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HanauerAmtiatr.
Zugleich
Amtliches Hvgcm für StaöL- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
AvsertionS- Preis:
Die ljpaltiae
Horr>ond;er!e eher bereu N«m
10
die l* »fp. Zeil«
15 4, die 2svalt. Zeit«
20
die 8iDalt Zeile
30
imRek amenthei! die Ispalt Zeile 20 4 netto.
Dienstag den 25. Februar
1896.
■ I Hierzu „Amtliche Beilage" Nr. 17.
t ' . Amtliches. r _ Dicnslmchrichicil aus 6cm Anise.
- Verloren: Auf der Straße von Neuwirchshaus bis Pulverfabrik t n brauner Mantel.
t Hanau am 25. Februar 1896.
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^taOt&rew ^anau.
? Be?a«nimachrrngkn des Oberbürgermeifieramtes.
Am Mittwoch den 26. d. Mis., uaü mittags von 5 Uhr ab, findet n unteren Sitzungssaale des Neustädter Rathhauses, Zimmer Nr. 1, ffentliche Sitzung des Gcwerbegcrichts statt, in welcher Partheien Vaige Streitigkeiten, Klagen rc. zur Schlichtting anbringen können.
Hanau am 24. Februar 1896.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts Dr. Gebe sch us.
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1 L a g e è s ch a «.
r ’ Fürst Bismarck empfing am Sonntag in Friedrichs rub eine De- ltation der allgemeinen Ordnungsparteien des Saalekreises. Wenn, wie „ richtet wird, der Altreichskanzler gegenüber der Erschienenen wiederholt ner Freude darüber Ausdruck xad, Vertreter nicht einzelner Parteien, ndern jener Elemente vor sich zu haben, die aus dem Boden des Aus- ms und der Stärkung des Vaterlandes st-hen, so entspricht diese An- muung durchaus dem schon öfter vom Fürsten Birmaick formulirten Abfälligen Urtheil über die herrschende Parteim isère , ren getreuestes Spiegelbild die Zusammensetzung der jetzigen Reichstags- I chrheit darstelle. Diese Parteimijère ist es, welche den normalen Gang r Reichsmaschine schon beinahe unmöglich gemacht hat, welche den Parla- ntarismus in Verruf bringt und cs dahin treibt, daß unser Volk, statt ,7 politischer Schulung zu gewinnen, einer politischen Verwahrlosung an- z. «gefallen ist, welche den positiven und national gerichteten Strömungen " seres öffentlichen Lebens ihre Ausgabe alle Tage mehr erschwert. Auch
i Regierung müht sich vergeblich ab, den lähmenden Einfluß zu durch- echen, den die deutsche Parteimisère auf das Reich ausübt.
Sobald der die Wahlrechtsreform betreffinde Gesetzentwurf in der lchfischen zweite« Kammer angenommen ist, wird eine Landesver mnilung über die Taktik der Sozialdemokratie in Sachsen entscheiden, ie „Sâchs. Arbeiterzeitung" und die „Leipz. Volksztg." haben sich für n Fall der Annahme des Gesetzentwurfs schon jetzt für die Mandats- ederlegung der sozialistischen Kammermitglieder ausgesprochen.
Daß der jüngste Umschwung in Korea, die Beseitigung des ionischen Einflusses am Hofe, die Flucht des Königs in die russische ffandtschaft in Söul durch russische Einflüsse erfolgt seien, M aus der ganzen Thätigkeit der russischen Diplomatie zu ersehen. Die .sburger Blätter machen arich gar kein Hehl aus den Bestrebungen *> Zarenreiches. So schreibt die „Petersb. Gas."; „Wenn wir uns auf e Baltanhalbinsel, besonders in Bulgarien, mit einer in moralischer Hin- ht bevorzugten Lage und der Ueberzeugung begnügen können, daß die «garen ganz auf unserer Seite stehen, so muffen wir doch auf Korea, > Japaner, Nordamerikaner, Engländer und Deutsche eifrig dabei sind, rschiedene wirthschaftliche Vortheile zu erlangen, angesichts ter geographi- ^en Lage dieses Landes die Verkettung überaus günstiger Umstände zur fiteren Befriedigung unserer Bedürfnisse im äußersten Osten benutzen, ldere europäische Staaten haben uns durch den Abschluß sehr vortheil- fter Handelsverträge mit Korea überflügelt. Wir können nun mit dem
■ ? ~on Kmea nur einen noch voriheilhaftcrcn Vertrag abschlicßen und, die sibirische Bahn als der kürzeste Weg durch Asien zu einem nicht rierenden Hafen am Stillen Ozean internationale Bedeutung hat, so ^d kein zivilisirter Staat uns Hindernisse in den Weg legen."
Präsident Krüger erklärte, das Gerücht von der bevorstehenden labbüngigkeiiserklärung der Südafrikanischen Republik sei eine billige Lüge; das Land sei nie ruhiger gewesen als gegenwärtig.
