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Rr. 77. «H=
Dienstag den 31. Äiärz
1896.
AmtUches.
^anöürei^ ^aivan.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Der Metzger August Herbert in Großruheim beabsichtigt auf seinem Grundstück Karte 0. Nr. 561/308, Haus-Nr. 37 zu Großauheim, die Anlage und den Betrüb einer Schlächterei.
Es wird dies Unternehmen mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß etwaige Einwendungen, soweit solche nicht auf pri- vatrechilicben Titeln ruhen, innerhaib 14 Tagen, vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung an gerechnet, schriftlich in zwei Exemplaren oder zu Protokoll bei dem Unterzeichneten anzubringen sind.
Zeichnung und Beschreibung der Anlage liegen im Kreisausschuß- Lüreau zur Einsicht auf.
Zur Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird Termin auf
Montag den 13. April er., vormittags 10 Uhr, ht das Büreau des Kreisausschusses hier anberaumt, und werden der Unternehmer sowie die Widersprechenden unter der Verwarnung vorge- laden, daß im Falle ihres Ausbleibens gleichwohl mit der Erörterung der erhobenen Einwendungen vorgegangen werden wird.
Hanau am 28. März 1896.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses
A. 998 v. Sche n ck. 4439
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Verloren: Ein Messer mit 4 Klingen.
Gefunden: Ein Rad aus einer Uhr. Ein Sporn. Ein seidener Damensonnenschirm (in einem Laden stehen geblieben). Ein hellgrauer Damenhandschuh (linker). Ein Spazierstock.
Hanau am 31. März 1896.
^tad tUret# ^anau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes. Bekanntmachung.
Wegen des auf Freitag den 3. April er. fallenden Feiertags wird der auf diesen Tag in der Altstadt Hanau abzuhaltende Wochenmarkt auf Donnerstag den 2. April d. Js. verlegt.
Hanau am 30. März 1896.
Städtische Polizeiverwaltung.
Der Oberbürgermeister
Dr. Gebeschus.
Städtisches Wasserwerk.
An- und Abmeldung von Wasserentnahme, Wassergeldveranlagung und Reklamation gegen dieselbe findet vom 1. April b. Js. an bei dem Stadtbuchhalter aus der ^tadtkasse während der für diese festgesetzten Dienststunden statt. ,
Die Kasse des Wasserwerks, sowie das technische Büreau für Installationen und Hausanschlüsse befindet sich wie bisher im städtischen Gaswerk.
Hanau am 30. März 1896.
Der Oberbürgermeister
Dr. Gebeschus.
Bekanntmachung der Ortskrankenkasse.
Nach diesseits gemachten Wahrnehmungen sehen wir uns veranlaßt, allen Vetheiligten in Erinnerung zu bringen, daß
„alle männliche»» und weiblichen Gehülfen und Lehr- „linge, welche in einer»» Gewerbe- oder Handels- „betriebe beschäftigt sind, gesetzlich bezw. statntarisch „der Keankenversicherungspflicht unterliege»»" und deshalb bei Aufnahme der Beschäftigung im Stadtkreis Hanau der
unterzeichneten Kasse Paradiesgasse Nr. 2 mittelst der vorgeschriebenen Anmeldezettel zu melden sind.
„Dienstboten, welche in einem Gewerbebetrieb, z. B. „bei Bäckern, Metzger,», Wirthen und in sonstigen „Betrieben beschäftigt werden, sind gleichfalls an- „meldepstichtig."
Nicht meldepflichtig sind:
1. diejenigen, welche nachweisbar schon vor Beginn der Beschäftigung Mitglied einer „Eingeschriebenen Hülfskaffe" sind und mindestens die Hälfte des ortsüblichen Tagelohns (Mk. 1.09 für den Stadtkreis Hanau) als Krankengeld zu beanspruchen haben,
2. diejenigen, welche keinerlei Vergütung für ihre Arbeit erhalten (Lehrlinge ohne Kost und Logis sowie Volontaire rc.),
3. Betriebsbeamte, Werkmeister, Techniker, Handlungsgehülfen und Lehrlinge, welche mehr als 62/s Mark pro Arbeitstag bezw. mehr als 2000 Mark pro Jahr an Gehalt oder Lohn beziehen.
