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Erstes Blatt.

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Die einzelne taoKt 10 A.

HamuerMeiger.

Zugleich

Amtliches Ärgern für Kiaöt» und Landkreis Aanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Jnsertions» Preis:

Die Ifpahige Garmoiidreil« oder deren Rc ma 10 A die iViip. Zeil« 15 ^, die 2spalt Zell« 20 ^, die gspalt. Zeile 30 H imRek ameniheil die Ispatt Zeile M ^ netto.

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Amtliches.

-£anöUrct0 Jkinau,

Bekatttttmachungen des «öttiglichen Sandrathsamtes.

Mit Rücklicht darauf, daß der Handel mit kleinen Schweinen im ^Frühjahr einen wesentlichen Erwerbszweig der Landwirthe des Regierungs­bezirks bildet, will ich das Beschicken der Wochenmärkte mit Läuferschweinen und Abfatzferkeln für den ganzen Umfang des Regierungsbezirks unter folgenden auf die §§ 19 und 20 des Reichsviehseuchengesetzes gegründeten Bedingungen gestalten:

1) Die Zuführung von Schweinen aus Orten, in denen die Maul- und Klauenseuche oder eine der Schweineseuchen in dm letzten vier Wochen geherrscht haben, ist verboten.

Daß die angetriebenen Schweine nicht aus solchen Orten stammen, ist durch eine Bescheinigung der Polizeibehörde nachzuweisen, wenn der Ursprungsort der Schweine außerhalb des Kreises des Marktortes liegt.

2) Die Zuführung der Schweine zum Marktort darf nur zu Wagen geschehen. Es ist möglichst zu vermeiden, daß die Schweine den Wagen auf dem Markte verlaffin.

3) Die Schweine dürfen nur mittelst Wagen vom Marktplatze und aus dem Marktorte entfernt werden.

4) Für genügende Beobachtungsräume für Schweine, welche krank ober seuchenverdächtig befunden werden, ist durch die Ortspolizeibehörden Sorge zu tragen.

5) Die Wochenmärkte sind durch die Königlichen Kreisthierâi zte zu I überwachen.

T Im Uebrigen bleiben meine Anordnungen vom 6. Oktober 1895 A. III. 9660 und vom 12. Oktober 1895 A. III. 9520, betreffend das Verbot der Abhaltung von Rindvieh-, Schaf- und Schweinemärkken in den von der Maul- und Klauenseuche betroffenen und den durch nahe gelegene - verseuchte Gegenden gefährdeten Kreisen unverändert in Geltung.

Castel am 25. März 1896.

Der Regierungs- Präsident. I. D.: v. Pawel.

Die Herren Ortsvorstände wollen für wiederholte Veröffentlichung der vorstehenden Bekanntmachung Sorge tragen.

Da die Maul- und Klauenseuche im Stadt- und Landkreise Hanau und in den benachbarten Bezirken noch herrscht, dürfen gemäß der An- ordnung des Herm Regierungs-Präsidenten vom 16. Oktober v. Js., ab­gedruckt auf Seite 238 des Amtsblattes für 1895, im Stadt- und Land- freife Hanau Rindvieh», Schaf- und Schweinemärkte bis auf Weiteres nicht abgehalten werden.

Hanau, am 2. April 1896.

Der Königliche Landrath.

v. Schenck.

Dirilftnachrichtcn aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Messer für Glaser zum Kitten. Ein grauer * Wzhut. Ein Portemonnaie mit Geld. Ein goldner Ring mit Stein.

Verloren: Eine silberne Herrenuhr mit Sekundenzeiger, nebst Gehäuse, ohne Kette. Ein Portemonnaie mit 20 Mk. nebst einer Eisen­bahnsahrkarte.

Hanau am 2. April 1896.

Tagesschau.

Das deutsche Kaiserpaar mit den Prinzen an Bord der Hohenzollern" ist gestern um 10 Uhr 20 Minuten in Palermo einge- I troffen. Der KreuzerKaiserin Augusta" und zwei Dampfer mit den Mitgliedern der deutschen Kolonie, welche enthusiastische Hochrufe ausbrachten, folgten derHohenzollern". Die Schiffe be^ Geschwaders hißten die deutsche Flagge. Der AvisoRapido" gab Salutschüffe ab, welche die Kaiserin Augusta" erwiderte. DieHohenzollern" warf an der Mole Anker, aus welcher sich der deutsche Konsul eingefunden hatte, der sich an Bord derHohenzollern" begab. Der Kaiser trug Zivilkleidung. Vizeadmiral I Canevaro und Kontreadmiral Gualdiero begaben sich auf dieHohen- * zvllern", wohin ihnen auch Professor Salinas folgte, der beauftragt war, die Majestäten bei dem Besuche der Alterthümer Siziliens zu begleiten.

