Erstes Blatt.
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Mr auswärtige Wormesten mit best hetklstrasen Poslmrfschlag. Die einzelne Nummer 10 ^,
HanMerAnzeiger.
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Die lipoütge ©armonbieüe oder deren Rc«m 10 Ä, die l*Mp. Zeile 15 die 2fpalt Zeile 20 4, die 3,'pall. Zeile 30 4, imRekiamenIheil die Ifpalt, ZeUe 20 4 netto.
Nr 137.
EAMEMAKS
Montag den 15. Juni
essass*
Amtliches.
^anö^retfö ^anau.
BeSanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Diejenigen Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises, in bereu Gemeinden bezw. Gutsbezirken Zu- und Abgänge an Einkommen- und Ergänzungssteuer vom 1. April d. J. ab bis jetzt vorgekommen sind, fordere ich auf, mir die vorgeschriebenen Auszüge aus Len Kontrollen alsbald einzureichen.
Hanau am 9. Juni 1896.
Der Vorsitzende der Einkommensteuer-Veranlagungskommission für den Landkreis Hanau.
J. St. 2076 v. Schenck, Landrath.
Dicnstnachrichtcn aus dem Kreise.
Im Lamboywald gefunden: Ein blauer Handschuh (linker).
Ein Paar Damen-Glacehandschuhe. Ein silbernes Schlangenarmband. Eine einfache alte silberne Cylinderuhr. Eine blaue Kuabenjacke. Ein weißer Stiel zu einem Sonnenschirm. Ein Regenschirm ohne Griff.
In hiesiger Stadt gefunden: Ein Notizbuch mit der Inschrift Franz Kammer. Ein Zahngebiß. Ein gelbes Brillengestell. Ein Damensonnenschirm. Ein Manometer für 3 Atmosph. Ueberdruck. Ein Portemonnaie mit Geld. Ein Armband von Tumbach mit weißem Stein.
Zugeflogen: Eine roth und weiße Taube.
Verloren: Ein rothes Portemonnaie mit ca. 1,50 Mk. Ein Portemonnaie mit ca. 8 Mk. 30 Pf. Eine goldne Broche; dem Wiederbringer eine Belohnung.
Entflogen: Eine rothe Taube mit grauem Schwanz, eine weiße Taube mit schwarzem Schwanz, eine weiße Taube, sämmtliche mit Häubchen.
Hanau am 15. Juni 1896.
StâSl^ors J^anau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramte-. Bekanntmachung,
Es wird hierdurch bekannt gemacht, daß die Liste der im Regierungsbezirk Cassel nach der Königlichen Verordnung vom 25./5. 1887, betr. die Einrichtung einer ärztlichen Ctandesvertretung, wahlberechtigten Aerzte im Stadtsekretariat, Rathhaus, Zimmer Nr. 21, vom 16. Juni d. Js. ab 14 Tage lang zur Einsicht der Herren Aerzte offen liegt.
Hanau am 11. Juni 1896.
Der Oberbürgermeister
Dr. Gebeschus.
Bekanntmachung.
Die Lieferung des diesjährigen Bedarfs an Brennmaterial für die gesammte städtische Verwaltung inkl. Schulen und zwar zirka
22 Waggons Kohlen Ofenbrand,
1 Waggon Nußkohlen I. Qualität,
1 Waggon Anthracitkohlen,
80 Rmtr. Tannenscheitholz Di,
15 „ Buchenscheitholz
wird hiermit zur Submission gestellt. Angebote mit Preisangabe für die Kohlen und die Fracht bis Bahnhof hier mit Bezeichnung der Zeche sowie für Holz wolle man schriftlich und versiegelt bis zum 18. d. Mts., mittags 12 Uhr, auf dem Rathhaus abgeben.
Hanau am 4. Juni 1896.
Der Oberbürgermeister
Dr. Gebeschus. 7623
Die Einschränkung des Detailreisens.
Die dritte Berathung der Novelle zur Gewerbeordnung ist nach fünftägigen Debatten beendet worden. Einen der beftrittensten Punkte
AM- Die heutige Rümmer umfaßt außer dem Unterhaltung-blatt 12 Seiten.
1896.
bildete die Forderung der Einschränkung des Detailreisens. In der zweiten Lesung war beschlossen worden, daß das Aufkäufen von Waaren durch Detailreisende nur bei Kaufleuten oder solchen Personen, welche die Waaren produziren, oder in Verkaufsstellen erfolgen dürfe. Jngleichen sollte das Aufsuchen von Bestellungen auf Waaren, mit Ausnahme von Druckschriften, andern Schriften und Bildwerken, Gegenständen der Leinen- und Wäschefabrikation und, soweit nicht der Bundesrarh noch für andere Waaren oder Gegenden oder Gruppen von Gewerbetreibenden Ausnahmen zuläßt, nur bei solchen Personen geschehen, in deren Gewerbebetriebe Waaren der angebotenen Art Verwendung finden.
