Einzelbild herunterladen
 

MS-

Preis: Jährlich 9 -X Jrfbj.^M)^ SterteWhrlich

8 °â 25 A

Mr auswärtige Mon-ientcn mit « betreffenden Vostaufschlag. Die einzelne donmer 10 -d.

Amltiches g)rgan für SLaöL- und ^cxndüreis Kanarr.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

JnsertiollS-

Preis:

Die tspotnqe Gonnsnd-tle oder veren R nm

10 A, die 1 s'p. Zcüe

15 J, die 2fpslt Zeile 20 ^, die Zspalt. Zeile 30 4, imRekamenthril die lfp«U Zeile 20 <5 netto.

Nr. 34. Mrurag den

HierzuAmtliche Beilage" Nr. 12.

Amtliche«.

Dicilstllllchrichten aus dem Kreise.

Gesunden: Ein Zollstock. Ein blauer Zwicker.

Verloren: Ein Portemonnaie mit ca. 3 Mk. Ein Portemonnaie mit 3035 Mk. Eine alte goldne Broche.

Zugelaufen: Ein gelber Bernhardinerhund m. Geschl.

Hanau am 10. Februar 1896.

^tadtUrei^ ^artavu Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Steuer und Schulgeld pro Januar bis März rr. wird in der ersten Hälfte des Monats Februar M den auf den Steuerzetteln angegebenen Tagen Mig und wird hierauf mit dem Bemerken auf merkfam gemacht, datz nach Ablauf der Zahlungs­termine alsbald mit der zwangsweisen Beitreibung »er Rückstände begonnen wird.

Gleichzeitig wird ersucht, zur Vermeidung von leitraubendem Aufenthalt das Geld abgezählt zur Kasse zu bringen.

Hanau am 21. Januar 1896.

Städtische Steuerkasse. 972

Die Erklärung des Reichskanzlers zur Währungsfrage.

Die vom Reichskanzler Fürsten zu Hohenlohe in der Reichs- agssitzung am Samstag abgegebene Erklärung hat folgenden Wortlaut:

Ich habe vor Eintritt in die Tagesordnung das Wort erberen, um lern Reichstag auf seine vorjährige Resolution wegen Einberufung einer Nünzkonferenz eine Mittheilung zu machen.

Meine Herren, im Verfolg der von mir in der Sitzung des Reichs- lages vom 15? Fel war u. I. abgegebenen Erklärung habe ich die Frage Ser Hebung und Befestigung des Silberweuhes mit den verbündeten Regic- Mgen in eingehende Erwägung gezogen. Dabei leitete mich die Ueber- seugung, daß das Schwanken und das starke Sinken bet SilberUeises tuch für uns unaeachtet unserer auf der Basis der Goldwährung be- esligten monetèrÄl SrinÄtion wirthschaftliche Nachtheile mit sich bringe. Bravo! rechts.)

Wie der Herr Staatssekretär des Neichsschatzamls in der Reichs- »gssttzung vom 16. Februar W J. ausführte, kommt in dieser Hinsicht wächst die kmpsindliâjè Schädigung in Betracht, Lie der deutsche 'Lilber- ergbau durch den Preisrückgang des Silbers erleidet.

1 " Die deutsche Silberprodultion umfaßt etwa 9 Prozent der Silber- Mivinnung der Erde. Für den überwiegenden, aus ausläudiselien tmten ^raefteatèu Theil dieser Produktion ist der Preisrückgang nicht von Be- Ru; für den aus inländischen Erzen gewonnenen Rest bedingt er jedoch Me Werthverminderung, die so erheblich ist, daß sie die Rentabilität des ins Gewinnung von Silber gerichteten heimischen Bergbaues in Frage stellt.

Dazu tritt die BeeinfluMnz unseres Exports nach den Silberländern, unterliegt keinem Zweifel, daß der Verkehr mit diesen Ländern durch das Sinken und die ^Schwankungen des Silberwerthes erschwert wirb, Mr richtig! rechts), wenngleich die Schwankungen während der letzten Seit stch in verhältnißmäßig engen Grenzen gehalten haben, und wenn- zleich für die Interessenten die Möglichkeit besteht, sich im Wege der Deckung gegen etwaige Verluste zu sichern. Auch die deutsche Et-port- industrie/soweit sie für Silbrrlönder arbeitet, ist durch jene Valutaoer- dâltnisse in Mitleidenschaft gezogen. Ich unterschätze die Bedeutung dieser Einwirkung nicht; man wird sie aber auch nicht zu hoch verau slagen dürftn. Unser Export nach den Silberländern beträgt seinem Werthe »ach nur 34 Prozent unserer gejammten Ausfuhr (hört! hört! links)

10. Februar 1896.

. und bat sich ungeachtet der im Rückgänge des Silberpreises liegenden i htmmenden Momente im Ganzrn günstig entwickelt. (Hört! hört!»

Die freilich kaum ein völlig umfassendes Bild der Verhältnisse liefern­den Ziffern der Reichsstatistik beweisen dies.

