Einzelbild herunterladen
 
  

8. Februar

Hanauer Anzeiger

Seite 3

erheben sich die Söhne, welche selbst schon Männer von fünfzig Jahren sind. Ebenso vor der Mutter. Der jüngere Bruder raucht nicht eher, als bis der ältere ihn dazu einladet, die Frauen stehen aber Dir jedem Mann auf." (a. a. O. S. 42). Einen eigenen Eindruck macht es auf Moltke, wie ihm, als einembesonders geehrten Mussafir (Gast)", die Töchter des Hauses auswarten.Es liegt aber darin", bemerkt er in richtiger Würdigung dieser altherkömmlichen schönen Sitte, für sie durchaus nichts Demüthigendes und ist auch in der That nur das altbiblische, naturgemäße Verhältniß." (a. a. O. S. 35.)

An einer anderen Stelle (S. 50) erwähnt Moltke eine der vielen Verfolgungen, welche die Armenier seitens der tür­kischen Regierung so oft, nach wie vor, zu erleiden hatten, und welche sie wiederum damalsunlängst betroffen" hatte, eineungerechte und grausame Verfolgung", mit Bezug auf welche Moltke (S. 53) schreibt:Wenn es eine der ersten Bedingungen jeder Regierung ist, Vertrauen zu erwecken, so läßt die türkische Verwaltung diese Aufgabe völlig ungelöst. Ihr Verhalten gegen die Griechen, die ungerechte und grau­same Verfolgung der Armenier, dieser treuen und reichen Unterthanen der Pforte, und so viele andere gewaltsame Maß­regeln sind in zu frischem Andenken."

Aehnlich lautet das treffende Uriheil dieses großen, wahr­haftigen Mannes über die heute so viel geschmähten Armenier in einer späteren Schrift vom Jahre 1841 (Schriften, II, 313), nämlich:Die ausgebreitete armenische Bevölkerung ist der Pforte treu ergeben, aller Empörung abhold und geduldig im Leiden und Arbeiten."

In einem späteren Briefe vom 5. April 1839 (a. a. O. S. 372 ff.) erörtert Moltke die Frage der Heranziehung der Rajahs, zunächst der Armenier, zum türkischen Militärdienst. Diese Idee war von Hafiß Pascha, dem Höchstkommandirenden der gegen die ägyptischen Truppen in Kleinasien aufgestellten Armee, ausgegangen, dem Moltke als militärischer Rathgeber zur Seite stand. Aus diesen interessanten Ausführungen seien folgende Stellen angeführt:Es wurde vor einiger Zeit die Frage aufgeworfen, ob es nicht möglich sein sollte, eine Aw zahl Armenier in das türkische Heer einzustellen. Vom Stand­punkt des Rechts oder wenigstens der Billigkeit dürfte, glaube ich, gegen diese Maßregel nichts einzuwenden sein..... Die besprochene Maßregel scheint mir daher billig, nothwendig und in dem Theile von Asten, welchen ich kenne, vollkommen ausführbar, womit ich jedoch keineswegs gesagt haben will, daß man sie ohne Einschränkung auf alle Rajahs im Reiche ausdehnen soll. Die asiatischen Armenier sind ein zahlreicher, kräftiger Menschenschlag, unterwürfig und gehorsam aus Ge­wohnheit, arbeitsam und meistenteils wohlhabend; leicht möchte in diesem Augenblick die christllich-armenische Bevölkerung der Pforte treuer ergeben sein, als die muselmännisch-kurdische oder die muselmännisch-arabische."

