Einzelbild herunterladen
 

Preis:

MhkÜchS^i ; ^.4^504

WM8NzÜY5n<y

SMomarngr

; ÄM Üttaiffenbat

V-ft-mMkag.

L^t Èzât ' Wössner 10 ^ ;---

HaMiltrAiytMr.

Zugleich

AmMches Gvgcm für KtaöL- und Lcmökreis Kanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

AnsertisuS- Preès:

Die lipaln^e Gnrinoni' eüe ober bereu'SR um 10 A, die lOsfp. Ze-le

die 2fpalt Zeile 20

die Sipalr. Zeile 30 4, imRekwmenihnl die Ispalt Zeile 20 4 netto.

Uv. 124,

: «MWMKMW-

Freitag den 29. Mai

Amtliches.

Diküstnachrichteii aus dem Kreise.

Gefunden: Auf der Strafe unterhalb Dörnigheim ein Porte­monnaie mit Geld. Ein Korb. Baares Geld (von der Post). Eine Gewerbe-Legitimatiönskarte pro 1896 auf den Namen Franz Albert Wiesen- ( that aus Frankfurt a. M.

Verloren: Am 25. ds. Mts. ein Granatarmband mit Goldglieder.

Hanau am 29. Mai 1896.

4Hadf&r@t0 ^anau. BäMKtMirchsmgen des Oberbürgermeifteramtes. Bekanntmachung.

Das Volksbad am Main ist wieder eröffnet. Die Abgrenzung des Männerbades gegen die Badestelle für Nichterwachsene ist ungefähr dieselbe, wie im vergangenen Jahre. Durch eine vorgenommene Baggerung ist gegen das Vorjahr die Wassertiefe vergrößert, weshalb beim erstmaligen Baden Vorsicht geboten ist.

Der Badeaufseher wird täglich in den Monaten:

Mai von 69 vormittags,

28 nachmittags,

Juni, Juli, August 59 vormittags, 29 nachmittags,

September 69 vormittags,

27 nachmittags an dem Volksbad anwesend sein.

Wegen der erschwerten Aufsicht ist Nichterwachsenen die Benutzung des Volksbades nach 6 Uhr abends verboten.

Es wird vor dem Baden in den Stunden von morgens 9 Uhr bis nachmittags 2 Uhr, sowie nach 7 bezw. 8 und 9 Uhr abends wegen mangelnder Beaufsichtigung dringend gewarnt.

Hanau den 23. Mai 1896.

Der Oberbürgermeister

Dr. Gebeschus. 6955

Französisches.

Als im vorigen Herbst das radikale Kabinet Bourgeois in Paris ans Ruder kam, sah es eine seiner Ausgaben darin, die Verwaltung zu reinigen, d. h. auf die höheren Posten der politischen Beamtenschaft, die unsern Oberpräsidenten entsprechen, Männer seiner eigenen Richtung zu bringen. Verschiedene Klippen für das neue Kabinet wurden glücklich um- fchifft und wenn es sich noch eine Weile lang durchlavirt hätte, wäre es ihm mit Hilfe seiner Säuberung wohl auch gelungen, mit vollen Segeln in Neuwahlen für die Deputirtenkammer hineinzugehen. Eine Reihe von Präfekten und Unterpräfekten waren schoii abgesetzt oder auf anderen Posten kaltgestellt, als das Kabinet gestürzt unb von dem Kabinet Meline aus der Partei der gemäßigten Republikaner abgelöst wurde. ,

Die neue Regierung thut nun ganz dasselbe, wie die vorige, nm natürlich in ihrem Parteiinteresse, und es scheint sogar,. als ob sie noch mit größerer Energie vorginge, als das Kabinet Bourgeois. Eine .Kei^c von Konzessionen, die Bourgeois den Sozialisten in Personenfragen, wie z. B. mit der Versetzung des im Arbeiterausstande in Carnlaur entschlossen für die Ordnung und Staatsautorität eingetretenen Präfekten Doux, hatte machen müssen, sind bereits wieder aufgehoben worden. So werden die Radikalen und Sozialisten, die unter Bourgeois in höhere Verwaltungs­stellen gekommen waren, jetzt schleunigst wieder daraus entfernt und käme morgen ein konservatives Ministerium, so würde es wahrscheinlich ebenfalls dieReinigung der Verwaltung" als eine wichtige Aufgabe betrachten.

" Hx häufiger die Kabinette wechseln, um so zerrüttender wirkt natür­lich dieses System, das an Stelle der schlichten Beamtentüchtigkeit die Partei- vetterschaft setzt und das Ansehen der Obrigkeit, die über den Parteien stehen soll, gefährdet. Der Fehler liegt im parlamentarischen System, zu­mal wenn es sich, wie in Frankreich, auf eine Vielheit von Fraktionen und wechselnde Kombinationen der Gruppirung gründet.

