3. Februar
Hanauer Anzeiger
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Subvention und in Hinsicht auf die Tendenz der Vorlage, zu Gunsten des Nordd. Lloyd den konkurrirenden Unternehmungen nach und nach bedeutende Aufträge zu entziehen. Die Beeinträchtigung gerade auf diesem Gebiete der freien Konkurrenz, wo es sich um viele Millionen Anlage- und Betriebskapital und um Tausende von Arbeitskräften auf beiden Seiten handele, könne zu wirthschaftlichen Verschiebungen von großer Tragweite führen; durch seine Beihülfe dazu würde das Reich eine große und schwere Verantwortung übernehmen. Indeß wurde der Herr Reichstagsabgeordnete ersucht, thunlichst aus ! die im Handelskammerbezirke bestehenden thatsächlichen Interessen Rücksicht zu nehmen. In seiner Erwiderung betonte der Herr Reichstagsabgeordnete, daß die erwähnten prinzipiellen Bedenken gegen die Subventionsvorlage, welche seinen Anschauungen durchaus entsprächen, schwerer wägen, als Einzelinteressen.
Beschluß: Das Plenum nimmt von dem an Herrn Reichstagsabgeordneten R. Müller abgegebenen Gutachten Kenntniß.
(Schluß folgt.)
* Neustadt-Jubelfeier. Im Bürgerverein tagte gestern Abend der für die Neustadt Jubelfeier gebildete Cen- tralausichuß. Die eingereichten Etats wurden genehmigt, sowie definitiver Beschluß über die Tage, an welchen die weltliche Feier statlsinden soll, gefaßt. Darnach wird die 1! weltliche Feier am 1. Pfingsttage beginnen und bis zum t! Mittwoch andauern. Die kirchliche Feier ist, wie bereits bekannt gegeben, für Dienstag den 1. Juni festgelegt.
* Bahnhofssperre. Wie die „Fr. Zig." zuverlässig vernimmt, wir» vom 1. April ab auf sämmtlichen Bahnhöfen i.unb Stationen der seitherigen Strecken der Hessischen Lud wigseisinbahn die Bahnhofssperre kingefübrt.
* Für Combattanten von 1864, 1866 und 1870/71. Der Vorstand des Komitees für die Centenar- feier am 22. März d. Js. in Berlin erläßt folgenden Ausruf fürCombattanten von 1864, 1866 und 18 7 0/71: „Für den Festzug der Berliner Bürgerschaft am 23. März gedenken wir eine besondere Gruppe zu bilden für die Inhaber des ' Miltär-Chrenziichens erster Klasse und des goldenen Verdienstkreuzes aus den Jahren 1864 und 1866, sowie der Ritter des eisernen Kreuzes erster Klasse vom Feldwebel abwärts. Diese Combattanten sollen aus allen Provinzen eingeladen werden, um auf Kosten des Komitees zwei Tage in Berlin zu verweilen und an dem Festzuge theilzunehmen. Auch soll für dieselben freie Eisenbahnfahrt bei dem zuständigen Herrn > Minister beantragt werden. An alle Inhaber der genannten Auszeichnungen vom Feldwebel abwärts ergeht hiermit die Aufforderung, falls sie dieser Einladung Folge leisten wollen, möglichst umgehend, spätestens aber bis zum 1. März er., sich unter Angabe ihres ehemaligen Mililärstandes bei der Geschäftsstelle obigen Komitees, Berlin W., Leipzigerstraße 4, u melden."
* Kunftnotiz. Die Ausstellungen im Kunstverein er- reuen sich fortwährend eines recht lebhaften Besuches. Trotz- rem haben aber noch sehr Viele zu kommen, die gewiß Ingresse für Kunsterzeugnisse auf dem betr. Gebiete, unstreitig ersten Ranges, haben. An diese Kreise richten wir, unser restaemeintes Ersuchen.
