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22. Februar

Hanauer Anzeiger

Seite 3

1 5) Den Vorschlag der Erhebung einer progressiven Betriebssteuer von großkapitalistischen Detailgeschästen macht der Centralverband deut­scher Kaufleute. Die direkte Absicht des Vorschlages ist es, jede größere Ausdehnung von Detailgeschästen durch exorbitante Auflagen aus den Umsatz zu prohibiren. Mit Einstimmigkeit verwirft die Handelskammer derartige Versuche, in das Wirthschaftsleben einzugreifen.

Beschluß: Gegen jenen Vorschlag mit Entschiedenheit Stellung zu nehmen.

Die Hanauer wie die Fuldaer Kaufleute in ihrer großen Mehrheit* protestiren sicher gegen die manche st er lich­liberale Stellungnahme einer Handelskammer, zu deren Kosten sie beitragen müssen. Wir erwarten wenigstens von den Fuldaer Mitgliederern der Handelskammer, daß sie gegen diesen Beschlußmit Entschiedenheit Stellung nehmen" und die Interessen fast aller Kaufleute und Fabrikanten des Bezirkes dadurch wahrnehmen."

* Mittelrheinischer Verband evangelischer Arbeitervereine. Gestern Nachmittag fand in Frankfurt a. M. im Saale des evangelischen Arbeitervereins (5c^fff<L eck) eine Delegirtenversammlung des mittelrheinischen Ver­bandes evangelischer Arbeitervereine statt. Die Tagesordnung umfaßte besonders wichtige Berothungsgegenstände u. A. auch die durch Domizilwechsel des bisherigen Derbandsvorsitzenden, Herrn Pfarrer Naumann, erforderlich gewordene Neuwahl eines Verbandsvorsitzenden. Der von den Bockenheimer De- legirten gemachte Vorschlag, den bisherigen Verbandsschrift führer, Herrn Werkmeister B â r r n-Frankfurt a. M. zu wählen, fand allseitige Zustimmung, die Wiesbadener Delegirten brachten Herrn Pfarrer Schmidt-Höchst in Vorschlag, zogen aber ihren dahingehenden Antrag wieder zurück, sodaß Herr Bärrn einstimmig zum Verbandsvorsitzenden gewählt wurde. Be­züglich der Presse tritt vom 1. April d. I. insofern eine Aenderung ein, als das bisherige Beiblatt zurHilse", der Frankfurter Volksböte" selbstständig herausgegeben wird und zum Preise von 40 Pfg. pro Quartal bezogen werden kann. Das Blatt wird in vergrößertem Umfange, achtseitig, er­scheinen und speziell die Interessen des Verbandes vertreten. Hilfe" undVolksbote", können jedoch auch wie bisher zu­sammen bezogen werden und stellt sich der Vierteljahrspreis für beide Blätter zusammen auf 75 Pfg. Das nächste Verbandsfest findet anfangs Juli in Bockenheim statt. Hierauf referirte Herr Kandidat Paech in eingehen­der Weise über dasGenosfenschaftswesen". Die sich an das Referat anknüpfende Debatte war ebenso lehrreich wie interessant. Verschiedene Vereine des mittelrheinischen Ver­bandes haben bereits das Genossenschaftswesen eingeführt und damit große Vortheile errungen. So berichtete Wies­baden, daß dort eine Baugenossenschaft gegründet worden sei, die bereits ein Grundstück erworben habe, auf welchem demnächst 19 Häuser entstehen würden. Mainz besitzt ebenfalls eine Baugenossenschaft, die über ein Kapital von 33 000 Mk. verfügt. Außerdem hat der genannte Verein noch eine Konsumgenossenschaft ins Leben gerufen. Fried­berg kann ebenfalls berichten, daß dort eine Baugenossen­schaft im Verein besteht mit 24000 Mk. Kapital. Es werden dort Einzelwohnhäuser gebaut zu 1700, 1800 und 1900 Mk. Hanau hat auf genanntem Gebiete noch nichts erreicht, kann dagegen berichten, daß dem Verein von einem Gönner ein Geschenk von 5000 Mk. zum Bau eines Ver­einshauses gestiftet worden ist. Hanau wendet seine Auf­merksamkeit den Wohlfahrtseinrichtungen zu. Aus eigenen Kräften hat sich der dortige Verein ein kleines Grundkapital gesammelt, sodaß nunmehr bei einem Vereinsbeitrag von 15 Pfg. pro Woche jedem Mitgliede ein Sterbegeld von 50 Mk. garantirt werden kann. Bei einem weiteren Beitrag von 5 Pfg. wöchentlich ist auch der Ehefrau ein Sterbegeld von 50 Mk. garantirt. Gießen besitzt ebenfalls eine Bau­genossenschaft, die bisher 8 Häuser errichtet hat. Darm­stadt ist in der glücklichen Lage berichten zu können, daß die dortige Baugenossenschaft des Vereins über 60000 Mk. Kapital, zusammengebracht von Gönnern deS Vereins, ver­fügt. Frankfurt berichtet Günstiges über das Ge­nossenschaftswesen der dortigen Schuhmachervereinigung. Nach Beendigung dieser Berichterstattung der verschiedenen Dele­girten empfahl Herr Kandidat Paech, die Baugenossenschaften womöglich mit Sparvereinen zu verbinden.

