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Lt««rmevt-- Preis:

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Mr «rrSwärtigr M«me«ten mit »«r brtrrffenden Potzmifschka«.

Die einzelne Lummer 10 ^.

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Amtliches ß)vg<m für Ktcröt- und Lcmökreis Kancru. Ers^int täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Insertions- Preis :

Die tipcilnge Gormoud'.eNc oder deren Reum

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Mittwoch den 1*. Juni

1896.

Aöonnements-Kinladung.

Mit dem 1. Juli 1896 beginnt ein neues Abonnement auf den

Hanauer Anzeiger

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welcher zugleich amtliches Organ für den ZtaLt- und Landkreis Hanau, und nachweislich das weitverbreitetste und umfang­reichste Blatt Hauaus ist.

Derselbe bringt täglich die amtlichen Bekanntmachungen für den Stadt- und Landkreis Hanan, hält seinen Leserkreis stets bezügl. der wichtigsten politischen und Tagesereignisse aus dem Lausenden, bietet Kurs- und Marktberichte, kirchliche, lokale und provinzielle Nachrichten, Auszüge aus den Verhandlungen des Reichs- und Landtags, aus denen des Provinziallandtags, die Protokolle der Sitzungen der Handelskammer sowie des Gemeinde- Ausschusses, Verloosungen, ferner Geschäfts- und Privat- Anzeigen, sowie die vollständigen Ziehungslisten Königl. Preutz. Klassen-Lotterie. Das Unterhaltungsblatt enthält neben spannenden Erzählungen reiches Mannigfaltige, auch öringt^der Hanauer Anzeiger" noch die im Laufe des Vormittags (am ^age der Ausgabe) beim Deveschen-Bureau Herold einlaufenden Drahtnachrichten.

Zur Veröffentlichung von Inscraien jeder Art eignet sich der Hanauer Anzeiger" seiner starken und ftetig zunehmenden Verbreitung halber ganz besonders und kostet die Ispaltige Zeile nur 10 Pf.

Der Abonnementspreis beträgt M. 2.25 pro Quartal und nehmen sowohl die Expedition (Waisenhaus) als auch sämmtliche Postanstalten Bestellungen entgegen.

Nicht gekündigte Abonnements gelten als stillschweigend erneuert.

Neu zutretende Abonnenten erhalten den Anzeiger vom Tage der Bestellung bis Anfang des Quartals unentgeltlich.

Die Expedition des Hanauer Anzeigers.

Ein Bund der Industriellen

Wir leben in einer Zeit der politischen Metamorphosen. Die alten Parteien mit ihren theoretischen Schulmeinungen und ihrem Glauben an die Macht der geschriebenen Programme erweisen sich mehr und mehr außer Stande, den durch den Entwicklungsgang der öffentlichen Verbält- nisse erzeugten Bedürfniffen des Volkes volle Befriedigung zu gewähren. Die Tage des politischen Idealismus sind für immer vorüber. Das Volk will nicht mehr freiheitliche und menschenbeglückende Phrasin, sondern Thaten, welche ihm die Wahrnehmung seiner Interessen ermöglichen, und je weniger sich dazu die alten Parteien befähigt zeigen, um so mehr sucht es in engeren Verbänden einen festen Halt und geeignete Organe für den Kampf nm das Taseiu. .

Zu den aus diesen Ursachen bereits ins Leben gerufenen organischen Berufsvcrbänden ist als neuer ein Bund der Indufrriel l en getreten. Die Großindustrie erfreut sich allerdings schon mehrerer sehr lebenskräftiger Vertretungstörperfchaflen. Aber an einem Bunde aller durch bie gleichen Zn ter essen zu gleichen Zielen und damit zu wechselseitigem Schutz und Trutz verbundenen industriellen Berufsgenossen hat es bisher doch gefehlt, und ein solcher kann sehr segensreich, nicht blos für dre deutsche Industrie werden, wenn er feine Zeit und seine Aufgaben richtig erfaßt.

In der kürzlich ab Gehalten er Generalversammlung des jungen Bun­des wurden freilich nc$ sehr wenig ausgereifte Ansichten vorgetragen. Man sprach davon, daß der' Bund der Industriellen der Land wirthschaft nicht widerstrebe, und befürwortete trotzdem den Protest der Margarine- fabrikanten gegen das Margarinegesetz; man verwahrte sich ganz aufsallew bet® eife auch gegen die Annahme, daß der neue Bund ein Gegner der Sozialdemokratie genannt werde! Der Bund will nach ter Meinung

DE- Lie festig» Rümmer smfaA autz-r dem Unterhattungsblatt 12 Seiten.

des Referenten zwar denGaukeleien gewisfer Arbeiterführer" entgegen­treten, erkennt im übrigen aber eine Organisation der Arbeiter als gerecht­fertigt an.

