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Hanauer Anzeiger.

18 April.

Fechenheim, 17. April.

Wie verlautet, soll die Behörde mit dem Plane umgehen, das hiesige Postamt demnächst in eine höhere Klasse zu erheben. Diese Umwandlung wird hier hauptsächlich von den vielen Fabrikanten umsomehr mit Freude begrüßt, als mit der Erhebung des Postamts in die II. Klasse doch auch jedenfalls eine Erweiterung der Lokalitäten und eine Vermehrung der Be- amtenkrâfie verbunden ist. Unser Ort vergrößert sich von Jahr zu Jahr und zwar hauptsächlich durch Fabrikanlagen, wobei die Post doch am meisten interessirt ist. Ist doch im vorigen Jahre ein vollständiges Arbeiterdorf an der Frankfurterstraße entstanden. Die Passbehörde hat bisher dieser Vergrößerung keine Rechnung getragen, und so kommt es, daß die postali­schen Einrichtungen den hiesigen Verkehrsverhältnissen schon lange nicht

mehr entsprechen.

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Hana«, 18. April. (Lebensmittelpreise.) Hülsenfrüchte: Bohnen 3540 Pfg., Erbsen 3540 Pfg., Linsen 4550 Pfg. das Doppelliter ; Geflügel: Tauben, das Pärchen 80 Pfg. bis 1 Mk.; ein alter Hahn 1,602 Mk.; ein junger Hahn 1,501,90 Mk.; ein Huhn 1,502 Mk.; Fische: gewöhnliche Corte 2530 Pfg., bessere Sorten 35 40 Pfg., Aal 1,20 Mk., Hecht 1,20 Mk., Bresem 60 Pfg., Barben 60 Pfg., Barsch 60 Pfg. =/a kg; Gemüse: Merrettig, die Stange 10 15 Pfg.; Spargel, 100 Stück 6 Mk.; Blumenkohl das Stück 20-40 Pfg.; Kopfsalat, das Stiles 14-16 Pfg.; Rettig, das Stück 20 Pfg.; Unter-Kohlrabi, das Stück 10 Pfg.; Weißkraut, das Stück 20 bis 40 Pfg.; Rothkraut, das Stück 2035 Pfg.; Sellerie, das Stück 10 25 Pfg.; Gurken, das Stück 80 Pfg.; gelbe Rüben, die Portion 2530 Pfg.; Braunkohl, die Portion 35 Pfg.; Schnittkohl, die Portion 2025 Pfg.; Schwarzwurzel, die Portion 2030 Pfg.; Spinat, die Portion 30 Pfg.; Lattig, die Portion 15 Pfg.; Schmalzkraut, die Portion 10-12 Pfg.; Kartoffel' 10-12 Pfg. das Doppelliter; Obst: Aepfel, 4 Stück 15 Pfg.; Birnen, 4 Stück 12 Pfg.; Zitronen, das Stück 8 Pfg.; Apfelsinen, das Stück 615 Pfg.; Verschiedenes: Butter das Pfund 11,10 Mk.; Käse, das Stück 45 Pfg.; Eier, das Stück 57 Pfg.; Gänseeier, das Stück 1214 Pfg.; Zwiebel, das Doppelliter 18 Pfg.; Melschkorn, das Doppelliter 2426 Psg. ; Radieschen, das Bündel 3 Pfg.; Kastanien, das Vs kg 25 Pfg.; Weizenmehl, 1. Sorte 19 Pfg., 2. Sorte 17 Psg., 3. Sorte 15 Pfg., 4. Sorte 13 Pfg. = Vs kg.; Stroh 2,30 Mk. und Heu 3,JO Wit. 50 kg.; Buchenholz, der Meter

9 Mk. ' ------------

Vermischte Nachrichten.

* Er will nicht sterben. Folgende luftige Geschichte erzählt man demJll. W. E." : Er ist Friseurgehilfe, sie Theater-Elevin. Der Toni denkt an seine Elsa, wenn er in der Barbierschüssel den Sere i- schaum schlägt, und die Elsa schwärmt von ihrem Toni, wenn sie als Louise Miller die malte Limonade bereitet. Verliebt sind sie Beide bis über die Ohren uüj Treue haben sie sich zugeschworen bis über'â Grab. Die Eltern der angehenden Künstlerin, Wiener Geschäftsleute, haben kein Verständniß für die Ideale ihrer Tochter und mit nüchlernec Prosa suchten sic den Liebestraum der Elsa zu zerstören. Sie drohten ihr mit strengem Hausarrest, wenn sie weit rhin den Haarkünstler in ihr Herz schließen sollte. Die unglückliche Eleoin theilte ihrem Auserwähltcn den grausamen Vorsatz ihrer Angehörigen mit und der F iseur sprach ihr Muth zu. Sie konnte sich aber nicht trö ien und wollte ihr junges Leben beenden, der Toni sollte zugleich mit ihr aus der Welt gehen. Der Friseur hat schon vielen Leuten den Kopf gewaschen, bei seiner G liebten blieben alle Be mühungen umsonst, sie bestand darauf, er müsse wie sie, dem irdischen Jammerthale entfliehen. Dem jungen Manne fiel schließlich nichts Ge- scheidteres ein, als Ja zu sagen, und das Paar gab sich eines Abends ein Rendezvous, um in die Donau zu springen. Sie erschien pünktlich beim Stelldichein, aber der Toni ließ vergebens auf sich warten. Endlich riß der Selbstmordkandidatin die Geduld und sie suchte den saumseligen Ge­liebten aus. Der Friseurladen war schon geschlossen, doch sagte man ihr, der Toni befiube sich in einer Restauration der Josefstädterstraße. Die Kunstnovizin eilte dorthin und sand mehr als sie erwartete. Während sie sich mit Tooesgedanken beschäftigt hatte, zechte der Haarkünstler in Ge­sellschaft einer hübschen Micdermacherin, und mir dabei in fbeKter