* Feldbergturntag. Der gestern Vormittag in Hom­burg stattgehabte Turntag war von 59 Vereinen der Main- und Taunusgegend beschickt, von den hiesigen Vereinen war die Turngemeinde vertreten. Oberturnwarl Münch-Hachen bürg erstattete Bericht über das vorjährige Fest, Hückmann- Homburq über das finanzielle Ergebniß. Die Einnahme be­trägt Mk. 573.60, die Ausgabe Mk. 611.78. Die M«hr- ausgabe von Mk. 38.18 ist dadurch entstanden, daß ca. 200 Kränze und Diplome mehr angeschafft wie vertheilt wurden, welche bei dem diesjährigen Fest zur Ausgabe gelangen. Als Tag der Abhaltung wurde ein für die Hanauer Turner sehr ungünstiger Tag, der 13. Juni, festgesetzt, ferner die Ue­bungen Wettlaufen, Steinstoßen, Stabhochspringen und Weit- sprinaen gewählt.

0 Jagdverpachtung. Am Samstag Vormittag kam in der Gemeinde Heldenbergen die derselben gehörende Feld- und Waldjagd zur Versteigerung. Dem seitherigen Pächter derselben, Graf Oriola zu Büdesheim, der hierfür die jährliche Pachtsumme von 1200 Mk. zahlte, war sie zu­vor freihändig für 1500 Mk. angeboten. Die geforderte Summe schien zu hoch und so kam im vorgestrigen Termine die Jagd zur öffentlichen Versteigerung, in welcher einem Konsortium Frankfurter Herren, die 2120 Mk. geboten hatten, der Zuschlag ertheilt wurde; der Beauftragte des Grafen war bis 2115 Mk. mitgegangen.

* Desertirt Der bei der 11. Komp, des in Köln garnisonirendtn Regiments Nr. 16 dienende Musketier Sippel, von hier stammend, hat sich von seinem Truppen­theil entfernt.

* GaSlichtstärtke. Gaslichtstärke in der Zeit vom 1. bis 15. Februar 1897:

1.

Februar

Abends

6

Deutsche Vereinskerze

Hemer Licht 24,60

Uhr

20,5

2.

re

7 io

st

20,7

24,84

3.

7

u

n

20,2

24,24

4.

re

re

680

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5.

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10.

ii

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636

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11.

,/

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6

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=

20,8

24,96

12.

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640

11

20,4

24,84

14.

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ff

5

re

I----

20,5

24,60

15.

