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30 A imRek-amentheil die Ispalt Zeile 20 4 netto.
Nr. 24.
Mittwoch den 29. Januar
1896.
Hierzu „Amtliche Beilage" Nr. 9.
Amtliches.
Dicnstnachrichtcn ans dem Kreise.
Gefunden: Zwei einzelne Sporn. Ein Paar Handschuhe. Ein einzelner gefutterter Glacehandschuh (regier). Zwei Paar schwarze Hand- schuG Eine Bleifeder mit weißem Halter. Ein leeres Portemonnaie. Ein Portemonnaie mit Inhalt. Ein langes schwarzes Lpitzenbalsinch.
Zugelaufen: Ein gelber Pinscher m. Geschl. Ein Foxterrier.
Vom Wasenmeister am 28. d. M. eingefangen: Ein weiß und braun gescheckter Hühnerhund.
Verloren: Ein Kinderiltispelz.
Hanau am 29. Januar 1896.
^taOtUrei^ ^ttnau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Vergebung von Sielbaumaterial.
Für die diesjährigen städtischen Sielbauten soll die Lieferung von ca. 30 eben Hausteine, nach Zeichnung bearbeitet, vergeben werden.' Die Zeichnungen sind auf dem städtischen Sielbaubüreau, Kanalthormühle, einzuschen, woselbst auch die Lieferungsbedingungen gegen M. 0,50 käuflich zu haben sind und jeoe sonstige Auskunft mündlich ertheilt wird..
Die Angebote sind bis
Montag den 10. Februar 1896 abzugeben. Den Angeboten ist ein Probewürfel beizufügen.
Hanau am 28. Januar 1896.
Städtisches Sielbaubüreau.
Schulnachricht.
Das neue Schuljahr wird Momag den 13. April d. Js. beginnen. Die Anmeldungen finden unter Vorlage der Geburts- und Impfscheine in der Zeit vom 3. bis z U m 15. Februar d. Js. vormittags von 11 bis 12 Uhr in den betrrffenden Schulgebäuden statt und erfolgen
1. für die Knabenmittelschule bei Herrn Rektor Bartmuß, Schulhaus am Johanniskirchplatze,
2. für die Mädchenmittelschule bei Herrn Rektor Jckler, Bebraer Bahnhofstr. 9,
3. für die Knabenvolksschule bei Herrn Rektor Dieterich, Neubau neben dem Knabenmittelschul-Gebäude,
4. für die Mädchenvoltsschule bei Herrn Rektor Umbach, Rebengasfe 13 (Rkuuadl).
Schulpflichtig werden zu Ostern d. Js. alle Kinder, welche das 6. Lebensjahr bereits vollendet haben oder bis zum 30. September d. Js. vollenden werden. Dieselben sind daher in der angegebenen Zeit ordnungsmäßig zur Schule anzumelden.
Wenn schulpflichtig gewordene Kinder geistig oder körperlich so wenig entwickelt sind, daß sie an dem Klassenunterrichte noch nicht erfolgreich theilnehmen können, so haben die Eltern oder Vormünder dieselben unter Vorlage der ärztlichen Bescheinigung dennoch zur Schule anzumelden, damit zum Nachweise der erfüllten Schulpflicht das Erforderliche gewahrt werde.
Kleinkinderschulen dürfen Kinder nicht über das bezeichnete Lebensalter hinaus in Pflege behalten.
Die Unterlassung der rechtzeitigen Beschulung schulpflichtiger Kinder unterliegt den Strafbestimmungen über unentschuldigte Schul- verfäumnisse.
Hanau den 24. Januar 1896.
Der Schuldirektor
Iunghenn. 1072
Tagesschau.