Stimmung. Diese aber schlug in Aufregung und Schrecken um, als die Elsa wie ein Gespenst mit vernichtendem Blicke an seinem Tische erschien. Es kam zu einer heftigen Ausein mdersetzung, der Toni erklärte rundweg, daß er nicht sterben wolle, und die Miedermacherin nahm sich des jungen Mannes energisch an und nannte die Elevin eineverrückte Urschel". Das war das Signal zum Zungenkampfe zwischen den beiden Gegnerinnen, und als der Friseur dem dadurch ein Ende machen wollte, daß er die zornige Geliebte zur Thür hinausschob, da erhielt er eine schallende Ohr­feige. Die Astaire wird demnächst ihr Nachspiel beim Bezirksgerichte haben, und wie das Urtheil auch immer lauten möge, die Elsa ist auf alle Fälle von ihrer Herzensneigung zu einem Unwürdigen geheilt, der lieber leben als sterben will.

Drahtnachrichten desHan. Anz."

Berlin, 18. April. DerLokalanzeiger" meldet, daß gestern durch Austausch von Unterschriften ein für den Ceremonienmeister von Kotze wie für den Studiosus uon Schrader ehrenvoller Ausgleich vollzogen worden sei.

Berlin, 18. April. Entgegen dem Fabrikantenverein beschlossen gestern die kleineren Tabakfabrikanten den von der Lohnkommission vorge­schlagenen Lohntarif zu bezahlen.

Altona, 18. April. Die Hamburger BriggAtlantic" ist im atlantischen Ozean unteraeaauqen. Die Besatzung wurde von dem englischen SchiffHarokidale" gerettet.

Enpen 18. April. Sämmtliche Weberinnen nahmen gestern die Arbeit wieder auf.

Görlitz, 18. April. Der Krämer Pufe, welcher vor 16 Jahren eine Dienstmagd ermordet hatte, stand gestern vor dem Schwurgericht. Er wurde zwar des Todtschlags für schuldig befunden, doch mußte das Ver­fahren wegen Verjährung eingestellt werden.

Hamburg, 18. April. Von den verhafteten Mitgliedern der Boykottkommission in Altona sind sofort nach ihrer Vernehmung zwei ent­lasten worden, während drei in Haft behalten wurden. Sie hatten sich bei den Verhandlungen mit dem Margarinefabrikanten Mohr der Erpressung schuldig gemacht.

Wien, 18. April. Die Delegationen sollen am 28. Mai einbe­rufen werden.

Budapest, 18. April. Der Senat der Budapester Universität beschloß, anläßlich der Milenniumsfeier Ehrendoktoren zu ernennen. Unter den zu ernennenden befinden sich ein Erzherzog als Ehrendoktor der Philo­sophie und der Herzog Karl Theodor in Bayern als Ehrendoktor der Medizin.

Rom, 18. April. In vatikanischen Kreisen verlautet, Rußland habe das Begehren des Papstes, daß der päpstliche Gesandte bei der Krönungsfeier den Vortritt haben soll, abschlägig beschieden.

Paris, 18. April. In einem offenen Briefe an den Minister des Innern beschuloigt der Abgeordnete und Präsident der Budget-Kommission Codery die Regierung, die Lokal-Anzeiger, welche in den Gemeinden Frank­reichs verbreitet werden, zur radikalen Propaganda benutzt zu haben, indem dieselben nur die dem Einkommensteuergesetz günstigen Reden veröffentlichten, dagegen die dem Gesetz feindlichen fortließen. Der Minister antwortete hierauf auf das schärfste, sodaß eine diesbezügliche Interpellation in der Kammer bevorsteht.

Wir machen unsere Leser auf die im Inseratenteile dieser Nummer enthaltene Frühjahrsanzüge der Norddeutichen Hagelversicherungsgesellschaft A. G. zu Berlin aufmerksam, welche von dem günst gen Geschäftsstande dieser weitaus größten aller bestehenden Hageloersihecungsgesellschaften ein erfreuliches Zeugniß ablegt.

Wenn die Norddeutsche nunmehr bereits auf 4 nachschußfreie Jahre hintereinander zurückblicken kann, so ist das unzweifelhaft ein Beweis da­für, daß innerhalb ihres großen Geschäftsgebietes in nicht besonders un­günstigen Jahren ein Gefahrenausgleich stattfinset, und daß daher ihre Versicherten vor heftigen Schwankungen der Jahresbeiträge naturgemäß besser geschützt sind, als die Mitglieder kleiner Gesellschaften und lokalisirter Verbände.

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