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Danauer Anzeiger.

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Nr. 12.

Freitag den 15. Januar

1897.

Amtliches.

^anößreio ^anavu

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

In Neu-Isenburg, Kreis Offenbach, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Gehöft- und Gemartungssperre angeoidnet morden.

In Seligenstadt, Froschhausen, Steinbach und Heusen­stamm, Kreis Offenbach, ist die Seuche erloschen und sind die Gehöft- und Gemarkungssperren aufgehoben worden.

Hanau den 14. Januar 1897.

Der Königliche Landrath

V. 388/89. v. Schenck.

Ueber Unter-Widdersheim, Kreis Büdingin, ist wegen der größeren Verbreitung der Maul- und Klauenseuche die Orts­und Gemarkungssperre verhängt worden.

In Höchst a. d. N., Kreis Büdingen, sowie in Frank­furt a. M. Frankfurter Milchkuranstalt ist die Seuche erloschen und sind die angeordneten Sperrmaßregeln aufge­hoben worden.

Hânau den 14. Januar 1897.

Der Königliche Landrath

v. Schenck.

In Holzhausen v. d. H., Nieder-Roßbach und Wölfers­heim, Kreis Friedberg, ist die Maul- und Klauenseuche aus­gebrochen; in Kloppenheim, deffelben Kreises, ist die Seuche erloschen.

Hanau den 14. Januar 1897.

Der Königliche Landrath

V. 395_______________v. Schenck._____________________

DimstMÜmMn aus dem Kreise.

Vom Wasenmeister am 14. d. Mts. eingefauge»: Ein schwarzer Jagdhund m. Heschl.

Hanau am 15. Januar 1897.

^taötâreiö ^anau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes. Oeffentliche Sitzung des Gemeinde-Ausschußes Freitag den 15. Januar 1897, nachmittags 5 Uhr. Berath»ngs-Gegexstâ»de:

1. Bauliche Ausführunge» in der Realschule.

2. Beschaffung neuer Straßenschilder, M. 500 pro 1897/98.

3 Ausbau der Lamboystraße, M. 25 580, II. und letzte Rate, E.-O. pro 1897/98.

4. Fahadeicherstellung am Theater, M. 825, II. Rate. Dachbedeckung 425.

6. Ausbaggerung des Mainkanals, M. 5000, E.-O. pro 1897/98.

7. Reparatur der Kinzigwehre, M. 300, Tit. IV B 8a.

8. Aufstellung eines Pissoirs in der Nähe des Stadtschlosses, M. 1500.

9. Herstellung des Hauses Frankfurter Thor 2, M. 600, E.-O. pro 1897/98.

10. Erhöhung der Unterhaltungskosten des deutschen Friedhofs, Tit. VI C la und Tit. VI C 1b.

11. Abrechnung der Grimmfeier, Kosten M. 3780,14.

12. Rechnung der Stadtkasse, Abtheilung II, pro 1895/96.

13. Rechnung der städtischen Badeanstalt pro 1895/96.

14. Fortsetzung der Unterstützung an die früheren Nachtwächter.

15. Ausschreiben der Stelle eines Sekretariats Assistenten.

16. Rechnung der höheren Töchterschule und der Volksschulen pro 1895/96.

17. Rechnung der gewerblichen Fortbildungsschule.

18. Verwaltunqskostenbeitrag für die Heraeus'sche Stiftung 31 /3. 1896.

19. Nachverwilligung von M. 372,40 Erwerbskosten des Hauses Langstraße 41 (E.-O. Darlehen).

20. Anderweitige Verschlußnahme der Zinsabschnitte und An­weisungen der sämmtlichen städt. Werthpapiere.

21. Beschaffung einer fahrbaren Krankentrage, M. 250, E.-O. pro 1897/98.

22. Benutzung der Ochsenwiese als Spielplatz.

23. Tausch einiger Parzellen am Sandeldamm.

24. Abänderung des Baufluchtlinienplans im Feld südlich der Akademiestraste. 781

Tagesschau.

Die Sozialdemokraten in Bayern scheinen in der Landazitatio« ein H«ar gesunden z» haben. In einer Ver­sammlung, in der beschlossen wurde, mindestens 50 Mk. pro Mann und Woche für die Streikenden in H««b»rg zurück­zulegen, beklagte sich ein Redner, daß die Abgeordneten nicht ans daâ L«nd hinausz»bekommen seien. Der Führer der bayerischen Sozialdemokraten, von Vollmar, erwiderte, daß das sehr begreiflich sei; denn die Art, wie die Genoffen auf dem Lande die Agrarfrage behandeln und den Abgeordneten ent- gegenkommen, »erleide es den letzter«, Hinauszuzehen. Der Sozialistenführer hätte besser gethan, sogleich zu sagen, daß sie nicht hinausgehen mögen, weil die Bauern von de« so­zialdemokratischen Schwindel nichts wisse» wollen.

