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Str. 33.

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Samstag den 8. Februar

1896,

DicnsniachrichMl ans nein Krcisc.

Gesund en: Auf dem Wege von Kleinkrotzenburg bis Hanau ein langer Heustrang. Ein Regenschirm (in einem Laden stehen geblieben).

Zugelaufen: Ein weiß und brauner Hund m. Geschl.; Empfang­nahme bei Schreiner Valentin Borger zu Hochstadt. Ein weißer Foxterrier mit braun und gelb geflecktem Kopf, m. Geschl., mit Halsband, gez. v. Freyhold; Empfangnahme bei dem Landwirth August Bergmann zu Groß­krotzenburg.

Hanau am 8. sie mi ar 1896.

Drahtnachrichten desHan. An;."

Berlin, 8. Februar. Prinz Albert von Sachsen-Altenburg reiste gestern mit feiner Gemahlin von Berlin nach Neapel ab.

Berlin, 8. Februar. Vor einer Volksversammlung von etwa 2500 bis 3000 Personen besprach gestern Hofprediger a. D. Stöcker seine Scheidung von der konservativen Fraktion. Unter den Erschienenen befanden sich auch Geheimrath von Maffow, sowie die Abgeordneten Zs kraut und Müller-Harburg. Stöcker wurde mit stürmischen Hochrufen begrüßt. In einstündiger Rede führte er aus, daß er nicht leicht aus der konser­vativen Fraktion ausgeschieden sei. Dennoch gehöre er der konservativen Wesammtpartei an. Die Forderungen des Elfer-Ausschusses bezüglich seiner Stellung zum Volk nennt Stöcker geradezu unverschämt. Des sogenannten Scheiterhausen-Briefes schäme er sich nicht. Damals habe er den Einfluß der Mittelparteien auf den jungen Kaiser brechen wollen. Die Veröffent­lichung von Privatbriefen sei übrigens eine Gemeinheit und wenn die Masse darauf Gewicht lege, so beweise das, daß derselben das Ehrgefühl abhanden gekommen sei. Damals schon versuchte ibn Graf Schlieben und Oberkämmerer Fürst Hohenlohe aus der konservativen Partei zu drängen. Redner erklärt, daß er aus dasVolk" keinen Einfluß mehr habe, was die Redakteure Oberwinder und v. Gerlach bestätigen. Stöckr legte sein sozialpoliüsches Programm wie folgt dar: 1. die Anerkennung der Ar­beiterbewegung als politische Macht, 2. Anerkennung und Förderung der Berufsvereine, 3. Fortsetzung der Sozial' eform.

Bevlitt, 8. Febr. Am 26. ds. Mts. finbet hier selb st ein christlich­sozialer Parteitag statt.

Berlin, 8. Febr. Der frühere Rektor der Universität, Wagner, hat sich brieflich mit dem Entschluß Stöckers bezüglich seines Austritts aus der konservativen Fraktion einverstanden erklärt.

Berlin, 8. Febr. Eine öffentliche Versammlung der deutschen Kolonial-Gesellschaft erklärte gestern einstimmig den schnellen Ausban der Marine im Hinblick auf die großen Aufgaben der deutschen Weltpolitik über See für dringend erforderlich.

Hamburg, 8. Februar. Von drei in der Norddeutschen Bank Verhafteten wurden zwei wieder freigelassen.

Dresden, 8. Februar. Zn sechs großen sozialistischen Volksver­sammlungen, welche gestern Abend hier abgehakten wurden, gelangten Protestresolutionen gegen die neue Wahlvorlage zur Annahme. Die Ver­sammlung im Trianon, wo Ageordneter Geyer sprach, wurde aufgelöst.

Wien, 8. Februar. Die Delegationen sind diesmal für den 15. Mai nach Pest einberufen.

Wien, 8. Februar. Nach einer Meldung der offiziösenAbend­post" werden die Gemeinderathswablen am 27. Februar beginnen.

Wien, 8. Februar. Die Gemeinderatbswahlen beginnen am 27. Februar. Die in Deutschland bekannte Rezitator!» Emma Brahms wurde einer Jrxenanstalt übergeben.

Bozen, 8. Februar. Der Zesuitenpater Abel aus Wien ist in Gries eingetroffen und spendete dem leidenden Erzherzog Albrecht Sal­vator, dessen Befind-n sehr ungünstig ist, die heiligen Sakramente.

Moilttttv, 8. Februar. Die große Papierfabrik von Binetti und Komp, brannte weder. Der Schaden wird auf 400 000 Lire geschätzt.

London, 8. Februar. Nach einer Meldung soll die Summe für das neue Flottenprogramm 9 500 000 Pfund betragen und zwar für An- schaffung von vier Schiachtschiffen, sowie für vier erstklassige uno Ms biintiafiige Kreuzer und 60 rorpedodoor ersiörer.

Konstantinopel, 8. Februar. Der Zar soll den Fürsten Dol­gorukow als Spezialgesanoten für Sofia bestimmt haben.

MM- Die heutige Nummer umfatzt außer dem UuterhaltungsblaLt 20 Seiten.

tue G-^or, Provinz uns umhegend Bcricht über das Wirken des Batetländifchen Frauenver- eins im Regierungsbezirk Castel im Jahre 1895.