Ans èsm, Provinz nnv Umargend
* Ueber Sie künftige Witterung -ch-eibt Herr Habenicht- Gotha: Leider rind noch immer keine Rachrrchlen über die Eisverhältnisse bei.Island eingetroffen, es fehlt also vorläufig jede exakte Basis zur Aufstillung von Fernprognosen. Anzeichen für eine extreme Gestattung der Witterung des kommenden Frühjahrs und Sommers sind vorläufig nicht vorhanden. Die bedeutenden Ersansammlungkn bei Nowaja-Semlia, von denen wir Kenntniß haben, und diejenigen nördlich bei Island, auf welche die Bahnen der atlantischen Minima schließen lassen, dürften noch mehrfache Kälte-Rückschläge verursachen.
Theilweise Mondfinsternitz. Der 28. Februar d. J. bringt uns eine the lweisc Mondfi« sterniß, die Beobachtung verbiet t und auch finden wird, wenn der H mwel etnicerma^en ein Hut res Gesicht zeigt; die übrigen Bedingungen der Sichtbarkeit sind sehr günstig, namentlich was die Zeit betrifft. Die Finsterniß beginnt aben s 7 Uhr 16 Min. nach mitteleuropäischer Zeit. Der Mond ist bereits um 5 Uhr 42 Min. aufgegangtn und steht am Ostlummel im Stcrnbilde des Löwen. Der Eintritt der voklkeleuchteten Mondscheibe in den Erdschatten erfolgt am linken (östlichen) Mondrande, und da die Begrenzung des Erdschattens keine scharfe ist, so vergehen einige Minuten, bis unser Auge die ersten Spuren der Verfinsterung wabrnimmt. Dann abu schrecket die Verdunkelung der Mondscheibe kri chtlich rasch vorwärts. Um 8 Uhr 46 Min. — die Mitte der Finsterniß — ist der Mond bis auf ‘/s seines Durch- uuffers vom Erdschatten bedeckt und nur ein sehr schmaler Theil der unteren Hälfte der Mondscheibe ist noch beleuchtet — ein röchst ungewohnter eigenartiger Anblick. In dieser Zeit der größten Verfinsterung werden die Flecken des Mondes, hellere wie dunklere, die anfangs verschwanden, woll im rölhlichen Schimmer wieder statt bar.
"Adreßbuch. Die Firma „Albrecht Pikszczet L Co." in Leipzig beabsichtigt, ein Universal Adreßbuch für den russischen Import Handel herauszugebkn, das namentlich auch die Ausfuhr deutscher Erzeugnisse nach Rußland zu fördern bestimmt ist, indem es russische Kaufleute mit den besten Bezugsquellen bekannt machen soll.
B. Schwurgericht. (Sitzung vom 24. Februar.) Strafsache gegen den Batzr.aibeiter Iohannes Schmitt von Pilgerzell wegen Körperverletzung mit söhligem Erfolg. Vorsitzender: Herr Land- gcrichtsrath Kehr; Vertreter der Antlagebehörde: Herr Geheimer Justizrath Schumann; Vertheidiger: Herr Justizrach Osrus. Der^Sach- verhalt ist folgender. In der Nacht vom 4. auf 5. November vorigen Iah' es entstand bei einem Tanzvergnügen in der Wei nerlichen Wirthschaft in Pilgerzell Streit, den u. A. der Vater des Angeklagten, Adalbert Schmitt, zu schlichten suchte. Johannes S. glaubte bei dem Hin- und Herzerren, daß man seinen Vater mißhandele und mischte sich deshalb auch ein, um seinem Vater beizustehm. Bei diesem Streite erhielt einer der Burschen, Franz Baier, einen Stich in den Unterleib. Baier starb vier Wochen darauf. Der Verdacht der Thäterschaft lenkte sich -auf den 5Ijâh- rigen Adalbert Schmitt und auf einen anderen Mann, namens W., der ober falls bei dem Streite ringriff. Beide wurden verhaftet. Als der alte Schmitt am 6. November in Untersuchungshaft genommen worden war, stellte sich sein Sohn Johannes, der heutige Angeklagte, der Behörde und gab an, nicht sein Vater, sondern er sei derjenige, der den Baier gestochen habe. Vorher ging er noch selbst zu Baier, bat ihn um Entschuldigung und versprach, seine Eltern wurden für den Schaden aufkommen. Johannes S. wurde auf sein Geslândniß hin verhaftet, während sein Vater und der andere Angeschuldigte freigelaffen wurden. Seit dem 7. November 1895 saß der Angeklagte nunmehr in der Untersuchungshaft. In der heutigen Verhandlung widerrief der Angeklagte sein erstes Gestândniß, welches er in drei Untersuchuvzsterminen aufrecht erhalten hatte. Er will sich nur deshalb selbst beschuldigt haben, um seinen alten Vater vor der langwierigen Untersuchung zu bewahren. Weder er noch sein Vater, sondern irgend ein Anderer habe mit dem Messer gestochen. Die geladenen Zeugen können auch nicht bekunden, daß er oder sein Baier ein Messer in der Hand gehabt habe. Die meisten der verrommenett Zeugen hatten di n Streit, der sich längere Zeit hinzog, nur theilweise beobachtet und können daher kein abgeschlossenes Bild der Vorgänge geben. Auch der Umstand, daß bereits die Mitternachtsstunde nahe war, trug wesentlich zu dem getrübtem Beobachtungsvcrmögcn mancher Zeugen bei, denn, so bemerkt einer derselben aus vollster Ueberzeugung: „um diese Zeit ist man