Das Sinken der Valuta, wie solches für die Silberwährtmgsländer aus dem Rückgang des Siiberwerthes folgt, kann aber auch bis zu dem Zeitpunkt, wo eine Ausgleichung durch entsprechende Erhöhung der In­landspreise und Löhne sich vollzogen hat, zur Erleichterung der konkunwen­den Ausfuhr aus jenen Ländern beitragen.

Endlich liegt in der durch b.n èil' erfaß herbeigeführten starken Unterwerthigkeit unserer Silbermünzen eine fortschreitende Deklassirung der­selben zu Kreditgeld.

Allerdings glaube ich betonen zu sollen, daß diese metallische Unter- werthigkeit eine Gefährdung unserer Reichswährung nicht darstellt, denn unser Verkehr ist mit Gold ausreichend gesättigt. Die Noten der Reichs­bank finden in dem Goldschätze der Bank eine genügende Deckung, und die Menge des umlaufenden Silbergeldes geht nicht über das Maß des Be­darfs hinaus. (Sehr richtig !) Selbst in kritischen Zeiten dürfte dieser Bedarf eine Abnahme kaum erfahren.

Wohl aber erscheint die Gefahr verbrecherischer Nachprägung durch die Unterwerthigkeit der Stücke näher gerückt. Bis jetzt ist zwar inner­halb Deutschlands nur in einem Falle aus dem Jahre 1893 eine derartige qualitativ sehr unvollkommene, quantitativ bedeutungslose Nachprâgung fest- gestellt worden. Wenn aber auch die seitherigen Erfahrungen wcitgebende Befürchtungen nicht rechtfertigen, immerhin kann der Preisrückgang des Silbers zur Rachprägung anreizen.

Erscheint nach alledem die Hebung und Befestigung des Silberpreises als wirthschasilich und münstechustch wertlvoll und demgemäß als ein er- strebeus werthes Ziel (Hört! hört! rechts), so waltet doch kein Zweifel dar­über ob, daß dieses Ziel sich nur international verfolgen läßt (sehr richtig! rechts), u n b daß seine Erreichung nur dann erhofft werden kann, iv e n n unter den s ä m in l l i ch e n en dem Weltverkehr wesentlich b e t h e i l ig t e n ^' u 11 u p Völkern über den e i n z u s ch l a g e n d e n Weg und die a 11= zuwen d e n den Mittel E i n v e r st ä n d n i ß besteht. Für ein solches Einverständniß bietet sich nach meiner Kenntniß der Verl âltnifse zur Zeit keine Aussicht, (hört! hört! links.)

Von bimetallistischer Seite ist anerkannt, daß als Vorbedingung jeder internationalen Maßregel zu Gunsten des Silbers die.Wiedereröstnung der indischen Münzstätten für die unbeschränkte Silberprägung gelten m»ß. Ich kann dieser Auflassung nur beipfl chten. Ich halte dafür, daß ohne dieses Zugeständniß alle Versuche, den Silberpreis zu heben, vergeblich sein würden. Ich habe aber auf Grund eines vorläufigen Meinungsaus­tausches, der gemäß meiner Weisung mit der englischen Regierung ge- vflogen worinn in, die Ueberzeugung gewinnen müssen, daß auf die Wiedereröffnung jener Münzstätten in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist. (Hört! Höri! links.)

Nach alledem läßt sich von einer Münzkonferenz zur Zeit nicht er warten, daß sie die Frage der Hebung und Befestigung des Lilberwertbes ihrer Losung praktisch näher rücken würde Es erscheint daher auch nicht rathsam, daß Deutschland die Initiative zur Einbetusung einer solchem Konferenz ergreift. (Sehr wahr! links.)

Von dieser Ueberzeugung geleitet, haben die verbündeten 9ieguwngeir einstimmig beschlossen, dem Beschluß des Reichstags vom 16. Februar vorigen Jahres auf Einberufung einer Münzkouferenz zur Zeit keine Folge zu geben. (Bravo! links.) Ich darf jedoch hinzusügen, daß, wenn oou Seilen eittes anderen Staals annehmbare, ersolgver>p>echende p ogrammaliicl . Vorschläge gemacht werden sollten, ich meinerseits gern bereit sein würd., die Betheiligung Deutschlands an einer inn wationaten B.rathung m.mei Vorschläge in Aussicht zu nehmen. (Braoo! r alâj

Ein stündigen Ltädtetag.

Seit Zähren bemübt dich der Abgeordnete Eugen ßidjtev, politische Taqessraqen' durch großftäMsche Vertretungskörper einseitig beeinflussen zu lassen. Auf die Mehrzahl beriefen wirkt er bestimmend ein, da sie Fleisch von seinem Fleisch und als Hochburgen des Freisinns immer zur Selbst­überhebung, sowie zur eigenmächtigen Bweiterung ihrer Rechte auf Kosten der Anordnungen und des Einflusses der Regierung aufgelegt sind. Der