Der Prinz von Wales hat der Presse die folgende Mittheilung zugehen lassen:Infolge der zahlreichen Gesuche, welche der Prinz von Wales erhalten hat, mit Rath an die Hand zu gehen, wie das 86jährige Regierungsjubiläum der Königin würdig gefeiert werden soll,»scht der Prinz be­kannt zu geben, daß die Königin noch bei ihrer schon mitge- theilten Entscheidung beharrt, daß sie keinerlei Ansicht aus- b rüden möchte über Vorschläge, wie sie selber geehrt werden

soll. Der Prinz hält sich jedoch überzeugt, daß die Königin jedes Unternehmen zur Feier des Ereignisses dankbar aner­kennen wird, welches der Ausdruck des Wunsches des Volkes ist, mag es eine allgemeine oder örtliche Form annehmem Er ist sicher, wenn er die verschiedenen Pläne überblickt, daß die Werke der Barmherzigkeit unter den Kranken und Leiden­den Unterstützung finden werden, und namentlich Alles, was dazu dienen kann, das Leben und die Lage der ärmeren Un­terthanen der Königin u erhellen und zu verbessern." Be­sonders liegt der Königin daran, das bei ihrem fünfzigjährigen Regierungsjubiläum gegründeteJubiläums Krankenpflegerinnen- Jnsütut zu erweitern und aus nationale Grundlage zu stellen. Bisher wirkten die Jubiläums-Krankenpflegerinnen meistens nur in London. Von den gesammelten Geldern, welche der Königin vor 10 Jahren zur Verfügung gestellt wurden, gab dieselbe 70 000 Lstr. zur Gründung dieser Anstalt. Die Zin­sen dieses Kapitals im Betrage von 2100 Lstr. sind natür­lich für den Zweck völlig unzureichend.

Die indische Hungersnoth wird von derDaily- Mail" in grausigen Zügen geschildert. Nach den Mit­theilungen des allerdings nicht immer zuverlässigen Blattes­liegen in Jubbvlpore Männer und Frauen, zu Skeletten ab­gemagert, hülflos und elend, sterbend auf den Straßen. Die erforderliche Slaatshülfe werde auf 100 Millionen Mark ge­schätzt. Wie aus Bombay gemeldet wird, empfahl Pro­fessor Haffkins, der sich gegenwärtig dort aufhält, Bombay durch einen Truppenkordon zu isoliren, da sich sonst die Pest über ganz Indien ausbreiteu werde.

Deutscher Reichstag. (Sitzung vom 14. Januar.)

Fortsetzung der Berathung des Etats des Reichsamts des Innern. Adg. R e i ß h a u s (Soz.) kommt auf die Kon­fektions-Industrie zu sprechen und meint, die Mißstände be­trafen ebenso sehr die männlichen Arbeiter, insoweit es sich nicht um Zwischeumeister handele. Der Staat müffe auch aus sanitären Rücksichten eingreifen und die Werkstätten kon- troliren. Mitschuldig an den schlimmen Zuständen sei die ungesunde Konkurrenz. Abg. Werner (Ant.): Der Staat als der größte Arbeitgeber sei in erster Linie verpflichtet, aus­kömmliche Löhne zu zahlen. Redner führt dann ans, die Börsen-Jntereffeuten seien eben dabei, die Börsenreform zu umgehen. Sei die Regierung gesonnen, diesem Unterfangen ein Ende zu machen. Abg. S ch ö n l a n k (S»z.) führt einige Beispiele für die Beeinträchtigung des Koalitionsrechts der Arbeiter in Sachsen an. Abg. Graf Stolberg (kons.): Die Sozialdemokraten sollten den Zuzug der Arbeiter vom flachen Lande nach der Stadt zu verhüten suchen, dadurch steuerten sie dem Elend in den Jndustriegegenden. Abg. Molkenbuhr (Soz.) beschwert sich darüber, daß bei dem Ausstand in Hamburg die Unternehmer die von ihnen herbei­geholten Streikbrecher nicht nur im Zoll-Auslandhafen ange-

Kleines Feuilleton.

leichter Such das Herz, Und meinen Herr»Kollegen" stillt Ihr gar manchen Schmerz.

Kuntes Allerlei.

Bau B. O. Bachter.

Nachdruck ------ verboten.

Im altgewohnten Gleise Läuft wieder nun die Welt, Ihr hastig Treiben hat sich AufS neue eingestellt, Und flott mit Volldampf geht es, Mit frischer Kraft drauf los, Denn Arbeit, Kampf und Sorgen, Die bleibe» unser Loos. Da ich ein Mann der Feder, Wie längst ja allbekannt, Nahm' ich zu neuem Schaffen Sie freudig heut zur Hand. Und bei dem Denken, Grübeln Nach Stoff zur Plauderei Dacht ich, wie den Kollegen Von mir zu Muthe sei. Im Geiste drum gewandert Bin auf ich und davon, Blickt' in fo manche große Und kleine Redaktion. Sah all die Federhelden In meilenweitem Kreis, Am Webestuhl der Zeiten, Im Angesicht den Schweiß. Auch sie durch Kampf und Plagen Das Lebensgleise führt, Doch hab' ich auch Kollegen Von andrer Art verspürt. Es rasseln ihre Federn Hin über das Papier, Und von den Hiro- glyphen Wird schwül zu Muthe mir. Nicht sind es Leitartikel, Vermischtes, Poesein, Das, was die redi- giren, Ein Blättchen ists, gar klein. Ihr kennt's sammt seinem Titel, Der meist gar nett verziert: 'Ne Rechnung ist's, die wieder Uns jetzt mau präsentirt. Wohl in unzâhl'ge Häuser Macht sie jetzt ihren Gang, Und manchem ihrer Leser Wird blümerant und bang. Jedoch was nützt's, berappen Muß man ja doch ein­mal, Wozu drum länger schweben In banger Angst und Qual. Bezahlt! und mit dem Beutel Wird