Während nun Hafiß Pascha den Gedanken hatte,jeder Korporalschaft einen Armenier einzuverleiben, wodurch ungefähr ein Zwanzigstel des Korps aus dieser Nation bestehen würde", ging die Ansicht Moltkes, in Erwägung dessen, daß dann die Stellung der armenischen Mannschaften eine mißliche und unerträgliche sein würde, dahin, es sollte für jedes der Redif- Regimenter (Landwehr)ein viertes armenisches Bataillon" gebildet werden; mit der Zeit würdeeine Emanzipation der christlichen Bevölkerung vielleicht so auf dem gerechtesten und leichtesten Wege erzielt werden."Ob Hafiß Pascha", bemerkt jedoch Moltke in richtiger Voraussicht zum Schluffe, dieser von ihm selbst ausgegangenen Idee eine weitere Folge geben wird, möchte ich beinahe bezweifeln; er ist im Voraus gewiß, durch dieselbe das Vorurtheil derer zu ver­letzen, welche den ganzen muselmânni sch en Stolz bewahrt haben, ohne die ganze Hinfälligkeit des muselmännischen Regiments zu begreifen."

Aus Stadt- und Landkreis Hanau.

* Verbrauchsabgaben. Im Laufe des

Monats

Januar 1897 wurden im hiesigen Schlachthause ge

schlachtet:

91 Ochsen, mehr gegen den Monat Jan. 1896

10 Stück

85 Kühe, weniger

16

73 Rinder, mehr

24

959 Schweine,

33

304 Kälber, weniger

201 Hämmel, mehr

32

52

2 Ziegen, v

4

Die Accis-Einnahme hiervon beträgt . Mk. An eingeführten Fleischwaaren rc. wurden

4062.60

versteuert: 33 715 Kilogramm, mehr gegen den Monat Januar 1896 : 8608 Kilogramm.

Hiervon die Accis - Einnahme mit . . Mk.

1088.18

Summa Mk.

5150.78

Gesammt - Accis - Einnahme im Monat Januar 1896 ..... Mk^

4686.11

Mithin mehr gegen den Monat Januar 1896 Mk. 464.67.

Accis-Einnahme vom 1. April 1896 bis 31.

Januar 1897 .....Mk. 50 087.18

Accis Einnahme vom 1. April 1895 bis 31.

Januar 1896 ...... 45 824.55

Mithin mehr gegen die gleiche Zeit des Vorjahres.....Mk. 4262.63.

* Kahlgrundbahn. Zur Errichtung einer Kahlgrund­bahn Schöllkrippen-Kahl haben sich drei Firmen um die Kon- zesstons Ertheilung an das k. b. Staatsministerium gewandt. Nach einem Schreiben, das der Landtagsabgeordnete Dr. Frank aus dem k. Staatsministerium des Aeußern am 28. Januar erhalten hat, wird die Konzession am Schluffe des

Monats Februar ertheilt werden, so daß im Frühjahr die Arbeiten zur Herstellung der Bahn in Angriff genommen werden können.

-n- Kaisers Geburtstag. Im Saale der Brauerei Weismantel veranstaltete gestern Abend der Eisenbahnbeamten­verein eine Nachfeier des Allerhöchsten Geburtstages Se. Majestät des Kaisers, die einen in allen Theilen glänzenden Verlauf nahm. Nachdem das Programm mit einigen exakt ausgeführten Konzertstücken, die ein beredtes Zeugniß von der Leistungsfähigkeit der Küchler'schen Kapelle ablegten, er­öffnet worden war, ergriff der Vorsitzende des Vereins, Herr I Witzel, das Wort, um die Erschienenen willkommen zu heißen und in kurzen aber zündenden Worten des obersten Kriegs- und Schirmherrn zu gedenken. Er gipfelte in einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, das begeisterten Wieder­hall fand. Es folgten nun gut vorgetragene humoristische und Zithervortrâge, Chorgesänge und Deklamationen der Kinder einzelner Mitglieder. Der sich anschließende Stift­ungsfestball hielt die Theilnehmer noch lange zusammen und erst zur frühesten Morgenstunde kehrten die letzten heim. Auch sei Küche und Keller des Herrn Weismantel hier ge­bührende Erwähnung gethan.

