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die 3spalt. Zeile 30 4, imRek! amentheil die Ispalt. Zeile 20 4 netto.
Nr. 28.
Montag den 3, Februar
1896.
AMtLiches.
^anè^rei^ ^anavt.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Zu Folge Ausbruchs der Maut und Klauenseuche unter dem Viehbestand des Kammmachers Peter Wilhelm Pfeiffer in Windecken wird hierdurch bis auf Weiteres die Orts- und Gemarkungssperre für die genannte Ortschaft angeordnet.
Die hierunter abgeorucklen einschlägigen Bestimmungen der neuen Bundesrathsinstruktion zur Ausführung des Reichsviehfeuchengesetzes vom 23. Juni 1880 _ . , _
Mai 1894 senau beachten.
Die Herren Ortsvorstände wollen den Ausbruch der Seuche und die Anordnung der Sperre sofort ortsüblich bekannt machen lassen.
Hanau am 3. Februar 1896.
Der Königliche Landrath
V. 964 v. Schenck.
Die Ueberführung der unter Gehöflssperre stehenden Thiere in ein anderes Gehöft derselben Ortschaft darf ausnahmsweise genehmigt werden, wenn damit eine Gefahr der Weiteroerbreitung der Seuche nicht verbunden ist. Dabei müssen die Thiere zu Wagen oder in solcher Weise transportirt werden, daß sie die von Wiederkäuern oder Schweinen aus seuchefreien Gehöften benutzten Wege nicht betreten.
Die Ausführung der der Ansteckung verdächtigen Wiederkäuer und Schweine aus dem gesperrten Gehöfte, der Ortschaft, der Weide, der Feldmark oder einem anderen Sperrgebiete zum Zweck sofortiger Abschlachtung darf nur gestattet werden, wenn die unmittelbar vorausgehende thierärztliche Untersuchung ergibt, daß kein Thier des betreffenden Transportes von der Maul- und Klauenseuche befallen ist. Mit dieser Maßgabe ist sie unter der Bedingung zu genehmigen, daß die Thiere zu Wagen oder auf Wegen transportirt werden müssen, die von Wiederkäuern oder Schweinen aus seuchefreien Gehöften nicht betreten werden:
1. nach benachbarten Orten;
^ 2. nach in der Nähe befindlichen Eisenbahnstationen, behufs der Weiterbeförderung nach solchen Schlachtviehhöfen oder öffentlichen Schlachthäusern, welche unter geregelter veterinärpolizeilicher Aufsicht stehen, vorausgesetzt;
a) daß die Polizeibehörde des Schlachtortes sich mit der Zuführung der Thiere vorher einverstanden erklärt hat;
b) daß die Thiere diesen Anstalten direkt mittelst der Eisenbahn oder doch von der Abladestation aus mittelst Wagen zugeführt werden. Durch vorgängige Vereinbarung mit der Eisenbahnverwaltung oder durch unmittelbare polizeiliche Begleitung ist dafür Sorge $u tragen, daß eine Berührung mit anderen Wiederkäuern oder Schweinen auf dem Transporte nicht stattfinden kann.
Dienstnachrichtcn aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Gummischuh. Eine unechte Broche (Halbmond- form). Eine wollene hellblaue Kaputze.
Verloren: Ein braunes Portemonnaie mit ca. 1,70 Mk. und goldnem Anhänger mit braunem Stein.
Hanau am 3. Februar 1896.
^taOtürcio ^anctu.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Am Montag den 3. d. Mts., nachmittags von 4 Uhr ab, findet im unteren Sitzungssaale des Neustädter Rathhauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt, in welcher Partheien etwaige Streitigkeiten, Klagen rc. zur Schlichtung anbringen können.
Hanau am 1. Februar 1896.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts Dr. Gebeschus.
Tagesschau.