Erklärungen, welche der Kriegsminister zur Frage der Volks- schullehrer in der Sitzung der Busgetkommisston vom 24. d. M. abgegeben hat, sind zum Theil unrichtig in der Presse wiedergegeben worden. Thatsächlich ist Folgendes: Auf die Anfrage eines Abgeordneten, ob es in der Absicht läge, den Seminarabiturienten die Bereinigung zum einjährig- freiwilligen Dienst beizulegen, erwiderte der Kriegsminister: „Gemäß dec unter dem 27. Januar 1895 ausgesprochenen Allerhöchsten Willensmeinung ist die Dienstzeit der Volksschullehrer jetzt definitiv dahin geregelt, daß sie fortan auf die Dauer eines ganzen Jahres ausgedehnt werden soll. Dies kann im Hinblick auf die Bedürfnisse Der Unterrichtsverwaltung aber nicht sogleich zur Ausführung kommen. Es wird vielmehr ein Uebergangs- stadium geschaffen werden müssen. Hierbei bietet das bereitwillige Entgegenkommen des Herrn Kultusministers volle Gewähr, daß spätestens im Jahre 1900 die Einrichtung in vollem Umfange in Kraft treten kann. Im klebrigen bemerke ich, daß der Herr Reichskanzler beschlossen und mich zur Mittheilung seines Beschlusses autorisirt hat, daß der erfolgreiche Besuch eines Lehrerseminars die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst künftig gewähren soll." Auf die fernere Frage eines zweiten Abgeordneten, wie es mit den Volksschullehrern gehalten werden würde, welche die Mittel zur Ableistung des einjährig-freiwilligen Dienstes nicht nachweisen könnten, erwiderte der Kriegsminister weiter: „Diese Dolkèschullehrer werden dann die Berechtigung 311m einjährig-freiwilligen Dienst nicht erwerben, sondern auf Staatskosten unterhalten werden. Dabei werden sie aber, wie es schon bisher geschehen ist und auch ferner beabsichtigt wird, möglichst gemeinsam untergebracht und ausgebildet werden."
Ueber die Bewegung innerhalb der konservativen Partei und über die Bemühungen der Regierung, eine Trennung zwischen den extremen Agrariern und den regierungsfreundlichen Mitgliedern der konservativen Fraktionen herbeizuführen, schreibt die „Staatsb.-Zlg." : „Thatsache ist, daß gleichzeitig von zwei einzelnen Mitgliedern der konservativen Partei, de mit der Regierung in nahen Beziehungen stehen, eine Agitation gegen den Bund der Lavdwirthe und seinen Vorsitzenden zum Zweck der Trennung eröffnet worden ist. Wenn der Führer der Konservativen auch jedes nach dieser Richtung hin zielende Ansinnen rundweg ablehnte, so waren die Vorgänge immerhin zu wichtig, als daß sie mit Stillschweigen hätten übergangen werden sollen " Die „Deutsche Tagesztg." bemerkt zu demselben Kapitel: „Es ist ja möglich, daß in der konservativen Partei einige Herren sind, denen an dem Wohlwollen der Minister mehr gelegen ist als an dem Vertrauen im Volke; aber diese Herren sind durchaus vereinzelt und sind auch klug genug, daß sie erkennen, wie ungeeignet gerade der jetzige Zeitpunkt sein würde, nach der gouoer- nementalen Seite hin abzuschwenken." Dasselbe Blatt berichtet über die Unterredung, die vorige Woche zwischen dem Landwirthschaftsminister v. Hammerstein und Herrn v. Manteuffel stattgesunden hat, daß der Minister mit der Unterredung zunächst nichts Anderes beabsichtigte, als nochmals zweifelsfrei sestzustellen, daß er mit seinen Angriffen nicht die gesammte konservative Partei, sondern nur gewisse Agitatoren im Lande gemeint habe, von denen die konservative Partei loszulösen allerdings nach der Meinung des Ministers im Interesse des Verhältnisses der Partei zur Regierung liegen würde. Es sei, so fügt das Organ des „Bundes der Landwirthe" hinzu, dem Minister aber Klarheit darüber geworden, daß der Partei in allererster Linie an ihrem Bestände gelegen sein müsse und daß sie diesen außerordentlich gefährden würde, wenn sie den Ge danken einer Scheidung auch nur in Erwägung zöge.
Wie die „Daily News" erfährt, war die jüngste Unterredung zwischen dem britischen Botschafter und dem Sultan anläßlich der Ueber- reichung des Briefes der Königin wenig herzlich. Der Sultan ließ den Botschafter und dessen Dragoman eine Stunde lang im kalten Borzimmer warten, ehe er sie, in einen schweren Pelzrock gehüllt, empfing. Das Schreiben der Monarch n war von einer mündlichen Botschaft begleitet, die nicht mit dem Respekt behandelt wurde, den sie verdiente.
Eine Depesche der Daily News aus Wien besagt, die armenische Frage werde akut. Die russische Flotte sei in Sebastopol unb Odessa bereit; die russischen Armeen im Känkasfus seien an der Grenze zusammen-