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Zugleich

Amtliches Kvgcm für Ktcröt- rmö Landkreis Aanau.

Erschât täglich mit Ausnahme der Sonu- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Die lipaltig« Kormond^eH oder deren R> r« 10 4, die t' ,?m Z-lie 15 ^, die Lspalt Zrrte 20 4, die 3spaw Zeile 30 4, imRekmmenibkll die Isvalt Zeile 20 ^ netto.

Nr. 18.

Mittwoch den 22. Januar

1896.

HicrznAmtliche Beilage" Nr. 6.

< Amtliches. 3 Dienstnachrichten aus dem Kreise.

5® Gefunden: Ein Paar schwarze Kinderhandschuhe. Ein weißes n Taschentuch mit dunklen Streifen am Rand. Ein Brodbuch. Ein Zwicker. Ein goldner Ring mit Stein.

i6 Entlaufen: Ein gelber Spitz m. Geschl. a Hanau am 20. Januar 1896.

äHaOt&rei^ ^artaxt.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Steuer und Schulgeld pro Januar bis März er. wird in der ersten Hälfte des Monats Februar zu den auf den Steuerzetteln angegebenen Tagen 6 fällig und wird hierauf mit dem Bemerken auf 5 merkfam gemacht, daß nach Ablauf der Zahlungs- i termine alsbald mit der zwangsweifen Beitreibung r der Rückstände begonnen wird.

Gleichzeitig wird erfucht, zur Vermeidung von ' zeitraubendem Aufenthalt das Geld abgezählt zur Kaffe zu bringen.

Hanau am 21. Januar 1896.

Städtische Steuerkasse. 972

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Lagesschau.

w Ueber die Nothwendigkeit einer stâekeren Vermehrung der Marine als der Etat für das nächste Rechnungsjahr vorsieht, ist man, ' wie von gut informirter Seite verlautet, vollständig einig. Gleichwohl sei bisher über die Einbringung einer besonderen Vorlage nichts beschlossen. " Erwägungen über den Zeitpunkt und die parlamentarischen Verhältnisse erscheinen noch nicht abgeschlossen.

DieHamburger Nachrichten" veröffentlichen an der Spitze ihres ! â Blattes folgende Danksagung des Fürsten Bismarck:Friedrichs- - ruh, 20. Jan. 1896. Zur Jubelfeier am 18. d. M. habe ich von meinen Mitbürgern in der Heimath und Fremde so zahlreiche Zuschriften und telegraphische Begrüßungen erhalten, daß ich leider mit meinen Arbeits­kräften nicht in der Lage bin, den Einzelnen meinen Dank auszusprechen. Ich bitte deshalb Alle, die meiner bei dieser Gelegenheit so freundlich ge­dacht haben, meinen herzlichsten Dank hierdurch entgegenzunchmen. v. Bis- I marck."

Die wegen der vorzeitigen unrechtmäßigen Veröffentlichung des kaiserlichen Gnadenerlasses für Militärpersonen tingeleitete Untersuchung t hat, wie dieNat.-Ztg." hört, ergeben, daß irgend ein Angehöriger des re: âiegsministeriums nicht betheiligt gewesen sein kann. Aller Wahrschein­lichkeit nach sei ein Exemplar des Armeeverordnungsblattes in der Mittler- ' Wen Druckerei gestohlen worden.

Trotz derNoth des vierten Standes" und der täglichen Klagen âr den Klassendruck fließt die Quelle der sozialdemokratischen Parteispenden immer noch so reichlich, daß die sozialdemokratischen Führer und Agitatoren einer sorgenfreien Zukunft entgegensehen können.

