Hanauer Anzeiger.
Ab.n°°mm,s»r«s: Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hana». . J»i°-«°-s»r-is-
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Nr. 36.
Freitag den 12. Februar
1897.
Hierzu
Amtliche Beilage" Nr. 12.
Amtliches. £>taötlâreis Panait.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Die zwecks Abgrenzung einer Straßenfläche erforderliche hölzerne Einfriedigung am Johanniskirchplatz soll in einer Länge von 32 Meter in öffentlichem Angebot vergeben werden.
Die Bedingungen liegen im Stadtbauamt I, Zimmer Nr. 23 des Rathhauses, von heute an für Interessenten auf und sind verschlossene Angebote bis zum Montag den 15. Februar, vormittags 11 Uhr, daselbst einzureichen, zu welcher Zeit die Eröffnung in Gegenwart erschienener Interessenten stattfindet.
Hanau am 6. Februar 1897.
Der Oberbürgermeister
Dr. Gebeschus. 1983
Die Nachrichten über Kreta ließen bis Mittwoch die Lage ernst, aber doch nicht bedrohlich erscheinen. Die früheren Depeschen der „Agence Havas" aus Athen waren entschieden zu Gunsten der Griechen gefärbt, während am Mittwoch von derselben Agentur gemeldet wurde, die Flüchtlinge seien ans Land zurückgekehrt, die türkischen Behörden verhielten sich tadellos, von den griechischen Schiffen jedoch argwöhne man, daß sie mit den Aufständischen im Ein vernehmen seien. Von anderer Seite wurde denn auch be richtet, daß das griechische Panzerschiff „Hydra" Waffen und Munition ausgeladen hätte. Das war natürlich schon ein grober Bruch des Völkerrechts, der nur darin bestärken mußte, daß es Zeit sei für die Großmächte, Griechenland energisch zur Ordnung zu rufen. Aber die Depeschen vom Donnerstage meldeten, daß den Griechen der Kamm noch viel mehr geschwollen ist: sie sind zum offenen Kriegstreiben übergegangen, Prinz Georg selbst hat sich an die Spitze einer Flottille ge stellt und ist unter ungeheurem Jubel der Griechen nach Kreta abgefahren.
Wer ist an dieser folgenschweren Wendung mitschuldig? Daß Griechenland ohne jeden Rückhalt sich so weit fortreißen lassen sollte, ist doch kaum glaublich. In Frankreich war auf einmal die alte Liebhaberei für Griechenland wieder erwacht. Aus den Artikeln des Pariser „Temps", der in der Regel die Auffassungen des Auswärtigen Ministeriums vertritt, war zu schließen, daß sich die Großmächte auf einige weise Rathschläge beschränken und im Uebrigen den Dingen freien Lauf lassen sollten. Es ist selbstverständlich, daß die Türkei Kreta nicht ohne Schwertstreich herausgeben wiro, und wenn der Brand auf Kreta sich ausdehnt, so wird auch rasch die mace- donische Frage Feuer fangen. Wird erst ein Stück vom türkischen Reiche abgerissen, so ist kein Ende abzusehen.
Der alten Politik Englands, für gefährdete Positionen Erleichterung in kontinentalen Wirren zu suchen, käme es sehr zu statten, wenn Frankreich die Träume von einem neugriechischen Kaiserthum Byzanz unterstützte. Indessen wäre es dann natürlich auch mit der russischen Freundschaft vorbei. Deshalb und gegenüber dem Ernst der Lage auf Kreta wird sich das Pariser Kabinet wahrscheinlich nicht weiter von der philhelenischen Stimmung leitest lassen. Man darf gespannt sein, wie sich Rußland zu dem kriegerischen Thatendrange Griechenlands stellen wird; denn von der Haltung Rußlands wird der Grad der Energie und die Schnelligkeit abhängen, mit der dem Uebermuthe der Griechen entgegengetreten wird.
Deutscher Reichstag.
(Sitzung vom 11. Februar.)
