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Kr. 145.

ÄILittwoch den 24. ZU ii

1896.

AmtzicheK.

^anö^rei^ ^anau.

Betü n«twachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Der Herr Minister des Innern hat durch Erlaß vom 19. v. Mts. dem geschäftsführenden Ausschüsse für die Errichtung einesGeneral Lud­wig von der Tann-Denkmals" in Tann (Rhöngebirge) die Erlaubniß ertheilt, zur Einsendung von freiwilligen Beiträgen für den erwähnten Zweck öffentliche Aufrufe zu erlassen und die eingesaudten Beiträge ent­gegenzunehmen.

Hanau am 17. Juni 1896.

Der Königliche Landrath.

V. 5238 I. B.: Dr. Köhler, Regierungsassessor.

Dienstnachrichtcn Ms dem Kreise.

Entflogen: Drei Kanarienvögel.

Verloren: Eine Kravattenvorstecknadel in Huseisenform, mit Rosen und Farbsteinen.

Zugeflogen: Eine Lachtaube. Ein Kanarienvogel.

Zugelaufen: Ein schwarzer Hühnerhund m. Geschl.

Gefunden: Ein Cigarrenetui. Etwas baares Geld.

Hanau am 24. Juni 1896.

^tadt&rete ^mxaw Bänntmachrrngerr des O bèrbürgermeistersmtes. OkAMâ 8 um; fe (ßfmeindf-liisÄ Donnerstag den 25. Juni 1896, nachmittags 5 Uhr.

B e r a t h u n g s g e g e n st ä n d e:

1. Mittheilung, die Centralisirung der städtischen Aemter betreffend.

2. Desgl., die Verwendung des Kredits von 3000 M. für Nothstands­arbeiten betreffend.

3. Einlaus der Denkschrift seitens der Handelskammer zu ihrem 25jährigen Jubiläum.

4. Aufstellung eines Geländers Ecke der Marktstraße und große Dechanei­gasse, M. 186, Til. XII 3 pro 1896/97.

5. Vermuthung des Hauses Sterngasse Nr. 48.

6. Miethermäßigung einer Wohnung auf der Sandelmühle^

7. Herstellung verschiedener gepflasterter Uebergänge an Dtraßenkreuzen, 3000 M., E.-O. 4 f pro 1896/97.

8. Abänderung des Baufluchtlinienplans der Ramsaystraße.

9. Feststellung des Johanniskirchplatzes.

10. im Sckwindefort.

11. Legung des definfliven Rohrsiels vom grünen Weg bis zu den Scherf'schen Häusern.

12. Herstellung im Innern der Realschule, 1956,75 M.

13. Nachverwilligung von 99,77 M. Kosten der Viehmärkte, Tit. V 1 b.

14. Erweiterung des Schlachthofes rc., Baukosten 13 550 M., Einrichtung 12 450 M^

15. Das Aichen von Längenmaßen betreffend.

16. Verlängerung der Wasserleitung in der Bruchköbler-Landstraße bis zum Ulmer 'schen Haus.

17. Nachverwilligung für den Betrieb der Pumpstation, 2358,93 M., E. O. 7 pro 1895/96.

18. Desgl. für Beleuchtung der höheren Töchterschule, Tit. III 2 Sp.-Et. pro 1895/96.

19. Uebernahme der Kosten für Gas und Feuerwache bei dem Festspiel Gustav Adolf", 251,07 M., Tit. XII 3 pro 1896/97.

20. Rechnung der städtischen Sparkasse pro 1895.

21. Materialienrechnung pro 1894/95. 8202

22. Einlauf der städtischen Abwässer in den Main an der Hellerbrücke.

Der ZoUtampf in Spanien.

