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Erstes Blatt

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Zugleich

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Dienstag den 3. März

I Str. 53

HierzuAmtliche Beilage" Nr. 20

Amtliches.

Dienstnachlichtc» aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Spazierstock. Ein Zigarrenschild. Eine b grau karrirte Decke. Eine Peitsche. Eine Tasche mit Papieren.

Zugeflogen: Ein Kanarienvogel.

Zugelaufen: Ein junger weißer Foxterrier w. Geschl.

Hanau am 3. März 1896.

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Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Im Hauptgebäude des Stadtschlosses dahier ist auf der feite des II. Obergeschosses eine Wohnung, bestehend aus sieben mmern, Küche, Speisekammer, zwei Mansarden und Haushaltungskeller, r 1. April d. J. zu vermiethen.

Näheres beliebe man im Stadtbauamt I, Rathhaus Zimmer 24, 10I2V2 Uhr vormittags zu erfragen.

Hanau den 29. Februar 1896.

Der Oberbürgermeister Dr. Gebe sch ns.

Höhere Töchterschule.

Anmeldungen für das neue Schuljahr werden vormittags von 10 bis 12 Uhr im Schulgebäude, Steinheimer Straße 37, entgegengenommen, es sind hierbei die Gebmts- und die Impfscheine vorzulegen.

In die unterste Klasse IX werden diejenigen Kinder ausgenommen, »eiche 6 Jahre alt sind. Den geltenden Bestimmungen gemäß finden och auch die Kinder, welche dieses Lebensalter bis zum 1. Oktober (siegen, sofern sie in körperlicher und geistiger Beziehung zum Schul- soche reif erscheinen, zu Ostern Aufnahme.

Hanau den 13. Februar 1896.

Der Schuldirektor Junghenn.

2046

Das Ende der spanischen Herrschaft aus Cuda.

In unserem zur Rüste gehenden Jahrhundert zeigt sich ausgeprägter 5 wohl je in einem der vorangegangenen Zeitabschnitte das eherne alten der historischen Gerechtigkeit und Nothwendigkeit, die mitleidslos gesunde Staalsgebilde zertrümmern und gesunde an ihre Stelle setzen, n diesem Jahrhundert wurde der deutsche Bund zerschmettert und ein ^chtiges deutsches Reich trat an seine Stelle, in diesem Jahrhundert wur- M die italienischen Kleinstaaten durch einen achtunggebietenden Witéftaat ersetzt, in diesem Jahrhundert vollzieht sich langsam aber un­sittlich der Zerfall des in europäische Verhältnisse nicht hineingehörenden fischen Staates, in diesem Jahrhundert endlich verliert Spanien die seiner großen Kolonien. Noch am Beginn des Jahrhunderts die Rte europäische Kolonialmacht in Simerifa, hat Spanien hintereinander ^xiko und die südamerikanischen Staaten ausgeben müssen und jetzt steht M der schnierzlichste Verlust, die Loslösung Cubas, bevor.

Denn die Annahme des Beschlusses, die Insurgenten auf Cuba als .^führende Macht anzuerkennen, durch den amerikanischen Senat bedeutet Ende der spanischen Herrschaft. An sich würde dieser Beschluß noch allzuviel zu besagen haben, aber die Reden, die vor der Abstimmung halten wurden, bliesen den Spaniern das Hallali ; wenn ein amerika- ^er Senator öffentlich und unter dem lebhaften Beifall seiner Kollegen Mrt, es sei an der Zeit, der spanischen Barbarei ein Ende zu machen den spanischen Obergeneral, den er einen Schlächter nannte, zu Der H so bedeutet diese Rede für die tausende von amerikanischen Aben-

M> Die heutige Kummer umfaßt außer dem Unterhaltungsblatt 12 Seite«

Jnsertioss- Preis:

Die ispaltige Sormonbreift oder deren Rc«m

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10 A, 1'-»sp. Zeil« 15 4, 2fpalt. Zeile 20 ^, Zspalt. Zeil« 30 4,

imRekiamenldeil die 1 spült Zeile 20 é netto.

