Erstes Blatt.
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Die einzelne
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Amtttches Hvgcm für K1aöL- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,
^fertigt» “* Preis: Die lipaitUie Garmond;«,'« oder deren Rc um 10 ^, die 1'H'p. Zeil« 15 A, bir 2spalt Zell« 20 4, die gspalt. Zeile 30 ^, imRektamenthetl die Ispalt. Zelle 20 ^ netto.
Nr. 40
MvMag den 17. Februar
1896.
Eine
Amtliches.
Dienstmchrichtcn aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Griffelkasten mit Inhalt. Ein Taschenmesser. Quittungskarte für den Buchdrucker Max Galle aus Böhmnitz
Eine Quittungskarte für den Tagelöhner Andreas Beinenz aus Kleinsteinheim. Eine Knabenkappe. Ein Paar schwarze getragene Handschuhe. Ein Buch „Konfirmandenunterrichl" mit der Inschrift „Georg Kehm".
Verloren: Von Wachenbuchen bis Hanau ein brauner Glacehandschuh (linker).
Hanau am 17. Februar 1896.
StcrOM^ors ^anait»
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes. Bekanntmachung.
Für die hiesige Armenverwaltung soll die Brodliefernng pro 1896/97 vergeben werden.
Geeignete Bewerber wollen ihre Angebote bis spätestens
Freitag den 13. März d. Js., vormittags 12 Uhr,
im Geschäftszimmer der Armenverwaltung verschlosten einreichen.
Die Lieferungsbedingungen liegen zur Einsicht im Büreau der Armenverwaltung auf.
. Hanau am 8. Februar 1896.
Der Oberbürgermeister
f Dr. Gebe schus.
r
Tagesschau
Der Kultusminister soll von allen größeren Städten, die ° bei der Durchführung des Lehrerbesoldungsgesetzes an Staatsbeiträgen verlieren, eine Statistik eingefordert haben, die schleunigst nach einem vorgelegten Formulare e ngereicht werden soll. In der Uebersicht wird lediglich über die Steuerverhältnisse der betheiligten Städte und darüber Aufschluß gegeben, wie viel Prozent mehr an Gemeindezuschlägen zur Einkommensteuer und den Realsteuern auszubringen sind, wenn die Städte den Staatszuschuß verlieren.
Wie das Vertrauen zu der Unparteilichkeit der Rechtspflege, ist die Disziplin derArmee eines der Hauptfundamente des Staates und seiner Ordnung. Wie die Sozialdemokratie planmäßig sich mit allen Mitteln bemüht, die deutsche Rechtspflege als gegen die Arbeiter gerichtete Klassenjustiz zu verdächtigen, so mißbraucht die Sozialdemokratie auch seit Jahren planmäßig die Tribüne des Reichstages zu Versuchen, die Disziplin in der Armee zu untergraben. Dabei wird um des edlen Zweckes willen natürlich vor keinem Mittel zurückgeschreckt. Aber Herr Bebel hat am Samstag auch in der nachdrücklichsten Weise die Wahrheit des Sprichworts: 1 „Lügen haben kurze Beine" zu erfahren gehabt; wohl selten ist ein schwerer parlamentarischer Vorstoß so leicht parirt worden, wie der vorgestrige Bebels durch die einfache Gegenüberstellung des wirklichen Thatbestandes seitens des Kriegsministers. War bei der gänzlichen Unhaltbarkeit der Be- belschen Behauptungen die humoristische Art der Abwehr sehr angebracht und wirksam, so hat der Vorgang doch auch eine allgemeine, sehr ernste Seite, und zwar insofern, als er erkennen läßt, daß wenigstens die sozialdemokratischen Führer die Unwahrheit in den Dienst der Parteibestrebungen zu stellen nicht verschmähen. 1^- ^
Die Tagesordnung für die Verhandlungen des evangelischen sozialen Kongresses, der am 28. und 29. Mai in Stuttgart stattfindet, ist folgende: 1. „Die soziale Thätigkeit der Geistlichen, ihr Recht und ihre Grenzen". Referent: Professor Dr. von Soden, Berlin. (Ein Korreferent wird noch bestimmt werden.) 2. „Der Handel, ethisch und nationalökonomisch beleuchtet". Referent: Professor Dr. Rathgen, Marburg. 3. „Die Arbeitslosigkeit und das Recht ans ArbeitReferent: Professor Dr. Delbrück, Berlin (Herausgeber der „Preußischen Jahrbücher"). r 4. Separatkonferenzen: a) „Die Frau in der öffentlichen Gemeindethätig-
K* Die heutige Nummer umfaßt außer dem Unterhaltungshlatt 13 Seiten.
leit". Res.: Frau Geveimrarh Lippmann, Berlin; b) „Die Schule und die soziale Frage". Referent: Professor Tr. Rein, Jena. — Am 26. und 27. Mai tagen ebenfalls daselbst die evangelischen Arbeitervereine.
