Einzelbild herunterladen
 

UkEmrrttS- Preis:

SSHrlich 9 <X tritt. 4«so 4 Mertrsjährlich

S â 28 ^.

Wr enStoärttge Mbmmenten mit Nm betreffenden Vostmlsichlag.

Die einzelne Kuma« 10 ^.

Zugleich

AmttilHes Hvgern für StaöL- und Larrökvers ^anau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Insertions- Preis:

Tie livaliige Gurmondreite ober bereu R um 10 ^, die 1* lip Zeil« 15 4, die 2walt Zeile 20 ?, die 3spaL Zeile

30 A imRekavicniheil die 1 spalt Zeile 20 A netto.

R^. 6 h

HierzuAmtliche Beilage" Nr. 23.

Amtliches

Dicnstuachrichten aus bem Kreise.

Verloren: Ein Taschenmesser mit Cchildkrotplatte. Ein Porte­monnaie mit 65 Pf. Ein Paar neue Kinderschuhe Nr. 26. Eine neue Reisetasche mit getragenen Kleidern. Ein ledernes mit Nickel beschlagenes Hundehalsband; dem Wiederbringer eine Belohnung.

Gekündet im Main bei Grossauheim: 32 Stämme; Auskunft darüber ertheilt Herr Bürgermeister Grün dortselbst.

Gefunden: Einige Briefmarken (von der Post).

Zugelaufen: Ein klener schwarzer Spitzhund m. Geschl. Ein junger dunkelgrauer Hund mit langen Ohren und langer Ruthe, w. Geschl.; Empfangnahme bei Ackermann Jakob Schott 12r zu Niederdorfelden.

Hanau am 12. März 1896.

^tadttoiß ^anaw

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes. GkffeMcke Kitzung des GeMmcke-KusfâlHs

Freitag den 13. März er., nachmittags 4l/» Uhr.

Berathungsgegenstände:

1 Etat des Schlachthofes pro 1896/97 nebst Erhöhung der Schlachtge­bühren wegen Einrichtung einer Kuttelei.

2. Hauptetat pro 1896/97;

Einnahme und Ausgabe: Ordinarium 1091700 M.

Extraordinarium 345 200

Tagesschau.

Dem Abgeordnetenhause ging eine Vorlage zu, betreffend die Berechnung des Dienstalters der Richter.

Die Freisinnigen hatten am Dienstag den seltsamen Erfolg im Reichstage zu verzeichnen, daß einer ihrer Anträge auf allen Seiten des Hauses fast einstimmige Annahme fand. Das widerfuhr dem Antrag Lenzmann, der das Verbot des Hausireus durch Kinder unter 14 Jahren ausspricht. Da auch Minister von Boetticher die Zustimmung des Bundes­raths mit kleinen Einschränkungen in Aussicht stellte, dürfte diese Aus­beutung der kindlichen Kraft bei uns in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören. Der Erfolg seines Fraktionsgenossen wird hoffentlich den Abg. Richter darüber getröstet haben, daß er mit einem Antrag, der den Ge­meinden das Recht, den Straßenverkauf zu verbieten, erhalten wollte, nicht das gleiche Glück hatte. Herr Richter erzählte im Vollgefühl des Bewußt­seins, ein echter Volkstribun zu sein, daß, wenn er die Friedrichstraße herab­wandele, wohl dieser oder jenerfliegende Händler" sich vertrauensvoll, aber doch ehrerbietig ihm nahe und bitter darüber klage, der Schutzmann Nr. So und So habe ihn chikanirt. Man könne also wohl von einer Belästigung der Händler selbst, nicht aber von einer des Publikums durch die Händler sprechen. Daher habe die Aufsichtsbehörde keinen Grund zur Einmischung. Eine längere Debatte knüpfte sich an den Artikel 8, der den Haustrhandel beschränken und zugleich die Detailreisenden den Hausirern gleichstellen will. Auch soll ihnen das Aufsuchen von Bestellungen von Waaren bei Privaten verboten sein. Zu diesem Artikel waren etwa ein Dutzend Anträge eingegangen. Zu Gunsten eines Antrages Gröber- v. Holleuffer, der den Buchhandel von diesen Bestimmungen ausnimmt und dem Bundesrath die Befugniß einräumt, noch andere Ausnahmen nach dem örtlichen Bedürfniß zu gestatten, wurde die Mehrzahl der Anträge zurückgezogen.

