13. März___ gleichwohl einer früheren auch in diesem Blatte (vom 28. April 1896) gegebenen Anregung entgegen, auch diesmal wieder 9°/o Dividende von dem 1926,63 M. betragenden Reingewinn (bei einem jährlichen Umsatz von 113751.12 M.) zur Vertheilung an die Geschäftstheilhaber gelangte, so geschah dieses einmal, da keinerlei Anlaß zur Herabsetzung der Dividende vorlag, dann aber auch, weil außer der zur Vertheilung gelangenden Summen der dem Reservefonds überwiesene Ueberschuß immer noch die Höhe von 600 Mark erreichte. Die Gesammteinlagen, außerordentliche sowie wöchentliche, betragen 61055 Mark; sie zeugen von zunehmender Wohlhabenheit und Sparsamkeit der hiesigen Einwohnerschaft, beweisen aber auch den segenbringenden Nutzen überhaupt solcher Kassen für die Gemeinden. Die Zurückgabe von Einlagen betrug 29939 Mark. Der Reservefonds, sowie die gemachten Einlagen — insgesammt 154 000 M. — sind in sicheren Hypotheken oder hypothekarischen Schuldverschreibungen angelegt? Wir bemerken noch, daß in der kürzlich stattgehabten Generalversammlung der seitherige Vorsitzende Herr J. Diegel, der stellvertretende Vorsitzende Herr W. A. Wagner und der Rechnungsführer Herr H. Schuch wiedergewählt wurden, während an Stelle der ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder die Herren J. Vollbrecht II und G. Clauß in den Vorstand eintraten.
* Hanau, 13. März. (Lebensmittelpreiffe.) Hülsenfrüchte: Bohnen 30—35 Psg., Erbsen 30—35 Pfg., Linsen 40—45 Pfg. das Doppelliter ; Geflügel: Tauben, das Pärchen 1—1,10 Mk.; ein alter Hahn 1,40—1,60 Mk.; ein junger Hahn 1,80—2,20 Mk.; ein Huhn 1,80 2,10 Mk.; eine Ente 3—4 Mk.; Fische: gewöhnliche Sorte 25—30 Pfg., bessere Sorten 40—50 Pfg., Hecht 1—1,20 Mk., Bresem 50-70 Pfg., Barben 50-70 Pfg., Barsch 50 bis 60 Pfg. = Va kg; Gemüse: Merrettig, die Stange 10—20 Pfg.; Spargeln, das Pfund 2,50-2,80 Mk.; Blu menkohl das Stück 30—50 Pfg.; Kopfsalat, das Stück 15 bis 18 Pfg.; Endivien, das Stück 10—15 Psg.; Rettig, das Stück 5 Pfg.; Ober-Kohlrabi, das Stück 3—5 Psg.; Unter- Kohlrabi, das Stück 8—10 Pfg.; Wirsing, das Stück 10 bis 15 Pfg.; Weißkraut, das Stück 15 — 25 Pfg.; Rothkraut, das Stück 20—30 Pfg.; Sellerie, das Stück 10—20 Pfg.; Gurken, das Stück 90 Pfg. bis 1,10 Mk., gelbe Rüben, das Bund 6—8 Pfg.; Rosenkohl, die Portion 30—40 Pfg.; Schwarzwurzel, die Portion 25—30 Pfg.; Spinat, die Portion 30—40 Pfg.; Lattig, die Portion 15 bis 20 Pfg.; Schmalzkraut, die Portion 10—15 Psg.; Kartoffel, 9—10 Psg. das Doppelliter ; Trauben, 1,20 Mk. das Vs kg; Obst: Aepfel, das Pfund 15-30 Pfg.; Birnen, das Pfund 20—30 Pfg.; Nüsse, das Hundert 30 Pfg.; Zitronen, das Stück 8—10 Pfg.; Apfelsinen, das Stück 6—12 Pfg.; Paradiesäpfel, das ^tück12—15 Pfg.; Verschiedenes: Butter das Pfund 1,12—1,25 Mk.; Käse, das Stück 4—5 Pfg.; Eier, das Stück 6—7 Pfg.; Gänseeier, das Stück 10—14 Pfg.; Zwiebel, das Doppelliter 15—20 Pfg.; Welfchkorn das Doppelliter 22—24 Pfg.; Radieschen, das Bündel 5 Pfg.; Kastanien, das V» kg 20 Pfg.; Weizenmehl, 1. Sorte 20 Pfg., 2. Sorte 18 Pfg., 3. Sorte 16 Pfg., 4. Sorte 14 Pfg. = Vs kg.; Stroh 2,40—2,70 Mk. und Heu 3,50—3,90 Mk. — 50 kg.