* Winterfest des Alpenvereins. Die Veran- taliungen unserer Hanauer Lektion durften bereits in den verflossenen Jahren als hervorragende Ereignisse auf dem Gebiet der Winterfestlichkeiten bezeichnet werden und haben demgemäß in steigendem Maße das Interesse und die Theil- rahme unserer Bürgerschaft in Anspruch genommen. Daß neses Interesse dem diesjährigen Feste in noch höherem 9rabe zu theil würde, war nach allem, was vorher über liefe Veranstaltung in die Oeffentlichkeit gedrungen war, vor- mszuse^rN. Sollte doch Re Festlichen oollßäudig den Cha- akter eines „Kirta im Hochgebirg" tragen und demgemäß owohl die Kostüme der Theilnehmer wie die Saaldekoration u.s.w. n den Rahmen eines solchen vassen. Welchen Beifall dieser Gedanke bei Mitgliedern und Freunden der Sektion gefunden, -as zeigte sich, als bald nach Eröffnung des Saales in un- mterbrochemr Reihe sich die Festtheilnehmer einfanden und ehr rasch die ausgedehnten Räumlichkeiten des „Deutschen Zauses" füllten. Es war ein ebenso abwechselungsreiches als arbenschönes Bild, welches sich dem Auge darbot; waren >och alle Typen des Hochgebirges in bunter Fülle vertreten; elbst 2 Geisbuam in naturgetreuer Nachahmung hatten sich ingefunden. In erster Reihe hatten die Damen, der Bitte • es Komitees entsprechend, es sich angelegen sein lassen in urchwegs reizenden Original-Kostümen der Alventhäler zu er- cheinen und sahen wir ganz vorzügliche Typen aus dem Merthal, Allgäu, der Schweiz u. s. w. Doch auch die Derren standen in dieser Beziehung nicht nach und man onnte sich schon der Täuschung hingeben, einem wirklichen kirta im Hochgebirg beizuwohnen. Dieser Eindruck wurde ber noch verstärkt durch die geradezu naturgetreue Um- oandlung des Saales zu einem wirklichen Kirchweihplatz mit Raibâumen, Buden, Verkaufsständen, Wirthschaften und allem Zubehör und das Ganze in einer landschaftlichen Umrahmung ochalpinen Charakters, wie sie in gleicher Vollkommenheit iur das Zusammenwirken zweier so vorzüglicher Künstler sie wir sie in Herrn Maler Schultz und Herrn Architekten Rittels darf besitzen, hervorzubringen im Stande sein onnte, deren Leistungen berechtigtes ungetheiltes Lob ernteten. Die Dekorationsarbeit des Herrn Kunstgärtner Schmellenberg, welcher die übrige Ausschmückung des Saales sowie der lebenräume bewirkt hatte, war dem Charakter des Festes luterst geschickt angepaßt. Der Beginn der Festlichkeit wurde mrch den Einzug der jungen Paare unter Vorantritt der Rusikbande, des Burgermastas und Polizeidieners eingeleitet, velchen sich die Festtheilnehmer in bunter Reihe anschlossen.
Hierauf erfolgte die im oberbayeiischen Dialekt gehaltene Ansprache des Burgermastas, mit dem Dank an die Kirtagäste und dem Hinweis auf Kirtavorschriften, deren Nichteinhaltung strenge bestraft werden sollte. Schon die Einleitung des Kirtas brachte sofort die richtige Stimmung und dieselbe konnte durch die nun in reichster Abwechselung folgenden Programmnummern nur noch gesteigert werden. In dankens- werther Bereitwilligkeit hatten Mitglieder und Freunde der Sektion zu verschiedenen Darbietungen ihre Unterstützung ge währt und muß in erster Linie die ganz vorzügliche Wiedergabe verschiedener tyroler Lieder im Einzelgesang und Quartett hervorgehoben werden. Tyroler Ländler der Jugend wechselten mit Schuhplattler von Mitgliedern und bot es besonderen Reiz, einen Originalschuhplattler von einem Paar getanzt zuzuschauen. Das Fest nahm auf diese Weise einen ebenso gemüthlichen als allen Erwartungen entsprechenden Verlauf und entschädigte das Vergnügungskomitee für die aufgewandte Mühe und Arbeit reichlich die allseitige Anerkennung. Der Alpenverein hat aber durch diesen Abend neuerlich den Beweis erbracht, daß er nicht nur auf alpinem sondern auch auf geselligem Gebiet den Wünschen seiner Mitglieder Rechnung zu tragen weiß.
