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HanauerAnzeiger.
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Nr. 41.
Dienstag den 16. Febeurr
1896.
'ÄMtlichSS.
LânHk^ers ^anaxt.
Betanntmachungeu des Königlichen L'andralhsamtes.
Unter dem Viehbestand des Gutes Römerhof ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Zn der Milchturanstalt Sachsenhausen ist dieselbe erloschen.
Hanau am 17. Februar 1896.
Der Königliche Landrath
V. 1321 v. Schenck.
Dicnstnachrichtcn aus dem Kreise.
Gefunden: Eine Brille mit Futteral. Ein schwarzseidener Damenhandschuh (rechter). Eine Partie Schulbücher. Von der Post einige Briefmarken.
Verloren: Ein rothes Portemonnaie mit ca. 5 Mk.
Hanau am 18. Februar 1896.
>taOt^rete ^anau»
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisieramtes.
Realschule zu Hanau.
Anmeldungen für das neue Schuljahr nimmt der Unterzeichnete in der Woche vom 2.—7. März, täglich von 11—12 Uhr, in der Realschule entgegen.
Hanau den 13. Februar 1896.
Der Realschuldirektor
Dr. Schmidt. 2247
Höhere Töchterschule.
Anmeldungen für das neue Schuljahr werden vormittags von 10 bis 12 Uhr im Schulgebäude, Steinheimer Straße 37, entgegengenommen, und es sind hierbei die Geburts- und die Impfscheine vorzulegen.
In die unterste Klasse IX werden diejenigen Kinder ausgenommen, welche 6 Jahre alt sind. Den geltenden Bestimmungen gemäß finden jedoch auch die Kinder, welche dieses Lebensalter bis zum 1. Oktober zurücklegen, sofern sie in körperlicher und geistiger Beziehung zum Schulbesuche reif erscheinen, zu Ostern Aufnahme.
Hanau den 13. Februar 1896.
Der Schuldirektor
Junghenn. 2046
Tagesschau.
Laut Meldungen an das Oberkommando der Marine beabsichtigt der Ehcf der Krenzerdivision, Kontreadmiral Hoffmann, mit S. M. S. S. „Kaiser", Kommandant Kapitän zur See Jaeschke, „Irene", Kommandant Kapitän zur See von Dresky, „Arcona", Kommandant Kapitän zur See Sarnow, und „Eoimoran", Kommandant Korvettenkapitän Brinkmann, am 19. Februar von Amoy über Foochew nach Nagasaki in See zu gehen.
Noch behauptet sich die auswärtige Lage als das am meisten diekutirle Thema, ein Beweis, von wie starker Wirkung die Reichstagsdebatte über die Transvaalostaire, und was sich daran geknüpft hat, gewesen ist. Mit den Unverschämtheiten einiger englischer Blätter setzen sich die Hamburger Nachrichten erneut auseinander. So haben die Times wieder betont, wenn Deutschland, das keine Suzeränetät über Transvaal habe, dort eine militätische Kundgebung versuchen könne, nur ans dem Grunde, daß einige deutsche Kaufleute sich dort niedergelassen hatten, wie viel härter seien rann die Rechtsgründe, auf welche hin England als vorherrschender Staat, der die Unterihnnentreue einer Mehrheit der Einwohner besitze, kinschreitlN könne, um sie vor grober Ungerechtigkeit in
Verletzung vertragsmäßiger Verpflichtungen zu schützen. Dazu lagen nun die H. R.: „Wir müßten an das Blatt doch die Frage richten, ob es den Jamcsonschen Flibustierzug als einen Ausfluß dieser englischen Berechtigung betrachtet? Von deutscher Seite ist eine solche Verletzung weder geschehen, noch liegt Grund zu der Annahme vor, daß sie in Zukunft erfolgen werde. Deutschland will in Transvaal nichts weiter, als diejenigen Rechte schützen, die es durch den von der englischen Regierung genehmigten Vertrag mit Transvaal dort erworben hat; es ist sein gutes Recht, darüber zu wachen, daß nicht rechtliche oder materielle Veränderungen eintreten, welche jene Rechte aufheben oder beschränken könnten, einerlei ob sie sich auf Niederlassung oder Handel beziehen. Wenn Deutschland dabei mit England in Kollision gerâth, so stehen sich beide als vollkommen koordiniite Parteien gegenüber; die Stellung Deutschlands wird durch die Einschränkung der Souverânetât der südafrikanischen Republik durch den bekannten Vertrag mit England in keiner Weise berührt, nachdem England den mit Deutschland abgeschlossenen Vertrag einmal genehmigt hat. Wir acceptiren es vollkommen, daß die Times das von Deutschland proklamirte Recht der Wahrung eigener Interessen auch für England in Anspruch nehmen, aber um so entschiedener lehnen wir jeden englischen Versuch ab, die deutsche Transvaalpolitik der englischen Zustimmung und Ueberwachung zu unterwerfen; ob sie den Engländern gefällt oder nicht, kann uns gle-chgiltig sein."
