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Die einzelne Nummer 10 ^J.
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Zugleich
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Montag den 4. Mai
Nr. 104.
Amtliches.
Dieilstmchrichtcil aus dem Kreise.
Verloren: Ein Portemonnaie mit 10 bis 12 Mk. Eine Brille mit Futteral.
Entlausen: Ein langhaariger weißer Hund mit gelben Abzeichen, m. Geschl.
Gefunden: Eine goldne Brache. Ein Paar braune Damenhandschube. Ein Kontobuch.
Hanau am 4. Mai 1896.
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Das Verbot des Terminhandels mit Getreide.
Die Annahme des Verbots des Terminhandels mit Getreide ist nicht überraschend gewesen. Man rechnete schon seit Einbringung des Antrages Schwarz-Fuchs auf eine Mehrheit für denselben. Wohl aber ist die überaus große Mehrheit für das Verbot unerwartet gewesen. Daß Centrum und Nationalliberale geschlossen für das Verbot stimmen würden und daß namens der letzteren Herr von Bennigsen das Votum begründen würde, war noch vor wenigen Tagen nicht vorauszusehen.
Die Erklärung für diesen Vorgang ist indessen nicht allzuschwer zu finden. Darüber, daß im Terminhandel mit Getreide arge, die heimische Produktion schädigende Mißbräuche vorkommen und daß Sicherungsmaßregeln gegen Auswüchse derselben zu ergreifen sind, herrschte überall, mit Ausnahme der Manchesterleute und Sozialdemokraten, volles Einverständ- niß. Zweifelhaft war nur, ob zu diesem Zwecke das gänzliche Verbot des Terminhandels nothwendig sein werde, oder ob es genügen würde, durch Bestimmungen, wie sie in der Kommission vorgeschlageu wurden, den ärgsten Mißbräuchen einen Riegel vorzuschieben. Wenn auch so entschiedene Vertreter landwirthschaftlicher Interessen, wie der Referent der Kommission, Abg. Gamp, bei den kommisfarischen Verhandlungen sich für den letzteren Weg erklärt hat, so geschah dies zum Theil aus dem Grunde, weil befürchtet wurde, daß die Landwirthschaft von einem gänzlichen Vorbote des Terminhandels selbst auch Nachtheile erleiden würde.
Inzwischen hat sich die Sachlage nach dieser Hinsicht insofern völlig geklärt, als es nunmehr ganz außer Zweifel steht, daß die gesammte heimische Landwirthschaft in dem börsenmäßigen Terminhandel mit Getreide eine schwere Schädigung ihrer Interessen sieht, während zugleich darüber volle Sicherheit besteht, daß sowohl die Müllerei wie der reelle Getreidehandel das börsenmäßige Termingeschäft entbehren können. Dazu kommt die Ueberzeugung, daß, wie immer sorgfältig die Kautelen gegen Auswüchse des Termingeschäfts mit Getreide im Gesetze vorgesehen sein mögen, cs gewissen Spekulanten doch gelingen wird, ein Loch zu finden, durch welches sie mit dem reinen Spielgeschäft durchschlüpfen können.
Sicher haben bei der Entschließung die Praktiken von Cohn und Rosenfeld im vorigen Herbste und die Schwäche, welche ihnen gegenüber die Berliner Börse gezeigt hat, einen großen Einfluß geübt. Der Handelsminister Frhr. von Berlepsch hat ausdrücklich den durch die Sachlage völlig ungerechtfertigten Druck, welchen diese Firma zu rein spekulativen Zwecken auf die Getreidepreise gerade zu einer Zeit übte, wo ein beträchtliches Quantum inländischen Getreides an den Markt kommen mußte, und den schweren Schaden konstatirt, welcher dadurch der Landwirthschaft erwachsen ist. Wenn jetzt, wie Herr von Bennigsen zutreffend hervorhob, der Geschäftswelt durch das Verbot mancher Gewinn entgeht, so mag sie sich bei den Getreidespekulanten nach Art der genannten Firma, bei denen, welche solche Mißbräuche an der Produktenbörse duldeten, und bei der Presse, welche sie sogar vertheidigte, bedanken. Wer noch Zweifel an der Richtigkeit des Verbots hegte, wird von ihnen durch die Rede des sozialdemokratischen Abgeordneten Dr. Schönlank befreit worden sein. Denn dieser trat für die Aufrechterhaltung des börsenmäßigen Terminhandels mit Getreide gerade unter der ausdrücklichen Begründung, daß er den Preis des Getreides drücke, ein. Natürlich wurde auch die Vertheidigung der Spekulationsgeschäfte, durch welche die deutschen Landwirthe um einen Theil der Frucht ihrer Arbeit gebracht werden, im Namen der Arbeiter geführt. Herr v. Bennigsen hat dieses Manöver alsbald durch den Hinweis auf den
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Die Ispoliige Gormondreile oder deren Ramu 10 4 die lOsjp. Zeile 15 -4, die 2svalt. Zeile 20 ë, die BfpalL Zeile 30 4 imRellamcntheil die Ispalt. Zeile 20 4 netto.