Das ertéfiatut für Hau vlungsgehülfe»» re. vom 10./1L 1892 lautet:
Die Versicherungspflicht nach Maßgabe des $. 1 des eit. Gesetzes wird erstreckt auf alle im Gemeindebezirk Hanau beschäftigten Handlungsgehülfen und -Lehrlinge, deren Arbeitsverdienst an Lohn oder Gehalt 62/s Mk. für den Arbeitstag, oder sofern Lohn oder Gehalt nach größeren Zeitabschnitten bemessen ist, zweitausend Mark für das Jahr gerechnet, nicht übersteigt.
Schließlich wird noch darauf hingewiesen, daß die Versäumuiß der Anmeldepflicht Strafen nach sich ziehen kann und die Arbeitgeber außer den nachzuzahlenden Beiträgen alle Aufwendungen zu erstatten haben, welche die Kasse in einem vor der Anmeldung durch die nicht angemeldete Person veranlaßten Unterstützungssalle zu machen hat.
Hanau am 30. März 1896.
Der Vorstand der Hanauer Ortskrankenkasse.
Zimmermann,
Vorsitzender. 4325
Dem Reichskanzler zum Geburtstage.
Am 31. März vollendet der dritte deutsche Reichskanzler Fürst Hohenlohe S ch i l l i n g s f ü r st sein 77. Lebensjahr. Seit dem 28. Oktober 1894 waltet er nunmehr seines arbeitsreichen und verantwortungsvollen Amtes an der Spitze der preußischen und der Reichsge- schäfie; in einem Alter, das nur wenigen Menschen zu erleben gegönnt ist, wurde er zu diesem Amte von feinem kaiserlichen Herrn berufen. Nicht ein Streber, nicht ein Herrschsüchtiger nahm davon Besitz; Pflichttreue und Opferfreude wann cs ausschinßlich, die ihn dem kaiserlichen Ruf folgen ließen, von dem er im voraus wußte, daß er ihm Dornen in reicher Fülle einbringen würde, zu einer Zeit, wo viele andere vor gezogen hätten, eine» ruhigen Lebensabend in heiterer Sorglosigkeit zu genießen. Auch im deutschen Bürgcrlhum sah man anfänglich seiner Wahl mit geringer Zuversicht entgegen; man kannte seine großen Verdienste um Kaiser und Reich, die er sich in langjähriger unermüdlicher Dienstthätigkeit errungen; man bewunderte das große Opfer, das der Fürst brachte; aber man fragte sich vielfach, ob er nicht zu alt für die schwierige, aufreibende Stellung sei, ob er die rücksichtslose Enirgie besitze, die zur erfolgreichen Bekämpfung der zu blinder Leidenschaftlichkeit gesteigerten Interessengegensätze nothwendig sei. Heute sind diese Zweifel in dem weit überwiegenden Theil der deutschen Bevölkerung überwunden. Heute wird gerne unb öffentlich von mannigfaltigen Parteien anerkannt, daß der Kaiser in seinem Großoheim den richtigen Mann an die richtige Sülle berufen hat, und heute wird allseitig der Wunsch gehegt, daß es diesem vielerprobten und erfolgreichen Staatsmann noch recht lange beschicken sein möge, das Staatsschiff mit seiner weise abwägenden und doch festen Hand durch die vielen Klippen zu stcuein, die in sein Fahrwasser hineinragen. Daß kiese Hand fest und energisch zvzugreifen vermag, davon hat die Welt noch in der jüngsten ^eit redende Beispiele gesehen. Der Dreibund steht fester als je; in einer Reihe wichtiger Qiagen in Armeunn, in Ostasien, in Egypten ist Deutsch- lanls Entscheidung von maßgebender Bedeutung gewesen. In der ganzen Welt zweifelt niemand mehr, daß Deutschland der Träger und Förderer eines dauernden und ehrenvollen europäischen Friedens ist. Auch im Innern Deutschlands haben sich die Partcigezensâtze vielfach abgestumpft und