1896.

teuietn, etc nur aus einen Wink warten, um bm kubanischen Frei­schärlern zu Hilfe zu eilen, eine nicht mißzuverstehmde Aufforderung, an den Kämpfen auf der Insel theilzunehmen. Schon bisher hat es an amerikanischem Gelde, an Waffen und an Unterstützung durch Zuzüge von außerhalb für die Aufständischen nicht gefehlt; sie hätten sonst den an Zahl überlegenen, bester disziplinirten und bewaffneten spanischen Soldaten wohl kaum einen so langen und erfolg' eichen Widerstand entgegensetzen können. Nun aber wird nicht nur der Zuzug aus den Vereinigten Staaten ein stärkerer werde«, sondern auch diejenigen kubaner, die sich bisher vorsichtig neutral gehalten haben, werden sich jetzt dm Insurgenten zu gesellen, denn es ist immer vortheilhaft, auf der Seite des Siegers zu stehen. Denn der Sieg gehört jetzt zweifellos dm Cubanern. Sie sind sicher, daß ihre Reihen immer wieder ergänzt werden, während die Spanier fast am Ende ihrer Kräfte angelangt sind und höchstens noch belanglose Truppennachschübe aus Europa zu erwarten haben. Und selbst wenn General Weyler einige vorübergehende Erfolge erlangen sollte, so können die Vereinigten Staaten nach den Redm und Beschlüssen im Senat die Insurgenten nicht fallen lassen, gauz abgesehen davon, daß es schon seit einem halben Jahrhundert ihr Bestreben ist, Sparten aus Cuba zu verdrängen. So wäre es vielleicht das Vortheilhafteste, wenn auch nich das Rühmlichste für Spanien, den aussichtslosen Kampf aufzugeben.

Ja dieser verzweifelten Lage hat Spanien nickt einmal den Trost, moralische oder gar faktische Unterstützung von europäischen Staaten er­warten zu können. Denn ein politisches Interesse daran, ob Spa­nien oder Mexiko wie es im amerikanischen Senat angeregt wurde Cuba besitzen, haben die europäischen Staaten nicht. Ihr Handels­interesse aber muß darauf gerichtet sein, daß die von der Natur so verschwenderisch gesegnete Insel endlich von den ihr verliehenen Schätzen Gebrauch macht und dahin gelangt, umfangreiche Handelsbeziehungen an­zuknüpfen. Das ist aber so lange nicht möglich, als Spanien die Insel aussaugt und ihren Handel unterbindet.

Die durch den Krieg hervorgeiufme Zerrüttung der Finanzen, die durch das Fieber und den Feind veranlaßte Dezimirung des Heeres, die Vernichtung des militärischen Prestiges, und vor allen Dingen der Verlust der werthvollen Kolonie werdm von dem spanischen Volke, das ohnehin zur Auflehnung gegen die Regierung jederzeit geneigt ist, kaum ruhig er­tragen werden. Anarchisten, Sozialisten, Republikaner und Sadisten wer­den ihr Haupt wieder kühner erheben. Dem kleinen Alfonso XIII. ist das seltene Glück beschieden gewesen, als König geboren zu werden; ob es ihm aber wohl beschreden sein wird, dereinst König von Spanien zu sein?

Tagesschau.

In russischen Hofkreisen wird die überaus gnädige Ausnahme des Generals v. Werder am dortigen Hofe, welcher im Aufttage seines Monarchen bei dem Empfang dem Zarenpaar zwei der neuesten Photo­graphien des Kaisers Wilhelm II. nebst Begleitschreiben überreichte, sehr besprochen.

Pfarrer Naumann aus Frankfurt a. M. sprach am Freitag imEvangelischen Arbeiterverein" zu Leipzig, wie schon kurz gemeldet, vor einem Auditorium von 1700 Personen über seine Stellung zur Sozialdemokratie. Er kam der letzteren außerordentlich weit ent­gegen. In wirthschaftlicher Hinsicht ließ sich überhaupt keine Grenze mehr erkennen, nur daß das sozialdemokratische Programm das Hauptgewicht auf die Lohnfrage legt, während Naumann die Grund- und Bodenfrage als wichtigere in den Vordergrund gestellt wissen will. Im übrigen gab Naumann der Hoffnung Ausdruck, daß die soziatdemokratiiche Partei den unfruchtbaren Materialismus und Atheismus aufgeben, über Kaiser und Reich noch einmal zu anderen Gedanken kommen und so sich zu einer staatserhaltenden Partei entwickeln werde, da in Deutschland nur ein monarchischer Sozialismus Boden finden könne. Aus die bisher herrschenden Parteien vermöge sich keine Regierung 511 stützen, denn sie hätten die Sympathien der Müssen nicht. Die konservative nicht, weil sie mit ihren sozialreformatorischen Bestrebungen, die liberale nicht, weil sie mit ihrem