Literarhistoriker ist der 1867 verstorbene Vilmar. Philipp Reis, der Erfinder des Telephons, ist in Gelnhausen geboren. Auch das erste Dampfschiff ist auf hessische» Boden entstanden; es wurde von Dionys Papin, Professor in Marburg, einem geborenen Franzosen, im Jahre 1707 ge­baut und zu Fahrten auf der Falda benützt. Vom Gebiete der Kunst ist die berühmte Malerfamilie Tischbein, die aus Haina in Niederheffen stammt, z» neunen; Andreas Achenbach entstammt der Landeshauptstadt Cassel, ebenso wie der Bildhauer Gustav Kaupert. Eine Caffelerin ist auch die Mara, Elisabeth Gertrud, geb. Schmehling, die einst vielbewunderte Sängerin.

H. Allgemeine deutsche Bühnengesellschaft. Der Ausschuß der allgemeinen deutschen Bühnengesellschaft, welcher jetzt auch Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Sachsen-Weimar als Mitglied beigetreten ist, und über deren Programm wir in diesem Blatte schon im Vorjahre Ausführ­liches mittheilten, wendet sich jetzt mit einem erneuten Aufruf an die Freunde einer guten deutschen Bühne mit der Bitte um Beitritt in ihren Verband und Mitwirkung an ihrer Thätigkeit. Der Jahresbeitrag von 10 Mk. ist die einzige Leistung, zu welcher die Mitgliedschaft verpflichtet, für welchen Betrag jedes Mitglied als gleichwerthige Entschädigung die monatlich in einem stattlichen Heft erscheinendeDeutsche Dramaturgie", das offizielle Organ der Gesellschaft, kosten­los zugestellt erhält. Die Meldung zum Eintritt ist zu richten an den Kassenführer der Bühnengesellschaft, Verlags­buchhändler Otto Schmidt in Leipzig, Naschmarkt Nr. 3. Neu eintretende Mitglieder zahlen den Beitrag des ersten Jahres nur von dem Vierteljahr ab, in welchem sie beigetre­ten sind, und erhalten auch von da ab dieDeutsche Drama­turgie". Der Austritt aus der Gesellschaft kann jederzeit erfolgen, doch ist der Beitrag des laufenden Jahres voll zu zahlen.Es kommt darauf an" so heißt es u. a. in

Aus Kunst und Leben.

We geistige BU««Z KttrhesteroS. Zu der im AbenMatt derFrankf. Ztg." vom 12. d. M. enthaltenen Fr«geHessens und Thüringens Antheil an der Litteratur" schreibt man genannter Zeitung: Der Antheil Hessens, nnb zwar K»rhessens (Hessen-Darmstadt und Thüringen lasse ich bei Seite) ist doch nicht so knapp, wie ihn Kolber- stein bemißt. Ulrich von Hutten ist innerhalb des kur- hefsische« Gebietes (auf der Burg Steckelberg bei Fulda) ge­boren. Der glänzend begabte neulateiniiche Dichter E r b a n u s H e s s u s hat in Bockendors, sein nicht weniger bekannter Genosse Euricius Eordus in Simtshausen (bei Mar­burg) seine Heimath. Bei beiden ist zu bedauern, daß sie ihr großes Talent an einer todten Sprache verschwendeten. Jakob Grimmelshausen, der Verfasser desSimpli- cissimus" ist ein Gelnhäuser Kind. Erwähnung verdienen vielleicht auch die beiden der neuen Zeit angehörigen Dichter Ernst Koch (Verfasser desPrinz Rosa Stramin") und Friedrich Hornseck, Dichter desSchenkenbuchs". Hessen könnte aber nicht ohne Fug auch einen Größeren reklamiren: Emanuel Geibel, der zwar in Lübeck geboren ist, dessen Eltern aber beide aus Hessen waren (aus Wachenbuchen bei Hanau) und nicht lange vor der Geburt des Dichters nach der Hansestadt übersiedelten. Geibel selbst singt einmal

llnb kam ich auch am Nordseestrand Das Licht der Welt zu suchen. Mein Stammhaus steht im Frankenland Im Dorf zu W a ch e n b u ch e n."

Auf dem Gebiete der Sprachforschung hat Hessen die beiden Namen Jakob und Wilhelm Grimm aufzuweisen.j Ein trotz seiner einseitigen Haltung anerkannter geistreicher