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Nr. 63.

Erstes Blatt.

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amftag den 14. März

1896.

HierzuAmtliche Beiiaze" Nr. 24

Dieiistnllchrichtcil aus dem Kreise.

Gefunden: Eine Scheere mit der Aufschrift E. Spamer, Kl. II. Ein Taschenmesser. Ein kann les Taschentuch. Ein Damenschirm.

Verloren: Ein schwarzes Pelzkäppchcn.

üanau am 14. März 1896.

Aus Mâdt, Provinz und Umgrgsrrd Oeffentliche Sitzung des Gemeinde - Ausschusses am 13. Alärz 1896.

Anwesend die Herren ; Nickel, Vorsitzender; Bier, Bode, Döring, Dr. Eisenach, Föll, 'Fritz, Halm,' Henrich, Hoffmann, Alex. Jung, Heinr. Jung, Koch, Korff, Kreuter, Rumpf, Schroeter, Voltz, Weber und Wörner, sowie Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.

Erat des Schlachtbofes.

Ausgabe rind Einnahme gleichen sich aus in der Summe von Mk. 12 300. Das Projekt der Einrichtung einer Krittelei wird zurückgezogen. Eine diesbezügliche Eingabe, von sämmtlichen Metzgermeistern der Stadt unterzeichnet, kommt zur Verlesung. Auf Antrag des Herrn Voltz wird der Herr Oberbürgern elfter gebeten, verfügen zu wollen, daß bis zur Rege­lung der Angelegenheit den Metzgern gestattet werden möge, die Därme wie früher in der Schluchthalle zu reinigen. Die Metzger sollen jedoch für sofortige Entfernung des DarminhalB wie auch für Reinigung der Plätze Sorge tragen.

" Hau ptetat p ro l8 9 6 /9 7.

Einnahme und Ausgabe: im Ordinarium 1 091 700 Mk., im Extra- Ordinarium 345 200 Mk. Aus dem Ordiuarium ist zu erwähnen, daß, wie schon früher mitgetheilt, bei den direkten Steuern eine Erhöhung des vorjährigen Prozentsatzes (100° o sämmtlicher Steuern I nicht erforderlich ist. Im Extra Ordinarium sind u. a. für die Feueralarm-Anlage 8000 Mk. eingestellt. Da bereits 15 000 Mk. für die Anlage verwilligt sind, » werden sich die Kosten für die Gefammtanlage nunmehr auf 23 000 Mk. - - stellen. Als Grund für die Mehrforderung wird angeführt, daß das erste - * Projekt der Alarmanlage sich als für unsere Verhältnisse ungenügend er >> wiesen habe, indem vielfache Sicherheiten übersehen worden seien. In dem Bestreben, bei einer derartigen Anlage auch etwas zu schaffen, das für alle Verhältnisse genüge, habe man den in derartigen Fragen als Sachverständi- - gen zu bezeichnenden Herrn Dr. Moy aus Frankfurt a. M. herbeigezogen und so sei das jetzt vorliegende verbesserte Projekt der Alarmanlage ent­standen. Nach diesem wird die sitzt bestehende Thurmwache überflüssig (bei j dem ersteren Projekt war die Beibehaltung der Thuruwächter vorgesehen) und tritt infolgedessen trotz der Mehrausgabe von 8000 Mk. eine Ver Minderung der Kosten ein. Es sind etwa 25 Feuermelder vorgesehen, sodaß " die Entfernung von einem Melder zum anderen etwa P/s Minute beträtg. Außerdem ist zu erwarten, daß auch eine Anzahl private Etablissements stch einen Feuermelder zulegen, die Kosten hierfür werden etwa 175200 Mk. betragen. Verschiedene Mitglieder des Ausschusses sprechen gegen . die Anlage, Herr Hoffmann stellt den Antrag die 8000 Mk. nicht zu * bewilligen, um die Sache nicht zu überstürzen. Mit großer Mehrheit wird der stadlrätbliche Antrag angenommen, der Antrag Hoffmann ist sonach ge­fallen. Weiter ist als bemerkenswcrlh im Extra-Ordinarium noch ein­gestellt der Betrag von 30 000 Mk. als erste Rate für Ausbau der L am b oyst r aße. Der Gcfammtetat wird sodann angenommen.