Das Jahr 1895 nahm du ch die großen Brände in dem Bezirk, namentlich dem furchtbaren Brand, der die Stadt Brotterode vernicht, te, die Thätigkeit der Vaterländischen Frauenvereine besonders in Anspruch. Die Arbeit der 31 Zweigvereine, die jetzt 44o3 Mitglieder zählen, war auf Gebieten, wo es galt, Noth uns Elend zu lindern und ihm vorzu- beugen, eine sehr fassende und wirkungsvolle, wie dies schon daraus her­vorgeht, daß die Vereine 1895 für ihre Zwecke 116,008 Mk. veraus­gabten, wozu noch die wohl ebenso nerthpollm Gaben an Lebensmitteln, Kleidungsstücken, Bettzeug u. f. w kommen.

Die Vereine, von denen die in Cassels Allendorf, Hofgeismar eigene Häuser im Werthe von 360,000 Mk. besitzen, beschäftigten 70 berufs­mäßige Krankenpflegerinnen, worunter 63 Schwestern vom Rothen Kreuz. Sie üben eine gut organisirte, zweckmäßige Armen- und Krankenpflege aus, unterhalten Speiseanstalten, Näh, Flick und Haushaltsschulen, Kiuderbewahranstalten, Krankenhâ Fer, suchen die Erwerbsverhältnisse zu verbessern, und lassen, soweit es innerhalb des Rahmens ihrer Aufgaben möglich, keine Möglichkeit der Bethätigung der Menschenliebe unbe­rücksichtigt.

Die Einnahme sämmtlicher Vereine betrug ohne den Bestand des Vorjahres 184,391 Mk., die Reserve-, Pcnsions-, Kriegsbereitschaftsfonds und die Kassenbestände 173,597 Mk. Bei allen Vereinen herrscht eine sparsame Verwaltung, gute Ordnung der finanziellen Verhältnisse und das Bestreben, mit den vorhandenen Mitteln möglichst viel zu erreichen.

Die gemeinsame Serben.Staffe gab für Brotterode 450 Mk., für Hombressen 100 Mk, für den Pensionsfonds 500 Mk., für den Verein zu Haina 75 Mk., den zu Hersseld 150 Mk., den zu Allendorf 100 Mk. au Beihi fen aus. Von dem Hauptverein erhielten der Zweigverein Melsungen für die Kinderbewahranstalt 300 Mk., der Verein Schmal­kalden für Brotterode 500 Mk., der Verein Hofgeismar für Hom- biessen 300 Mark, der in Rotenburg für den Bau einer Kinderschule 300 Mk.

Ihre Majestät die Kaiserin hatte d- m Verein für Brotterode 300 Mk. zur Verfügung gestellt

Der größte der Zweigvereine ist der in Cassel, welcher mit 930 Mitgliedern in VI Sektionen arbeitet. Seine erste Sektion sorgt für die Beschaffung von Nothstands- und Kriegsmaterial, und unterhält ein bedeutendes Depot von Verbandzeug und La:a> et Utensilien. Zu einem besonderen Kursus wurden auch wieder eine Anza.il von Damen für die Hilfe in Res-rmlamrethen ausgebildet.

Die wich igste Sektion II beschäftigt sich mit der Krankenpflege und unterhält das große Krankenhaus vom Rothen Kreuz, in dem durch­schnittlich täglich 49 Kranke verpflegt wurden. Innerhalb des Hauses gab es 17,869 Pfleglinge, außerhalb desselben 1645, wozu noch 259 Hilfeleistun en kommen. Zu der Poliklinik wurden 2148 Kranke unent­geltlich behandelt. G'.ößere Operationen fanden 271 statt. Im Dienste des Hauses stände« 63 Schwestern vom Rothen Kreuz.

Die ektion III unterstütz e 183 arme Wöchnerinnen, die Sekiion IV 193 verschämte Arme, während die beiden legten Sektionenfür persönliche Hilfe bei der öffentlichen Armenpflege Cassels" undfür Förderung uns Verwerthung des Hausfleißes" in gewohnter Weise wirksam waren. Die l tztere konnte den bei ihr beschäftigten Frauen und Mädchen an Aibits- lohn 5360.36 Mk. und für Kominusion-waare 1062.85 Mk. auszahlen und aus dem Reinertrag den Ardtilerinn-N noch 110« Divic ende aus- zahlen, sodaß diesen im Ganzen 6958.03 Mk. zufloß.

Die nächstgrößten Zwci.ve i e sind die in Hanau, «ochwege, Herrfeld unb Marburg mit 490, 460, 286 und 275 Mitgliedern, dann folgt Schmalkalden mit 245. Hanau, welches in st hr umfassender Weise Arme und Kranke pflegt, Har Her für 3184 Mt verausgabt. Ge- pflegt wurden 204 Kranke und 9 Wöchnerinnen. Eschwege d- tute seine Tätigkeit über die benachbarliN One aus, unterhielt eine Pfl gestation mit zwei Western und hat für die verschiedenen Zwei e der Kranken- und Ärmenpfl ge im Berichtsjahre 5640.13 Mk. veransgalt. Der Ver­ein zu Marburg hat ebenfalls zwei Schwestern in seinen Diensten und wird außerdem von den drei Damen unterstützt, die im Krankenl auw vom Rothen Kreuz in Cassel als Helferinnen ausgebildet find. Außerdem hat