Präs. v. Buol theilt mit, daß vom Kaiser angefertigte Tabellen über die Entwickelung der Marine in den verschiedenen Staaten in den Wandelgängen zur Aufstellung gelangt seien. Er werde dem Kaiser den Dank des Hauses aussprechen und er konstatire, daß das Haus hiermit einverstanden sei Tagesordnung: Der in der vorigen Woche bereits zur Debatte gestellte Antrag Auer (Soz.) betreffend den achtstündigen Normal-ArMtstag. Inzwischen ist noch ein Eventualantrag Hitze (Ct.) âgogaügen: Die verbündeten Regierungen zu ersuchen 1. Erhebung« über dje Arbeitszeit anzustellen bezw. darüber, in welchen Benrebeu Mâ übermäßige lange Arbeitszeit die Gesundheit des Arbeiters grIHrd« werde und 2. gegebenen Falls, wo eine solche Gefährdmrg vorliegt, die Arbeitszeit zu regeln. Mg. V. Puttkammer-Plauth (kons.) erklärt sich »amen- seiner Partei gegen den Antrag Auer, der ja doch nichts nutzen würde. Für die Arbeiter sei genug geschehen, und müsse jetzt etwas für die kleinen Unternehmer gethan werden. Abg. Hupe den (fraktionslos) geht ausführlich auf den Gegenstand er» und meint, daß eine Verkürzung der Arbeitszeit deS Gesindes ganz besonders nöthig sei, auch bei den Handlungsgehilfen sei eine Arbeitsverkürzuutz nothwendig. Der
Antrag Auer gehe zu weit, annehmbar sei der Antrag Hitze. Abg. v. Hertling (kons.) legt seine Bedenken oegen den Antrag Auer klar und empfiehlt sodann die Anträge Hitze, eventuell möge man den Hitze'scben Hauptantrag annehmen oder aber den Eventualantrag. Abg. Kardorff (Rp.): Seine Freunde könnten höchstens für den Eventualantrag Hitze stimmen, fürchteten aber, es werde über diesen gar nicht erst zur Abstimmung kommen, weil schon vorher der Hauptantrag Hitze zur Annahme kommen werde. Redner empfiehlt der Regierung, die Bäckerei-Verordnung mit ihren unerträglichen polizeilichen Chicanen zu suèpendiren. Es geht jetzt noch ein Amendement Rösicke-Pachnicke zum Eventualantrag Hitze ein. Dasselbe will, daß die in Nr. 2 des Eventualantrages erbetene sanitäre Regelung der Arbeitszeit entweder durch Verordnung oder auf dem Wege der Reichs- geseygebung erfolgen soll. Abg. Hilpert (bayer. Bauernbund) plädirt für den Eventualantrag Hitze. Abg. Rösicke (fraktionslos) ist gleichfalls für denselben in der von ihm selbst amendirten Fassung. Abg. Graf Stollberg (kons.) spricht gegen den Hauptantr^gHitze. Das einzig Annehmbare sei der sanitäre Arbeitstag. Abg. Schall (kons.) will die Gelegenheit benutzen, um sich von der Gemeinschaft mit Naumann loszusageu. Abg. Schneider (frs. Volksp) beantragt durch Amendirung des Amendements Rösicke die etwa erforderlichen Vorschriften über bex sanitären Arbeitstag nicht alternativ durch Bundesraths-Verordnung oder durch Reichsgesetz zu erlassen. Der Hamburger Strike fei nicht herbeigcführt durch die Sozialdemokratie, sondern durch die Rücksichtslosigkeit des Unternehmerthums.
Nächste Sitzung morgen 1 Uhr: Militär-Etat. Schluß 53/« Uhr.
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
(Sitzung vom 1L. Februar.)