® Maskenball der Turngemeinde. Wenn im frühen Mittelalter Seuchen, Hungers- und Kriegsnoth die Bevölkerung dezimirt und niedergedrückt hatte, dann regte, wenn jene Schicksale glücklich überwunden und das geknechtete Volk wieder freier aufathmen konnte, in ihm sich die Lust, durch Veranstaltungen von Festlichkeiten mancherlei Art, Maskenscherzen und dergleichen von den ausgestandenen Schrecknissen zu erholen und im seligen Vergessen wenigstens auf Tage lang sich ungestört der ungebundensten Heiterkeit und dem Frohsinn hinzugrben. Jene Tage sind Gott sei Dank entschwunden, wo Seuchen, Hungers- und Kriegs- nolh etwas alltägliches sind, aber die schöne Sitte ist ge­blieben, einmal im Jahre aus dem gewohnten Alltagsleben herauszutreten und im schönen dolce far niente uns so recht aus Herzenslust dem Frohsinn hinzugeben, und von denjenigen Städten, die den Sitten unserer Ahnen in dieser Beziehung untreu geworden sind, ist unsere Vaterstadt gewiß die letzte, hat doch erst vor einigen Jahren das karneva­listische Leben und Treiben in hiesiger Stadt einen erneuten Aufschwung genommen. Eine so zahlreiche, durchweg ge­schmackvoll kostümirte Gesellschaft aber hat die Centralhalle wvül noch selten beisammen gesehen, wie am Samstag Abend beim Maskenball der Turngemeinde. Ging diesem schon der Ruf voraus, daß diesmal mit ganz besonderer Sorgfalt die Vorbereitungen zu den Aufführungen betrieben würden, so hat sich diese Voraussicht in vollstem Maße bewahrheitet. Nachdem eine schier endlose, nach Hunderten von Paaren zählende Polonaise den Ball eröffnet hatte, erschien eine urkomische, unwillkürlich zum Lachen reizende Gestalt auf der Bühne, die kein geringerer war, als der Vizekönig Li Hung- Tschang (natürlich Herr Bailly), um zu verkünden, daß eine lOlöpfige, auf der Durchreise nach Klein-Auheim begriffene Chinesentruppe erschienen sei, um sich hier zu produziren. Dieser gebührt denn auch die Palme des Abends, indem die nun folgenden Aufführungen derselben, wie Reigen, schwebende Pyramiden rc. ein so wirkungsvolles, choreographisches Bild, das zu beschreiben, wir uns hier versagen müssen, abgaben, daß die Zuschauer zu wahren Beifallsstürmen hingerissen wur­den. Vorzügliches leistete auch der Jongleur (Herr Kohl), abgesehen von dem am Schluffe passirten kleinenAbsturz". Hoch zu Roß" erschien zuletzt noch einmal Li-Hung-Tschang, dessen Pferd die merkwürdige Eigenschaft besaß, daß seine Hautmir nix, dir nix" abgezogen werden konnte, noch ein­mal im Saal. Auf dem zu Tage getretenen Geräth führte die Truppe irgend eines tschitzki" wahrhaft hals­brecherische Evolutionen aus. In ausgiebigster Weise wurde nun das Tanzbein weiter geschwungen und der Schlußtanz sah noch fast eine vollzählige Festversammlung beieinander. Die Unermüdlichsten sah noch derCarlsberg", der sich nach Schluß des Balles mit Maskirten füllte, wo die bis aufs ävß-rste gestiegene Fastnachtsstimmung noch manch sonderliche Dtulhen trieb.

