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HanautrAmtiacr.
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Rv« 126
Montag dm 1. ^uni
1896.
Amtlichss. cSanö&rei^ ^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Nach Mittheilung des Großherzoglichen Kreisamtes zu Offenbach ist in Bürgel die Maul- und Klauenseuche erloschen und die Gehöfts- und 'Gemarkungssperre aufgehoben worden.
Hanau am 30. Mai 1896.
Der Königliche Landrath
v. Schenck.
Dicnstuachrichtcn aus dem Kreise.
Gefunden: Eine Brille. Eine Partie Schulbücher rc. Ein Knabenstrohhut.
Verloren: Am 31. v. Mts. auf dem Meßplatz ein Dublèarm- band. Ein Notizbuch mit dem Namen des Eigenthümers.
Hanau am 1. Juni 1896.
Aus Stadt, Provinz und Umgegend-
* Frequenz der städtischen Badeanstalt im Monat Mai 1896.
Verabreicht wurden:
210 Bäder I. Kl.
502 „ II. Kl.
1497 „ III. Kl.
53 Douchebäder.
45 Römisch-Irische Bäder.
~Sa. 2307 Bäder.
Die größte Zahl der abgegebenen Bäder betrug 247 am 23. Mai. Die kleinste Zahl der abgegebenen Bäder betrug 23 am 14. Mai.
* Mildthätige Gaben. Im Konfistorialbezirk Cassel wurden im Laufe der letzten Zeit folgende mildthätige Gaben für kirchliche Zwecke gespendet: Der Johanniskirche zu Hanau von Gemeindegliedern freiwillige Gaben im Betrage von 370 Mk. zur Anschaffung eines Altar- teppichs und zur Ausstattung der Kapelle, sowie 152 Mk. zur Anschaffung einer Altardecke; ferner von dem Buchhändler Karl Pracht eine Prachtbibel für die Kapelle und von dessen Ehefrau zwei gestickte Tuchdeckchen als Unterlagen unter die Marli achter. — Den Kirchen zu Bergen und Enkheim von Gemeindegliedern 584 Mk. freiwillige Gaben zur Heizung der Kirche. — Der Kirche zu Praunheim von der Firma J. Wurmbach zu Frankfurt a. M. zwei Rosetten an die Kirchendecke, von Gemeindcgliedern 52,78 Mk. freiwillige Gaben behufs Beschaffung eines sllbeiplattirten, innen vergoldeten Taufbeckens mit Inschrift nebst einer gleichen Tauftanne und von zwei Ungenannten 20 Mk. und 30 Mk. zur Tilgung von Kirchenreparaturschulden. — Der Kirche zu Gelnhausen von Fräulein Hedwig Kalkhos 20 Mk. Opfer und vom Korbmacher Konrad Cchäfer 3 Mk — Der Kirche zu Neuengronau von Gemeindegliedern 77,60 Mk. zur Beschaffung einer Altardecke. — Der Kirche zu Simmersbausen vom Schiedsrichter, Schullehrer.Haas 40 Mk. Sühnegelder z.-.r Beschaffung eines zweiten silbernen, innen vergoldeten Abendmahls kelches. — Der Kirche zu Fambach von den Konfirmanden der lutherischen Gemeinde ein weißes Damast Altai tuch im Werthe von 8 Mk. Der Kirche zu Ehlen von der Wittwe des Bürgermeisters Knobel, Wilhelmine geb. Volt wein 100 Mk. zur Beschaffung einer neuen Kirchenbeleuchtung. — Der Kirche zu Oberlistingen von der Wittwe Keßler in Louièville (Amerika) 1(0 Mk. zur Beschaffung einer Kirchenheizungsanlage. — Der Kirche zu Mäckelsdorf von Frau Pfarrer Scherp eine weiße Allardtcke. — Der Kirche w Willershausen von Sr. Hoheit dem Landgrafen Alexis von Hessen ein großes gemaltes Chor finster mit Widmung und Wappen, ferner zum Umbau der Kiräe von Hochdemselben vier Fuhren Bau- und Rüstholz und zwölf Fuhren Bruchsteine, von Bruder Ratz zu Bethel 0,60 SRait, von Bruder Franke-Greiz 1 Mk., von der Hochzeitsgesellschaft bei Rcviersörster Jung 12 Mk., im Gottesdienst geopfert 4,10 Mk. und vom Hauptmann Freiherrn Wolfgang von Buttlar in Altona 20 Mk., von Getneindegliedern freiwillige Gaben im Betrage von 107,35 Mk. zur Beschaffung einer neuen Orgel und vom Regierungs- und Baurath Rüppel Berzichtleistung auf sein Honorar als Bauleiter des Uinbques der Kirche.