Tas Abgeordnetenhaus ertheilte heute dem Präsidenten die Ermächtigung, den Ministerpräsidenten und Reichskanzler, Fürsten zu Hohenlohe zu dessen goldener Hochzeit zu beglückwünschen, und setzte die zweite Berathung des Etats des Ministeriums des Innern — Titel Miaister- gehalt — fort. Abg. Szmula (Ctr.) führt Beschwerde, daß neuerdings Versammlungen wegen Gebrauchs der polnischen Sprache aufgelöst seien. Es sei nicht richtig, daß die oberschlesischen Polen mit den galizischen in Verbindung ständen. Abg. Rickert (freis. Ver.) spricht sich dagegen aus, daß der Gebrauch der polnischen Sprache in Versammlungen gehindert werde; wahrer Nationalismus sei es, gegen Jedermann die Gesetze gewissenhaft auszuführen. Redner tadelt es, daß das Recht der Zeugnißverweigerung, das Beamten nur in dringendem Staatsinteresse zustehe, im Prozesse Leckert-Lützow von Tausch zu Unrecht beansprucht worden sei, und wünscht zu wissen, welche Reformen hinsichtlich der politischen Polizei in Aussicht genommen seien. Minister des Innern Frhr. v. d. Recke erklärt, daß gegen ungerechtfertigte Auflösung von Versammlungen Remedur eintreten werde, und lehnt es ab, aus die Frage wegen Vernehmung des Tausch zu antworten, weil es sich um ein Internum handle; die Nichtertheilung zur Erlaubniß der Nennung von Agenten entspreche der bisher konstant innegehaltenen Praxis, ohne welche man überhaupt keine Agenten mehr bekommen würde. Auf die Frage wegen der in Aussicht genommenen Reformen antwortet der Minister, daß er sofort die sogenannten selbstständigen Kommandos, die außer Zusammenhang mit der leitenden Stelle arbeiteten, bis auf Weiteres inhibirt, eine scharfe Kontrole der Exekutivbeamten und Vorsicht bei der Auswahl der Auskunftspersonen angeordnet und über die Organisation und den Geschäftsbetrieb der sog. politischen Abtheilung, insbesondere über den Verkehr mit den Agenten, sehr eingehende Prüfungen eingeleitet habe. Eine alte, wohlbegründete Institution dürfe, wenn sich Geschrei in der Presse dagegen erhebe, nicht auf einmal umgestürzt werden. Endlich sei der Polizeipräsident v. Windheim mit Ermittelungen über die Organisation der Kriminalpolizei in anderen Ländern und über die Erfahrungen, die man dortselbst gemacht, beauftragt worden. Falls bei uns etivas zu bessern sei, werde cs an der bessernden Hand nicht fehlen. Aber immerhin werde es auch bei der besten Organisation und Kontrole nicht möglich sein, einzelne Fehler und Ungeschicklichkeiten von Beamten aus der Welt zu schassen. Die Institution als solche kann für solche Fälle nicht verantwortlich gemacht werden, solange sie noch die Kraft besitze, ungesunde Elemente auszustoßen. Dafür, daß das bei uns noch zutresse, übernehme er, der Minister, volle Verantwortlichkeit. Auf eine Anfrage des Abg. v. Ploetz (kons.) wegen des Mehlbezuges für die Strafanstalt Lichtenburg erwidert Geh. Regierungsrath Krohne, der Mehlbedarf werde aus ben Bromberger Staatsmühlen gedeckt, einmal im Interesse der einheimischen Landwirthschaft und dann, um gegen Mehlfälschungen gesichert zu sein. Auf eine erneute Auseinandersetzung des Abg. Rickert (freis. Ver.) über den Prozeß Leckert-Lützow entgegnet Minister Frhr. v. d. Recke, daß er in der Sitzung vom 19. Januar durchaus nicht die Rcsormbedursngkeit der politischen Polizei anerkannt, sondern lediglich zugegeben habe, daß Schädigungen durch den Prozeß Leckert-Lützow zu !age getreten seien. Abg. Frhr. v. Zedlitz (freikons.) erachtet die Erklärungen des Ministers über die politische Polizei für befriedigend und hält für den Hauptfehler in deren Organisation, daß sie nicht von einer wirklich verantwortlichen Persönlichkeit geleitet werde. Der Polizeipräsident von Berlin könne bei seinem ausgedehnten Geschäftsbezirk nicht die volle Verautwortung für Alles tragen. Redner befürwortet weiter, die Mtdiziualpolizei dem Ministerium des Innern zu unterstellen und das Schreibwerk der Amtsvorsteher zu vermindern; ferner die Verwaltung zu dezentralisiren, den Schwerpunkt in die Kreisinstanz zu legen, ba' die Bezirkslnstanz den Gemeinden zu fern stehe, und die Befugnisse der Landrathe zu erweitern. Auf eine Beschwerde des Abg. Frhrn. v. Eyna tt en (Ctr.) wegen der Verpestung des Wurmbaches erwidert Geh. Ober-Reg.