Und wie merkwürdig, daß sich das durch die fortgesetzten parla­mentarischen Wechselfälle bis in die Verwaltung hinein beunruhigte Frank­reich in Ergebenheit für das absolut regierte Rußland kaum genug thun

1896.

kann. Plan bewilligt ungemefjene Kredite für ein möglichst glänzendes Auftreten der französischen Vertreter in Moskau, man flaggt russisch, man verordnet einen Feiertag für die Soldaten, man begeistert sich in Reden und Depeschen an den Zaren, man macht in der Presse beinahe kindliche Vorschläge, kurz die Zarenkrönung wird wie ein französisches Nationalfest gefeiert.

Wir können diese Dinge mit Gemüthsruhe ansehen; zum Glück gibt es bei uns keine periodisch wechselnde Säuberung der Verwaltung und wir besitzen im eigenen Lande einen Kaiser und König, dem wir uns in Treue und Verehrung weihen.

Deutscher Lehrertag.

Hamburg, 27. Mai.

Die heutige zweite Hauptversammlung war wieder äußerst stark be­sucht. Den Vorsitz führte Lehrer Klausnitzer (Berlin).

Den Hauptvortrag hielt Lehrer Tews (Berlin) über das Thema: Welche Stoffe, sind nach den Forderungen der Gegenwart dem Lehrplan der Volksschule hinzuzuiügen, bezw. aus demselben zu entfernen?"

Seine Ausführungen gipfelten in verschiedenen Leitsätzen, die folgen­den Wortlaut haben:

a) Die deutsche Volksschule, an welche die obligatorische Fortbildungs­schule als ein nothwendiges Glied des Volksbildungsorganismus sich an- fügt, hat die Aufgabe, die ihr vertrauten Kinder nach Maßgabe ihrer Geisteskräfte und der verfügbaren Zeit, zu vollwerthigen Gliedern der gegenwärtigen, nationalen Kulturgemeinschaft zu erziehen. b) Der Volksschulunterricht ist darum so zu gestalten, daß der Weg zu den Kultur­schätzen der Nation, soweit möglich, jedem Kinde geebnet, die praktische Verwendung des Kulturgutes erleichtert, das Verständniß für das Ge­meinschaftsleben angebahnt und das lebendige Bewußtsein der sozialen und staatsbürgerlichen Pflichten begründet wird. c) Der Unterricht in den unteren Volksschulklaffen ist mehr als bisher auf diejenigen Elemente zu beschränken, welche die gemeinsame Grundlage für den Unterricht in allen nationalen Bildungsanstalten hergeben. d) Auf der Oberstufe der Volksschule ist die Vorbildung für das Gemeinschaftsleben und die prak­tischen Lebensaufgaben des Einzelnen mehr als bisher zu betonen. Im Besonderen ist zu fordern aa) daß der Religionsunterricht als seine Hauptaufgabe betrachte, unter minderer Betonung des Dogmatischen in die sittlichen Grundsätze einzuführen, von denen die Gesammtheit in ihrem Zusammenleben geleitet werden soll, bb) daß der Geschichtsunterricht, der vorzugsweise dazu bestimmt ist, in das Leben und Streben der Volks­gemeinschaft einzuführen, die Kulturentwickelung des ganzen Volkes, unter Verzichtleistung auf solche bisher behandelnden Stoffe, die für diese Auf­gabe unwichtig sind, in ihren Grundzügen darstelle und hierbei auch der Entwickelung der Staatsverfassung, sowie derjenigen des wirthschaftlichen Lebens bis zur Gegenwart Beachtung schenke, cc) daß auch die übrigen Lehrfächer der Volksschule, soweit dieselben dazu geeignet sind, der Volks­bildung für das Gemeinschaftsleben und den praktischen Lebensaufgaben des Einzelnen mehr als bisher nutzbar gemacht, und daß zu diesem Zwecke die Elemente der Derfassungs- und Rechtskunde, Volks- und Privatwirthschaftslehre, Buchführung und Gesundheitslehre in diese Fächer ausgenommen werden. dd) daß für den Handarbeitsunterricht der Knaben und die hauswirthschaftliche Unterweisung der Mädchen Gelegenheit ge­boten werde, ee) daß die körperliche Entwickelung durch obligatorischen Turuunterricht auch für Mädchen und durch Pflege des Fugendspieles ge­fördert werde, e) Einer Mehrbelastung der Jugend ist durch Aus­scheidung aller Lehrstoffe, welche lediglich der sogenannten Formalbildung dienen sollen, vorzubeugen, f) Dagegen darf die Einführung in die, dem allgemeinen Verständniß zugänglichen wissenschaftlichen Anschauungen der Gegenwart, sowie die ethische und ästhetische Bildung der Jugend keine Beschränkung erleiden, g) Eingehendere Belehrungen über die Grund­lagen des staatlichen, rechtlichen und wirthschaftlichen Lebens der Gegen­wart sind in der obligatorischen Fortbildungsschule, deren Schüler bereits im praktischen Leben stehen, zu vermitteln.

Im Anschluß an die Leitsätze brachte Lehrer Otto Ernst Schmidt folgende Thesen ein:1. Aus Gründen der Pädagogik, der sozialen Ethik und der Nationalökonomie muß die Erstehung der Kinder zum Kunst­genuß gleichberechtigt neben der intellektuellen und moralischen Erziehung stehen. 2. Deshalb sind besonders im Litteratur-, Zeichen-, Gesang-,