Aus der Provinz und den Nachbargebieten.
Cassel, 11. März. Wie man erfährt, steht das Kaiserliche Oberhofmarschallamt zu Berlin gegenwärtig mit der hiesigen Königlichen Schloßverwaltung in Unterhandlung. Die Kaiserliche Familie soll nämlich beabsichtigen, während der Kaisermanöver in diesem Herbst im Königlichen Schloß Wohnung zu nehmen, wohin auch das Hauptquartier verlegt werden soll.
+ Schlüchtern, 12. März. Seitens der königlichen Regierung ist für unsere Stadt auf Dienstag den 16. März die Abhaltung eines zweiten Viehmarktes gestattet worden. Der Auftrieb dürfte, nach der Frequenz des am 2. März dahier stattgefundenen Viehmarktes zu urtheilen, wieder ein sehr zahlreicher werden. Damals waren über 2000 Stück Vieh aufgetrieben worden.
)( Aus dem südlichen Vogelsgebirge, 12. März. Während im hohen Vogelsgebirge noch reichlich Schnee anzutreffen ist, findet man bei uns nur noch die Reste jener Schneemassen, die sich hinter den Erdrainen und in den Hohlen im Laufe des Winters angehäuft haben. Wenn aber auch die Felder bereits schneefrei sind, so ist an ein Bearbeiten derselben der Nässe wegen vor April doch nicht zu denken. Die Leute beginnen soeben mit der ersten Arbeit im Freien, mit dem Holzschlagen, wobei sie noch gar oft durch ein heftiges Schneegestöber an die erst kürzlich gebrochene Macht des Winters, der unsere Gegend dieses Mal wieder mit einer besonders dicken Schneehülle bedacht hatte, nicht gerade angenehm erinnert werden. Nachdem nun die lauen Lüste die ganze Schneeherrlichkeit zu Wasser gemacht haben, fängt bereits die junge Wintersaat kräftig zu sproffen an. Der Stand derselben ist ein durchaus befriedigender und von Winterschäden ist saft nichts zu bemerken. Auch die Kleeäcker zeigen ein ganz vorzügliches Aussehen. Weniger günstig sieht es in den Scheunen aus, da sowohl das Heu wie auch das Stroh bedenklich knapp wird. Viele Landwirthe haben infolgedessen ihren Viehbestand schon stark reduzirt. Hoffentlich gestattet ein zeitiger Frühling den baldigen Austrieb des Viehes zur Weide. Sehr leiden unsere Landwirthe, die doch hauptsächlich ihren Vortheil in der Viehzucht suchen müssen, unter den Beschränkungen, welche fortwährend dem Biehhandel mit Rücksicht auf die Maul- und Klauenseuche auferlegt werden müssen. Der Viehhandel ist dadurch die meiste Zeit des Jahres lahm gelegt, was für den Land-
Hanauer Anzeiger
wirth des Vogelsgebirges gleichbedeutend ist mit Versagung seiner Havpteinnahmequelle. Verschuldungen der Güter sind unter diesen Umständen bei den weniger kapitalkräftigen Leuten geradezu unvermeidlich. Möchte es der thierärztlichen Kunst recht bald gelingen, ein durchschlagendes Mittel zur Verhütung und Beseitigung dieser schädlichen Seuche zu sinken.