- Die hier der Leinen- und Wäschefabrikation gewährte Begünstigung hatte auch bei einer großen Anzahl anderer Produktionszweige den Wunsch, der gleichen Vortheile theilhaftig zu werden, entstehen lassen. Die seßhaften Gewerbetreibenden in den Provinzialstädten anderseits fürchteten eine große Benachtheiligung ihrer Lebensinteressen, wenn diesen Wünschen in einem weitern Umfange nachgegeben würde. Im großen Publikum selbst war, genährt durch eine übelwollende Presse, eine große Verwirrung der Ansichten über die voraussichtlichen Wirkungen der in zweiter Lesung angenommenen Bestimmungen entstanden, im Allgemeinen aber die irrthümliche Meinung vorherrschend geworden, daß das Datailreisen überhaupt verboten werden solle. Die daraufhin in Fluß gebrachte Bewegung unter den Gewerbetreibenden übertrug ihre Wirkungen auch auf den Reichstag und gab sich in der Fülle der fast von allen Parteien gestellten Abänderungsanträge zu den Beschlüssen der zweiten Lesung zu erkennen. Nach langen Berathungen wurde endlich ein Kompromißantrag angenommen, der mit Bezug auf das Aussuchen von Waarenbestellungen das folgende bestimmt: „Ohne vorgängige ausdrückliche Aufsorderung darf das Aufsuchen von Bestellungen auf Waaren mit Ausnahme von Druckschriften, andern Schriften und Bildwerken, und, soweit nicht der Bundesrath noch für andere Waaren oder Gegenden oder Gruppen von Gewerbetreibenden Ausnahmen zuläßt, nur bei Kaufleuten in deren Geschäftsräumen oder solchen Personen geschehen, in deren Geschäftsbetrieke Waaren der angebotenen Art Verwendung finden."
Das Detailreisen an sich wird keineswegs beseitigt, sondern nur an neue Bedingungen geknüpft. Soweit ihm das neue Gesetz gewisse Beschränkungen auferlegt, sind sie durch die schwerwiegenden Interessen der kleineren Gewerbetreibenden gerechtfertigt.
Allerdings ist in dem neuen Gesetz die Vorzugsstellung für die Leinen- und Wäschefabrikation beseitigt; aber die dem Lundesrath eingeräumte Befugniß zur Zulassung gewisser Ausnahmen von der allgemeinen Regel bietet eine sichere Bürgschaft dafür, daß die besonderen Lebensbe- dingungen einzelner Produktionszweige in Zukunft die vollste Würdigung finden werden. —r.
Aus Stadt, Provinz und Umgegend. Ein Besuch der Gemälde-Ausstellung in der Kgl.
Zeichen Akademie.
Handzeichnungen von Allers und Gemälde der Hermine v. Preusche», — wohl selten sind dem Publikum in der Kgl. Zeichenakademie kontrastreichere Kunstgenüsse geboten worden. Der nüchterne schwarze Stift ringt mit der farbenschimmernden Palette um den Vorrang, das Interesse und die Aufmerksamkeit der Kunstfreunde 31t erreichen. Beim Eintritt in die Ausstellung werfen wir einen flüchtigen Blick nach links, wo wir eine Reihe grauer Blätter sehen, um uns dann rasch nach rechts zu wenden: dort lockt uns bunte Farbenpracht, so bunt und leuchtend, daß man glaubt, die Künstlerin habe ihre Farben den Sonnenstrahlen abgeschmeichelt. Und doch berühren diese strahlenden Farbentöne wohlthuend das Auge, weil sie harmonisch zusammenklingen.
Wahrend die Künstlerin ihre Farben der hellsten, leuchtendsten Wirklichkeit entnimmt, sind die Ideen ihrer größeren Gemälde mystischen Regionen entlehnt: hier sehen wir, auf starren Felsen lehnend, das Haupt verhüllt, eine Gestalt, halb Weib, halb Thier, des Lebens Räthsel darstellend; weiter wird uns ein Blick durch die geheimnißvollen Pforten der Zukunft gewährt; dort blickt uns zwischen prächtigen Gewändern, Schleiern" und Blumen ein stilles Todteuantlitz entgegen.