Einzelbild herunterladen
 

Erstes Blatt.

lk»emntts- ^d8:

Zthrlich 9 -* ^.4X504 Vierteljährlich iX% ^.

Mr auswärtige Hannen ten mit tat betreffenden Kvftaufichlag.

Die einzelne dmmer 10 ^

HanaucrAinttaer.

Zugleich °

ArnMches Hvgcm für ^fadb un6 Lanökveis Aarrau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Insertion-' Preis:

Tie lipaftige Gormondreii« oder deren Scem 10 Ä, dir l^ip. Zeil« 15 dir 2spalt Zeile 20 4, die 3ipalt. Zeile 30 4, imRekiamcnibeil die Ispalt Zeile 20 -4 netto.

. 1

Str. 57.

Samstag den 7. März

1896.

HierzuAmtliche Beilage" Nr. 22

Strömung gegen Deutschland, in welchem die Briten den vielfach erfolg­reichen Mitbewerbern auf industriellen und kolonialen, von ihnen als ihr

( Amtliches.

Dicnstuachrichtcn aus dem Kreise.

Verloren: Ein Portemonnaie mit ca. 7 Mk. Ein Kinder- Wmischuh. Ein goldner Trauring.

Gefunden: Zwei Brennscheeren. Ein goldnes Kettchen. Ein Regenschirm.

Hanau am 7. März 1896.

Monopol betrachteten Gebieten erblicken. Daß die jetzige Verstärkung unserer Flotte durchErsatz Friedrich der Große" und die neun Kreuzer das Verstärkung bedürfniß nicht befriedigt, sondern vielmehr

beträchtliche Vermehrung unseres Schiffsstandes, namentlich flotte nothwendig ist, war der Budgetkommission bei ihrer bekannt; man bars diese daher zugleich als ein gutes Omen der nächsten Session zu erwartenden Floltenoerstärkungsplan

eine weitere der Kreuzer- Bewilligung für den in ansehen.

im

F

i31

Die Nichtbefolgung der Verpflichtung der Gewerbeunternehmer, ihren Meilern unter 18 Jahren, die eine von der Gemeindebehörde oder vom Staate als Fortbildungsschule anerkannte Unterrichtsanstalt besuchen, hierzu die erforderlichenfalls von der zuständigen Behörde festzusetzende Zeit zu Mähren (§ 120 Absatz 1 der Gewerbeordnung), konnte vor Erlaß der Kewerbeordnungsnovelle vom Juni 1891 nach § 147 Ziffer 4 a. a. O. nur bestraft werden, wenn der Gewerbeunternehmer zuvor von der Behörde Afgefordert worden war, dieser Verpflichtung nachzukommen, und der Nach­weis, daß dies geschehen sei, zu den Akten gebracht worden war. Nach Krlaß der Novelle vom 1. Juni 1891 (§ 150 Ziffer 2 a. a. O.) ist lies nicht mehr die Voraussetzung für die Bestrafung der Gewerbeunter- rehmer, die den von ihnen beschäftigten gewerblichen Arbeitern die zum Gesuche einer obligatorischen oder freiwilligen Fortbildungsschule erforder­liche freie Zeit nicht gewähren. Gleichwohl ist es zweckmäßig, daß die Arbeitgeber zum I. April jeden Jahres durch die Kreisblätter und durch Äe von den städtischen Behörden zu erlassende Bekanntmachung auf ihre Verpflichtung besonders aufmerksam gemacht werden.

Ich ersuche ergebenst, gefälligst dafür zu sorgen, daß dies geschieht. Berlin den 1. Dezember 1892.

Der Minister für Handel und Gewerbe.

In Vertretung:

(gez.) Lohmann.

Wird hierdurch zur gefälligen Nachricht und Nachachtung zur öffent­lichen Kenntniß gebracht.

Hanau am 3. März 1896.

Der Oberbürgermeister

Dr. Gebeschus.

Tagesschau

6 é

Ö

cf

30'

3.

Die Gründe für die Vermehrung unserer Kreuzerflotte TO von solcher Ueberzeugungskraft, daß die Mehrheit der Budgetkommission Reichstags sich von Herrn Eugen Richters Führerschaft emanzipirte Ad dieser in der Opposition gegen die nothwendige Verstärkung unserer Lehrkraft zur See mit der sozialen und der süddeutschen Demokratie allein blieb. Wenn, wie Freiherr v. Marschall mit Recht betonte, von einer Ätschen Weltpolitik in dem Sinne des Alldeutschen Vereins, welche das Zutrauen zu Deutschlands Friedensliebe, Mäßigung und Gerechtigkeit er- chüttern und ihm die Rolle des Hüters des europäischen Friedens bis zur Möglichkeit erschweren müßte, selbstredend nicht die Rede sein kann, so Weisen doch die Vorgänge der letzten Wochen mit Nothwendigkeit darauf M unsere Altionskraft zur See wesentlich zu verstärken. Wer sich früher Stillen mit der Hoffnung getragen hat, bei einer Bedrohung unserer Häfen und Küsten durch feindliche Flotten die britische Flotte an unserer zu sehen, und deshalb auf eine zu Schutz und Trutz ausreichende ^Wickelung der eigenen Wehrkraft zur See verzichten zu können glaubte, jetzt des besseren belehrt. Wir werden im Falle der Gefahr allein sein auf eigenen Füßen zu sieben haben und uns daher darauf rüsten die Gefahr auch selbst und mit eigener Kraft bestehen zu können, ^'über ist kein Zweifel. Ebensowenig, daß die Interessen unseres aus- Mnen Handels und damit zugleich die Lebensintercssen eines großen Zkilè unserer heimischen Produktion bei der Gestaltung, welche der Welt- Adel mehr und mehr annimmt, ebenso, wie unser kolonialer Besitz eines Esi'-ärkien und kräftigeren Schutzes als bisher bedürfen, und daß dieses Wirkte Cchutzbcdürfniß besonders stark hervortritt angesichts der starken ^Uimen Rüstungen Englands und angesichts der populären britischen

