Einzelbild herunterladen
 

ssh-memevtS-

Preis:

Mlich 9 «X M4â50^L Kirrtrljährlich 8X26 A

Mr auswärtige Momenten mit t« betreffenden Postaufschlag. Die einzelne

Lummer 10 <4.

Zugleich

Arnttiches ^rgan für ^taöf* und Lanökveis Aanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,

Jssertiorrs- Preis:

Tie lipaltige Garmond;«:!« oder bereu Ruin»

10 A, die l^fp. Zeile

15 A, die 2spalt. Zeit« 20 4, die BfpalL Zelle

30 A.

imRek.amenlhril die t spalt Zelle 20 A netto.

Nr. 51

SamMg den 29. Fevruar

1896.

Hierzu „Amtliche Beilage" Nr. 19

Amtliches.

^anö&retjet ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Eichen und Win- kefen erloschen ist, weiden die unterm 20. Dezember 1895 und 3. Februar i. 3- zur Verhütung der Weiterverbreitung der Seuche angeordneten Sperr- mßregeln hiermit aufgehoben. Die Herren Orts vorstände wollen dieses sofort ortsüblich bekannt machen lassen.

Hanau den 29. Februar 1896.

Der Königliche Landrath.

v. Schenck.

Die Maul- und Klauenseuche in Ilbenstadt, Kreis Friedberg, ist «loschen.

Hanau dm 27. Februar 1896.

Der Königliche Landrath.

v. Schenck.

Dieilstnachrichtcii aus dem Kreise.

Zugelaufen: Ein weißer Foxterrier mit braunen Abzeichen, m. iGeschl.; Empfangnahme bei Richard Wolf zu Wilhelmsbad. Ein gelber Schäferhund mit weißer Brust und spitzer Schnauze.

Verloren: Ein schwarzer Pelzkragen. Ein gefütterter brauner Na?öhandschuh.

Gesunden: Am 15. d. Mts. in Mittelbuchen ein Heuseil und am 27. d. Mts. 3 Paar Kinderhandschuhe, ferner auf der Straße von Hanau nach Wilhelmsbad eine Flasche; Empfangnahme sämmtlicher Gegenstände bei dem Herrn Bürgermeister zu Mittelbuchen. Ein hellgrauer Kinder­handschuh.

Hanau am 29. Februar 1896.

Tagesschau.

In Sachen der neuen Börsenreform steht nun die Ent­scheidung bevor. Keines von allen Gesetzen, die zur Stunde im Reichs­tage sind, ist härter umstritten, als das neue Börsengesetz, und mit leb­hafter Spannung erwartet mau deshalb, in welcher Form es zu Stande kommt. Die Entscheidung steht nun bevor, nachdem in der Reichstags- kommisston die erste Berathung der Vorlage zum Abschluß gebracht ist. 3m Verlaufe der zweiten Lesung wird aus der Haltung der verbündeten Regierungen klar werden, ob und welche der gefaßten scharfen Beschlüsse für nicht annehmbar halten. Die Kommifstonsmehrheit meint, es würben vielleicht formelle, aber nicht prinzipielle Aenderungen vorgenommen iu werden brauchen.

Die erste schwerwiegende Aenderung hat die Reichstags- Immission an dem Entwurf des neuen Bürgerlichen Ge- ! e tz b u ch e s vorgenommen. Mit 13 gegen 8 Stimmen wurde ein An­trag des Abg. Gro'eber (Ctr.) zu § 21 und damit der Grundsatz ange­nommen, daß alle Vereine, welche nicht gegen ein gesetzliches Verbot oder guten Sitten verstoßen, Korporationsrechte erlangen und durch Ein­tragung in das Register des zuständigen Amtsgerichtes, ohne Konzession oder Einspruch der Regierung. Von Anfang an war zu erkennen, M sich beim Vereinsrecht die Hauptschwierigkeiten ergeben würden.

Der Deutsche Hsudelstag wird in Kurzem berufen werden ^kcks Berathung der Gesetzentwürfe über den Verkehr mit Butter, Käse, Schmalz und deren Ersatzmitteln, über den Verkehr mit Handelsdünger, ^wfefuitermitteln und Saatgut und über die Börsen.

Der Landesausschuß der Nationaüiberalen Partei für Thüringen und Kurhessen wird am Sonntag den 1. März in ^lha zu einer durch Vertrauensmänner noch besonders verstärten Sitzung

UM- Die heutige Nummer umfaßt autzer dem Uuterhaltungsblatt 20 Seiten

zufammeutreien. Ten Vertändlungen werten von Seiten der Zentral­leitung der Partei mit anwohnen die Herren Reichstegsabgeordnetm Dr. Pieschel, Prof. Dr. Paasche und Wâr, sowie Herr Generalsekretär Patzig.

