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Zugleich
Amtliches ärgern für SicröL- und Lanökveis ^onau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Die lipcittge @«rmonb;ciie oder deren Rnmu 10 ^, die l‘/,)p. Zeile 15 die 2spalt. Zeile 20 4, die Zspalt. Zeile 30 ^, imRekiamenlheil die Ifpalt. Zeile 20 4 netto.
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Donnerstag d n 28. Mai
1896.
^fadt&reie ^anau.
Aus Grund der allgemein ertheilten höheren Ermächtigung wird hier- âch für Sonntag den 31. Mai und Sonntag den 7. Juni er. eine âmehrte Beschäftigungszeit für alle Zweige des Handelsgewerbes in der Stadt Hanau und zwar bis 7 Uhr abends zugelassen.
Während des Gottesdienstes und zwar in der Zeit von 9^4 Uhr ns ll1^ Uhr vormittags und von 2—3 Uhr nachmittags ist jedoch jede Art der Beschäftigung ausgeschlossen.
In Betreff des Offenhaltens der Verkaufsbuden auf der hiesigen Frühjahrsmesse bleiben die seitherigen Bestimmungen unberührt, nur ist den Verkäufern von Verzehrungsgegenständen, als Konditorei- und Backwaaren, sowie Obst an den beiden vorbenannten Sonntagen ebenfalls das Feil- Halten bis 7 Uhr abends gestattet.
Hanau am 23. Mai 1896.
P. 5060
Königliche Polizeidirektion, v. Schenck.
DreHnachrichteu aus dem Kreise.
U Gefunden: Ein Korallenarmband. Ein fast werthloses Kinder- ' armband. Eine Knabenwefte.
Entflogen: Eine s. g. gestrachte Taube (roth und weiß); dem Wiederbringer eine gute Belohnung.
'^ Hanau am 28. Mai 1896.
Bekanntmachung.
Die Behändigung der Steuerzettel für 1. April 1896/97 wird in den nächsten Tagen erfolgen und werden die Steuerpflichtigen hierdurch ersucht, die für das erste Vierteljahr (April/Juni) fälligen Beträge unter Beachtung der auf der Rückseite der Steuerzettel aufgedruckten Nachrichten bis zum 20. Juni er. bei der Stadtkasse (Rathhaus, 1 Treppe hoch, Zimmer Nr. 9) an den aus dem Steuerzettel mittelst rothen Stempels bezeichneten Zahlstellen (Kasse I resp. Kasse II) einzuzahlen, da im anderen Falle vom folgenden Tage ab die mit Kosten verbundene zwangsweise
demcu überraschend gekommen. Er wurde erst im Laufe des zweiten Pstngstfentazes ertheilt, so daß die Urlauber sofort telegraphisch zurückberufen werden mußten, eine Maßregel, die aber in einigen Fällen wegen der weiten Entfernungen versagte. Die Regimenter konnten aus diesem Grunde nicht vollzählig antreten. Der Trinkspruch, mit dem der Kaiser bei der Frühstückstafel, in Anwesenheit des Reichskanzlers und der Mitglieder der russischen Botschaft, der Zarenkrönung gedachte, bewegte sich in den denkbar herzlichsten Wendungen. Es erscheint unmöglich, daß in Paris, wo der Tag der Zarenkrönung zweifellos ebenfalls offiziell begangen worden sein wird, innigere Worte des Einklangs mit Rußland und seinem Herrscher gefallen sein können. Der Kaiser sprach davon, „daß sich in das Jauchzen des russischen Volkes der Jubel der andern Völker mische, die durch besondere Abordnungen in Moskau vertreten seien, nicht zum mindesten der unsrige". In Moskau und Petersburg wird man die Berliner Mitfeier umsomehr zu würdigen wissen, als sie ersichtlich seiner nicht nur spontanen, sondern auch, zum Theil wenigstens, plötzlichen Entschließung des Kaisers entsprungen ist.
Als Freund der Volksschule und der Volksschullehrer hat sich wieder einmal der Herzog von Meiningen gezeigt. Der Landtag hatte dem Herzoge zu seinem 70. Geburrstage eine Summe von 50 000 Mk. zur Verfügung gestellt. Der Herzog spricht in einem Schreiben an den Landtag seinen „herzlichen warmen Dank" aus und fügt hinzu: „Die mir zur Verfügung gestellte Summe habe ich zur Errichtung eines Lehrergebäudes für das herzogliche Lehrerseminar in Hildburghausen bestimmt. Ich will damit bekunden, welch hohen Werth ich den Veranstaltungen beilege, die auf gediegene Bildung unserer Volksschullehrer abzielen Dem Landtage spreche ich widerholt die Versicherung meiner besonderen Werth- schätzung und treu wohlwollender Gesinnung aus".
: Beitreibung erfolgen wird.
Gleichzeitig mache ich mit Rücksicht auf den an den Hebeterminen I sich geltend machenden starken Andrang des Publikums besonders darauf aufmerksam, daß die Steuern rc. für die übrigen Quartale während der aus dem Steuerzettel bemerkten Geschäftssiunden täglich entrichtet werden I können und die festgesetzten Hebetermine nur den Zeitpunkt angeben, bis I zu welchem die Zahlung spätestens zu erfolgen hat.