I WM- Die heutige Nummer «Msatzt a«

2. April 1896,

Die Majestäten blieben an Bord. Eine, große Volksmenge in zahl' eiche« Barken wohnte der Ankunft derHohenzollern" bei. Enthusiastische Kund- gebÜLgiN erfolgten. Die Stadt ist festlich beflaggt. Der KreuzerKaiserin Augusta" lief nach derHohenzollern" in den Hafin ein und ankerte neben derselben. Die Kauffartbeischiffe im Hafen hatten reichen Flaggenschmuck angelegt. In der Stadt herrschte reges Leben. Die Balkons in den Hauptstraßen waren mit italieni'chen und deutschen Fahnen geschmückt. Als dieHohenzollern" gestern Früh das Admiralschiff des im Hafen liegenden aktiven Geschwaders passirte, grüßte sie in ausnehmend höflicher Weise durch Aufziehen der italienischen Flagge. Nachdem der Kaiser den Kommandanten des italienischen Geschwaders empfangen hatte, begab er sich an Bord derSardegna" und blieb daselbst l*/< Stunden, indem er mit außerordentlichem Interesse die Einrichtungen und Anordnungen des Panzers besichtigte. Nachmittags 2 Uhr besuchten die Majestäten mit den Prinzen und Gefolge die Stadt und kehrten dann an Bord derHohen­zollern" zurück. Bei ihrem Besuche wurde die kaiserliche Familie von einer zahlreichen Volksmenge überall begeistert begrüßt. Der Kaiser kann von Bord derHohenzollern" aus mit Berlin durch ein an Bord gelegtes Kabel direkt telegraphisch verkehren.

Die gestrigen Berliner Morgenblätter widmeten dem seinen Geburts­tag feiernden Fürsten Bismarck herzliche Worte zu diesem Tage. DemLok.-Anz." zufolge mußte der jüngste Sohn des Fürsten, Graf Wil­helm, Oberpräsident von Ostpreußen, der Geburtstagsfeier {entbleiten, da er sich z. Z. nach längerer Krankheit auf dem W'ge der Besserung be­findet. Der Kaiser schenkte dem Fürsten Bismarck zu {einem Geburtstage ein Gruppenbild, die photographische Aufnahme der Kaiserlichen Familie, in kunstvollem Bronzerahmen. Aus den Glückwunsch des Herrenhauses hat Fürst Bismarck dem Vizepräsidenten seinen Dank ausgedrückr. Aus Friedrichsrub, 1. April, wird gemeldet: H-ute Vormittag konzertirten zu Ehren des Geburtstages des Fürsten Bismarck im Schloßparke die Ka­pellen des 76. und 31. Infanterie Regiments, sowie die des Ratzeburger Jäger-Bataillons. Gestern Abend traf Graf Herbert Bismarck ein. Im Laufe des Tages trafen ein; ein Vertreter des hamburgischen Senates, der ein Glückwun chschreiben überbrachte, mehrere Hamburger Freunde des Fürsten, Professor Leubach, der Präsident der Eisenbahndireklion in Altona, Jungnickel, Graf Henckel von Douuersmark u. A. Unter den telegraphischen Glückwünschen, die nebst herrlichen Blumenspenden eintrafen, befand sich auch ein solcher des Prinzen Heinrich von Preußen. Fürst Bismarck hat sich bisher der vor der Schloßpsorte versammelten Menge nicht gezeigt. Das Wetter ist kühl, aber schön Nachmittags 4 Uhr traf Bergwerks- besitzer Graf Douglas mit 50 Bergleute« hier ein. Die Bergleute, welche ihre Galatracht angelegt hatten, zogen mit klingendem Sp el nach dem Gasthaus; später nehmen sie am Fackelzuge Theil. Die geplante Aus­fahrt des Fürsten ist unterblieben, da das Wetter regnerisch ge­worden ist.

Der Bttttdesrath hat in seiner gestrigen Sitzung die Beschlüsse des Reichstags zu den mit dem Reichshaushaltsetat für 1896/97 zur Berathung gelangten Petitionen dem Reichskanzler überwiesen und von den Beschlüsse« des Reichstags z«r Rechnung der Kaste der Obrrechnungs- kammer für das Ciaisjahr 1893/94 bezüglich desjenigen Theiles, welcher die Reichsverwaltung betrifft, Kenntniß genommen. Die Beschlüsse des Reichstags zu den Uebersichten der Einnahmen und Ausgaben der Schutz­gebiete von Kamerun und Togo sowie des südwestafrikauischen Schutz­gebietes für 1892/93 und 1893/94 und der sämmtlichen afrikanische» Schutzgebiete für 1894'95, sowie die Vorlage, betreffend die Austtgung des § 58 des Krankenvei sicherun gsgest tzes in der Reifung der Novelle vom 10. April 1892, wurden den zuständigen Ausschüssen uberrmesen. Schließlich wurde eine Mittheilung, betreffend den Abschluß ernes Handels­vertrages mit Japan, entgegengenommen und über mehrere Umgaben -of schluß gefaßt.

DerNordd Nllg. sttg." rufolge sind die Verhandlungen über den dc«1schjapa«ischen Handelsvertrag abgeschlossen. Die Unter- -eichnung dürfte vor Ostern erfolgen. Von zuverlässiger Sette erfährt man über den Inhalt des deutsch japanischen Handelsvertrages, die Auf­hebung der exterritorialen Gerichtsbarkeit in Japan sei keine vollständige. Dem Vernehmen nach blieben einige Materien der freiwilligen Gerichts­barkeit den deutsch'» Konsuln vorbehalten. Eine Anzahl Herabsetzungen für die deutsche Einfuhr in Japan sei vereinbart.

;rt dem Uvterhattnng-blatt 14 Seiten.