BC. Frankfurt, 12. März Eine fatale Störung erfuhr gestern Abend ein Rendez-vous, das eine fesche Küchensee ihrem Herzallerliebsten, einem jungen Vaterlands- Vertheidiger, gab. In süßem Getändel von Lust und Liebe flüsternd, auch wohl rosige Zukunftëpläne schmiedend, stand das Pärchen in einem dunklen Thorwege der Bergerstraße, nicht ahnend, wie das Damoklesschwert über ihm schwebte. Die treue Fee hatte eben eine stattliche Wurst unter ihrer Schürze hervorgeholt und sie dem Liebsten überreicht mit den Worten: „So, Karl, denke an mich, wenn Du sie verzehrst!" und Karl betrachtete mit Wonne den Leckerbissen beim schwachen Schein der Straßenlaterne. Da naht der Störenfried in Gestalt einer resoluten Hausfrau: „So, so, Auguste, habe ich Dich endlich erwischt!" zischte sie und gleichzeitig sausten einige Schläge mit der Wurst, welche die Dame mit einem kühnen Griffe erfaßt hatte, so nachdrücklich auf die Köchin nieder, daß diese sammt ihrem Schatz schleunigst Reißaus nahm. „Warte nur, alte Schachtel!" rief Auguste aus einiger Entfirnung, während ihre bisherige Herrin mit ihrer Siegestrophäe triumphirend im Dunkel des Thorbogens verschwand.
BC. Frankfurt a M, 12. März. „Die Frau gehört ins Haus!" — Wie befehlend klingt das? — Und doch hatte die Ruferin im Streite für Frauenrechte, welche jene Parole ausgegeben, Frl. Dr. Käihe Schirmacher aus Paris, heute Abend in der „Loge Karl" einen zahlreichen Kreis von Zuhörerinnen um sich geschaart, die andächtig ihrem ? ortrage lauschten. In weitem Kreise, — so etwa führte die Redner aus, — herrsche die Ansicht vor, daß das Haus eine liebe Stätte sei, aber das Haus müsse auch der Frau lieb sein. Die Vertreter der Frauenbewegung haben den Wunsch, daß die Frauen aller Stände dem Hause, der Familie erhalten werden; sie seien mit der heutigen Stellung der Hausfrau nicht zufrieden, weil dieselbe geeignet sei, die Frau dem Hause zu entfremden. Man müsse sich an das Gesetz wenden. Nach dem neuen bürgerlichen Gesetzbuche sei die Frau eine Unmündige, denn dem Manne stehe die Verwaltung des Vermögens, die Gewalt über die Kinder und das Recht der Einwilligung darüber zu, wenn die Frau ein Geschäft betreiben wolle. Nicht allein die Gesetzgeber, sondern auch die öffentliche Meinung und die herrschenden Sitten treffe hierbei die Schulo. Man habe den Schluß gezogen, daß die häusliche Thätigkeit der Frau, weil anders geartet, eine minderwerthige sei als die des Mannes. Das sei falsch, ebenso, wie oft vom Manne nicht anerkannt werde, daß der Beruf der Frau ein hohes Maß physischer Kraft und Austauer erfordere. Genau wie der Mann in der Fabrik, im Comptoir oder in der Schule, so schaffe die Frau Werthe im Hause. Ein wichtiger Faktor sei in zweiter Linie die Frau im Völkerleben hinsichtlich der Kindererziehung. Wenn auch die ganze Vergangenheit der Frau im Hause liege, so stehe, vom Standpunkte der Frauenbewegung aus, ihr eine große, bessere Zukunft bevor. Wie in den meisten Ländern Europas die Zulassung zur Universität gestattet sei, werde sie auch in Deutschland eingeführt werden. Wie die Dinge liegen und die Emanzipation sich entwickle, sähe Rednerin keinen anderen Weg, als die Frauen auch politisch zu erziehen. „Dieses Ziel sollten wir im Auge haben und die Frauen entsprechend vorbilden." Die Ausübung der politischen Rechte müßte die Frauen veredeln (?). In Amerika besäßen die Frauen gewisser Staaten bereits das Stimmrecht zu Kommunalwahlen, und in England habe das Unterhaus beschlossen, sie sogar zu politischen Wahlen zuzu- .lassen Rednerin schließt: „Glauben Sie mir, nehmen wir im Hause den Platz der Würde und Freiheit ein, dann wird niemand mehr den Werth der Frauenrechte unterschätzen." Schweigend zogen die Zuhörerinnen von dannen, einige scheinbar recht verständige Frauen hörten wir sagen: Wir brauchen doch nicht nach Egypten oder Amerika zu gehen, wir sind — deutsche Frauen.
