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ÄMtLZches.
Dienstnachrichtcii aus dem Kreise.
Gefunden: Zwei Schulbücher (ein Lateinisches und ein Demosthenes). I Zwei Henkelkörbe. Ein Geldstück, eine Briefmarke und einige Postkarten s (von der Post). Zwei Portemonnaies, je mit Inhalt.
Zugelaufen: Ein junger brauner Hund w. Gefchl., mit neuem Halsband. Ein weißer Foxterrier mit gelbem Kopf, m. Geschl.
Verloren: Ein Säckchen, gez. v. W., mit ein Paar Herren- i stiefelet!en. Ein Deckel von einer Taschenuhr von Nickel.
Entlaufen: Ein kleiner langhaariger fchwarzer Hund mit gelben ; Abzeichen, m. Geschl.
Hanau am 27. März 1896.
27. März 1896.
StäHM^eis ^anau.
VekaArrtmachungen des Oberbürgermeisteramtes. Städtische gemrdllche FsltbildNgsslhvle.
Ausstellung von Schülerarbeiten.
Die Ausstellung der im Jahre 1895/96 angefertigten Schülerarbeiten wird Palmsonntag den 29. ds. Mts., vormittags 11 Uhr, eröffnet und dauert bis Montag den 6. April, täglich von 10 bis 4 Uhr.
Die Lehrherren, Eltern und Angehörigen der Schüler, sowie sonstige Interessenten ladet hiermit zum Besuche der Ausstellung ergebenst ein Hanau, Mârz 1896.
Der Dirigent Thormählen.
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Das Bündnis; Italiens mit England.
Rom, 26. März. Im Senar sagte Sampevtico bei der Debatte über die Afrikakredite, das Heilmittel für Italiens afrikanisches Leiden bestehe darin, den Status quo anzunebmen, Enthrâa nicht aufzugeben, jedoch innerhalb wohipräzist! ter, durch Thatsachen bestimmter Grenzen zu bleiben, um eine den Handel sichernde Kolonie zu schaffen. Lamper- tico schloß seine Ausfühl ungen mit dem Hinweis auf die Kundgebungen der Theilnahme, welche Italien von veschiedenen europäischen Staaten zu- theil geworden seien. Dieselben halten dazu btigetragen, die in Afrika zutage getretenen Meinungsverschiedenheiten zwischen zwei Staaten zu beseitigen, von denen der eine Jtainns Ver- i bündeter, der andere Italiens Freund sei. (Lebhafte Zustimmung). Der ehemalige Minister des Acußeren, Baron Blanc, erklärte, seine Pflicht gebiete ihm, über den Inhalt ins auf die auswärtige Politik in Afrika bezugnehmenden Aktenstückes Schweigen zu beobachten. Sobald die Regierung es für angebracht erachte, die Schriftstücke zu veröffentlichen, würde die volle Rechtfertigung der früheren Staatsleitung daraus hervorgehen. . erklärt, das frühere Kabinet habe es für nützlich gehalten, die ; dem General Baldissera ertheilten Vollmachten zu konsolidiren. Wenn das Menwärlige Ministerium diese Ueberzeugung nicht theile, so thue es besser, Afrika aufzugeben. Blanc weist auf das Bündniß mit England als voll- ] zogene Thatsache hin. Die Einleitung zum Friedensschlüsse und die An- ' nähme einer möglichen Räumung Kassalas wäre ein genügender Beweggrund für das öffiNtliche entschiedene Hervorireten des englischen Verbündeten. Die Allianz lat eine solidere Grundlage als diplomatische und parlamentarische Protokolle und Erklärungen, denn sie stützt sich auf die wirkliche praktische Gemeinsamkeit der Vertheidigungsintenffen beider Staaten, welche sich auf die Sicherung Italiens als See- und Mittelmeermacht er streckt. Das Resultat ist durch die nationale Politik Italiens erreicht. Italien wäre ein wirksames Bindeglied zwischen England und dem Dreibund. Auf dieser Basis sei die auswärtige Sicherheit Italiens begründet, melde keineswegs eine Annäherung anderer Friedenèmâchte ausschließe. Die Regierung törue wn voller Unabhängigkeit und Freiheit die nationalen Interessen ans dem afrikanischen Kontinent verfolgen. Der Minister des Aeußenn, Herzog von Sermoreta, sagte in seiner Antwort auf die Rede t Blancs bezüglich der Idee der Herrschaft über das ganze ägyptische Terri- i Krium, nur Mossauah sei feiner Zeit von den englisch-ägyptischen Truppen
