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Die ispaltige ®armonb«tle ober bereit Rc»m 10 ^, die lOafp. Zeile 15 ^, die 2spalt. Zeile 20 -4, die 3spalt. Zeile 30 ^, imReklamentbeil die tspalt. Zeile 20 <5 netto.

Amtliches $rgan für Stcröt- unö Landkreis Kanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonu- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Freitag den 24. April

1896.

Amtliches.

^atTÖßrew ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Der Metzger Abraham Waller in Großkrotzenburg beabsichtigt auf seinem Grundstück Karte N. Nr. 361/180 die Anlage und den Betrieb einer Schlächterei.

Es wird dies gemäß § 17 der Reichsgewerbeordnung mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß etwaige Einwendungen gegen diese Anlage, soweit solche nicht auf privatrechtlichen Titeln ruhen, innerhalb 14 Tagen, vom Tage der Veröffentlichung gerechnet, bei dem Unterzeichneten schriftlich oder zu Protokoll angebracht werden können. Die bezüglichen Beschreibungen und Zeichnungen sind im Kreisausschuß- büreau zur Einsicht aufgelegt.

Zur Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen ist Termin

Dienstag den 5. Mai er-, vormittags 10 Uhr, in das Büreau des Kreisausschusses hier anberaumt, zu welchem der Unternehmer und die Widersprechenden mit der Verwarnung vorgeladen werden, daß im Falle des Ausbleibens gleichwohl mit der Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen vorgegangen werden wird.

Hanau am 20. April 1896.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses

A. 1281

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Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Oberissigheim erloschen ist, werden die unterm 27. März er. zur Verhütung der Weiterverbreitung der Seuche angeordneten Sperrmaßregeln hiermit wieder aufgehoben.

Die Herren Ortsvorstânde wollen dies sofort ortsüblich bekannt machen lassen.

Hanau am 24. April 1896.

Der Königliche Landrath v. Schenck.

Tagesschau.

In der gestrigen Sitzung des Bundesraths wurden die Vor­lagen betreffend einen Handels- und Schifffahrtsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und Japan nebst einem Konsularvertrag sowie der Be­richt der Kommission für die Prüfung der Zolleinrichtungen und des Zoll- verwaltungskosten-Etats für Bremen den zuständigen Ausschüssen über­wiesen.

DerReichsanzeiger" meldet: Dem Wirkt. Geh. Oberpostrath Tambach ist der Charakter als Wirkt. Geheimer Rath mit dem Prädikat Exzellenz" verliehen worden. Der Geh. Oberpostrath Wittko ist zum Direktor im Reichspostamt, Geh. Postrach Hake zum Geh. Oberpostrath, Oberpostrath Landrath zum Geh. Postrath und vortragenden Rath im Reichspostamt ernannt worden.

Aus Anlaß des am 22. Mai stattfindenden Jubiläums der 25- jährigen Regierung Sr. Hoheit des Herzogs Friedrich von Anhalt ist außer anderen Festlichkeiten sâr den 23. Mai, mittags l1^ Uhr, ein großer Landesfestzug in Dessau in Aussicht genommen. Es werden mehr als 8000 Personen sich betheiligen.

An den Abg. Ahlwardt ist vorgestern ein eingeschriebener Brief abgegangen. Das umfangreiche Schreiben besagt: Die unglaubliche Ge­duld der Wähler und vieler ehemaligen politischen Freunde Ahlwardts sei zu Ende, nachdem jetzt schon die amerikanischen Gerichte sich mit der Person des deutschen Abgeordneten beschäftigten. Ahlwardt bringe durch seine Abenteuer die Partei in Mißkredit. Im Wahlkreise Friedeberg-Arnswalde, in dem früher so eifrig und mit Erfolg agitirt worden sei, könne man kaum noch wagen, eine Versammlung abzuhalten, da man fürchten müsse, von den Gegnern, und zwar nicht mit Unrecht, ausgelacht zu werden'. Tas unbegrenzte Vertrauen seiner Anhänger habe sich Ahlwardt verscherzt. Er habe es lange Zeit nicht einmal für nothwendig befunden, die an ihn gerichteten höflichen und geharnischten Schreiben zu beantworten, in denen er ausgefordert worden sei, aus Amerika zurückzukehren. Jetzt hätte er

