter den zahlreichen Glückwunschtelegrammen, welche

an diese Mittheilung knüpfte, Anlaß genommen,

uns in

H' E V» Älg 'i«^ »OG Km bis zur W^ »e»

digen, und erfaßt., daß ein solches Telegramm hört nicht ->°hm° slan-ouscher Rotor m!fm)e erlernt daher berechtigt,

Hanau am 18. März 1897.

Der Oberbürgermeister Dr. Gebeschus. 5107

eingetroffen ist."

Die Budgetkommission des Reichstages geneh­migte eine Reihe weiterer Besoldungsverbefferungen, darunter diejenigen der Garnisovverwaltungsdirekloren bis zu 4200 Mark, der Obermeister und Maschinenmeister der Marine bis zu 3900 Mark, der Bekleidungsamtsrendanten u. s. w. von 2700 bis 3900 Mark, der Proviautmeister auf durchschnitt­lich 3500 Mark. Den Beamten der 11. Tarifklasse, unter ihnen Bureaubcamten der verschiedenen Reichsämter, Poft- kassirer, Telegraphenomtskassirer, Oberpostsekretäre, Telegraphen­sekretäre, Vorsteher der Postämter II. Klasse, wurde ein Ge­halt von 2100 bis 4'200 Mark bewilligt, den Kontrolleuren

daß die Mission Liotard jetzt in Abyssinien angekommen ist.

Die schnelle Abreise der nach Abyssinien bestimmten englischen Exoedition von Kairo wirb nach diesen Quellen auf die er­haltene Nachricht von den Fortschritten der Expedition Liotard zurückgeführt.

Zur Einsegnung.

Der Frühling ist die Zeit ter Saat. Jetzt streut der Landmann den Samen aus das Land, wartet auf den Segen von oben, auf Regen und Sonnenschein, und hofft nach der mühevollen Arbeit des Säens auf den Lohn enter reichen Ernte. Die Jugend, der Lebensfrühling, ist auch die Zeit der Saat. Eltern und Lehrer sind dazu gesetzt, guten Samen in die empfänglichen Herzen der Jugend zu streuen. Die Aufgabe und die Verantwortung ist groß, denn die Eindrücke des Elternhauses und der Jugendzeit, die guten und die kosen, hosten fest für das ganze Leben, und der Ertrag des Lebens bringt cs an den Tag, was einst in der Jugend gesäet war.

Welches ist der gute Same, den wir säen sollen? Die Bibel sagt:Es ging ein Sâcmann aus, zu säen seinen Samen. Der Same ist das Wort Gottes." Alle wahrhaft gute Saat, die in Menschenherzen gepflanzt und gepflegt wird, die still her anreist zu edlen Früchten, kommt zuletzt allein aus dem Worte Gottes. We > lles Lebendige im Sonnenlichte lebt und webt, das seine Strahlen auch in die Kommern und die Winkel und in die dunklen Klüfte sendet, so sind es die Lichtstrahlen des Evangeliums, die durch die ganze Welt verbreitet sind, die das wahrhaft Gute in Menschenworten und -Werken geweckt, hervorgerufen und gefördert haben.

Die Feier der Einsegnung, die jetzt wieder überall statlsindet, in Dorf und Stadt, bedeutet einen gewissen Abschluß dieser jugendlichen Saatzeit. Es ist eine unschätz­bare Wohlthat, wenn die Macht der christlichen Sitte bewirkt, daß fast ausnahmslos jedes Ehrestenkind im Konfirmanden- vnterricht für längere Zeit unter die besondere Wirkung des Wortes Gottes kommt. Wieviel dabei durch Gottes Wort und Geist in den jungen Herzen ausgerichtet wird, das mehr ist, als eine flüchtige Bewegung, weiß Gott allein. Viele Samenkörner mögen wohl aus den Meg oder auf den Fels gestreut, todt rud unfruchtbar im Gedächtniß liegen bleiben, aber

Spaniens Wiederaufaihmeu.

Vor einigen Wochen schien es, als ob Spanien, das schon längst mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen hat, vollends in den letzten Zügen läge. Der Aufstand auf den Philippineninseln war so bedrohlich geworden, daß der Gene- ralgouverneur Polaoieja schleunigst seinen Abschied nahm, der

kubanische Aufstand fchren durch den Wechsel in der Regierung

des Reichsschatzamtes wurde eine Erhöhung auf 3450 Mark kubanische Aufstand selten durch den Wechsel in der Regierung bewilligt. Den Korpsstabsapothekern und Marinestations- der Vereinigten Staaten Aussicht auf einen vollen Erfolg zu opothekern wurde ein Gehalt von 1800 bis 3900 Mark be- haben, und um das Maß des Liebten voll zu machen, ver­lautete, daß ein Ausstand der Carlisten nahe bevorstehend sei.