- Rath K r u s e, daß zunächst mechanische Klärungen versucht würden; daß aber, wenn diese nicht ausreichte,r, den Städten Aachen und Burtscheid Sanitätsmaßregeln auferlegt werden würden. Der Wassergesetzentwurf, der die in Betracht kommenden Fragen prinzipiell regeln werde, befinde sich in kommissarischer Bearbeitung. Abg. S t ö ck e r (b. k F.) erklärt in einer Polemik gegen den Abg. Rickert den Antisemitismus für einen berechtigten Kampf nnb beschwert sich darüber, daß Professor Thumajan in Preußen über die Verfolgung der armenischen Christen nicht habe reden dürfen. Der Minister entgegnet, daß dem Professor Thumajan allerdings nahegelegt worden sei, mit seinen aufreizenden Reden aufzuhören, wenn er nicht ausgewiesen werden wolle. Das sei aus Gründen der auswärtigen Politik geschehen, da Angrüfe gegen den Sultan unseren freundschaftlichen Beziehungen zur Hohen Pforte zuwidxrliefen; der Sympathie für die armenischen Christen sei in keiner Weise entgegentreten. Abg. v. Heydebrand (kons.) unterstützt die vom Frhrn. v. Zedlitz zur Ver
minderung des Schreibwerks und zur Dezentralisation der Verwaltung gemachten Vorschläge. Unterstaatssekretär Braunbehrens führt aus, daß das Ministerium des Innern nichts gegen die Uebernahme der Gesundheitspolizei einzuwenden haben würde, der Kultusminister aber ein Wort mitzureden habe. Auf die Verminderung des Schreibwerks werde bei allen Ressorts in Uebereinstimmung hingewirkt. Die Vorschläge des Frhrn. v. Zedlitz bezüglich der Verwaltungsreform seien anzuerkennen und würden im Auge behalten werden; die jetzige erst kurze Zeit bestehende Organisation dürfe aber nicht plötzlich erschüttert werden, zumal die Interessen der Kreise sehr verschieden seien. Kleine Mängel seien in Kauf zu nehmen, um vieles Gutes zu erhalten. Abg. Friedberg (natl) macht darauf aufmerksam, daß mehrere scharfe Aeußerungen des Abg. Szmula gegen die Regierung und gegen die Gerichte unwidersprochen geblieben seien, weil sie nicht verstanden worden, und geht auf die Vorschläge zur Verwaltungsreform ein. Der Minister bezeichnet daraufhin diese Aeußerungen ebenfalls als ganz unerhört. Abg. Dasbach (Ctr.) beschwert sich darüber, daß der kleinen Centrumspresse die amtlichen Anzeigen vorenthalten würden. Der Minister verweist, da ihm die Etnzelfälle unbekannt seien, den Redner auf den Beschwerdeweg. Abg. Schmidt -Rakel (freikons.) weist die Behauptung des Abg. Jaeckel, hinter ihm stehe die Mehrheit der Deutschen in der Provinz Posen, als gewagt und frech zurück (der Präsident bezeichnet diesen Ausdruck als unparlamentarisch), versichert, daß die Deutschen der Provinz die Verleihung der schwarz-weißen Farben mit Jubel begrüßt hätten, und erklärt eine Kreisordnung in der Provinz für dringend nothwendig. Abg. v. Ploetz (kons.) weist die vom Abg. Rickert gethane Behauptung zurück, daß der Bund der Landwirthe mit dem Antisemitismus identisch sei; der Bund treibe überhaupt nicht Partei-, sondern lediglich Wirthschaftspolitik. Abg. Hanssen (Däne) beschwert sich über Polizeiversügungen und Ausweisungen, die in Nordschleswig getroffen sind. Geh. Oberreg.- Rath v. Philipsborn verwahrt sich ganz entschieden dagegen, daß der Vorredner den Polizeiorganen den Vorwurf der Willkür mache, und verweist ihn auf den Instanzenweg. Abg. Bachmann (natl.) weist darauf hin, daß die Dänenpartei das Ziel, Schleswig von Preußen loszureißen, öffentlich verfolge. Abg. Szmula (Ctr.) sucht seine Aeußerungen zu rechtfertigen. Abg. Goth ein (freis. Ver.) findet, daß gegen die Polen mit kleinlichen Mitteln vorgegangen werde, was den nothwendigen Germanisirungsprozeß nicht fördern könne. — Nächste Sitzung Freitag: Fortsetzung der heutigen Berathung.
