Einzelbild herunterladen
 

Seite 4

Hanauer Anzeiger

27. Februar

die der einzelne nicht erreichen kann und das thut heute dem Mittelstände noth: Verbilligung der Dünger- und Futterar­tikel, Absatz landwirthschaftlicher Produkte. In büfer Hin­sicht ist bereits viel erreicht. Rapskuchen kostete früher stets 7 Mk. 50 Pfg., heute sind dieselben durch die Kassen für 5 Mk. zu erhalten. Und waren die Bauern vollständig beim Vieh- und Getreiveabsatz auf den Zwischenhändler angewiesen, so soll nun auch hierin Wandel geschassen werden. Vom I. April ab besitzen die Vereine des Kreises zu Wächters­bach ihr eignes Lagerhaus; den Mitgliedern sollen dann die höchsten Tagespreise für ihre Früchte gezahlt werden. Um mehr Redlichkeit in den Vieh handel zu bringen, sollen Vieh­waagen angelchafft werden, ein Plan, z« dem der Herr Land­rath Unterstützung in Aussicht stellte. Doch dies sind neben Beschaffung von gemeinsamen Maschinen rein äußerliche Ziele. Andere Ziele erscheinen nicht minder erstrebens»erth. Die Vereine wollen ein offenes Auge für ihre und der Gemeinden Fehler und Uebelstände haben. Eine Ehrensache soll es für sie sein, Mitbürger aus Wucherhanden zu be­freien, sie vor wirthschaftlichen Fehlern z« warnen, Mängel im Ackerbau und Viehzucht durch Vorträge und Belehrungen zu erklären, "Ute, treue Haushalter, welche rechnen wollen, zu erziehen, Sinn für das Allgemeinwohl zu wecken, jeder soll wissen, daß er nur ein Glied ist von dem Ganzen kurz, sie wollen sich fragen, wie und wo geholfen werden muß und kann, die Mahnung beherzigend: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Im Anschluß an den Jahres' bericht trat Herr Hilgenberg in geist und humorvoller Weise für einen intensiveren landwirthschaitlichen Betrieb ein, der sich lohnen werde; Herr Pfarrer Meyenschsin betonte, daß sich die Vereine bedrängter Gemeindeglieder annihmen, die Kinder vor bitterer Armuth und die Gemeinden vor Be­lastung schützen sollten. Es wurden sodann die einzelnen Punkte der Tagesordnung behandelt. Herr Hilgenberg betonte die Nothwendigkeit des genossenschaftlichen Zusammen­schlusses als einen Rellungsweg für die Landwirthschaft, Herr Landrath von Baumbach hob bei der Frage:Wie lassen sich die schädlichen Auswüchse im Viehandel beseitigen" die nothwendige Anschaffung von Viehwaagen hervor, Herr Pfarrer Meyenschein die Ehrlichkeit von Käufern und Vn:- käufern. Gegen das die Bauern so schädigende Einstellvieh zu arbeiten ist besondere Pflicht der Vereine. Ueber Milch- verwerthung referirte in hochinteressanter Weise Herr Pfarrer Huhn in Ulmbach, der mit Zustimmung der Versammlung den Keinen Handzentrifugen den großen Molkereien für unseren Kreis den Vorzug geben zu müssen glaubte; der Rahm wird vollständiger, rascher uns ohne viel Arbeit ge­wonnen; die Butter läßt sich löhnender absetzen, die Mager­milch geyt sofort zurück. Was muß zur Hebung der Obst- baumzucht geschehen? war Inhalt des Vortrages von Herrn Direktor Wagner, für den er den Dank der Versammlung erntete. Herr Landrath von Baumbach theilte mit, daß im Frühjahr und Herbst 8tägige Unterrichtskurse zu Gelnhausen über Obstbau und Obstverwerthung abgehalten würden und empfahl deren Besuch angelegentlichst; zugleich wurde vor Wandei gärtnern, die Schwindler sind, gewarnt und Kreis- eingesessene zur Veredelung von Bäumen u. s. w. empfohlen. Der wichtige Vortrag über Viehversicherungen von Herrn Pfarrer Meyenschein konnte leider wegen vorgerückter Stunde bei der Schwierigkeit der Sache zu einem bestimmten Er­gebniß nicht mehr führen, sodaß das Thema nach vorheriger Besprechung in Gruppenversammlungen auf die Tagesord­nung Les nächsten Verbandstages gesetzt werden soll. Man ging nun zum letzten Punkt der Tagesordnung, Wahl des Untermrbandssirektsrs über und wählte einstimmig Herrn Pfarrer Wissemann wieder, der dann die glänzend verlaufene Versammlung mit einem Hoch auf die Raiffeisen­fache schloß.