* Herrensitzung der Karnevalgesellschaft. Der große Saal desDeutschen Hauses", in welchem Samstag Abend die Herrensitzung der Ersten Hanauer Karnevalgesell- schast abgehalten wurde, war in ein schmuckeS Narrenzelt umgearbeitet,hunderte" von Fähnchen flatterten bei den spru­delnden Witzen und die urkomischen Wandfiguren, wie auch die von der hiesigen Firma I. L. Jäger hochmodern und geschmackvoll ausgeführte gärtnerische Dekoration gaben dem Ganzen den gewohnten anheimelnden Anstrich. Der Besuch war ein bedeutender. Die Sitzung leitete Herr Wörner in schneidiger und humoristischer Weise, die tüchtigsten hiesigen Karnevalisten gaben dem Prinzen Karneval ihren Tribut. Von freundnachbarlicher Seite, von Frankfurt, waren drei Mitglieder der dortigen großen Karnevalgesellschaft, die Herren Goldschmidt, Müller und Schopp, erschienen, die in das Redetournier erfolgreich mit eingriffen und infolge dessen mit hohen Orden dekorirt und allseits gefeiert wurden, sodaß der Wunsch verlautete, es möge gleich wie am Rhein auch am Main ein innigeres Verhältniß zwischen den karnevalisti­schen Vereinen sich entwickeln. Der enorme Stoff an lokalen und sonstigen Ereignissen bot dem Protokoller, Herrn A l b a ch, wie auch den übrigen Rednern Gelegenheit ihr Licht leuchten zu lassen und auch die Ulanenkapelle trug mit Fleiß und Ge­schick dazu bei, die animirteste Stimmung auflommen zu lassen. , ,

* Aberrdurrterhaltung des Post-Unterbeamten- vereins. Eines schönen Erfolges hatte sich die gestern Abend vom hiesigen Post -Unterbeamtenverein im Saale zum deutschen Haus" arrangirte Abendunterhaltung zu erfreuen,

denn zahlreich war dem Rute unserer Stephansjünger Folge geleistet worden, sodaß die Räume des Saalbaues bis zum letzten Platz besetzt waren. Nach den einleitenden Klängen eines Marsches begrüßte der Vorsitzende Herr Stroh die Erschienenen, insbesondere auch die anwesenden postalischen Vorgesetzten, betonte die unverbrüchliche Treue zu Kaiser und Reich und ließ seine Worte ausklingen in ein kräftiges Hoch aus Se. Majestät den Kaiser. Das gebotene r-izende Programm sand die lebhafteste Anerkennung. Herr Engel­hardt, stimmlich gut disponirt, bot einige Tenorsoli, von denenDieKönizsgrenadiere" undMeinMütter! war so gut" besonders dankbar ausgenommen wurden. Im Verein mit Herrn Rode bot derselbe auch ein reizendes komisches Duett. In dem EinakterSchelmenstreiche" bethätigten sich die mit- wirkcndm Damen und Herren als vortreffliche Darsteller. Einige weitere humoristische Nummern, um deren Durch­führung sich die Herren Rode, Lieber und Adrian ver­dient machten, sowie eine komische Pantomime leiteten dann allmählich zu demjenigen Theil des Festes über, der den Rechten der jungen Welt die ersehnte Geltung verschaffte. Die zeitliche Ausdehnung dieses zweiten Theiles des Festes entzog sich zwar unserer Kenntniß, doch ist anzunehmen, daß darin der zweite dem ersten Theil mindestens gleich stand, und zwar keineswegs zum Verdruß der Festtheilnehmer im Allgemeinen und der Vertreterinnen des schönen Geschlechts im Besonderen.

d . Konzert. Das gestern Abend in den Sälen der Centralhalle stattgefundene Konzert der Ulanenkapelle erfreute sich eines sehr zahlreichen Besuches. Die Leistungen der Ka­pelle waren ganz vorzügliche und ist es unnöthig, einzelne Nummern hervorzuheben, indem alle mit großer Präzision zum Vortrag gelangten. Den wohlverdienten Beifallsbe­zeugungen gegenüber zeigte sich der Leiter der Kapelle, Herr Stabslrompeter Urbach, dadurch erkenntlich, daß er verschie­dene, der gegenwärtigen Faschingszeit angepaßte Nummern einlegte. Mögen auch die ferneren Veranstaltungen der Ka­pelle sich eines guten Besuches erfreuen. Morgen Abend konzertirt die Kapelle im Saalbau zum deutschen Haus. Die für die Karnevalgesellschaft ausgeführte Wand- und Pflanzendekoration bleibt für diesen Abend noch bestehen.

* Golddiebstahl. Zwei von Hanau stammende Gold­arbeiter, Kurt und Wegstein, die in Köln in Arbeit stehen, entwendeten dort ihren Arbeitgebern Gold und Bril­lanten und verkauften das gestohlene Gut nach hier. Die beiden Vorgenannten wurden in Köln verhaftet und gegen einen hiesigen Einwohner die Untersuchung eingeleitet.

