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Mr-. 87.
Dienstag den 14. April
1896.
Amtliches.
Stadt- und Landkreis Hanau.
Mit Rücksicht auf die bereits vorgeschrittene Aussaat wird meine Verfügung vom 23. März d. Js. — A. 945 — betreffend das Einsperren der Tauben im Stadt- und Landkreis Hanau, hiermit aufgehoben.
Die Herren Bürgermeister wollen dieses sofort ortsüblich bekannt machen.
Hanan am 14. April 1896.
Der Königliche Landrath
A. 1218 v. Schenck.
^anöâreU ^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Der Metzger Heinrich Wilhelm Großhans zu Eichen beabsichtigt auf seinem Grundstück Karte Nr. 1105/772 und 1106/702 — Brandversicherungs-Nr. 135 — in Eichen die Anlage und den Betrieb einer Schlächterei.
Dieses Unternehmen bringe ich gemäß § 17 ff. der Reichsgewerbe- ordnung hierdurch zur öffentlichen Kenntniß mit dem Bemerken, daß etwaige Einwendungen gegen dasselbe, soweit solche nicht auf privatrechtlichen Titeln ruhen, innerhalb 14 Tagen, vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung an gerechnet, schriftlich in zwei Exemplaren oder zu Protokoll bei dem Unterzeichneten anzubringen sind; nach Ablauf dieser Frist können Einwendungen in dem Verfahren nicht mehr angebracht werden.
Zeichnung und Beschreibung der Anlage liegen im Kreisausschuß- büreau zur Einsicht auf.
Zur Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird Termin aus
Sonnabend den 25. April er-, vormittags 10 Uhr, in das Büreau des Kreisausschusses hier anberaumt, zu welchem der Unternehmer und die Widersprechenden mit der Verwarnung vorgeladen werden, daß im Falle des Ausbleibens gleichwohl mit der Erörterung der erhobenen Einwendungen vorgegangen werden wird.
Hanau am 9. April 1896.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses
A. 1142 v. Schenck. 5084
In Ranstadt, Kreis Büdingen, und in Massenheim, Kreis Friedberg, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und in Eschersheim, Kreis Frankfurt a. M., erloschen.
Hanau am 11. April 1896.
Der Königliche Landrath
V. 3183 v. Schenck.
jMoM&reiö Kinern.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Die Neneindeckung von Dachflächen auf dem Fürstenbau und dem Marstallgebäude des Stadtschlosses soll vergeben werden.
Orientirungsplan, Arbeitsauszug und Bedingungen liegen von heute an im Stadtbauamt I, Zimmer Nr. 23 des Rathhauses, zur Ansicht für Bewerber auf und werden Angebote bis zum Samstag den 25. Aprll, vormittags 11 Uhr, daselbst entgegen genommen.
Die Eröffnung der Angebote findet um vorgenannte Zeit im Zimmer Nr. 24 in Gegenwart etwa erschienener Betheiligten statt.
Hanau am 7. April 1896.
Der Oberbürgermeister
Dr. Gebeschus.
Die Monarchen-Zusammenkunft in Venedig.
Ueber den Verlauf der Monarchentage in der allberühmten Lagunenstadt liegt eine Reihe ausführlicher Wolffscher Telegramme vom Sonntag $or, deren wesentlichen Inhalt wir ncchstehend wiedergeben.
Am Sonnabend Abend nach dem Schluffe des Hofdiners hatten Se. Majestät der Deutsche Kaiser und der König von Italien eine längere Besprechung iu Anwesenheit der Minister di Rudini, Brin und di Ser- moneta, sowie des deutschen Botschafters am italienischen Hofe v. Bülow, des deutschen Botschafters in Wien Grafen zu Eulenburg und des italienischen Botschafters in Berlin Grafen Lanza.
Sonntag Nachmittag 5 Uhr hatte der Minister des Auswärtigen Herzog di Sermoneta eine Besprechung mit dem deutschen Botschafter v. Bülow und empfing sodann das Konsularkorps.