Melsungen, 25. Febr. Heute wurden im hiesigen Schlachthause in einem daselbst geschlachteten Schwein eine unzählige Menge lebender und eingekapselter Trichinen bei der schau vorgefunden. Da hier, besonders von Arbeitern, sehr vielGehacktes" genossen wird, ist durch diese Ent­deckung ein unabsehbares Unglück verhütet worden und der Fall wiederum ein Beweis für die Nothwendigkeit des hier «-.**rfl»'»»ll»m^llll ilTO IM WKI , Humum mmiiiii'mi iaiiiui iminiMMaa«

Technik u m

versendet auf Verlangen Programme kostenlos. Auch Elektrotechniker finden die beste Gelegenheit : zur Ausbildung. 2797

»esangverein # Fröhlichkeit.

l»nL««trMT><«W-r- -^ ^»-<^^V-^L«».»' -M"~ -w eo^'-r -w^oiwm»»«..

Fastnachtssonntag, 28. Februar:

Große karnevalistische

Abmd- unttrljalfiing

GEBRÜDER BENCKISER

EISENWERKE

PFORZHEIM

liefern :

Walzwerke:

von 150 mm Dm aufwärts

Hydraul. Pressen: Spindelpressen: in allen Grössen bis zu den grössten Dimensionen

in dm sämmtlichen Räumen des deutschen Hauses. Kaffaöffnnng 5 Uhr 31 Min. 265» Anfang 6 Uhr 32 Min.

Das närrische Ministerium.

Transmissionen:

Sellerslager u. Lager mit Ringschmierung Maschinengeformte Riemsobeiben Alle Kupplungsarten Seilscheiben Zahnräder.

unter so vielen Anfechtungen erbauten Schlachthauses, womit eine sehr strenge Kontrolle verbunden ist.

X Seligenstadt, 26. Febr. Wie aus dem Inseraten theil unseres Blattes ersichtlich, veranstalten die vereinigten Carneoalsgesellschaften Seligenstadts am Fastnacht-Dienstag einen großen aus 35 Gruppen bestehenden Carnevalszug. Den einzelnen Gruppen liegen Motive aus der Geschichte Seligenstadt' s, der Vergangenheit un^ Jetztzeit zu Grunde. Besonders glanzvoll wird die historische Aufführung auf dem Marktplatze werden, welche mit der Wiederfindung Einhard's und Emma durch Karl den G^ßen endet. Der Besuch Seligenstadt's am Fastnacht-Dienstag wirb sicher Jeden be­friedigen um so mehr, da Seligenstadt schon ost bewiesen, daß es Kunstsinn und Humor zu vereinigen weiß.