Mit den Genostenschastsgrnnvnngen hat die Sozialdemo- ^atie entschieden Pech. Eine sozialdemokratische Bäckerei nach der anderen 'st verkracht; ganz tolle Zustände haben in diesen sozialdemokratischen Bäckereien geherrscht: in der einen haben dieGenossen Bäcker" eine un-

Donnerstag den 12. März

1896.

endlich lange Arbeitszeit gekabt, in der anderen waren dieselben sogar ge­zwungen, in den Streik zu treten. Jetzt ist die sozialdemokratische Ge- nossenschofls-Cüuhfabrik in Burg abgebrannt und der Konkurs ist an­gemeldet. Die sozialdemokratischen Schuhmacher schätzen den Schaden, den sie durch dcn Brand erlitten haben wollen, auf 44,000 Mark; die Ver­sicherungsgesellschaft, die zu den Abschätzungen auch einen Burger Schuh- machermeistcr herangezogen, auf die Hälfte, auf 23,000 Mk.; kurzum der Konkurs ist argem, ldet und 56 Arbeiter und Arbeiterinnen, die sich bei dem Schi Hmacherstreik 1894 durch Hetze besonders hervorgethan, sind brodlos. Für dieseGenossen", die seiner Zeit auch gegen den Abg. Bock-Gotha, weil er zur Mäßigung riech, nach Leibeskräften wetterten, muß nun gesammelt werden. Eine neue Gencssenschastsfabrik dürfte wohl kaum das Licht der Welt erblicken. Die Stimmung der Genossen für genossenschaftliche Gründungen ist überhaupt vollständig umgeschlagen. Vor einer Reihe von Jahren trugen sie sich mit allerlei Projekten. Nach dem Beispiele der Belgier wollten sie sogar eine großartige Genossen- schafts-Beauerei gründen; Hamburg sollte damit beglückt werden; aber der Begeisterung Flamme hörte bald auf. In den noch bestehenden ge- nossensLaftlichen Gründungen haben es, gelinde ausgedrückt, die Arbeiter nicht besser, als in den bürgerlichen Betrieben, cs ist seiner Zeit die bitterste Klage in Berliner Versammlungen erhoben worden, daß stellen­weise an der Spitze sozialdemokratischer Gründungen Leute ständen, die von den betreffenden Betrieben keine blaffe Ahnung hätten. Heute suchen die Streikenden nicht mehr das letzte Heil in der Errichtung von Ge­nossenschaften; denn das haben sie schon längst eingesehen, daß in den sozialdemokratischen Betrieben auch nur mit Wasser, und stellenweise mit recht schlechtem, gekocht wird. Das hindert freilich die von den Arbeiter­groschen in Freuden lebenden Agitatoren ni&t, auf die bürgerlichen Unter­nehmungen unausgesetzt ihren Geifer auszugießeu; vielleicht haben die Herren" einmal die Gewogenheit, über das Schicksal etlicher ihrer Parteigründungen nachzudenken; da sitzt doch viel, viel Schmutz am Stecken.

Die Pariser chauvinistischen Blätter zeigen sich über die Bildung des italienischen Ministeriums sehr unzufrieden und sagen, die meisten Minister seien persönliche Feinde Frankreichs und diesem sogar noch feindlicher gesinnt als die früheren. Es bereite sich nicht in Afrika, sondern in Europa eine Revanche vor, die gegen Frank­reich gerichtet sei.

Der Sultan stimmt zu, daß Fürst Ferdinand, der nach der Ver- fassung von Tirnowo bloß den TitelHoheit" besitzt, sich des Titels Königliche Hoheit" bediene. Der Sultan beabsichtigt, dem Fürsten an­läßlich des Besuches in Konstantinopel die Jnhaberschaft eines ottomanischen Regiments zn verleihen. Von Konstantinopel, woselbst er am 27. oder 28' ds. eintreffen wird, fährt der Fürst nach Petersburg, um dem Zaren für seine Anerkennung zu danke« und von dort nach Nizza zu seiner Ge­mahlin.

Deutscher Reichstag.

(57. Sitzung vom 11. März 1 Uhr).

Fortsetzung der Berathung der Gewerbenovelle bei Artikel 9, welcher an dem von den Legitimationskarten der Detailreisenden handelnden $ 44 der Gewerbeordnung lediglich eine redaktionelle Berichtigung vornimmt.

Abg. Vogt Herr (Soz.) beantragt Streichung des ganzen § 44. Der Antrag Voglherr wird ohne weitere Debatte abgelehnt und die Artikel 9 und 10 angenommen. _

Der Artikel 11 will unter die Gegenstände, welche durch den S vom Verkauf oder Feilbieten im Umherzichen ausgeschlossen smch folgende Waaren einreihen; Als Nr. 10 Bäume aller Art, Sträucher, Sämereien, Blumenzwiebeln, Schnitt- und Wurzelreben, Futtermittel. Als Nr. i Schmucksachen, Bijouterien, Brillen und optische Instrumente. Uls^Nr. 2 Druckschriften, andere Schriften und Bildwerke sofern sie m Wrangen erscheinen und die Zahl der Lieferungen des Werkes und dessen Gesammt- preis auf jeder einzeln, n Lieferung nicht augenfällig verzeichnet ist. Hierzu liegen zahlreiche Anträge vor.