Sonntag früh 8 Uhr unternahm das Kaiserpaar allein mit Herrn v. Rekowski eine einstündige Gondelfahrt. Um 10 Uhr fand Gottesdienst an Bord der „Hohenzollern" statt. Se. Majestät der Kaiser las die Liturgie. D. Dryander hielt die Predigt. Sodann Frühstücks tafel an Bord, zu welcher die Botschafter von Bülow und Graf zu Eulenburg geladen waren. Nachmittags machten Ihre Majestäten eine Gondelfahrt und besichtigten einige Sehenswürdigkeiten. Auf der Gondelfahrt durch die Stadt wurden Ihre Majestäten überall von der Einwohnerschaft lebhaft begrüßt. Auch die italienische Königsfamilie unternahm nachmittags eine Gondelfahrt durch Venedig unter lebhafter Begrüßung seitens der Bevölkerung. Das Wetter war schön, die Stadt überaus belebt, der Fremden- zufluß sehr groß.
Abends 71/2 Uhr begann das Galadiner zn 62 Gedecken im Königlichen Palais, welches einen glänzenden Verlauf nahm. Der Festsaal war aufs herrlichste geschmückt; künstlerisch vertheilte Blumengewinde zierten die Wände und Tafeln. Es herrschte überaus lebhafte Feststimmung; die Militärkapelle spielte eine Reihe gewählter Stücke. Se. Majestät der Kaiser saß zur Rechten, Ihre Majestät die Kaiserin zur Linken des Königs von Italien. Die Königin von Italien saß zur Rechten Sr. Majestät des Kaisers. Dem Könige gegenüber hatte der Prinz von Neapel Platz genommen; ihm zur Rechten befand sich die Gemahlin des deutschen Botschafters Frau von Bülow, zur Linken die Hofdame Ihrer Majestät der Kaiserin Gräfin von Keller. Rechts von der Königin von Italien saßen der deutsche Botschafter in Rom von Bülow und der italienische Botschafter in Berlin Graf Lanza. Zur Linken Ihrer Majestät der Kaiserin saß der Ministerpräsident Marchese di Rudini. Weiter saßen rechts vom Prinzen vpn Neapel der Minister des Aeußeren Herzog von Sennoneta, links von diesem der Marineminister Brin. Ein zahlreiches Gefolge der deutschen und der italienischen Majestäten nahm an dem Mahle theil. Se. Majestät der Kaiser trug die Uniform seines Leib-Garde-HusarewRegimeuts und den Annunziatenorden mit dem Ordensbande. Der König von Italien und der Prinz von Nevpel trugen große Generalsuniform und den Schwarzen Adler-Orden. Seine Majestät der Kaiser verlieh cinr Reihe von Auszeichnungen an hohe Würdenträger und an Personen des Hofes, denen er sie persönlich überreichte.
Die Volsmenge veranstaltete so große Beifallskundgebungen, daß die italienischen und deutschen Majestäten sich am Fenster zeigten und sich dankend verneigten. Um 10 Uhr 40 Minuten begaben sich die Kaiserlichen Masestäten an Bord der „Hohenzollern" zurück. Die Serenade im Bassin San Marco, welches von zahllosen Gondeln bedeckt war, verlief glänzend. Die italienische und deutsche Nationalhymne, sowie der „toang an Aegir" wurden mit lebhaftestem Beifall ausgenommen.
Tagesschau.
Recht instruktiv für die Beurtheilung der Motive, von welchen die sozialdemokratische und freisinnige Hetze gegen deutsche Afrika- Pioniere geleitet wird, ist die gehässige Ausbeutung eines Vorfalles, wonach der Regierunasrath Dr. Bumiller, derbekannte langjährige Adjutant von Wißmanns, in Mannheim ein Kind mißhandelt haben soll. In der Mannheimer „Volksstimme", welche den Vorfall zuerst selbstverständlich in antitolonialem Sinne, auszubeuien verluchte, war die'betreffende Notiz als „Tropenkoller in Mannheim" verschrieben. In Wahrheit ist die ganze Sache an sich nicht des geringsten Aufhebens werth, interessant aber wird sie dadurch, daß 1. der Vater des betreffenden Knaben ein vor mehreren Jahren in der Fabrik des Schwiegervaters des Herrn Dr. Bumiller beschäftigt gewesener und dort entlassener Arbeiter ist, und daß 2. die Familie des Knaben unmittelbar nach dem Vorfall Herrn