— Der Kirche zu Mörsbausen von Engelhardt Strube drei Legate und zwar 50 Mk. für die Mission, 50 Mk. für die Gustao-Adolf-Stiftung und 100 Mk. für arme Kranke. — Der Kirche zu Schnellrode vom Wagner Wilhelm Kühlborn ein Legat von 150 Mk. für die Ortsarmen. — Der Kirche zu Niedermeiser von Fräulein Karoline Neutze ein weißes Altartuch mit Seidenstickerei und echter Klöppelspitze im Werthe von 135 Mark. — Der Kirche zu Zierenberg von einem Ungenannten 10 Mk., vom Turnverein 20 Mk. und von der oberen Knabenklasse durch Kantor Hufschmidt 70 Mk., zusammen 100 Mk. für die Kirchmbeleuchtung. — Der Kirche zu Volkmarsen vom Herrn Landrath von Buttlar zu Wolfhagen 40,24 Mk. als Thurmbaufonds. — Der Kirche zu Altenburschla von einem Ungenannten eine weiße Damast-Altardecke. — Der Kirche zu Ippinghausen von dem Wagner Ludwig Klapp zu Iserlohn ein bronzener Wandleuchter. — Der Kirche zu Fritzlar von einem Ungenannten ein Legat von 1000 Mk. — Der Kirche zu Bersa von der Wittwe des Auszüglers Johann Jost Eydt ein Legat von 150 Mk. für die Ortsarmen. — Der Kirche zu Cappel, Pfarrei Obermöllrich, von Fräulein Emilie Weiß zu Louisville, N.-A., eine Altardecke von Tuch im Werthe von 80 Mk. — Der Kirche zu Unshausen von einem Ungenannten eine Damast-Taufdecke im Werthe von 36 Mk. — Der Kirche zu Wolfsanger von einem Ungenannten zwei silberne Altarleuchter. — Der Kirche zu Deckbergen von den Konfirmanden 26.70 Mk. zur Beschaffung einer neuen Altarbekleidung. — Der Kirche zu Hohenkirchen von zwei Gemeindegliedern vier Liedertaseln im Werthe von 50 Mk. — Der Kirche zu Fritzlar vom Kasernen-Inspektor Radtke 50 Mk. sür die Armen. — Der Kirche zu Dorheim vom Pfarrer Groß zu Ehlen ein Legat von 1500 Mk. für die Ortsarmen. — Der Kirche zu Schlierbach von Gemeindegliedern freiwillige Gaben im Betrage von 100 Mk. zur Beschaffung eines Kronleuchters und mehrerer Wandarme. — Der Kirche zu Philippsthal von einem ungenannten Gemeindeglied ein vergoldetes Kranken-Kommunionbesteck. .— Der luth. Kirche zu Frankenberg vom Stadtkämmerer a. D. Joh. Hrch. Adler ein Legat von 6700 Mk. für die Armen. — Der Kirche zu Wehrda von Gemeindegliedern freiwillige Gaben im Betrage von 52,35 Mk. zur Beschaffung eines Abendmahls- und Altartuches. — Der Oberneustädter Kirche zu Cassel von einer ungenannten Dame zwei rothe Sammeldeckchen mit gestickter Inschrift zum Gebrauch beim heil. Abendmahl. — Der Kirche zu Hertingshausen von der französischen Gemeinde in Berlin 100 Mk. zur Beschaffung einer neuen Orgel.
* Tas Thüring. Ulanen - Regiment Nr. 6 wird an den vom 28. August bis nach Mitte September in der Nähe von Metz stattfindenden großen Kavallerieübungen theilnehmen und zu diesem Zwecke etwa Mitte August die hiesige Garnison verlaffen.
* Besichtigung. Wie schon kürzlich mitgetheilt, findet nächsten Freitag die Regimentsbesichtigung des hiesigen Ulanen Regiments durch Se. Exzellenz den kommandirenden General v. Wittich statt.
* Kreis-Kriegerverband. Ein Verbandsfest findet in diesem Jahre nicht statt. Das nächstjährige soll in Kilianstädten abgehalten und damit die Fahnenweihe des dortigen Kriegervereins verbunden werden.
* Nochmals das Gustav Adolf-Festspiel. Das katholische „Frankfurter Bolksblatt" sucht in einem längeren in Nr. 120 enthaltenen Artikel seinen Lesern den Nachweis zu bringen, daß das im Hanauer Stadttheater neunmal angeführte Gustav-Adolf Festspiel die Bezeichnung historisches Festspiel — oder historisches Schauspiel — mit Unrecht führe, weil es geschichtliche Begebenheiten anders darsteUe, als sie sich im Lichte der objektiv forschenden Geschichtsschreibung zeigen. Auf bin hierin enthaltenen Vorwurf der Geschichtsfälschung wird, wenn er es der Mühe werth erachtet, der Autor des Stückes selbst zu antworten wissen. Dem Verfasser des Artikels, welcher die Zerstörung Magdeburgs durch Tilly eine „Geschichtslüge" nennt — wir wollen darüber mit ihm nicht rechten — und den Historiker Ranke als Gewährsmann ansührt, welcher es für wahrscheinlich erklärt, daß die Stadt durch eigenen Entschluß entschlossener Bürger und des Kommandanten den Flammen geopfert worden sei, wollen wir der Einstellung des Charakters Gustav Adolfs gegenüber lediglich m führen, was derselbe Geschichlsichreiber an anderer Stelle über den schwedischen Helden schreibt: Ranke sagt: „Für Gustav Adolf war der evangelische Name Alles. Er stritt für das Bestehen des Protestantismus mit vollem Herzen. Er hatte denselben zum Prinzip seiner Heerführung gemacht; er selbst gehörte ihm mit sreudigeln und sicherem Bekenntniß an".