ff

730

re

20,5

24,60

Mithin durchschnittlich 20,5 24,58

Alpines Fest. Daß auch jüngere Vereine in würdiger Weise einen Ball zu arraugiren wissen, hat vorgestern Abend der hiesige Touristenklub Edelweiß" in vollem Maße bewiesen. In dem feeenhaft, von der Firma I. L. Jaeger Söhne, dekorirten Saale spielte sich bald nach Beginn des Festes ein so reges und buntes Treiben ab, daß man glaubte, oben aus der Alm zu sein, zudem noch die Mitglieder und eine große Anzahl Damen in Tyroler Kostümen erschienen waren. Den Saal zierte außerdem noch eine prächtige, als Sektklause benutzte Alphütte, verfertigt von den Herren Ohl, Emmerich und Wirth. Dies alles gab dem Saale das Aussehen einer recht bayerischen Gebirgslandschaft. Aber auch für die Unterhaltung war reichlich gesorgt, denn Musik, Tanz und die verschiedenartigsten Ausführungen wechselten in bunter Reihe mit ein­ander ab. Aus dem Programm seien besonders hervorgehoben die in Kostüm auf der Bühne getanzten, von Herrn Tanzlehrer K i s s e l st e i n einstudirten Alpentänze und Tyrolienne. Die Bühne war hierzu in eine Gebirgslandschaft verwandelt, deren Hintergrund und Koulissen von den Herren Karl Wirth und Emmerich gemalt waren. Durch schön zum Vortrag gebrachte bayerische Lieder ergötzte ferner ein Tyroler-Quartett, bestehend aus den Damen Ganss und Winsel und den Herren Ohl und Emmerich. Nachdem noch mehrere gut gelungene humoristische Duette und Couplets zum Vortrag gelangt waren, von denen namentlich Herrn Lichtenstein'sBettelbua" und das DuettDie betrübten Rekruten" zu nennen sind, schritt man zur Aufsührung des EinaktersUnsere Wäscher­mädel", welcher unter der Regie des Herrn A. Gauss von den Damen Anthes, Gauff, Winsel, Bott und Zeh und den Herren Gauss, Knoblauch, Emmerich und Gehrt recht flott und frisch gespielt wurde und viel zur- heiteren Stimmung beitrug. Nach Beendigung des Programms folgte dann Tanz auf Tanz, wobei eine Abtheilung unserer Ulanenkapelle ihre fröhlichen Weisen erklingen ließ. Ein Beweis dafür, daß es allen Be­suchern recht gut gefallen haben muß, ist der, daß fast Alle erst am frühen Morgen mit der Befriedigung, einen schönen Abend verlebt zu haben, sich in ihre heimischen Gefilde zurückzogen. Küche und Keller des Herrn Ulsamer waren vorzüglich. Der Wein und der in der Sektklause zum Ausschank gelangte Champagner war von der hiesigen Firma Iakob Zeh geliefert. Möge es dem TouristenklubEdelweiß" vergönnt sein, noch recht oft ein solch' schönes Fest, wie sein vorgestriger erster Ball, zu veranstalten.

* Winterfest der akad. VerbindungCellini". Ein frischer Winterhauch durchwehte am vergangenen Samstag noch einmal die Räume der Centralhalle; fröhliche Winterluft, die aus den Zügen der Theilnehmer an dem Feste der akademischen Verbindung Cellini strahlte und einen Schimmer sorgloser Heiterkeit über die herrlich dekorirten Räume goß. Es bedurfte wahrlich der Aufforderung nicht, der fröh­lichen Laune die Zügel schießen zu lassen, die ganze Umgebung übte einen solchen Zauber auf die Gemüther aus, daß jeder gerne für Stunden des Lebens Ernst vergaß, um der heiteren Freude die Herr­schaft über die Seele einzmäumen. War es nicht als ob eine stolze Befriedigung über das gelungene Werk seiner Jünger aus dem ehr­würdigen Antlitz des alten Cellini leuchtete? Und freudige Anerken­nung zollte auch jeder Anwesende den Schöpfungen, die in jedem Theile das Gepräge künstlerischen Geschmacks undtalentvollen Strebens trugen. War es da ein Wunder, wenn schon von der ersten Minute an eine gehobene Stimmung die Herzen der Theilnehmer beherrschte? Und wie gut verstanden es die Festgeber, dieser Stimmung gerecht zu werden. Ein geschmackvoll zusammengestelltes und in allen Theilen vorzüglich durchgeführtes Programm sorgte nach jeder Seite hin für Unterhaltung und als die letzten Klänge des Schlußmarsches verhallt und die frohe Muse Terpsichore in ihre Rechte trat, da konnte man schon das Ergebniß des Festes Voraussagen: ein vorzügliches Gelingen und ein volles Erreichen der beabsichtigten Wirkung. Und man hatte sich nicht getäuscht. Als grau und dämmerig der Tag durch die fest­lichen Räume schlich, da war wohl keiner, dem der mahnende Bote nicht zu früh gekommen wtbre und wenn man fragte wie es war? Man brauchte nur einen Blick in die hunderte glänzender Mädchen- augen zu werfen, man brauchte nur die freudig gerötheten Wangen der unermüdlich dahinwirbelnden Paare zu werfen und man hatte ent beredtes Zeugniß, daß der Zweck der Veranstaltung in vollstem Maaße erreicht sei nnd dies konnte den Veranstaltern der beste Dank und der schönste Lohn für die aufgewandte Mühe sein. Es war ein Fest, in dem alles harmonisch ineinanderklang zu einem einzigen, herrlichen Accprde echter Fröhlichkeit, ein Fest wie es eben nur Künstler zu feiern verstehen.