Man wird sich aus der Zeit des Berliner Bierkrieges der mehr als eigenthümlichen Rolle entsinnen, welche der Direktor des Münchener Brauhauses, Herr Arendt, damals spielte. Statt, wie es Ehrenpflicht jedes Arbeitgebers des Brauereigewerbes war, zu den Ringbrauereien in dem Kampfe um ihr Hausrecht gegen die Sozialdemokratie zu stehen, hatte er den traurigen Muth, sich aus die Gegenseite zu stellen, und wetteiferte mit den Sozialdemokraten als Rufer im Streite gegen seine Gewerbsgenossen. Man nahm damals an, daß sein Verhalten von der Absicht diktirt war, aus der Boykottirung der Ringbrauereien für den Absatz seiner Brauerei Vortheil zu ziehen, und gab ihm Schuld, selbst dann noch aus ^ortfefcung des Boykotts gedrängt zu haben, als der Bierfriede Singer- Rösicke durch die halbe Kapitulation der Ringbrauereien bereits besiegelt war. Jetzt hat den Würdigen die Nemesis erreicht. Streitigkeiten mit seinen Arbeitern, welche anscheinend dadurch veranlaßt find, daß sie aus dem Verhalten Herrn Arendts in dem Bierkriege für ihre Stellung zu ihrem Arbeitgeber die Konsequenzen zogen, hatten erst schon dazu geführt, daß er in öffentlichen Versammlungen seiner Arbeiter in noch schärferer Weise angegriffen wurde, als dies seiner Zeit unter feiner Mitwirkung betreffs der Ring- brauereien geschehen war. Jetzt striken seine organistrten Arbeiter, weil er die Wiederanstellung einiger von ihm entlassener Arbeiter verweigert. Wie sich dabei Recht und Unrecht auf die streitenden Theile vertheilt, läßt sich aus den knappen Berichten nicht mit Sicherheit erkennen. Auch eine Erklärung Herrn Arendts im „Vorwärts" gibt noch reinen sicheren Auhat über die erste Ursache des Strikes. Sicher aber ist, daß es dem Abtrünnigen von der Sache seiner Gewerbegenossen, welche in diesem Falle die Rolle der Vorkämpfer für die bürgerliche Gesellschaft gegen die Sozia!- demokratie übernommen hatten, nur zu recht geschieht, wenn er den Kelch des Streites mit den Arbeitern bis zur Neige leeren muß. Wer sich so jeden Geureinsinnes in der Stunde der Gefahr bar zeigt, hat eine harte Kur an dem eigenen Leibe mehr als verdient. Ctaratteristisch aber ist es, daß gerade bei einem solchen der wirthschaftliche Kampf zunächst wieder ausbricht. Man muß daraus aufs Neue die Lehre ziehen, daß Nachgiebigkeit gegen auf Herabminderung der nothwendigen Autorität der Arbeitgeber gerichtete Forderungen, weit davon entfernt den wirihschaftlichen Frieden zu fördern, im Gegentheil den Keim fortgesetzter wirthsLastlicher Kämpfe in sich schließt. Auch nach dieser Richtung ist der Ausbruch des Ausstandes in jener Brauerei von Interesse und von nickt unerheblicher Bedeutung.
Nach einem amtlichen japanischen Bericht besteht die russische Streitmacht in Soenl aus-5 Offizieren und 107 Marinesoldatm. Der König von Korea flüchtete in die russische Gesandtschaft, einen Tag nach Ankunft der ruifi-ßen Truppen in Soenl.