* Aus dem Eifenbahnwaggon gesprungen.

Aus einem am Ostbahnhofe stehenden Eisenbahnwaggon sprang am Samstag ein nach hier bestimmtes Offizierspfcid. Das Thier schlug seinen Weg nach der Stadt zu ein und wurde amHessischen Hof" eingefangen.

Für heute. Kunztverein: In der Aula Kgl. Zeichen­akademie ; Große Gemälde - Ausstellung; geöffnet von 10 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags; Eintritt für Nichtmit­glieder 20 Pfg. Vaterländischer Frauenverein: Abends 71/± Uhr in der Aula der Realschule: Vortrag des Herrn Pfarrer Wessel:Was die Rose erzählt." Kirchenchor der Johannis kirche: Abends 8 Uhr: Probe im Uebungâsälchen der Johanniskirche. Evang. Männer- und Jünglingsver­ein: Abends 8 Vi Uhr: Gebetsversammlung (Ältst. Rathhaus). Turn- und Fechtklub : Abends von 8^/,10 Uhr Turnen der Jugendabtheilung. Abends 9 Uhr: Freiwillige Feuerwehr, 5. Komp, in derAllemania". Spar- und Spielkasse zumFuldaer Hof": Erste Auflage und Aufnahme neuer Mitglieder.

A. Oberrodenbach, 8. Febr. Sicherem Vernehmen nach beabsichligt eine auswärtige Firma dahier eine Cigarren­fabrik zu errichten. Es sollen bereits Unterhandlungen zur Einrichtung eines geeigneten Lokals im Gange sein. Für unsere Cigarrenarbeiter und jene, die es werden wollen, bietet sich somit Gelegenheit, Verdienst im eigenen Ort zu finden. Möge sich der gehegte Plan recht bald verwirklichen und un­serer Bevölkerung der neue Erwerbsquell eröffnet werden.

Aus der Provinz und den Nachbarqebieten.

A Seligenstadt, 7. Febr. Nachdem vorgestern der Main im langsamen Fallen begriffen war, trat sehr bald wieder ein rasches Steigen ein, welches inzwischen ununter­brochen anhielt. Seitdem hat sich der Wafferspiegel um mindestens P/a Meter gehoben. Der Pegel zeigt heute hier 3,75 Meter Wasserstand. Von Würzburg wurden gestern Abend telegraphisch 4,50 Meter bei stetigem Steigen gemeldet. Der Wasserstands-Depeschendienst wird täglich 3 mal ausgeübt. Von hier aus werden die benachbarten Mainorte über den jeweiligen Wasserstand benachrichtigt. Seit gestern Nacht 2 Uhr brachte der Strom bedeutendes Treibeis vom Obermain. Die hiesigen Uferbewohner haben gestern mit der Ausräumung ihrer Keller begonnen. Unsere Gendarmerie verhaftete gestern Abend einen seingekleideten unbekannten Herrn, der ich in verschiedenen Behausungen durch sein auffälliges Be­nehmen in hohem Grade verdächtig gemacht hatte. Die Polizei erkannte nach seiner Festnahme in ihm einen steck­brieflich verfolgten ehemaligen Bureaugehilfen aus Wies­baden.

5 Frofchhausen bei Seligenstadt, 7. Febr. Der blutige Zusammenstoß zwischen dem Jagdaufseher Kunkel und dem Schreiner Schmidt bildet noch immer das Tagesgespräch. Schmidt wurde gestern vom Seligenstädter Gefängnisse unter Gendarmeriebedeckung gefesselt nach dem Thatorte im Walde eskortirt. Dortselbst hatten sich der Herr Erste Staatsan­walt Pretorius aus Darmstadt und einige Forstbeamlen ein- gesunden. Kunkel und Schmidt wurden einem eingehenden Verhöre über den Hergang der traurigen Affaire unterzogen.