- b- Familienabend. Die Mitglieder des Gesangver­einsTonblülhe" vereinigten sich mit ihren Familien gestern Abend im Saale zurStadt Bremen" zu einer Familien­unterhaltung. Chöre, Soli, Duette, Koupleiâ und Vorträge ernsten und heiteren Inhalts wechselten in schönster Reihen­folge ab. Besonderer Tank gebührt Herrn Friseur Weins, der durch Vorführung einer Serie Nebelbilder erfreute und in hervorragender Weise mit zur Unter Haltung beitrug. Auch die Leistung des musikalischen Quartetts unter Leitung des Herrn Blum verdient volle Anerkennung. Daß bei solcher Fülle des Gebotenen die Stunden nur zu rasch verflossen und der Wunsch laut wurde, derartige Abende öfter zu ver­anstalten, ist selbstverständlich. Küche und Keller des Herrn P e s o l d boten wie immer ganz Vorzügliches.

* Kunstarbett. Aus Anlaß des vom Vorstand der Gewerbehalle zu Cassel eröffneten Wettbewerbs unter den Meistern des Reg.-Bez. Cassel zur Anfertigung und Lieferung kunstgewerblicher Gegenstände hat Herr Jg. P e t e l e r, Kunst- und Bauschlosserei dahier, dem in dem Konkurrenz - ausschreiben verzeichneten Kronleuchter aus Schmiedeeisen (nach gegebener Zeichnung) angefertigt. Diese Kunstarbeit ist neben einer Kollektion anderer ebenfalls in vorgenannter Werlstätte gefertigten Gegenstände von heute ab im Schau­fenster der Firma I. Geiß, Hammergasse, zur Besichtigung ausgestellt.

* Unehrlich Eine in der Fallbachstraße wohnende Kaufmannsgattin machte die unangenehme Wahrnehmung,

daß ihr aus ihrem offenen Zimmer und dem offenen Schub­kasten vier goldene Diamantringe und ein Paar goldene Ohrschrauben im Gesammtwerthe von ca. 60 Mk. entwendet worden waren. Die Bestohlene erstattete Anzeige uud lenkte den Verdacht auf ihr Dienstmädchen. Nach bezüglichem Vor­halt gestand dasselbe den Diebstahl ein mit dem Bemerken, die gestohlenen Gegenstände in der Küche unter dem Wasfir- steine versteckt zu haben, was sich auch als richtig heraus­stellte. Die in der Langstraße wohnende Wittwe G. be­merkte, daß aus ihrer Küche ein Salzgefäß und einige Horn­löffel im Gesammtwerthe von 7 Mk. verschwunden waren. Kurz vordem war besuchsweise ein Dienstmädchen von hier dort gewesen, auf welches sich der Verdacht, die Gegenstände mitgenommen zu haben, legte. Der Verdacht war begründet, denn in der Wohnung des Mädchens wurden die Sachen ge­funden.

* Vertrauensselig Der Gastwirth L. aus einer be­nachbarten Ortschaft weilte am 13. d. Mts. in unserer Stadt, um neben anderen Besorgungen auch eine Einzahlung an die hiesige Kgl. Kreiskasse vorzunehmen. An der schwe­dischen Krone traf er einen ihm nicht unbekannten, auf dem Lehrhofe wohnenden Taglöhner, dem er den Betrag von 62,80 Mk. übergab, um die Einzahlung bei der Kreiskasse zu besorgen. Der mit dem Auftrag beehrte Taglöhner scheint jedoch andere Verwendung für das ihm eingehândigte Geld gehabt zu haben, denn als der Gastwirth am 20. auf der Kreiskasse erschien, um weitere Zahlung zu machen, wurde er gewahr, daß der ersterwähnte Betrag nicht abgeliefert worden ist.

Für heute. Brauerei Dörr: Zweite große Karneval- sitzung. Evang. Männer- und Jünglingsvereint Abends 8*/i Uhr: Gebetsversammlung (Ältst. Rathhaus). Turn- nnd Fechtklub ; Abends von SVa 10 Uhr: Turnen der Jugendabtbeilung. Abends 9 Uhr: Freiwillige Feuer­wehr, 5. Komp, in derAllemania".

Versteigerung-- & Verpachtung-- re. Kalender für Dienstag den 23. Februar.