Hanau am 27. Mai 1896.
Der Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.
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Tagesschau.
Die Verleihung des Kronenordens erster Klasse an den Staatssekretär des Reichsschatzamtes, Dr. Grafen v. Posadowsk»), ist ohne Zweifel als eine Auszeichnung für das nach so vielen Fährlichkeiten endlich gelungene Zuftandebringen des Zuckersteuergesetzes anzusehen. Möge nun das unter' so ungcwöhnlich großen Meinungsverschiedenheiten durchberathene Gesetz auch den Erfolg haben, den sich seine Freunde von ihm versprechen.
Dem Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen, Grasen Wilhelm Bismarck, ist, wie gestern telegraphisch berichtet, der erste Sohn geboren worden, und damit der erste Enkel des Altreichskanzlers Fürsten Bismarck, der den Namen Bismarck trägt. Aus der Ehe des Grafen Wilhelm mit seiner Base Sibylle v. Arnim waren bisher nur drei Töchter hervorgezongen, die zehn, acht und dreieinhalb Jahre alt sind. Graf Herbert Bismarck hat aus der Ehe mit der Gräfin Marguerite Hoyos bisher zwei Töchter. Die Ehe der Tochter des Fürsten Bismarck, Marie, mit dem Grafen Kuno Rantzau, ist mit 3 Knaben gesegnet.
In außerordentlich markanter Weise ist die Feier der Zaren- trönnng auf Befehl des Kaisers und unter seiner Mitwirkung auch in Berlin begangen worden. Der Befehl zur Parade über die beiden Regiwenter, die den Namen des Zarenpaares tragen, war sogar denKomman-
Deutscher Lehrertag.
Hamburg, 26. Mai.
Die heutige erste Hauptversammlung begann um 10 Uhr im Sage- bielschen Etablissement unter ganz ungeheurem Zudrange der Theilnehmer. Der Saal faßt nur wenig über viertausend Plätze. Viele mußten daher an den Thüren abgewiesen werden. Nach einem Eröffnungsgesange des Hamburger Lehrervereins begrüßte Seminaroberlehrer a. D. Halm-Hamburg die Versammlung im Namen des ständigen Ausschusses und wies auf die Bedeutung Hamburgs für die deutsche Lehrerschaft hin. Redner theilte mit, daß zum ersten Vorsitzenden Lehrer Klausnitzer-Berlin, Vorsitzender des Deutschen Lehrervereins, Seminaroberlehrer a. D. Halm-Hamburg zum zweiten und.Hauptlehrer Paulsen-Hamburg zum dritten Vorsitzenden ernannt worden sei. — Lehrer Klausnitzer sprach aus, daß eine solche Versammlung, wie die heutige, von der deutschen Lehrerschaft noch nicht gesehen worben sei. Die Theilnehmerzahl betrage 7200. Die deutschen Lehrervereine haben 260 Abgeordnete geschickt, die im Ganzen 80,000 Lehrer vertreten. — Jm Namen und Auftrage des Hamburger Senats richtete Senator Refardt begrüßende Worte an die Versammlung. Der Vorsitzende des Ortsausschusses, Hauptlehrer Paulsen, rühmte das Entgegenkommen aller Kreise bei den Vorbereitungen zu dem Kongresse. Den verstorbenen Pädagogen Barthelt und Disses wird ein warmer Nachruf gewidmet. Sodann hielt Schulrath Marauhe Hamburg einen Vortrag über die „Bedeutung Pestalozzis für die E r z i e Hungs-
aufgaben unserer Z ei t". die Forderung der Vertiefung und praktischen und künstlerischen Seite irische Entwickelung aller Anlagen Satz sei die Richtschnur. Es gelte,
Besonders Gewicht legte er dabei auf Erweiterung der Bildung nach der hin. Naturgemäße, allseitige, harmo- und Kräfte des Menschen — dieser den Menschen nicht nach einer Formel
Natur ist gut oder: sie ist böse —
zu beurtheilen, wie: die menschlicke
sondern: Erforsche die Natur, wie sie ist Die Lehrer lassen sich in keine philosophische, auch nicht in eine theologische Zwangsjacke stecken. Redner warf einen Blick auf die sozialen Verhältnisse und betonte, daß die Lehrer vor der sozialen Frage nicht stillstehen dürfen. Ueberhaupt könne man keinem Stand zumuthen, wie ein stummer Hund dabei zu stehen oder den Kopf in den Sand zu stecken. Die soziale Bewegung gehe auch über die
Schwelle der Schule. Die Kinder wissen, wie man aus Anzeichen merken könne, daß zwischen dem, was die Schule lehre und dem, was die Eltern sagen, ein Unterschied bestehe. Freilich wagen sie nicht, es auszusprechen. Was soll nun da der Lehrer thun ? Er darf das vierte Gebot nicht ver-