wohl enaltch Nachricht gegeben. Aber was für eine! Die Behauptung, daß Ahlwardt der Partei in Amerika besser dienen könne, als im deutschen Reichstage, habe nur Spott erregt. Tie Wähler hätten das Recht, von ihrem Abgeordneten ju verlangen, daß er die Interessen seines Kreises wahrnehme. Die Wähler des Kreises Friedeberg-Arnswalde, die früher von einem selbst bei den politischen Gegnern hochgeachteten Manne ver­treten worden seien, seien durch Ahlwardts Handlungsweise dem Fluche der Lächerlichkeit anheimgefallen. In Anbetracht oes ganzen Verhaltens Ahl­wardts, heißt es dann weiter, seien mehrere wohlhabendere Männer, die allen Ernstes der Sache ein Ende machen wollten, zu dem Entschlusse ge­kommen, Ahlwarot den Vorschlag zu machen, er möge gegen eine Abstands­summe von 5000' Mark sein Mandat niederlegen. Nach (5in treffen der von einem Notar zu beglaubigenden Verzichtleistung uns nach Verkündigung derselben im Reichstage werde die «Summe sofort von einem New-Aorker Bankier ausgezahlt werden. Zu einer Erklärung über diesen Vorschlag ist eine Bedenkzeit von zehn Tagen nach Eintreffen des Brieses in Amerika festgesetzt worden.

In der französischen Deputirtenkammer verlas gestern Ministerpräsident Bourgeois eine Erklärung, in welcher er an den Be­schluß der Kammer über die Madagaskar-Kredite und an die Weigerung des Senates diese Kredite zu bewilligen, erinnert. (Rufe auf der äußersten Linken: Nieder mit dem Senat.) Bourgeois erklärt, der Beschluß des Senates, hindere das Kabinet in gemäßigter Weise für die Thätigkeit der Militärbehörden auf Madagaskar vom 30. d. Mts. ab zu sorgen. Das Kabinet habe, alles der Sorge um die Pstege der Sicherheit und natio­nalen Würde unterordnend, beschlossen, zurückzutreten, damit ein neues Kabinet sofort einen Beschluß über die Madagaskar-Kredite erlangen könne. Ministerpräsident Bourgeois setzt seine Verlesung inmitten von Unter­brechungen fort und erklärt weiter, daß das Kabinet, nachdem die Kammern ihm mehrfach Beweise des Vertrauens gegeben, es für nicht möglich ge­halten habe, zurückzutreten, ohne vorher vor die Kammer mit der Erklärung der Gründe des Rücktrittes zu treten. Der Ministerpräsident widerspricht dem Vorwurf, das Kabinet sei nicht verfassungsmäßig. Dem Senat allein stehe es nicht zu, die Verfassung aufzuheben. Das Ministerium habe sich bemüht, sein Programm zu verwirklichen, das Land werde darüber richten (Beifall auf der Linken). Bourgeois verläßt mit den Ministern den Saal (begleitet t on Beifallskundgebungen der Rechten und einem Theile des Centrums (Rute auf der äußersten Linken: Nieder mit dem Senat. Andauernde Bewegung.) Tie Minister begaben sich nach dem Elpsee, um ihre Demission zu überreichen. Ter Deputirte Ricard begründet im Namen der Progressistengruppe unter großer Erregung des Hauses einen Antrag, der das Uebergewicht der Depntirtenkammer ausspricht, sowie den Entschluß seiner Partei, eine Politik demokratischer Reformen zu befolgen. Goblet tadelt das verfassungswidrige Verhalten des Senats und dessen Feindselig­keit gegen das Kabinet. Redner bringt eine Tagesordnung ein, welche er­klärt, daß die Deputirtcnkammer nur einem Ministerium ihre Unterstützung gewähren werde, welches entschlossen sei, die Verwirklichung demokratischer Sieformen zu verfolgen und den höheren Rechten, welche die Kammer auf Grund des allgemeinen Stimmrechts besitze, Achtung zu verschaffen. Leblon beantragt die Vertagung der Berathung, da das Ministerium seine Ent­lastung gegeben habe. (Große Unruhe.) Dieser Vertagungsantrag wird mit 283 gegen 268 Stimmen abgt lehnt. Es werden noch mehrere Tages­ordnungen eingebracht. Goblet schließt sich derjenigen Ricards an, welche folgenden Wortlaut hat: Die Depuiirtenkammcr betont von neuem die Rechenschaft der Erwählten der Kammer des allgemeinen Stimmrechtes und den Entschluß, eine Politik demokratischer Sieformtn zu befolgen. Der erste Theil dieier Tagesordnung bis einschließlich der Worte:des allgemeinen Stimmrechtes" wird mit 309 gegen 38, der zweite Theil mit 417 gegen 37 Stimmen angenommen. (Lebhafte Bewegung.) Ueber die ganze Tagesordnung wird namentlich abgestimmt. Die Tagesordnung Ricard wurde mit 258 Stimmen angenommen; dagegen stimmte Niemand. Meh­rere Anträge, betr. die Verfafsuugsrevifion, wurden eingebracht und der Kommission überwiesen. Hierauf wurde die Sitzung bis zum nächsten Dienstag vertagt. Die Berathung der Minister im Elysee war eine kurze. Faure nahm die Demission des Kabinets an und