Eine bemerkenswerthe That hat der bayerische Landtag voll­bracht, indem er einen Antrag Moison annahm, nach welchem die Tel e- phongebühren von 150 auf 100 Mark im Jahr herabzusetzen find. Der Antrag könnte den Reichstag zu gleichen Beschlüssen für den Telepbon- dienst in der Reichspost auffordern. Noch ni driger wie in derReichspoft und in Boyern sind die Telephongebühren in Württemberg wo denn auch das Telephonnttz am ausgebreitetsten ist und auch in Dörfern schon Auf­nahme gefunden hat.

Aus £$ien wird berichtet: Die vorgestrige totale Niederlage bei den Gemeinderathswahlen im dritten Wahlkörper hat im Lager der Liberalen Bestürzung hervorgerufen. Auf Erfolge hat man nicht ge­rechnet; man hoffte aber in der inneren Stadt und in der Leopoldstadt es mindestens zu Stichwahlen zu bringen. Statt dessen find die anti­semitischen Majoritäten fast überall noch gewachsen. Gegen die Wahlen im September haben die Antisemiten 3000 Summen gewonnen und die Liberalen 2000 Stimmen verloren. Die Sozialisten, welche diesmal zum ersten Male in den Wahlkampf traten, haben in sämmtlichen 19 Bezirken ungefähr 1100 Stimmen aufgebracht. Den größten Antheil am Siege der Antisemiten haben die Klerikalen. Auch die Frauen-Agitation der Antisemiten hat sich bewährt.

Ueber einige der wichtigeren schwebenden Tageskragen wurde vorgestern im englischen Unterhause und in der französischen Depntirten- kammer gesprochen, insbesondere über Korea, China, Egypten und die asiatische Türkei. In allen diesen Fragen wurde seitens des englischen Regierungsvertreters abgewinkt; weder ist demnach eine russische Besetzung Koreas in Sicht, noch braucht sich das Parlament wegen russisch-chinesischer Eisenbahn- und Hafenabmachung graue Haare wachsen zu lassen, noch wird eine Besetzung Türkisch-Armeniens durch russische Truppen erwogen, noch ist endlich der englischen Regierung von irgend einer Seite die Räumung Egyptens nahe gelegt worden. ^selbstredend gelten alle diese Feststellungen nur der Situation des Augenblicks, was also nicht ausschließt, daß die internationale Konstellation Aenderungen erfahren kann. Dieser Ansicht scheint man in Frankreich in Betreff Egyptens zu sein; wenigstens wurde in der vorgestrigen Kammersitzung un­umwunden die Hoffnung kundgegeben, England werde in die Räumung Egyptens willigen. Was übrigens Armenien betrifft, so legt England Werth darauf, freie Hand in dieser Sache zu behalten; wenigstens deutet die beschlossene Errichtung eines englischen Konsulats in Marosch aus solche Absicht hin. Die Pazisikation der Armenier und Kurden ist einst­weilen noch sehr fragwürdiger Natur; die Pol. Korr, berichtet ans ^Kon­stantinopel, daß Schakir Pascha die Nothwendigkeit einer größeren Früh- jahrsexpedilion gegen die Kurden dargethan habe und daß seiner Anregung Folge gegeben werden dürfte. In Zeitun herrscht auch noch immer das größte Elend; die dortige Lage ist so beschaffen, daß vorgestern die Bot­schafter in Konstandinopel eine Berathung darüber abhielten.

Die wichtigste Nachricht über innerbulgarische Ereignisse ist die Uebernahme der Führerschaft von Stambulow's sogenannter liberaler Volkspartei durch Grekow. Wenn auch vorläufig von den Leuten, die ver­langen, daß man sich nach ihren Worten richte, aber nicht nach ihren Thaten, Feuer und Flamme gegen Grekow gespien wird, weil er sich offen zu Stambulow's Grundsätzen bekennt, und das in einem Augenblick, da Alles noch fast berauscht ist durch die russische Huld, so werden einsichtige Männer doch erkennen, daß Giekow's Führerschaft von «tambulow s alter Partei ein Abtreten der verbitterten Kämpfer von der Arena des politischen Streites bedeutet. Grekow ist ein Mann der Versöhnung, eine vermittelnde Kraft in dem Meer von Gegensätzen, das die letzten Regierungsjahre Stambulow's, sein Abtritt und seine Ermordung, sowie das Regierungs- system der Freunde Stoilow's in den, Lande angehäuft haben. Man kann anriehmcn, daß die Bulgaren aller Parteien, auch der rusfenfreundlichsten, auf der Wacht stehen, um ein Einspannen Bulgariens für rein russische Interessen zu verhindern. Besonders wird dies aber bei den liberalen