M. Die Marianische Jungfrauen-Kongregation beging gestern Abend im vollbesetzten Saale der „Centralyalle" ihr Titularfest durch eine Abendunterhaltung, nachdem die kirchliche Feier schon Sonntag den 24. Januar stattgefunden hatte. Das Programm war sehr reichhaltig: Mustkpiöcen, Theaterstücke, Deklamationen und Soli wechselten in bunter Reihenfolge einander ab. Den Glanzpunkt des ersten, ernste ren, Theiles bildete unstreitig das 3attige Schauspiel „Die hl. Julia"; dasselbe, die ergreifendsten Szenen enthaltend, spielt zur Zeit der Christenverfolgung und endet mit dem MärtyrertoZ der hl. Julia am Kreuze. — Im zweiten Theile des Programms wurde hauptsächlich dem Humor Rechnung getragen. Das kleine Lustspiel „Die versalzene Suppe" hielt die Lachmuskeln in steter Bewegung, nicht minder auch die daraus folgenden komischen Duette und Terzette. Den bei den Aufführungen betheiligten Damen gebührt volle Aner kennung. Die Stücke wurden ausnahmslos flott gespielt und die einzelnen Rollen mit tiefem Verständniß durchgeführt. Der Verein kann mit Genugthuung auf diesen Abend zurück blicken, wie derselbe bei allen Theilnehmern in bester Erinnerung bleiben wird.
* Saalban zumDeutfchenHaus. Morgen Donnerstag Abend findet im Deutschen Haus großes Konzert unserer Ulanen-Kapelle statt. Wie wir aus dem vorliegenden Programm ersehen, kommen u. a. beliebten Piöcen zum Vortrag : Ouvertüre z. Op. „Rosamunde" von Fr. Schubert; „Der Wanderer", Ballade von Fr. Schubert; „Ein Immortellen kranz" Fantasie über Fr. Schubert'i'che Lieder; Ouvertüre z. Op. „Rienzi" von R. Wagner; Czardas a. d. Op. „Der Geist des Woyewoden" von Großmann; Fantasie a. d. Op. „Carmen" ; Walzer a. d. Ballet „Dornröschen" von Tschaikowsky u. f. w. Wir wollen nicht verfehlen, noch besonders darauf hinzuweisen, daß alle Abonnements-Karten der Ulanen-Kapclle Gültigkeit haben, ferner sollen am nächsten Sonntag Abend in der Centralh alle alle Abonnements-Karten zum Eintritt berechtigen.
* Rabiat. Behufs Herstellung seiner Gesundheit befand sich der Brauereigehilfe G. im öandkrankenhause. In der verflossenen Nacht schlich er sich in ein anderes Zimmer und geberbete sich hier wie ein Rasender. Mit Hilfe zweier Schutzleute wurde er in eine Einzelzelle gebracht, zertrümmerte hier jedoch die Bettstelle, brach ein Loch in die Wand und gelangte hierdurch wieder in das erstere Zimmer. Um die Ruhe aufrecht zu erhalten, brachte man den Brauer in das Polizeigefängniß, wo er jedoch ebenfalls sein tobsüchtiges Verhalten fortfeiste und zum Zellenfenster hinaus laute Rufe ausbrachte. Eine ihm zudiktirte Haftstrase wird ihn jedenfalls abkühlen.
* Nächtliches Straßenbtld. Während der vergangenen Nacht gegen 2 Uhr wurde ein 18jähriger Taglöhner, G. L. aus Langendiebach, in der Altstâdter Hosspitalstraße, betrunken auf dem Pflaster liegend, gefunden und durch die Schutzmannschaft dem Polizeigefängniß überwiesen.
)!( Vom Lande, 2. Febr. Der Sohn eines Müller- meisters zu E. hatte zu Weihnachten ein schlechtes Schulzeug- niß erhalten. Der erzürnte Herr Papa glaubte natürlich, das geringe Resultat nicht der Trägheit und Unfähigkeit seines Sprößlings, sondern dem Lehrer beinufftn zu müssen und setzte darum unter die Zensuren eine den Lehrer beleibt gende Bemerkung. Das zuständige Schöffengericht belohnte die Lebrerfreundlichkeit mit 10 Mk. Geldstrafe.