Die Kaisermanöver. Die vom 16. d. Mts. datirte Kabinetrs- orWe über die größeren Truppenübungen der preußischen Armee im I Jahre 1896 wird im „Armee- Verordn.-Bl." veröffentlicht. Danach werden in diesem Jahre das 5. (poscnsche) und 6. (schlesiiche) Armeekorps gegen das durch die 8. Division (Erfurt) verstärkte 12. (königl. sächsische) Armeekorps Kaisermanöv.r abhalten. Da das 12. Korps 3 Divisionen (Nr. 23, 24 und 32) hat, werden sich also bei den Manövern je 4 Divisionen gegenüber stehen, wie dies schon im Jahre 1895 bei einem Theil der Kaisermanöver der Fall war. Bei den diesjährigen Kaisermanövern werden sich, wie man aus gut unterrichteten militärischen Kreisen hört, Artilleriekämpfe in einer Großartigkeit abspielen, wie sie noch nicht, auch bei den letzten Manövern nicht, zur Darstellung gelangt sind. In großen Verbänden wird die Artillerie auftreten, und da die Meinungen, wie sich Ariilleriemassen im Rahmen der höheren Truppenveibänoe bilden und wie sie wirken können, oft noch recht wut auseinanvergehen, so erwartet man eine Klärung der Ansichten nach dieser Richtung. Auch soll sich die höhere Trnppenführung noch gründlicher in das Wesen des Massen- Arnlleriegefechts, dessen planvolle L-itung besonders schwer ist, vertiefen. Hauptsächlich aber wird es sich um zwei Fragen von außerordentlicher Wichtigkeit handeln, nämlich: Wie ist die Vertheidigungsarlillerie zu verwenden, welche nicht siegreich gegen die Angriffsartillerie gewesen ist, oder welche den entscheidenden Kampf aus diesen über jenen Gründen nicht ausführen konnte? Bowie: Bietet in der Entscheidungsschlacht ein Angriff Chancen des Gelingens, wenn die Vertheidigungsarllllerie sich siegreich behauptet? Diese Frage ist von ungeheurer Wichtigkeit und bis jetzt noch ungelöst.
Die Sympathien Sr. Maj. des Kaisers für die in Afrika engagirien italienischen Waffen haben, wie die Agenzia Stefani aus Berlin mitzutheileu in der Lage ist, den Monarchen vorgestern nach der italienischen Botschaft geführt, um dem Botschafter General Grafen Lanza seine Ge- nugthuung über die Wiedervereinigung der Kolonne des Oberstlieutenants Galliana mit der italienischen Armee vor Äda-Hagamus auszusprechen. Seine Majestät der Kaiser beauftragte den Botschafter, sich bei dem König Humbert und der italienischen Regierung zum Dolmetscher der lebhaften Glückwünsche Sr. Majestät, sowie Seiner Wünsche für eine baldige glückliche Beenligung des Krieges zu machen.
Die vorgestern erfolgte Vernehmung der Redakteure des „Vorwärts" bat ergeben, daß es nunmehr fi inem Zweifel mehr unterliegt, daß der Redaktion des Vorwärts vorzeitig ein Exemplar der den Amnestieerlaß enthaltenden Nummer des Armee-Verordnungsblattes in die Hände gespült worden ist, das unter allen Umständen aus der Dr ucke r ei des Armee-Verordnungsblattes gestohlen sein muß, da kein einziger Beamter ein Exemplar jener Nummer des Armee-Verordnungsblattes vorher zu sehen bekommen hat.
Hofprediger a. D. Stöcker ist nunmehr aus der konservativen Partei ausgetreten. Der Elfer-Ausschuß der konservativen Partei verlangte von ihm folgende Erklärung: „In Anbetracht, daß die Haltung, die das „Volk" gegenwärtig in wichtigen Fragen einnimmt, mit den konservativen Grundsätzen unvereinbar ist und die konservative Partei, der ich angehöre, schädigt, erkläre ich, daß ich mit diesem Blatte, auf das ich schon lange einen maßgebenden Einfluß nicht mehr besitze, nichts mehr gemein habe und jede auch nur mittelbare Verantwortlichkeit für dessen Inhalt ablehne". Dieser Fassung verweigerte Stöcker die Zustimmung und erklärte seinen Austiitt.
„Unb der Regen regnete jeglichen Tag!" In Engla«- spricht jeden Tag ein anderer Minister oder früherer Staatsmann über die brennenden Fragen, ohne etwas Neues vorzubringen. Es kommt nur der Parteistandpunkt zur Geltung, und für Deutschland fällt immer ein Ge- denkblüttchen ab, manchmal werth, dauernd d-m Stammbuch einverleibt 31t werden, meist aber nur zu geeign ter Kenntnißnahme, — ein Blatt, dem Winde preisgegeben. Am Donnerstag sprach der frühere Minister für Irland, John Morley, der sich um die Vertretung des schottischen Wahlkreises Montrose im Unterhause bewirbt, vor seinen Wählern. Er behandelte hauptsächlich Fragen der auswärtigen Politik und sagte im Wesentlichen: Man befinde sich gegenwärtig inmitten einer großen Krisis, die dadurch beschleunigt wurde, daß Lord Salisbury, Präsisent Cleveland und der Deutsche Kaiser fast gleichzeitig einen ernsten Irrthum begangen haben.