Würden diese Ansichten im industriellen Bunde die maßgebenden, so spräche er sich damit thatsächlich gleich bei seiner Geburt das Todesurtheil. Zum Glück machten sich aber auch gesundere Anschauungen geltend, und auf sie nehmen wir Bezug, wenn wir dem Bunde ein ferneres Gedeihen wünschen. Voraussetzung ist, daß die deutschen Großindustriellen mehr und mehr die Ueberzeugung gewinnen: deutsche Industrie und L andw irthschaft sind die vornehmsten Träger des wahrhaft nationalen Gedankens, der feine staatserhaltende Kraft in der Pflege vaterländischen Geistes und Wohlstandes und in der Bethätigung königstreuer Gesinnung zu erweisen trachtet. Beide wurzeln also in demselben sittlichen Boden und haben alle Ursache zu gegenseitiger Ergänzung und Förderung, aber keinen einzigen Grund zu kleinlicher Eifersüchtelei. Seite sind auch dadurch zu festem Zusammenftehen geradezu gezwungen, daß sie einen gemeinsamen Gegner zu bekämpfen,,und zwar nicht bloßeinzelnen Gaukeleien" sozialdemokratischer Arbeiterführer, son­dern der Sozialdemokratie selbst als Vertreterin der Sozialrevolution grund­sätzlich bis zur Ueberwindung entgegenzutreten haben. _

Berücksichtigt der neue Bund diese Thatsachen, so kann er sich hoch­verdient um das Vaterland machen; bei einer zweckmäßigen Organisation würde er nicht nur in erster Reihe den Beruf, sondern auch die Kraft haben, allen ungerechten Begehrlichkeiten der Arbeiterschaft die Spitze zu bieten und die Sozialdemokratie selbst zu überwinden. Die Kraft der letz- jeren beruht nur in ihrer Organisation, trotz des platonischen Beistandes derethischen" Damen und aller Salonsozialisterr, und trotz der Vorliebe des Professor Wagner für Bebel. Wenn es dem neuen Bunde wirklich gelingt, sich straff zu organisiren und besonders jenen kleinlichen Geschäfts­geist zu bannen, der nur zu gern aus den Verlegenheiten des Nachbarn den eigenen Vortheil zieht, so gehört ihm die Zukunft, im andern Falle würde er nur ein neuer Faktor zur Verwirrung der ohnehin schon durch die verschiedenartigsten Einflüsse irregeleiteten Bevölkerung sein. r.

Tagesschau.

Entgegen der Meldung eines Wiener Blattes vom Sonntag ist der Hamb. Korrespondent" in der Lage, festzustellen, daß das Befinden des Fürsten Bismarck, dem hohen Alter entsprechend, ein sehr gutes zu nennen ist. Kleine Beschwerden, die bei keinem 81jâhrigen Manne aus- bleiben, abgerechnet, sei von irgend welchem Leiden, auch einem katarrhalischen, keine Rede. Schlaf und Appetit sind gut. Der Fürst fährt nachmittags zwei Stunden spazieren, ist bei gutem Humor, bis 11 Uhr im Kreise der Seinen und begibt sich dann zur Ruhe. Der Fürst ließ sogar am Sonn­tag, was er schon lange nicht mehr gestattet hat, einen größeren Hav - burger Kriegerverein, der zufällig in Friedrichsruh war, vorbeidefiliren unr durch den Park marschiren.

Die schnelle Aktion der Kaiserlichen Regierung nach En.­treffen der ersten Nachrichten über die kriegerischen Vorgänge in Südwest-Afrika, sowohl durch Verstärkung der Schutztruppe als dur ) Entsendung desSeeadlers" nach Swakopmund ist in der Kolonie m: großer Freude begrüßt worden. DerSeeadler" hat 40 Mann Besatzm z mit Maximgeschützen gelandet, die zur Sicherung der Station und zur Offenhaltung des Weges sofort ein Feldlager bezogen. Später wurde der Seeadler" durch dieHhâne" ersetzt. Die Südafrikanische Zeitung er­hält darüber mehrere Korrespondenzen; in dem einen Briefe heißt es: Wir alle zollen den zuständigen Behörden, der Kolonialabtheilung in Berlin und dem Reichs-Marineamt unsere volle Anerkennung für das rasche Eingreifen und die sofortige Entsendung des Kriegsschiffes und sind dadurch mehr denn je zur Ueberzeugung gekommen, daß die heimische Re­gierung die Reichsangehörigen im Auslande nicht im Stiche läßt, sondern ihr Bestes thut, um deren Interessen, Leben und Eigenthum zu schützen. Die Ankunft deSSeeadlers" in Swakopmund hat in zwei Hinsichten gewirkt. Erstens ist, wie schon èrwähut, unter den Ansiedlern und Kauf­leuten des Schutzgebietes das Gefühl der Solidarität bedeutend gestärkt