Aschaffenburg, 11. März. Eine besondere Sparsamkeit hat das feiner Mehrzahl nach aus Mitgliedern der Zentrums- und Volkspartei bestehende Gemeindekollegium bewiesen. Eine Summe von 300 Mk. hatte der Magistrat einstimmig für die Feier des 100. Geburtstages Kaiser Wil Helms I. genehmigt, diese wurde aber von den Gemeindemitgliedern mit Rücksicht auf die finanziellen Verhältnisse der aufblühenden Stadt verweigert. Schnell waren durch freiwillige Beiträge beinahe 1200 Mk. eingegangen, und das Festkomitee war in der glücklichen Lage, der Lokalschulkommis sion 300 Mk. zur Vertheilung von Festschriften und Kaiserbretzeln an die Kinder überweisen zu können. Es bewilligte nun der Magistrat 30 Mk. für Musik bei dieser Schulfeier. Aber wiederum haben die Gemeindebevollmächtigten aus Spar-, samkeitsgründen selbst dieses Sümmchen abgelehnt und weiterhin im Gegensatz zu früheren Gepflogenheiten auch beschlossen, daß die Feier des Geburtstages des Prinz-Regenten ohne Inanspruchnahme städtischer Mittel stattzufinden habe.
Humoristisches.
Auch ein Opfer der Orientkrisis. (Aus dem Pariser „Figaro".) Ein mehr oder weniger einarmiger Bettler stöhnt am Boulevard Saint-Michel (quartier Jatin): „Haben Sie Erbarmen mit einem armen Opfer des Orientkriegs !" — Wie, schon jetzt! sagt ein Vorübergehender ganz verblüfft. — Lassen Sie sich das erklären, mein Herr, ant wartet der Bettler. Meine sichersten Wohlthäter waren
(Seite ö
griechische Studenten, und jetzt sind sie nach Kreta abgegangen.
Derloosungen.
Stadt Antwerpener 100 Frcs.-Loose vom Jahre 1887. Ziehung am 10. März. Auszahlung am 1. Juli 1897. Gezogene Serien: Nr. 2683 2637 6910 6967 8913 9505 11182 11330 12070 12740 13866 18220 19842 19964 20163 24955 25122 26148 28607 28638 30299 31967
32457 33556 36569 41007 41894 42086 42751 44533
46416 46467 46935 47585 48286 53481 55254 56111 57600 58478 62861 63023 69804 71364 72348 72355. Hauptpreise: Serie 12740 Nr. 2 10 000 Fres. Serie 72348 Nr. 13 1000 Fr. Serie 20163 Nr. 20 500 Fr. Serie 20163 Nr. 8, Serie 26248 Nr. 1 je 250 Fr. Ser. 6910 Nr. 4, Serie 6967 Nr. 14, Serie 12740 Nr. 10, Serie 13866 Nr. 9, 11, Serie 19842 Nr. 3, Serie 25122 Nr. 5, 9, Serie 36569 Nr. 24, Serie 42086 Nr. 19, Serie 42751 Nr. 17, Serie 44533 Nr. 4, Serie 47558 Nr. 19, Serie 48286 Nr. 18, Serie 53481 Nr. 11, Serie 58478 Nr. 9, Serie 62861 Nr. 2, Serie 69804 Nr. 20, Serie 71364 Nr. 11, Serie 72348 Nr. 2 je 150 Frcs. Alle übrigen gezogenen Nummern je 110 Fr. (Ohne Gew.)
Schiffsbericht.
Hamburg, 12. März. Der Dampfer „Bolioia" von der Hamburg-Amerika-Linie ist vorgestern in La Guayra eingetroffen.
Bremen, 12. März. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Fulda" ist gestern in New-Dork eingetroffen
New - Volk, 12- März. Der Dampfer „Kensington" von oer „Red Star Linie" ist von Antwerpen gestern hier «nq, kommen.
Drahtnachrichten des „Han. Anz."
