Erstes Blatt.
Abonnements- Preis:
Jährlich 9 *& Halbj.4^50^ Vierteljährlich
2 M. 25 ^.
Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag.
Die einzelne Nummer 10 «4,
HanauerAnzeitzer.
Zugleich
Amtliches gtrgcm für SLcröt- und Larrökreis Kcrncru.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Insertions- Preis:
Die lipaliige Garmond, ei c oder deren R um 10 o, die l* »’p. Zeile 15 ^, die 2fDalt. Zeile 20 die Ispali. Ze le
30 ^, imRel ameniheil die 1 spalt Zeile 20 4 netto.
Nr. 21.
Samstag den 25. Januar
1896.
Hierzu „Amtliche Beilage" Nr. 8.
Amtliches.
Dienstiiachrichten aus dem Kreise.
Entlaufen: Ein kleiner brauner Wachtelhund m. Geschl. Ein kleiner branngelber Hund w. Geschl. Ein weißer Hühnerhund mit braunen Placken und Kette.
Zugelaufen: Ein weißer Foxterrier mit schwarzen Abzeichen, m. Geschl.
Gefunden: Ein Zwicker. Ein Portemonnaie mit einigen Pf. Ein Spulenhalter von einer Nähmaschine. Ein schwarzes Kinderrädchen. Drei blecherne Klammern.
Hanau am 24. Januar 1896.
^tâSM^srs ^anau.
VekanttLnrachrmgen des Oberbürgermeisterawtes.
Steuer und Schulqeld pro Januar bis März er. wird in der ersten Hälfte des Monats Februar zu den auf den Steuerzetteln angegebenen Tagen fällig und wird hierauf mit dem Berrrerteu aufmerksam gemacht, daß nach Ablauf der Zahlungstermine alsbald mit der zwangsweifen Beitreibung der Rückstände begonnen wird.
Gleichzeitig wird ersucht, zur Vermeidung von zeitraubendem Aufenthalt das Geld abgezählt zur Kaffe zu bringen.
Hanau am 21. Januar 1896.
Städtische Steuerkaffe. 972
Sch »Mm chricht.
Das neue Schuljahr wird Montag den 13. April d. Js. beginnen. Die Anmeldungen finden unter Vorlage der Geburts- und Impfscheine in der Zeit vom 3. bis zum 15. Februar d. Js. vormittags von 11 bis 12 Uhr in den betreffenden Schulgebäuden statt und erfolgen 1. für die Knabenmiitelschule bei Herrn Rektor Bartmuß, Schulhaus am Johanniskirchplatze,
2. für die Mädcheumittelschule bei Herrn Rektor Jckler, Bebraer Bahnhofstr. 9,
3. für die Knabenvolksschule bei Herrn Rektor Dieterich, Neubau ; neben dem Knabenmittelschul-Gebäude,
4. für die Mädchenvolksschule bei Herrn Rektor Umbach, Rebengasse 13 (Neustadt).
Schulpflichtig werden zu Ostern d. Js. alle Kinder, welche das j 6. Lebensjahr bereits vollendet haben oder bis zum 30. September d. Js. vollenden werden. Dieselben sind daher in der angegebenen Zeit ordnungsmäßig zur Schule anzumelden.
Wenn schulpflichtig gewordene Kinder geistig oder körperlich so wenig • entwickelt sind, daß sie an dem Klassenunterrichte noch nicht erfolgreich theilnehmen können, so haben die Eltern oder Vormünder dieselben unter Vorlage der ärztlichen Bescheinigung dennoch zur Schule anzumelden, damit zum Nachweise der erfüllten Schulpflicht das Erforderliche gewahrt werde.
Kleinkinderschulen dürfen Kinder nicht über das bezeichnete Lebensalter hinaus in Pflege behalten.
Die Unterlassung der rechtzeitigen Beschulung schulpflichtiger Kinder unterliegt den Strafbestimmungen über unentschulöigte Schul- ^tfâumniffe.
Hanau den 24. Januar 1896.
Der Schuldireltor
Jllnghenn. - 1072
JE Die heutige Kummer umfaßt außer dem Unters tilhm^^Uü 18 Seiten.
Tagesschau.