Versteigerungs- & Verpachtrings- re. Kalender
für Donnerstag den 4. Februar.
Holzversieigerung in bet Königl. Oberförsterei Salmünster ; Termin vormittags S1^ Uhr im Gasthaus „zum Löwen" in Salmünster (f. Nr. 19 „Han. Anz.").
Für hente. Kunstverein: In der Aula Kgl. Zeichen akademtc: Große Gemälde - Ausstellung; geöffnet von 10 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags; Eintritt für Nichtmitglieder 20 Pfg. — Stadtlheater in Hanau: „Die Schmetterlingsschlacht", Komödie in 4 Akten von Hermann Sudermann; Anfang 7 Uhr. — Marienlirchenchor: Abends 8 Uhr: Probe im Uebungssâlchen der Marienkirche. — Spar- und Spielkasse in der Brauerei Ed. Dörr: Ebenfalls abends 8 Uhr: Generalversammlung; Theilung und Vorstandswahl. — Abends 8 Vs Uhr: Allgem. christl. Arbeiterverein: Gesangstunde im Vereinslokal der „Brauerei Weismantel" ; — Evang. Männer- und Jünglingsverein: Posaunenblasen (in der Johanniskirche). — Turn- und Fechtklub : Abends von 8V2 bis 10 Uhr Turnen der Männerabtheilung; hierauf Vereinsabend „BrauereiKaiser". — Abends 9 Uh r: Verein ehemaliger Unterossiziere : Monatsversammlung in der „großen
Krone"; — Handwerker-Bezirksverein: Zusammenkunft in der „Allemania" ; — Freiwillige Feuerwehr: 1. Komp, im „goldnen Herz"; Steiger-Korps bei Beck. — Männerabtheilung der Turngemeinde: Abends von 9—10 Uhr Turnen.
Sprechsaal.
Kür die unter dieser Rubrik eingesandten Notizen übernimmt die Redaktion den Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.
Der Bahnhof in Ravolzhausen.
„Wir leben im Zeichen des Verkehrs" ist ein geflügeltes Wort, das jetzt oft gebraucht wird und das mit Recht, denn mit jedem Monat wird bald hier bald dort Vorkehrung dazu getroffen, daß sich der Verkehr hebe. Und so ist auch vor ca. Vü Jahre die Eisenbahnstrecke Hanau-Hüttengesäß eröffnet worden, und derjenige Reisende, der zuvor in Ermangelung des nöthigen Fahrgeldes zur Extrapost zu Fuß marschiren gezwungen war, lobt dankend den Schöpfer dieses Unternehmens und nicht mit Unrecht, denn die Personenwagen der Bahn sind sehr schön und die Bahnhöfe sind mit Restauration versehen, aber leider nicht alle; dies betrifft die Station Ravolzhausen. Warum ist dieselbe so stiefmütterlich behandelt worden? Diese Station ist doch, vom Arbeiterverkehr abgesehen, die bedeutendste auf der Strecke. Ich hatte diesen Mangel stark empfunden, als ich eines kalten Tages von einem der umliegenden Orte nach dem Bahnhof frierend ankam, ohne daß ich mich dortselbst stärken konnte. Die nächste Wirthschaft liegt etwa 8—10 Minuten vom Bahnhof ab und ist gar nicht möglich, sich dort aufzuhalten. Könnte diesem Uebelstand nicht gesteuert werden? Es finden sich gewiß Leute, die entweder am Bahnhof oder in nächster Nähe eine Restauration einrichten.
Aus der Provinz und den Nachbarqebieten.
Darmstadt, 2. Febr. Als eine merkwürdige Erscheinung verdient verzeichnet zu werden, daß trotz der Zunahme der Bevölkerungsziffer im Großherzogthum Hessen die Zahl der Volksschüler im merklichen Abnehmen begriffen ist. Von • 159 306 im Jahre 1891 sank die Zahl der Schulkinder auf 155 335 zu Ende 1896. Die größte Abnahme entfällt auf die Provinz Oberhessen mit 2356, dann folgt Starkenburg mit 1511 und Rheinhessen mit 104. Nur in drei Kreisen des Landes hat in dem oben angegebenen Zeitraume eine Zunahme der Schulkinder stattgefunden und zwar in den Kreisen Mainz von 14 812 auf 15103, Darmstadt von 10 403 auf 10 64 9 und Worms von 11023 aus 11313. Die Zahl der Lehrer und Lehrerinnen ist in demselben Zeitraum um 93 gestiegen.