In einem Schlußwort betont der Referent, Herr Bode, daß der Etat vorsichtig und voraussebcnd ausgestellt sei, sodaß erhebliche Nachver- , willigungen wohl kaum erscheinen würden. Wir könnten daher unserer Verwaltung, an deren Spitze der Herr Oberbürgermeister stehe, mit Ver- . trauen begegnen und spreche er dabei die Hoffnung aus, daß es derselben

auch ferner möglich sein möge, den Etat zu balanziren, ohne den Prozent- satz der direlten Steuern erhöhen zu müssen. Für diese freundlichen Worte dankte Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus, daran die Mit­

^ Di- Heutige Äummtt « ufay autzer dem Unterhaltungsblatt 24 Wetten.

tHeilung- knüpfend, daß nächsten Samstag Nachmittag in gemeinschaflli der Sitzung der beiden Körperschaften die Feststellung des Etais crfolgea solle, woran sich ein gemeinschaftliches lassen ver Mitglieder beider Körperschaften schließen werde.

Der ftädt. Haushaltsplan in 1886 87 und in 1896 97«

In der gestrigen öffentlichen Sitzung d s Gemeindeausschusses gab bei Beraihung des Haupletats der Referent desselben, Herr G. Bode, das nachfolgende vergleichende Bild der Etais von 1886/87 und 1896/97, weiches zeigt, in welchem Umfange die einzelnen Titel in dem kurzen Zeit­raum von 10 Jahren sich geändert haben.

Einnahmen.

1886/87

1896/97

sou it

Tit.

1 Aus früheren Rechnungsjahren

40,000

//

2 Allgemeine Verwaltung

22,143

12,713

9430

//

3 Aus Grundeigenthum

8,918

11,682

+

2764

ff

4 Zinsen und Kapital-Abtrag

19,269

44,172

+

25,903

ff

5 Aus Gemeinde-Anstalten

55,764

199,812

144,048

ff

6 Bau-Verwaltung

1,528

22,348

+

20,820

ff

7 Begräbniß-Anstalt

22,600

34,800

12,200

tf

8 Militaria oc.

705

3 807

+

3,102

ff

9 Bildungsanstalten

104,150

140,424

4-

36,274

ff

10 Armen-Verwaltung

41,850

36,600

5280

ff

11 Steuer Verwaltung

369,500

544,950

175,450

ff

12 Insgemein

571

390

--

221

Summa

647,000

1,091,700 +

444,700

Ausgaben.

Tit.

1 Aus Vorjahren

40,000

ff

2 Allgemeine Verwaltung

67,740

118,557

F

50,817

ff

3 Aus Grundeigenthum

2,713

69,623

3,718

+

1,005

ff

4 Zinsen und Kapitalablrag

180 302

4-

110,679

ff

5 Aus Gemein de- Anstalten

53,392

68,629

15,237

ff

6 Bau-Verwaltung

47,650

90.866

+

43,216

ff

7 Begräbniß-Anstalt

22,600

34 800

12,200

ff

8 Militaria ro.

4 455

15,800

+

11,345

ff

9 Bildungs-Anstalten

231,950

378,022

1

146,072

ff

10 Armen-Verwaltung

' 41,850

36,600

1,850

ff

11 Steuer-Verwaltung

62,600

60,700

1,900

ff

12 Insgemein ________

5,926

20,106

14 180

Summa 647,000 1,091,700 4" 444,700 Einnahmen.

Tit. 2. A llgemein e P erw a ltung. Hier ist der Fortfall der Ueber- weijuug an lantwirthsäafilichen Zöllen ausschlaggebend. Hinzugekommen sind Verwaltungskosten für die Latrinen-Eutleerung und Polizeistrafen.

Tit. 3 weift eine Erhöhung von Mk. 2764 auf, die auf die Erwerbung der Sandelmühle bezw. deren Vermiethung zurückzuführen ist.

Tit. 4. Die Veränderungen sind durch die Verzinsung und die Ab­träge der Anleihe für das Wasserwerk und sonstige kleine verzinsliche Anlagen entstandn.

Tit. 5. Gemeknde-Anst alten. Hier kommen die gesteigerten Betriebsergebnisse des stâdt. Gaswerks zum Ausdruck, die Mehreinnahme gegen 86/87 beträgt über Mk. 100 000, außerdem Mk. 5000 Reingewinn des Wasserwerks. Die Gebühren für Faßaiche sind vo» Mk. 1200 in 1886/87 um Mk. 1800 gr stiegen und betragen heute Mk. 3000. Die Zinsen des Reservefonds der Sparkasse sind mit Mk. 9700 in diesen Titel eingestellt. Außer dem wird die Summe noch erhöht durch die von der Siadt seit P/a Jahren unterhaltene Latrinen gruben Entleerung, sur welche Mk. 10 800 in Einnahme gestellt sind. .

Tit. 6. Bau-Verwaltung. Die Einnahmen dieses Titels sind, infolge der Miethseinnahmcn des -Ltadtschlosfes und die jährliche Rente-' für Unterhaltung der früheren kommunalständifchen Straßen mit Mk. 7200, erhöht.