Berlin, 24. Januar. Seine Majestät der König haben Aller- gnâdigst geruht; den Fürsten von Bismarck, Herzog von Laueuburg, den Präsidenten der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, Professor Dr. Friedrich Kohlrausch zu Charlottenburg, den Geheimen' Regierungsrath, Professor Dr. Hermann Grimm zu Berlin, den Geheimen Justizrath, Professor Dr. Heinrich Brunner zu Berlin und den Königlich bayerischen Gcheim- rath, Professor Dr. Albert Köllcker zu Würzburg nach stattgehabter Wahl zu stimmfähigen Rittern des Ordens pour le mérite für Wissenschaften und Künste zu ernennen.
Ueber die Vakanzen im Heer sind in der Budgetkommission Mittheilungen gemacht worden. Darnach haben im preußischen Kontingent die Vakanzen an Unteroffizieren vollständig auf ehört; im Vorjahre betrugen diese Vakanzen noch 1305 Mann. Auch das Offizier-Manquement ist zurückgegangen. Im Oktober 1894 fehlten 1516 Offiziere, jetzt fehlen 1115 oder 6,7 pEt. Die Zahl der Ossiziersaspir anten betrug im Oktober 1895 1720 gegen 1760 im Vorjahre.
Die Reorganisation des prentzischcu Fabrikinfpektorats ist insofern noch nicht zum Abschluß gebracht, als noch nicht alle den Gewerbe- räthen beigegebenen Gewcrbeinspektoren etatsmäßig angistellt sind. Es wird nun, laut den „Berl. Pol. NaÄr.", beabsichtigt, wieder einen Theil dieser Stillen in etatsmäßige zu verwandeln.
In der badischen Zweiten Kammer erklärte der Finanzminister Ramens der Gesamnnregierung, sie würde, falls der Antrag Kanitz an den Bundcsralh gelangt wäre, unbedingt gegen denselben gestimmt haben. Sie sei ferner gegen jede prinzipielle Aenderung der Grundlagen unserer Währung und stehe Anträgen dieser Art ablehnend gegenüber.
Aus Rom wird berichtet; Die Depesche Sr. Majestät des Teutschen Kaisers, in welcher dem Oberstlieutenant Galliano der Kronenorden II. Klasse verliehen und die Offiziere und Soldaien zu der Vertheidigung Makalles beglückwünscht werden, hat im ganzen Lande einen überaus günstigen Eindruck hervorgerufen. Durch die Depesche wurden die Bande der Zuneigung und der Zusammengehörigkeit der beiden befreundeten Völker noch enger geknüpft. In diesem Sinne sprechen sich die Blätter aus.
Bremen, 24 Januar. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Dresden" ist gestern in Baltimore und der Dampfer „Karlsruhe" vorgestern in Shanghai eingetroffen.
New - Port, 23. Januar. Der Dampfer „Veendam" von der Niederländisch-Amerikanischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft ist gestern hier eingetroffen.
New = Dott, 23. Januar. Der Postdampfer „Noordland" von der „Red Star Linie" ist von Antwerpen gestern wohlbehalten hier ange- kommen.
Depeschen-Burra« „Herold".
24. Januar, abends 9 Uhr:
Verkitt, 24. Januar. Der Kaiser hat den Fürsten Bismarck zum stimmfähigen Ritter des Orden pour le mérite für Wissenschaft und Künste ernannt.
Berlin, 24. Januar. Das Abschiedsgesuch des bisherigen Gouverneurs der Festung Straßburg, General der Infanterie von Bergmann, har, wie die „Post" hört, die kaiserliche Bestätigung gefunden.
Berlin, 24. Januar. In der heutigen Sitzung der Justizkommission des Reichstags kam der Fall Blauftwerter zur Sprache bei der Berathung des § 399 des Strafgesetzbuchs, welcher bestimmt, in welchen Fällen die Wiederaufnahme eines durch rechtskräftiges Urtheil abgeschlossenen Verfahrens 311 Gunsten des Verurtheilten ftatisindet. Sie Abgg. Munckel und Lentmann beantragen hierzu einen Zusatz, welcher besagt, daß die Wiederaufnahme staitzufinden hat, wenn bei dem Uribeil ein Richter mitgewirkt hat, der sich nicht im Vollbesitz seiner Geisteskräfte befunden habe. Nach kurzer Debatte änderten die Antragsteller den Antrag
; dahin ab: „Wenn bei dem Urtheil ein Richter mitgeronft hat, der später offenkundig von einer Geisteskrankheit befallen und schon zur Zeit des Ur-