Berlin, 13. März. Die „Kreuzztg." meldet aus Wien: Die hiesigen maßgebenden Kreise halten an dem Entschluß fest, jeder Aktion gegen Griechenland beizutreten, der jedoch keine neuerliche Antwort an Griechenland vorhergehen dürfe, da weitere diplomatische Verhandlungen nach dem Ultimatum der Großmächte unzulässig seien. Aus Rom wird demselben Blatte gemeldet, daß die Mächte augenblicklich über den Vorschlag der internationalen Besetzung Kretas verhandeln, während welcher ein provisorischer von den Mächten zu ernennender Zivil- und Militär-Gouverneur die Regierungsgewalt auszuüben hätte.
Berlin, 13. März. Das „Berl. Tagebl." meldet aus Lüneburg: Der Bürgermeister Grumbrechts (Welfe) legte sein Mandat nieder, weil die städtischen Kollegien beschlossen, anläßlich der Centenarfeier einen Platz Kaiser-Wilhelm-Platz zu nennen.
Berlin, 13. März. Der Seniorenkonvent des Reichstages trat nach Schluß der gestrigen Plenarsitzung zur Berathung der Geschäftslage zusammen. Anläßlich der Jahrhundertfeier soll am 21. ds. ein gemeinschaftliches Festessen im Reichstage Dtranfialtet werden, wenn die Betheiligung nicht zu gering sein wird. Die zweite Berathung des Marineetats hofft man in den letzten Tagen der nächsten Woche erledigen zu können. In der darauf folgenden Woche soll dann die dritte Etatlesung vorgenommen werden, damit derselbe bis zum 1. April fertiggestellt ist. Vor Ostern soll dann noch die Novelle zum Jnoalidengesetz in erster Lesung berathen werden.
Wien, 13. März. Die „Reichswehr" publizirt eine ihr aus besonders glaubwürdiger Kopenhagener Quelle zugegangene Information über die Haltung Rußlands im gegenwärtigen Stadium der Orientfrage. Nach ihren Informationen hat Murawiew durch die griechenfeindliche Haltung den Unwillen höchster Persönlichkeiten in Petersburg hervorgerufen. Bisher habe er zwar die Zustimmung des Kaisers für seine Ansichten gefunden, aber man könne sich nicht verhehlen, daß diese Stellungnahme gegen das griechische Königshaus als ein sehr hoher Preis betrachtet wird und daß nur die volle Erhaltung des Friedens im Südosten Europas als Rechtfertigung für diesen Preis angesehen wird. Gelinge es aber nicht, den Frieden zu erhalten und käme es zu einem Kriege zwischen Griechenland und der Türkei, dann sei nicht nur eine große Aenderung des Verhaltens Rußlands, sondern auch eine schwere Erschütterung des schon jetzt ernstlich gefährdeten Ansehens des Ministers des Aeußern zu erwarten.
Prag, 13. März. Hier wurden Geistliche bei Wahlschwindeleien ertappt. Einige derselben wurden verhaftet.
London, 13. März. In diplomatischen Kreisen verlautet: Die Kreta-Verhandlungen neigen ihrem Ende zu und dürften im Wesentlichen die Vorschläge Salisburys angenommen werden. Schwierigkeit bereite die Einigung darüber, in welcher Form Griechenland die eventuellen Zwangsmaßregeln angekündigt werden sollen.
Kanea, 13. März. Während der letzten 24 Stunden entwickelten die Schiffe eine fieberhafte Thätigkeit im Kreuzen, da man einen Transport Freiwilliger unterwegs weiß. Die Blokade wird als bevorstehend erachtet.
Kanea, 13. März. Die Insurgenten bombardirten Spinalonga. Die Muselmanen haben den Gouverneur in Kandia um Hilfe ersucht.
Athen, 13. März. Hier wird vermuthet, die Türkei warte nur die Blokade der griechische Häfen ab, um Griechenland das Ultimatum zu stellen, die Truppen aus Kreta zurückzuziehen und darauf demselben den Krieg zu erklären.— Gestern fand eine längere Konferenz zwischen dem deutschen und russischen Gesandten statt.