Offenbach, 2. Febr. In einer Seifenfabrik fiel gestern Mittag ein verheiratheier Heizer infolge Ausgleitens in die mit siedender Lauge angefüllte Pfanne, wobei er sich am rechten Arm und Bein so schwer verbrühte, daß er ins Krankenhaus ausgenommen werden mußte. In der Nacht verschlimmerte sich der Zustand des Mannes leider so sehr, daß der Tod eintrat.
§§ Grotz-Steinheim, 2. Febr. Unsere Bürgermeister- Wahltchlacht wurde heute geschlagen. Das Heer der Wähler war in zwei Lager gespalten. Beide Parteien kämpften mit erbitterter Heftigkeit. Von den 329 Wahlberechtigten machten 319 von ihrer Befugniß Gebrauch. Davon entfielen auf Herrn Kaufmann Georg Bauer 158 und auf Herrn Gast- und Landwirth Karl Spielmann, Sohn des verstorbenen Gemeindeoberhauptes, 161 Stimmen. Letzterer ist somit auf die Dauer von 9 Jahren zum Bürgermeister unserer Gemeinde gewählt. Das Wahlergebniß wurde von Seiten der siegenden Partei mit großem Jubel ausgenommen. Dem Vernehmen nach bestand schon vorher zwischen den beiden Kandidaten die Vereinbarung, gegen die Wahl keine Reklamation zu erheben.
J Seligenstadt, 2. Febr. Der verheirathete Arbeiter Ludwig Pfeil, welcher in der chemischen Fabrik bei Mühlheim als Kesfilheizer beschäftigt ist, wurde von einer niederstürzenden Eisenplatte am Kopse getroffen und erlitt ^anscheinend schwere innere Verletzungen. Derselbe btfiudet sich hier bei seiner Familie in Pflege. Sein Zustand ist bedenklich.
2 Zeühausen, 2. Febr. Ein hiesiger Bursche fuchtelte gestern Abend zu Seligenstadt in angeheitertem Zustande mit seinem geöffneten Taschenmesser in der Luft umher. Zur Abwendung eines Unheils entwandt ihm ein dortiger Polizeidiener das g sâhrliche Spielzeug. Dabei verletzte sich der Polizist an der Hand, weil der Bursche Widerstand leistete. Der Unbesonnene erhielt hierauf Freiquartier im „Württemberger Hof".
4- Froschhausen, 2. Febr. Durch die noch am Sonntag in vorgerückter Abendstunde eröffnete Untersuchung des blutigen Renkontres zwischen dem Jagdaufseher Kunkel und dem Schreinergefillen Schmidt wurde festgestellt, daß sich die Affaire an der Waldes Lisiere. zwischen Froschhausen und Dudenhofen ereignete. Schmidt versuchte, nachdem er schon verwundet war, einen zweiten Gewehrschuß auf Kunkel abzufeuern; allein der Mechanismus der Doppelflinte versagte. Die Waffe, ein Vorderlader älterer Konstruktion, ist Eigenthum von Schmidts Arbeitgeber, dem das Gewehr vor etwa 2*/, Jahren entwendet wurde. Die Seligenstädter Gendarmerie vollzog gestern in der Wohnung des Verhafteten eine Haussuchung nach Rehfellen, Hasenpelzen und Munition, erzielte aber nicht bm mindesten Erfolg. Die junge Ehefrau Schmidt's, eine brave und tüchtige Frau, wird allgemein bedauert, zumal sie in aller Kürze ein Familienereigniß erwartet.
X Mainflingen, 2. Febr. Der 27jährige Sohn hiesiger Bürgersleute zerschlug kürzlich mittelst einer Sense während der Nacht im Rausche die Fensterscheiben seines Elternhauses. Mit einer Mistgabel suchte er dann das Hofthor