willigt. luunic, vup ein <aui puiiu vii wuni|n.u nuiji. viuvi|u^i.nv |n«

Der nach einem Telegramm im Auszuge wiedergegebene Durch allerhand Glücksumstände hat sich die Lage inzwischen

Bericht derPcscner Atg." über die Ermordung des zum Besseren für die spanische Regierung gewandt. Vonden Lehrers Grütter enthält noch einige Einzelheiten, weshalb; Carlistenunruhen ist es wieder ziemlich still geworden, und

wir ihn nachstehend noch in ausführlicherer Fassung wieder- g'ben. Es heißt da noch: Grütter betheiligre sich an der Unterhaltung über die Schwitzer Wahl, die immer lebhafter

Carlistenunruhen ist es wieder ziemlich still geworden, und wenn es den Spaniern glückt, die Unruhen in den Kolonien

zu beseitigen, so dürften die Carlisten wohl Ruhe halten, bis

sich ein besserer Moment zum Losbrechen findet. Und nun scheint es, als ob es den Spaniern gelingen wollte, der Un­

wurde, und in deren Verlauf dem Lehrer gegenüber unan- scheint es, als ob es den Spaniern gelingen wollte, der Un­ständige Redewendungen gebraucht wurden. Als dieser sich ruhe auf Kuba und den Philippinen Herr zu werden. Auf den Philippina haben sie mehrere bemerkenswerthe Erfolge errungen, so daß die Kraft des Aufstandes dort gebrochen erscheint. Ebenso günstig hat sich die Sachlage in Kuba ge­staltet. Während die Freunde der Kubaner in den Vereinigten Staaten darauf gerechnet hatten, daß mit dem Regierungs­antritte Mac Kinleys die Bestrebungen der kubanischen Auf-

das in sehr entschiedener Form verbal, begann ein Stoßen im Magen. Vcn einem an der Rückwand des Wagens be­findlichen Manne wurde ein anderer so heftig auf den Lehrer gestoßen, daß dieser taumelte. Er hatte eher noch die Kraft, den Mann aus seinen Angreifer zurückzustoßen. Nun begann der Gestoßene mit Grütter einen Streit. Zuerst schoben sich Beide mit den Schultern, dann aber gebrauchten Beide die Stöcke und Grütter versetzte seinem Gegner einen Hieb an die rechte Backe, daß diese zu bluten anfing. Vorher aber hatten sich schon Andere in den Streit gemischt, und Grütter, der seine Gefahr bemerkte, bat mit lauter Stimme die Mit-

ständischen durch die amerikanische Regierung nachhaltig unter­stützt werden würden, hat Mac Kinley in seiner Botschaft an das amerikanische Volk die Kubafrage überhaupt nicht berührt. Auch in dem Monat, der seit dem 4. März verflossen ist, hat die Regierung der Vereinigten Staaten sich um die ku­banischen Angelegenheiten nicht bekümmert. Es scheint, als

reisenden, den Zug zum Stehen zu bringen. Er schrie: Umi«^» -..»g?.........-.............. -- .

Ziehen Sie die Nothbremse!" Unser Gewährsmann zog ob Mac Kinley so sehr von dem Bestreben erfüllt sei, die gleich aus den ersten Ruf des Grütter die Nothbremse, abm innere Loge in den nordamerikanischen Freistaaten zu bessern, der Zug fuhr weiter. Nun begab sich unser Gewährsmann daß er die auswärtigen Fragen einstweilen wenigstens ziemlich

aus dem Wagen an den Gepäckwagen heran, um von dort

Hilfe zu bringen, aber er fand Niemand. Als er in den Wagen zurückkcm, war Grütter nicht mehr dort, und auf die Frage, wo er sei, erhielt er die Antwort, er sei hinausge­gangen. Grütter wie seine Gegner waren nach Ansicht des Gewährsmannes nicht in animirter Stimmung. Ein zweiter

Augenzeuge hat sich ebenfalls schon bei der Staatsanwalt­schaft gemeldet. Aus Schwitz wird ferner denB. N.

unbeachtet läßt. .

Nun ist schon wiederholt hervorgehoben worden, bap die Aussichten des Aufstandes auf Kuba sehr ungünstige sind, wenn die Insurgenten nicht wirksame Hilfe aus den Ver­einigten Staaten erhalten. Der Zuzug von einzelnen Aben­teuerlustigen und die Zusendung von Munition allein reicht nicht aus, um gegenüber der ungeheuren Uebermacht der spa-

N." gemeldet:

- s_u.,vt5? ,VHV ,^...^. ... nischm Truppen den Ausstand durchführen zu können. Dazu

Ein polnischer Wähler namers Peter Leppek kommt, daß die Aufständischen jetzt nicht nur den Tod von