Einzelbild herunterladen
 

Preis:

ZLHrlich 9-« Hekdt.4^50^

JCwXwlfuuZXKQ 8 «* 25 ^

Wkr suswarnge Abormerrten mit Nm betrrffendm Postriufschlag.

Die einzelne Msmmrr 10 ^.

Erstes Blatt.

HanauerAmeiaer.

Zugleich

Arnlliches Ovgan für Ktcröt- unö LcrrröKveis Kanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

JusertionS- Prcès:

Die tspaltige Karmolid^eiie oder deren SR rum 10 ^, die 10,sp. Zeile 15 ^, die 2fpalt Zeile 20 4, die 3spalt. Zeile 30 4 imReklamenihcil die Ispalt. Zeile 20 4 netto.

Nr. 114.

Samstag den 16. Mai

1896.

-AMtLèches.

^artb^rex^ ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Infolge Ausbruchs der Rothlaufseuche unter dem Schweinebestand des Maurers und Ackermanns Georg Hofacker zu Mittelbuchen wird hiermit bis auf Weiteres die Gehöftssperre für das genannte Gehöft angeordnet.

Die vom Herrn Regierungs-Präsidenten unterm 19. Dezember v. I. erlassenen Anordnungen, betr. die Bekämpfung der übertragbaren Schweine­krankheiten, abgedruckt in Nr. 8 der amtlichen Beilage des Hanauer An­zeigers pro 1896, find genau zu befolgen.

Die Herren Ortsvorstände wollen den Ausbruch der Seuche und die Anordnung der Sperre sofort ortsüblich bekannt machen lassen.

Hanau den 15. Mai 1896.

Der Königliche Landrath

v. Schenck.

Nachdem die Rothlaufseuche in Oberissigheim erloschen ist, werden die unterm 17. April d. Js. zur Verhütung der Weiterverbreituug der Seuche angeordneten Sperrmaßregeln hiermit wieder aufgehoben.

Die Herren Ortsvorstände wollen dies sofort ortsüblich bekannt machen lassen.

Hanau am 15. Mai 1896.

Der Königliche Landrath

V. 4326 v. Schenck.

Nach Mittheilung des Großh. Hess. Kreisamts zu Friedberg ist in Nieder-Wöllstadt die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Hanau am 12. Mai 1896.

Der Königliche Landrath.

I. V.: Schneider, Kreissekretär.

Diensüiachnihtcn aus dem Kreise.

Zugeflogen: Ein Kanarienvogel.

Gesnnden: Am 14. ds. Mts. auf dem Wege nach dem s. g. Kohlbrunnen ein neues Messer mit mehreren Klmgen.

Hanau am 16. Mai 1896.

4HaM&reiö ^anaw

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Das städtische Meldeamt befindet sich vom Freitag den 15. d. Mts. an vor dem Kanalthor 1 (Kanalthormühle) pari. links. Dasselbe ist für das Publikum geöffnet vormittags von 10121/» und nachmittags 35 Uhr.

Hanau am 9. Mai 1896.

Der Oberbürgermeister

Dr. Gebeschus. 6419

Atts Stadt, Provinz und Umgegend

x. Zur Fortführung der Mainkanalisation.

Die Fortführung der Mamkanalisation von Frankfurt bis Offen­bach wird, dank dem Entgegenkommen der großherzoglich hessischen Regierung, demnächst zur Ausführung gelangen und der Stadt Offenbach in gewerblicher und merkantiler Beziehung Vortheile bringen, die sie den Vorsprung, den sie nach dieser Stite hin bereits vor Hanau hat, nur noch vergrößern lassen werden, wenn nicht die preußische Regierung die Mainstrecke von Offenbach bis Hanau nunmehr auch kanalistren läßt. In richtiger Erkenntniß des günstigen Momentes hat unsere Handels­kammer, welche schon seit Jahren mit rastlosem Bemühen in Gemeinschaft mit der Stadtbehörde die Verwirklichung der Kanalisation bis Hanau zu

WK^ Die heuligs Nummer umfatzt «Ä

erstrebeu sucht, Veranlassung genommen, in dieser Angelegenheit erneut ge­eignete Schritte in thun. Der Präsident der Handelskammer, Herr Fr. Canthal, begab sich nach Berlin ins Ministerium und legte persönlich dem Herrn Minister für Handel und Gewerbe noch einmal die weitgehenden Interessen dar, die Hanau und sein Hinterland an der Weiterführung der Mainkanalisation haben. Der Herr Minister gab denn auch Herrn Can­thal die Versicherung, daß er zu dem Projekte eine durchaus wohlwollende Stellung einnehme und beauftragte die Handelskammer, ihm eine noch­malige Eingabe zu machen, welche er, eventuell mit dem Herrn Minister für öffentliche Arbeiten, zum Anlaß zu nehmen gedenkt, um eine Ver­ständigung mit dem Herrn Finanzminister wegen Bewilligung der erforder­lichen finanziellen Mittel zu erzielen. Die Handelskammer hat nun nicht gezögert, eine ausführliche Denkschrift auszuarbeiten, welche, von Herrn Oberbürgermeister Dr. Gebeschus und Herrn Handelskammelpräsident Canthal unterzeichnet, vor Kurzem dem Herrn Minister unterbreitet worden ist.