1896.
trotz stickender Getreidepreise steigenden Aibeüsloyn gewährens zurückgewiesen'; es hatte auch wohl nur dekorarive Sebeutung, um den Zusammenhang der Sozialdemokratie mit gewissen Elementen, wie sie an dem Terminhandel mit Getreide vornehmlich interessirt sind, zu verdecken.
Für die deutschen Landwirthe bedeutet der Reichstagsbeschluß einen schönen und wohlverdienten Erfolg, der ihnen um so mehr zu gönnen ist, als an anderen Stellen ihnen der Erfolg versagt bleiben mußte. Wenn das Centrum zu seinem einstimmigen Beschlusse sicher mit durch die Be- sorgniß vor der agrarischen Fronde in ihren Reihen bewogen worden ist, so war das einstimmige Eintreten der Nationalliberalen für das Verbot ein auch parleuaktisch sehr geschickter Schritt; denn die Abgeordnetenhaus- fraktion war in den parlamentarischen Kämpfen der letzten Zeit stark ins rein großstädtische Fahrwasser gerathen.
An der Zustimmung des Bundesrathes zu dem mit so überwältigender Mehrheit gefaßten Beschlusse des Reichstages ist nicht zu zweifeln. Möge er der heimischen, so schwer geprüften Landwirthschaft vollen Nutzen bringen!
Depeschen-Bureau „Herold".
2. Mai, abends 9 Uhr:
Berlin, 2. Mai. Der neuernannte amerikanische Botschafter am hiesigen Hofe, Uhl, wird morgen Nachmittag 3 Uhr vom Kaiser und später von der Kaiserin in besonderer Audienz empfangen werden.
Rom, 2. Mai. Nach Meldungen aus Afrika ist Negus Menelik wieder in Schoa eingetroffen. Die Bevölkerung empfing den Sieger sehr begeistert und wohnte dem Vormarsch der italienischen Gefangenen bei, an deren Spitze sich General Albertone befand. Große Begeisterung ergriff die Schoaner, als die von den Italienern erbeuteten Kanonen und Waffen vorübergeführt wurden.
London, 2. Mai. Zu dem Drama in Teheran schreibt die „Mor- ning Post": Die Ermordung des Schahs von Persien könne sehr schwere Folgen nach sich ziehen. England dürfe nicht zugeben, daß seine Stellung in Teheran in Gefahr gerathe durch Wiederzulassung russischen Einflusses.
Athen, 2. Mai. Die Kronprinzessin von Griechenland ist heute von einem Prinzen glücklich entbunden worden.
3. Mai, abends 9 Uhr:
Wien, 3. Mai. Das Augenleiden der Königin Marie von Hannover hat sich derart verschlimmert, daß eine Vereiterung des ganzen Augapfels befürchtet wird. Prost ssor Fuchs nahm deshalb eine Operation vor, von welcher man einen günstigen Erfolg erhofft.
Laibach, 3. Mai. Die hiesige Ballgesellschaft entließ ihre sämmtlichen Tischler, weil dieselben anläßlich der Maifeier die Arbeit ausgesetzt hatten.
Rom, 3. Mai. Ein gestern Abend ausgegebenes Bulletin konstatirt, daß beim Kardinal Galimberti zu der Luftröhren-Emzündung noch Endocardilis hinzugetreten ist. Baccelli hält trotzdem den Zustand nicht für gefährlich. Die Temperatur hat eine leichte Abnahme erfahren.
Rom, 3. Mai. Die Festung Adigrat ist nur noch für drei Tage mit Proviant versehen. Man hofft, daß General Baldissera in dieser Zeit den Platz entsetzen werde.
Rom, 3. Mai. Hier firkuliren Gerüchte, wonach es dem Oberst Slade gelungen sei, von Menelik günstige Friedensbedingungen zu erzielen. Der Friedensabschluß werde binnen kurzem erfolgen.
London, 3. Mai. Gestern gingen weitere 500 Mann Truppen von Southampton nach Kapstadt ab.
Belgrad, 3. Mai. Aus Anlaß der Demonstrationen der Studenten, welche die ungarische Fahne verbrannten, das ungarische Konsulat und Handelsmuseum angriffen und daselbst die Fenster einwarfen, kam es zu einem ernsten Zusammenstoß mit der Gendarmerie, welche von ihren Schußwaffen Gebrauch machen mußte. Auf beiden Seiten gab es mehrere Verwundete. Eine große Anzahl von Verhaftungen wurden vorgenommen. Der Stadtpräfekt und der Gendarmerie Kommandant sind ihres Amtes entsetzt worden.