Die nationalliberale Partei hat einen schweren Verlust zu verzeichnen. Völlig unerwartet ist am 5. d. Mls. Dr. Franz Armand Buhl, 57 Jahre alt, einem Schlaganiall erlegen. Von 1871 bis 1893 vertrat er den 5. pfälzischen Wahlkreis Homburg-Kusel im Reichstage, dessen erster Vizepräsident er in der Legislaturperiode 18871890 war. Der Landesausschuß der nationalliberalen Partei in Thüringen und Kurhessen hat folgendes Beileidstelegramm an Frau Dr. Buhl in Deides­heim gelangen lassen:Der Landesausschuß der nationalliberalen Partei in Thüringen und Kurhessen spricht Ihnen, sehr geehrte Frau, sein herz­lichstes Beileid an dem schweren Verluste aus, den Sie und wir alle mit Ihnen erlitten haben. Das Andenken Ihres dem Vaterlande und der Partei zu früh entrissenen Gatten, zu dem in persönliche Beziehungen zu treten uns eine stete werthvolle Erinnerung ist, wird für alle Zeiten treu bewahrt werden."

Daß die Elsatz-Lothrittger in Nizza mit ihrer umflorten Fahne demonstrirten, hat bei uns wohl Niemand beachtet. Dergleichen war schon oft da und wird noch manchesmal wiederkehren, ohne daß man ihm bei uns Bedeutung beilegte. Etwas anderes ist, wenn das Oberhaupt der französischen Station sich herausnimmt, uns anzurempeln. DerTemps" theilt den Wortlaut der Rede mit, die Felix Faure vorgestern in Nizza gehalten hat. Faure erzählte den Hergang der ersten Angliederung Nizzas an Frankreich und betonte, daß der Konvent die Aufnahme Nizzas in die französische Republik erst beschlossen habe, nachdem das Volk von Nizza den Anschluß an Frankreich verlangt habe. Er sagte, der Konvent hat dadurch das Prinzip ausgestellt, daß der Sieg nicht genügt, um das zu rechtfertigen, was nicht der Wille eines freien Volkes fanktionirt. Lang­anhaltender Beifall folgte natürlich. Was Faure meint, ist klar: Auch er hält den Frankfurter Frieden nicht für genügend zur Rechtsbeständigkeit der Abtretung von Elsaß-Lothringen. Haben ihm vielleicht die Wuthausbrüche der englischen Presse und die Niederlagen der Italiener den Kamm schwellen gemacht? Wir können ihn ruhig reden lassen.

Die Wiener Gemeinderathswahlen haben auch in der ersten Klasse mit einem verstärkten Siege der Antisemiten geendet. Es wurden 28 Liberale und 18 Antisemiten gewählt. Somit ist gegen die Wahlen im September vorigen Jahres ein Zuwachs von 4 antisemitischen Man­daten zu verzeichnen. Die Gesammtzahl beträgt also 96 Antisemiten und 42 Liberale, gegen 92 Antisemiten, 45 Liberale und einen von beiden Parteien gemeinsam ausgestellten Kandidaten bei der vorigen Wahl.

Der offiziösePester Lloyd" schreibt: In der schweren Ent­scheidung, welche Italien in den nächsten Tagen zu treffen habe, kann es der Nation und den Staatsmännern, welche das letzte Wort zu sprechen haben, Genugthuung bereiten, daß sie ihre Entschlüsse frei von aller Sorge um die europäische Situation des Landes zu fassen in der Lage seien; denn die Sicherheit Italiens, seine Unverletzlichkeit und J«te- grität stehen unter dem Schutze des Dreibundes. In der heutigen Welt­lage würde sobald keine Macht daran denken, einen Moment der Schwäch­ung des Nachbars zu benutzen, um ihn zu überfallen; aber selbst angenommen, daß solcher Plan irgendwie bestände, müßte er an dem Schutzwalle des Dreibundes scheitern. Ob Italien auch noch ganze Armee­korps nach Afrika dirigirt, so bleibt es doch im Dreibunde immer der gleichwerthige Partner, der cs von Anfang an gewesen ist. Das Bündniß mit zwei mächtigen Staaten des Kontinents gestattet Italien heute ohne Sorge um seine Stellung in Europa für Erythräa frei und urigehindert Dasjenige zu thun, was nach den Erfordernissen des Augenblicks unb, jener der dauernden Interessen Italiens erforderlich erscheint. Mx

Die Abeffynier, die Belgien Lieferungen von Patronen für Me- uelik abgeschlossen haben, befinden sich gegenwärtig in London, wo sie be­deutende" Mengen Handfeuerwaffen und Geschütze kaufen wollen, welche die belgische Industrie außer Stand gewesen wäre, ihnen in der gestellten Frist zu litfern. Trotz eifriger Bemühungen sei es der italienischen Gesandtschaft

M^ Die heutige Nummer umfaßt außer dem UnLerhaltungsblatt 22 Seiten