In ihrem ersten Theile kennzeichnet die Denkschrift u. A. kurz den hohen Nutzen, den die in merkantiler wie industrieller Beziehung neben Frankfurt am eifrigsten und glücklichste« aufstrebende Nachbarstadt Offen­bach aus der wirthschaftlichen Vergünstigung einer fahrbaren Wasserstraße ziehen und dadurch, sollten nicht von der preußischen Regierung für Hanau dieselben Vortheile geschaffen werden, in wirthschaftUcher Beziehung unserer Vaterstadt weit voraus eilen wird. Für die großindustrielle Produktion würde Offenbach gegen Hanau der weitaus begünstigte« Platz fein und es würde später nicht mehr auszugleichen >ein, was jetzt in dem geeigneten Momente etwa versäumt wird. Hierauf weist die D nkschriit in über­zeugender Weise den Segen nach, welchen die Schiffbarmachung unseres schönen Mainstromes für Hanau und feine Umgegend zu bringen im Stande ist. Nicht nur die vorhandenen Industrie- und Haudelëbranchen Hauaus insbesondere die Exportbrauereien, die Papier-, Maschinen-, Tabaks-, Filzwaaren-, Bürstenwaaren-, Teppich-, Gewürz-, Seifen-Fabrikation, der Holz , Kohlen-, Wein-, Getreide , Petroleum-, Hopfen-, Kolouial- waaren-Großhandel u. f. w. werden von dem kanalisierten Maine sehr wesentliche Vortheile zu erwarten haben, sondern vor allem auch für die Gründung neuer, auf Maffentransport angewiesene Handels- und In­dustriezweige könnte ein neuer günstiger Boden geschaffen werden. Her­vorragend interessirt an der Weiterfübrunz der Kanalisirung von Offen­bach mainaufwärts sind auch einige sehr große Werke außerhalb Hanau: so die Königl. Pulverfabrik bei Hanau, ferner die von Jahr zu Jahr ihren Betrieb weiter ausdehuende Anilinfarbenfabrik von Leopold Casfella u. Co. zu Mainkur, welche, sobald die Königl. Staatsregierung sich wegen Ausführung der Kanalisirung schlüssig gemacht haben würde, eine größere Werftanlage, wofür eine der Fabrik zugehörige Uferstrecke schon lange de- signirt ist, erbauen wird; dann das fiskalische Bergwerk zu Bieber, das heute seine Förderung von jährlich durchschnittlich 45,00060,000 Tonnen Erz nach Frankfurt _ zur Verladung in Mainschiffe zu transportiern genöthigt ist und demnächst den Umschlag in Hanau vornehmen lassen würde. Aber auch die Land' und Forstwirthschaft, welche gerade in der mittleren Main­ebene über weste Flächen fruchtbaren, ertragsfähigen Bodens verfügt, wird an der Erschließung des Wafferweges ganz wesentlich interessirt sein.

Statistische Aufstellungen, welche die Handelskammer vor dem Jubi­läum ihres 25jährigen Bestehens vorgenommen, haben eine erfreuliche Ent­wickelungsfähigkeit des Verkehrs der Stadt erwiesen. Wir erwähnen nur beispielsweise aus den in der Anlage der Denkschrift beigefügten, auf Grund amtlicher Angaben gemachten tabellarischen Darstellungen, daß der Güterverkehr Hanaus, Empfang und Versandt (in Tonnen â 1000 kg), in den Jahren 1871 bis 1875 sich nur auf 493,459, das sind durchschnittlich 98,692, dagegen in dem Zeitraum von 189195 auf 1,099,185, das sind durchschnittlich 219,837 T., belief. 189495 allein betrug der Güterverkehr 248,636 Tonnen. Welche Waaren galtungen an diesem Güterverkehr besonders be- theiligt sind, wild in der Denkschrift ebenfalls tabellarisch veranschaulicht. Es wird hier nachgewieseu, daß die vorher genannten Industrie- und Han- delsbranchen Hanaus in der That beträchtlichen Vortheil daraus ziehen würden, wenn sie ihren Empfang und Versandt zum Theil auf dem Waffer- wege vollziehen könnten. Manche Industriezweige, die an sich mit un- er dem Uuttrhattrrrtgsdlatt 20 Seiten.