Vom italienisch, abestynischen Kriegsschauplätze liegen folgende Nachrichten vor: Ter iialüniiche General Bâratieri sandte mit Genehmigung des Ministerrarhs und auf eine Bitte des Negus Menelik den Major Salsa in das Lager der Abesspnier. Major Salsa wurde mit großen Ehren empfangen und hatte eine Unterredung mit dem Negus, in der dieser als Bedingungen für einen Frieden Räumung der neu besetzten Landstrecken und vollständige Aenderung des Vertrags von Uccialli bezeichne. General Baratieri antwortete dem Negus, nachdem ihm hiervon durch den Major Salsa Mittheilung gemacht worden war, daß die italienische Regierung zugestimmt hätte, über den Abschluß eines Friedens zu unterhandeln, in dem Vertrauen, daß eine gerechte und nützliche Erledigung für Italien und den Negus gefunden werden würde, daß aber die Bedingungen des Negus weder angenommen, noch auch nur in Erwägung gezogen werden könnten als Grundlage einer Unterhandlung und daß somit jeder der beiden Parteien überlassen bleibe, nach freiem Belieben zu handeln.
Obwohl das Kabinet Bourgeois den Vorstoß der Senatsmehrheit durch ein Votum der Deputirtenkammer für den Augenblick abgeschlagen hat, scheint seine Autorität doch nicht ganz ohne Havarie aus der Heim- suchung hervorgegangen zu sein. Nach einem Pariser Telegramm erscheint die Stellung des Justizministers Ricard unhaltbar. Da die Minister sich vorgestern mit Ricard solidarisch erklärt haben, erscheint eine Kabinetskrise nicht unmöglich.
Depefchen-Bureau „Herold".
15. Februar, abends 9 Uhr.
Berlin, 16. Februar. In der gestern stattgehabten Vorstands- sitzung des. Reichstags kam zunächst ein Antrag zur Sprache, den Zucker- stener-Gesitzentwurf noch vor der geplanten Vertagung auf die Tagesordnung zu setzen. Der Plan, die in Aussicht genommene Vertagung von 10 auf 7 Tage herabzusetzen, um diese Vorlage etwas früher, als beabsichtigt war, zur Berathung zu bringen, scheiterte an dem Widerstailde der Mehrheit. Es kam dann das zur Erinnerung an das 25jährige Jubiläum des deutschen Reiches in Aussicht genommene Fest zur Sprache, das am 21. März stattfinden soll, der Tag, an dem vor 25 Jahren die erste Sitzung des Reichstags des deutschen Reiches abgehalten wurde. Wie der „Post" von gut unterrichteter Seite versichert wird, ist eine Einigung über das Programm nicht erzielt worden. Die Ansichten und Wünsche gingen sogar in Prinzipiensragen weit auseinandr.
Wien, 16. Februar. Hier zirkulirt das Gerücht, daß der präsum- tive Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich Este, welcher sich zur Zeit in Kairo aufhält, gestorben ist. Eine offizielle Bestätigung dieser Nachricht liegt ncch nicht vor.
Wien, 16. Februar. Das Amtsblatt meldet die Enthebung des Statthalters von Böhmen, des Grafen Thun, und die Ersetzung desselben durch den Grafen Condenhove.
Triest, 16. Februar. Bisher noch unbekannte Thäter raubten die
aus.
Villa eines auf einer Weltreise btfindlichen Großkaufmanns vollständig ruk. Eine große Menge Slbmuckgegenstände, Kostbarkeiten und wert!,-
volle
Antiquiiâten wurden gestohlen.
Paris, 16. Februar. Der Konflikt zwischen der Kammer und dem Senat hat nach der gestrigen Senatssitzung erheblich zugenovuren.^ Der Senat hat nämlich trotz der Opposition der Regierung seine frühe, e Tagec Ordnung, welche ein Tadelsvotum für den Justizminister enthält, mit 169 gegen 71 Stimmen aufs neue bestätigt. Nach dem Votum verließ,n sämmtliche Minister den Saal und versammelten sich im Ministerium des Innern. Es ist noch unbekannt, welcher Entschluß dort gefaßt wurde, doch glaubt man bestimmt, daß der Justizminister Ricard aus dem Kabinet ausscheiden werde. Mehrere Blätter schreiben, sie wären nicht ütnrrascht, wenn in dem heute früh unter dem Vorsitz des Präsidenten Faure statt- findenden Ministerrath alle Minister dem Präsidenten ihre Demitsion überreichen würden.