« aufge.wb-n worden, vezüglich Kasplas sei durch Protokoll vom ?Iptil 1891 eine Regelung getroffen worden. England habe damals fei e Rechte suspendirt, nicht aber darauf verzichtet. Wenn die Expedition nach Don- gola den Zweck habe, den Sudan wieder zu erobern, müsse Italien, falls England es wolle, Kassala zurückgeben. Es sei glücklich über die Erklärungen Blancs bezüglich der Allianz Italiens und Englands, welche auf der wahren Sympaihie der Völker begründet, aber auch eine Allianz der Gesinnungen sei. (Sehr gi t!) Das gegenwärtige Programm in Afrika bafite nicht darauf, in .Mrka zu bleiben/ und nicht zu wissen, wie w it man dabei komme. Die Poltik ziele darauf, sich aus Afrika zurück- zuziehen, soweit die Möglichkeit dazu gegeben ist. (Sehr gut!> Das vorige Kabinet trage die volle Verantwortlichkeit für die Unglücksfälle. (Libhaske Zustimmung). Man müsse indessen bezüglich der Veramwortlich- keit einen Unterschied machen. Wenn ein General so weit vorgehe, ohne zurückgehalten zu weiden, so sei er ebenso verantwortlich wie die Regierung, welche derartig-s gestatte. (Zustimmung). Die Regierung sei sicher, daß das ganze Land in der afrikanischen Politik zu ihr stehe. Sicherlich werden die Elemente, welche Blanc unterstützten, auch uns unterstützen, zumal das Land. (Zustimmung und Beifall). Saracco übernimmt die Verantwortlichkeit und betont: Das frühere Kabinet verbot Baratieri den Ausdehnungsdrang. Er verlangt Unrersachung und Vorlegung der amtlichen Schriftstücke über die Instruktionen Baratieris. Rudini wirst der früheren Regierung vor, daß sie 8armiert unumschränkte Vollmachten ertheilt habe. Blanc entgegnet, eine solche erhielt B -ldissera, aber nicht Baratieri. Saracco verlangt He Vorlegung der Dokumente und betont, Baratieri unterrichtete die frühere Regierung schlecht. Rudini erklärt, die Herausgabe dcs Grünbuches M ganz unmöglich, weil die Dokumente, betreffend die Ueber gäbe von Makalle, seit dem Verschwinde« Gallianos unauffindbar seien. Ferraris bringt mit Paternoftre eine Tagesordnung ein, wonach der Senat erklärt, zur Spezialeebatre überzugehen, nachdem die Regierungserklärungen vernommen sind und jeder überzeugt ist, die Regierungspolitik werde die Schwierigkeiten in Erilhrâa der Würde und der Interessen des Landes entsprechend regeln. Ricotti erklärt weitere Truppensendungen für unnöthig. Rudini acceptirt die Tagesordnung Forrarr's und betont die Tradition he-zlicher Freundschaft zu England. Befremdend sei es, daß Blanc die Ehre der Allianz beanspruche. Rudini konstatirt mit großer Freude, daß die Stellung in Kassala Italien in Allianz- und intimste Beziehungen zu England setzt. Eine Besserung der bereits bestmöglichen Beziehungen durch Blanc war ausgeschlossen. Die Regierung werde die starke militärische Sellunz in Erithräa behalten und verzichte aus Tigre und weitere Eroberungsver- suche, sowie auf die Protekwratsklausel in einem etwaigen Zukunsts- vertrage. ___________________________
Tagesschan.
Ueber die diesjährigen Kaisermanöver können folgende authentische Mittheilungen gemacht werden: Die großen Manöver des 12. Armeekorps gegen das 5. und 6. Armeekorps werden an drei Tagen in der Gegend zwischen Görlitz und Bauyen stattfinden, und zwar am 9., 10. und 11. September. Vorher werden Paraden abgehalten werden, für das 5. Armeekorps bei Görlitz, für das 6. Armeekorps bei Breslau und für das 12. Armeekorps auf dem Truppen Uebrmgsplatz bei Zeithain. Von den Paraden aus werden die Truppen zum Theil mit der Bahn an das Manöver-gelände herangcführt werden, zum Theil werden sie auf Fußmärschen dahin gelangen. Ueber die Tage, an denen die Paraden stattfinden sollen, werden endgilrige Enischeidungen erst getroffen werden, nachdem fest gestellt worden ist, in welchen Zeitabschnitten die Beförderung der einzelnen Truppenkörper von bett Paradeplätzen nach dem Manöver-gelände wird bewerkstelligt werden können. _ .
Die Ausführung!n des Reichskanzlers Dürsten M .^ohenl-rhc in drr gestrigen Sitzung des Herrenhauses (siehe Telegramm des „Bureau Herold") halten folgenden Wortlaut: Meine Herren! Ich habe nur mit zwei Worten auf eine Bemerkung des Herrn Grafen o. Mirbach einzugehen. Acrr Graf Mirbach tat die Währungsfrage berührt und hat mir respekHe der Etva-srcgieruug Mangel an Wohlwollen bei ter Behandlung der Mährnngsfrage vorgeworfen. Ich weiß nun nicht, worin der Mangel an Wohlwollen bestehen soll. Wir hab^n alles gethan, was nothwendig war. Wir erkennen vollkommen die Nachtheile an, die aus dem Fallen des Silberwerthes entstanden sind. Wir waren bereit, Maß-