* Hanan, 27. Februar. (Lebensmittelpreise.) Hülsenfrüchte; Bohnen 3035 Pfg., Erbsen 3035 Pfg., Linsen 4045 Pfg. das Doppelliter; Geflügel: Tauben, das Pärchen 1,101,20 Mk.; ein alter Hahn 1,501,70 Mk.; ein junger Hahn 1,802,20 Ml. ; ein Huhn 1,70 2,20 Mk.; eine Ente 33,50 Mk.; Gans, gerupft, das Vs kg 6570 Pfg.; Fische: gewöhnliche Sorte 2530 Vfg., bessere Sorten 40 50 Pfg., Hecht 11,20 Mk., freiem 50-60 Pfg., Barben 50-70 Pfg., Barsch 50 bis 70 Pfg. Vs kg ; Gemüse.' Merrettig, die Stange 1020 Psg.; Blumenkohl das Stück 2540 Psg.; Spar sieln, das Pfund 3 Mk.; Kopfsalat, das Stück 15 Pfg.; Endivien, das Stück 10 Pfg.; Ober-Kohlrabi, das Stück 3 5 Psg.; Unter-Kohlrabi, das Stück 812 Pfg.; Wir fing, das Stück 1015 Pfg.; Weißkraut, das Stück 15 bis 25 Pfg.; Rothkraut, das Stück 1525 Pfg.; Sellerie, das Stück 4015 Pfg.; Gnrken, das Stück 11,10 Mk., gelbe Rüben, das Bund 810 Pfg.; Braunkohl, die Portion 25 Pfg.; Rosenkohl, die Portion 3035 Pfg.; Schwarz­wurzel, die Portion 2030 Pfg.; Spinat, die Portion 30 bis 40 Pfg.; Lattich, die Portion 20 Pfg.; Schmalzkraut, die Portion 15 Pfg.; Kartoffel, 1012 Pfg. das Dop­pelliter ; Trauben, 1,20 Mk. das Vs kg; Obst: Aepfel, das Pfund 15 30 Pfg.; Birnen, das Pfund 2030 Pfg.; Nüsse, das Hundert 36 Pfg.; Zitronen, das Stück 810 Pfg.; Apfelsinen, das Stück 510 Pfg.; Para­diesäpfel, das . tück 1215 Pfg.; Verschiedenes: Butter das Pfund 1,101,18 Mk.; Käse, das Stück 45 Pfg.; Eier, das Stück 78 Pfg.; Gänseeier, das Stück 1416 Pfg.; Zwiebel, das Doppelliter 1520 Psg.; Welschkorn das Doppelliter 2224 Pfg.; Radieschen, das Bündel 5 Pfg.; Kastanien, das Vs kg 1820 Pfg.; Weizen mehl, 1. Sorte 20 Pfg., 2. Sorte 18 Pfg., 3. Sorte 16 Pfg., 4. Sorte 14 Psg. = Vs kg.; Stroh 2,30-2,70 Ml. und Heu 3,303,80 Mk. 50 kg. ; Buchenholz, der Meter 9,25 Mk.

Schiffsbericht.

Hamburg, 25. Februar. Der DampferValests^ von der Hamburg Amerika Linie ist vorgestern in St. Thomas eingetroffen.

Kreme«, 25. »Februar. Der Dampfer des Norddeutsche« LloydEms" ist gestern in New-Aork eingetroffen.

Rew-DorZ, 24. Februar. Der DampferSpaarndam" von der Niederländisch - Amerikanischen Dampfschifffahrts- Gesellschaft ist geliern ite- ringetroffen.

Drahtnachrichten desHan. Anz."

Berlin, 27. Febr. Wie alljährlich erschien der Kaiser auch gestern zum Diner, welches der Oberpräsident von Achenbach den Vertretern des Provinziallandtages der Provinz Brandenburg gab. In der Begrüßungsrede wies Staats- minister Achenbach namentlich auf die Verdienste der Hohen- zollern um die Mark, Preußen und das Reich und auf die Bedeutung der Landwirthschaft für die Entwickelung des Volkes hin. Der Kaiser nahm hieraus Anlaß zu einer längeren Erwiderung. Er besprach die Entwickelung des deutschen Reiches aus den Zeiten Friedrich Barbarossas bis auf die allerneueste Zeit und feierte die Gründung des

der freien Hansestadt Bremen (Baigewerk-, Masthlaeiiai-, Schiffsiaa- i. Seemasehinistenschule),^,^^,^^^^