Mit Spanien befindet sich das deutsche Reich seit mehreren Jahren im Zollkriege. Ebenso wie fast alle übrigen Handelsverträge, war auch der mit Spanien im Jahre 1892 abgelaufen. Nach langen Verhandlungen kam endlich zwischen den Regierungen ein Entwurf zu Stande, der jedoch von einer konservativ-republikanischen Mehrheit der spanischen Cortes abge­lehnt wurde. Das Provisorium, auf Grund dessen Spanien die deutsche Einfuhr nach seinem Minimaltarif und Deutschland die spanische Einfuhr nach seinem für Oesterreich-Ungarn, Italien, Belgien geltenden Dertrags- tarif behandelte, war während der Verhandlungen wiederholt verlängert worden, wurde aber nach dem ablehnenden Beschluß der Cortes aufgehoben. Die deutsche Regierung hatte während des Provisoriums keinen Zweifel darüber gelaffen, daß sie den spanischen Minimaltarif als durchaus nicht gleichwerthig mit dem deutsches Dertragstarif erachtet, daß vielmehr Spanien, wenn es dauernd die Vortheile des deutschen Vertragstarifs mit feinen namentlich für Spaniens Weinausfuhr so wichtigen Zollermäßigungen genießen wolle, seinerseits erhebliche Zugeständnisse über seinen Minimal­taris hinaus machen müsse.

Während des Zollkampfes wandten beide Staaten ihren General- tarif an; auf Beschluß des deutschen Bundesraths wurden wichtige spa­nische Artikel noch mit einem Extrazuschlag von 50 Prozent belegt. Wie jeder Zollkampf hat natürlich auch dieser auf beiden Seiten Nachtheile ver­ursacht, ohne Zweifel aber waren sie für Spurien empfindlicher als für Deutschland. In Spanien scheint man denn nun auch dies etr gesehen zu haben. Den Cortes ist ein Gesetzentwurf zugegangen, der bestimmt, daß für Waaren deutscher Herkunft der Minimaltarif angewandt werden soll, falls das deutsche Reich auf die Extrazuschläge verzichtet. Deutschland würde darnach, abgesehen von seinem Verzicht auf die besonderen Kampf­zölle, die Vortheile des spanischen Minimal tarifs n mson st bekommen; spanische Waaren wurden in Deutschland nach "hem allgemeinen oder Generaltarif behandelt. Spanien hat in der Zwischenzeit mit einigen kleineren Staaten, der Schweiz und Schweden, Verträge geschlossen, die einige Konzessionen über den spanischen Minimaltarif hinaus enthalten, Diese Konzessionen würde Deutschland nicht erhalten, sie sind aber auch für unsere Industrie von keinem erheblichen Werthe.

Der somit augebahnte modus vivendi im deutsch-spanischen Handels­verkehre bedeutet einen entschiedenen Erfolg für Deutschland, dessen Aus­fuhr in den Genuß der Vortheile des spanischen Minimaltarifs ohne jede andere Gegenkonzession unsererseits, als die des Verzichts auf die Kampf­zuschläge treten soll. Vorerst .ist natürlich abzuwarten, ob die Cortes den Entwurf der spanischen Regierung gutheißen.

Tagesschau.

Ueber den Aufenthalt des Bicekönigs Li-Hung-Tfchang in Frankfurt a. d. Over lesen wir in derAllg. Ztg." noch nach­stehende interessante Einzelheiten: Bei seinem Besuch in Frankfurt a. d. Od. hatte der Vicekönig bereirs den goldenen Stern des Rothen Adlerordens auf seine berühmte gelbe Reitjacke geheftet. Der Kaiser hatte gewünscht, daß er die Frankfurter Garnison besichtige, damit er nicht etwa auf die Meinung komme, daß nur die Truppen der Hauptstadt in vorzüglichem Stande sich befänden. Auf dem Exerzierplatz, der vor 137 Jahren der Schauplatz einer der blutigsten Schlachten des siebenjährigen Krieges gewesen ist, hatten sich die zur Uebung befohlenen Truppen in Parade aufgestellt. Der Vice­könig fuhr mit Gefolge die ^rom ab. Es folgte dann ein Parademarsch in Cowpagniekolonne, Kavallerie und Artillerie im Trabe. Run folgte eine glänzend durchgeführte Gefechtsübung, an deren Ende der Vicekönig bat, ihm noch einige Bewegungen der Artillerie vorzuführen; das letzte In- Stellung geben der Artillerie den steilen sandigen Hang der Falkenstein­berge hinauf, nachdem eine Entfernung von fast 2000 Meter in Trab und Galopp zurückgelegt war, hatte die lebhafteste Anerkennung des Vicekönigs gesunden. Dem Wunsche des Vicekönigs wurde entsprochen, die verschie­denen Gangarten und die Uebergänge aus einer in die andere wurden gezeigt, über deren Präzision der Vicekönig abermals seinen Beifall zu er­kennen gab. Unmittelbar nach der Rückkehr in die Stadt folgte der Imbiß