Politische und unpolitische Nachrichten.
(Depeschen-Bureau .Herold".)
Berlin, 11. Febr. Bei Beginn der heutigen Reichstagssitzung theilte Präsident Buol mit, daß vom Kaiser eigenhändig angefertigte Tabellen über die Entwickelung der Marine in den verschiedenen Staaten in den Wandelgängen aufgestellt seien.
Berlin, 11. Febr. Der Kaiser hat dem Erzherzog Otto von Oesterreich den schwarzen Adlerorden verliehen.
Berlin, 11. Febr. Dem Reichstage ist heute der Entwurf eines Gesetzes wegen Verwendung der überschüssigen Reichseinnahmen aus dem Etatjahre 1897/98 zur Schulden- tsigung nebst Begründung zugegangen. Der Gesetzentwurf bestimmt, daß die Hälfte des Ueberschusses der pro 1897/98 den Bundesstaaten zustehenden Ueberweisungen aus den Zollerträgen rc. auf die aufzubringenden Matrikularbeiträge zur Verminderung der Reichsschuld zurückjustalten ist.
Berlin, 11. Febr. Erzherzog Otto von Oesterreich legte heute Vormittag am Sarge Kaiser Wilhelms I. einen kostbaren Kran; nieder und wohnte der Frühstückstafel in der österreichischen Botschaft bei. Abends ist Diner im königlichen Schlosse.
Berlin, 11. Febr. Wie der „Lokalanz." meldet, ist der bekannte Schachmeister Steinitz in Moskau an einem schweren Gemütbsleiden erkrankt und in eine Klinik überführt worden.
London, 11. Febr. Die Subskription für die durch die Hungersnoth heimgesuchten Einwohner Indiens beläuft sich auf den Betrag von 255 000 Pfund.
London, 11. Febr. Am 19. Februar soll ein großes Meeting zu Gunsten der Kretenser stattfinden. Mehrere Abgeordnete werden als Redner austreten.
Witterungsbericht.
Voraussichtliche Witterung: Fortdauer des milden trüben Wetters mit Niederschlägen.
Aus Stadt- und Landkreis Hanau. Jahresstatistik 1896.
Im Jahre 1896 wurden in unserer Stadt lebend geboren 796 Kinder, 418 Knaben und 378 Mädchen. Die Zahl der Gebürter hat sich auch in diesem Jahre etwas gesteigert, aber sie ist im Vergleich zu anderen Städten immer noch eine sehr niedrige. Auf 10 000 Einwohner kommen 288 Geburten gegen 286 im Vorjahr.
Die GesundheitsverMtniffe waren im Jahre 1896 gute, die Zahl der Krankheitsfälle war, obgleich Influenza, Mumps, Keuchhusten und Masern epidemisch aufgetreten waren, besonders in der zweiten Hälfte des Jahres eine sehr nichtige.
Gestorben sind mit Ausschluß von 28 Todtgeborenen (19 Knaben und 9 Mädchen) 523 Personen, 275 männlichen und 248 weiblichen Geschlecht?, gegen 561 Personen im Jubre 1895 und 541 im Jahre 1894. Auf 1000 Ein wo^M kommen 18,9 Todesfälle, gegen 20,37 im Jahr