deutschen Reiches, indem er seines Großvaters Thaten pries. Bann schilderte der Kaiser unsere jetzigen inneren politischen Verhältnisse, wobei er etwa ausführte: Eine Aufgabe, die uns allen aufgebürdet wird, die wir verpflichtet sind, zu übernehmen, ist der Kamps gegen den Umsturz. Mit allen Mitteln, die uns zu Gebote stehen, müssen wir diejenige Partei üb.-rwindrn, die es wagt, die Staatsgrund­lagen anzngreisen, die gegen die Religion sich erhebt, und selbst nicht vor der Person des Allerhöchsten Herrn Halt macht. Ich werde »ich freuen, jedes Mannes Hand in der meinen zu haben, sei er Arbeiter, Fürst oder Herr, der mir helfen wird in dieser Gefahr. In der Erinnerung des Mannes, dem wir das deutsche Reich verdanke«, werden wir richtig wirken und den Kampf nicht nachlassen, um unser Land von dieser Krankheit zu befreien, die nicht nur unser Volk durch­seucht, sondern auch das Familienleben, vor allen Dingen aber das heiligste was wir deutsche kennen, die Stellung der Frau zu erschüttern trachtet. Ich hoffe, meine Märker um mich zu sehen, wenn sich die Flammeuzeichen enthüllen und in diesem Sinne rufe ich: Die Mark und Märker hurrah, Hurray, hurrah! Auch auf die Gewährleistung des äußeren Friedens, für den durch Deutschlands Großmachtstellung bei den andern Mächten genügend gesorgt sei, soll der Kaiser hingewiesen haben. Die Rede machte einen tiefen Eindruck auf die Versammelten. Der Kaiser war guter Laune und verweilte bis lOVs Uhr auf dem Festmahl.

PES, 27. Febr. In den Wandelgängen der Kammer ging gestern das Gerücht, eie Regierung werde in den nächsten Tagen in einer Interpellation wiederum aufgefordert werden, von einer Betheiligung der Blolade des Piräus Abstand zu nehmen.

Paris, 27. Febr. DiePatrie" bringt ein Telegramm aus Athen, wonach König Georg die Kollektionote der Mächte negativ beantworten, und im Falle der Blokade des Piräus sich an die Spitze seines Heeres stellen werde. Eine Be­stätigung dieser Nachricht fehlt nsch.

Äther», 27. Febr. Der englische Gesandte hatte gestern Nachmittag mit dem König von Griechenland eine Unter­redung. Derselbe legte, wie verlautet, dem König von Grie­chenland nahe, sich dem Willen der Großmächte zu fügen und erklärte, Kreta werde sicher die Autonomie erhalten, auch würden die Großmächte, wenn Griechenland sich vernünftig zeige, wahrscheinlich in späterer Zeit der Vereinigung Kretas mit Griechenland zustimmen. Nach der Audienz hielt der König Ministerrath ab. Man glaubt, daß er heute eine Prokla­mation erlassen werde, in welcher er dem Volke seine Zwangs­lage darlegen und erklären wird, dem vereinigten Willen der Großmächte sich fügen zu müssen.

Athen, 27. Febr. In Kanea äscherten die Türken das Regierungsgebäude deshalb ein, um die von Berowitsch Pascha zurückgelassenen fompromittirenben Schriften zu vernichten.

Konstantinopel, 27. Febr. Nachdem der österreichische Botschafter bereits vor 2 Tagen namens der übrigen Bot­schafter dem Sultan nahegelegt hatte, Kreta freiwillig die Autonomie zu gewähren, bevor die Mächte sie beschließen werden und hieraus bis heute keine Antwort erfolgte, steht zu befürchten, daß zwischen! dem Palast und der Borschafter- Konferenz ein BruÄ unvermeidlich ist.______________________ Ein Extraet a. d. Kuhmilch, diesem natürlichsten und gesündesten Nahrungsmittel in der Form eines leicht löslichen Pulvers ist die von den Höchster Farbwerken iw Höchst am Main Fabrikanten des rühm­lichst bekannten Migränin hergestellte Nutrose. Ueb?r- all da, wo die peinlichste Schonung eines geschwächten Ver­dauungsapparates geboten ist, ist die Verwendung der Nu­trose, die das Fleisch an Nährkraft weit übertrifft, angezeigt. Löslichkeit in allen möglichen Flüssigkeiten, wie Milch, Cacao, Kaffee u. s. w., leichte Verdaulichkeit, Billigkeit sind ihre un­bestrittenen Vorzüge. Nutrose, dieses vorzügliche Eiweiß- piäparat, das in Bezug auf leichte Verdaulichkeit, Nährkraft und Billigkeit das Fleisch weit übertrifft, ist in Probeschachteln (L 100 Gr.) zum Preise von Mk. 2. durch alle Apo­theken, sowie Droguen- und Colonialwaarenhandlungen zu beziehen. 2912