Holwersteigerungen : a) im Ostheimer Gemeindewald; Zu­sammenkunft vormittags 9 Uhr am Steinbruch auf der Straße nach Rommelhausen (s. Nr. 41Han. Anz."). b) im Kilianstädter Gemeindewald; Termin vormittags 10 Uhr, Zusammenkunft am Stellweg (s. Nr. 41Han. Anz."). c) in der Langendiebacher Gemeindewaldung; Termin vor­mittags 11 Uhr an Ort und Stelle im Distrikt Unterwald (Wooch) (s. Nr. 43Han. Anz.").

Schriftliche Angebote betr. Verdingung von Abfällen sind bis vormittags 9 Uhr bei der Königl. Direktion der Pulver­fabrik einzureichen. Von vormittags 10 Uhr ab Waaren- ausverkauf des Albert Henker'schen Nachlasses, Rosenstraße Nr. 19.

§. Großauheim, 20. Febr. Am Mittwoch Abend fand im Gasthausezum Anker" eine landwirthschaftliche Versamm­lung statt, zu der sich viele Mitglieder der Darlehnskasse, der hiesige Bauernverein und die Vorstände der verschiedenen Kohlenkassen eingefunden hatten. Der Einberufer der Ver­sammlung, Herr Karl Lenz, Vorsitzender des Großauheimer Darlehnskassenvereins, hieß die erschienenen Gäste herzlich will­kommen und ertheilte das Wort dem anwesenden Herrn Ober­inspektor G e i l e n b e r g. Nach einigen einleitenden Worten über die Raiffeisen'sche Organisation und die segensreiche Wirksamkeit der Raiffcisen-Vereine verbreitete sich der Herr Referent unter gespanntester Aufmerksamkeit der Versammlung über den Zweck des in Hanau seit Kurzem errichteten Lager­hauses der Firma Raiffeisen u. Kons. Das unerwartet rasche Zustandekommen der Geschäftsnebenstelle Hanau begründete Herr Geilenberg damit, daß sich die seit 1895 in Hessen er­richteten Lagerhäuser ganz vorzüglich bewährt hätten und sei sichere Gewähr geboten, daß von den Darlehnskassenvereinen und auch von den sonstigen landwirtschaftlichen Vereinen der Umgegend das Lagerhaus in ausgiebigster Weise in Anspruch genommen werde. Herr Geilenberg besprach sodann noch ver­schiedene in hiesiger Gegend zu führende Futtermittel, die in Aussicht genommene Anlage eines Getreidesilos, sowie noch andere bedeutende Vortheile des zeitgemäßen Unternehmens. Eine lebhafte Debatte ve. schaffte in allen Stücken die ge­wünschte Aufklärung. Aus dem günstigen Verlauf der Ver­sammlung ist zu entnehmen, daß die hiesigen betheiligten Ver­eine mit Freuden das Zustandekommen des Lagerhauses be­grüßen und sicherlich ihre Bestellungen von Konsumartikeln sowohl in Einzelbezügen als auch in Waggonladungen für dasselbe reserviren. Die herrlichen und lehrreichen Worte des Herrn Oberinspektors Geilenberg sind anscheinend aus guten Boden gefallen. Möge das Unternehmen von Erfolg gekrönt sein und ein recht inniger Verkehr bergestellt werden zwischen der Geschäftsstelle Hanau und den landwirthschaft- lichen Vereinigungen der Umgegend.

Dörnigheim, 20. Febr. In der Freitagsnummer berichteten wir, daß mehreren hiesigen Hausfrauen eine un­angenehme Ueberraschung dadurch bereitet wurde, daß ihre zum Trocknen aufgehängte Wäsche während der Nacht theil­weise abgenommen worden war. Die Diebe sind nunmehr in Frankfurt a. M. kurz nach Verübung der That ergriffen worden. Aus Frankfurt wird darüber wie folgt berichtet: In der Nacht vom Donnerstag auf Freitag begegneten einem auf der Hanauer Landstraße wohnenden Feldfchützen zwei Männer, welche Packete in den Händen trugen. Der Feld­schütz, dem die beiden Unbekannten verdächtig erschienen, stellte sie zur Rede. Als aber Einer hierbei die Flucht ergriff und sein Packet hinwarf, packte er den Andern uno überlieferte ihn der Polizei. Dort stellte es sich heraus, daß der Ver­haftete ein wegen Diebstahls vorbestrafter Tagelöhner aus Dörnigheim ist und mit seinem Komplizen in einem Garten zu Dörnigheim Wäsche von einer Leine weg entwendet hatte, die sie nach Frankfurt schaffen wollten.