November und Dezember, also in einer Zeit, wo doch der Säckel "krGenossen" mehr durch Familienzwecke in Anspruch genommen wird, als im Frühjahr oder Sommer, haben die freiwilligen Beiträge zur Par­teikasse die Summe von 15 000 Mk. ausgemacht. Am meisten bringen als Reichstagswahlkriise von Hamburg unb Altona auf, die im November wit 1000 Mk. für je einen Kreis vermerkt sind. Auch Hannover ^at im Dezember 1000 Mk. beigesteuert. Altona und Hamburg (3) abermals st ebensoviel, Berlin im II. Kreise nur 800 Mk., im VI. 1050 Mk., im

aber dafür 3013 Mk. Außerdem sind vonGenoffen" Spenden

von 2050 Mk. nolirt. Vonrothen Hochzeiten und Kindtaufen" sind ebenfalls recht ansehnliche Beiträge der Kasse zugeflossen. Auch die Bei­träge von etlichenSchmierfinken" sind nicht vergessen. Man sieht hieraus, so bemerkt ein Berliner Blatt, daß es der Sozialdemokratie trotz allen Erdenwehs doch noch nicht schlecht gelt, da sie noch genug Geld und auch nicht weniger herausfordernden Spott übrig hat.

In der größten Kaserne in Kopenhagen entstand eine Meu­terei. Mehrere Offiziere mürben von Soldaten überfallen und durch Mesferstiche verwundet. Fünf von den Rädelsführern wurden verhaftet.

Die spanische Regierung gibt dem neuernannten Befehlshaber für Kuba General Weyler unumschränkte Vollmachten, 25 Bataillone Ver­stärkung und Kavallerie, außerdem die nöthigen Geldmittel, um eine Ent­scheidung vor Beginn der Regenzeit herbeizuführen. Auch in der Politik erhält Weyler freie Hand und ist zu Reformen ermächtigt, sobald der Auf­stand beendet ist.' Er reist am 24. von Madrid ab und gedenkt am 8. Februar in Havana einzutreffen.

Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 21. Januar.

Der Präsident theilt mit, daß vom Kaiser ein Dankschreiben für die Beileidsbezeugung des Hauses anläßlich des Prinzen Alexander eingegangen sei. Der Präsident erbittet und erhält sodann die Ermächtigung, dem Kai­ser den Dank des Hauses sür die Einladung zur Feier am 18. Januar aus zu sprechen.

Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung des Etats.

Abg. Richler (frs. Vp.) wendet sich zunächst gegen den Finanz- minister Dr. Miquel, der sich bei der Schätzung der Einnahmen in einer Weise geirrt habe, wie noch nie ein Finanzminister vor ihm. Nach der Etatsfestsetzung des laufender! Jahres hätte Preußen 20 Millionen an das Reich zu zahlen gehabt; nach den jetzigen Schätzungen dagegen würde Preußen etwa 12' z Millionen vom Reiche bekommen. Herr Miquel hätte das in seiner Etatsrede deutlich hervorheben müssen, denn Preußen sei jetzt wieder Kostgänger beim Reiche geworden, und das beweise doch wiederum, daß Preußen jetzt in seinem Verhältniß zum Reiche bester dastehe, als es bei Annahme und infolge des Automaten dastehen würde. Der Finanz­reformentwurf, dieser Automat, würde den MatrikularbZträgen wohl nach oben hin, aber nicht nach unten hin Grenzen gesetzt haben. Redner er­klärt, er sei ein Gegner solcher automatischen Einrichtungen in jeder Form; desgleichen verwerfe er auch das sogenannte Garantiegesetz und das Schul­dentilgungsgesetz, welche beide doch nur Schaumtlöße seien. Redner will die Aufbesserung der Bcamtenbesoldungen mit der Regelung der Wohnungs­geldzuschüsse begonnen haben und spricht sich für die Konversion, für ver­mehrte Zerschlagung von Domänen im Osten und für billigen Vieh- und Fleischtiansport vom Osten nach dem Westen, ferner für eine Revision des Vereinsrecktes aus und verurtheilt das Lehrerbesoldungsgesch, das die1 größeren Gemeinden in Nachtheil bringen werde. Der Landwirthschafts­minister werde nicht viel damit erreichen, wenn er mit seinenkleinen Mitteln" glühende Kohlen auf die Häupter der Agrarier zu sammeln trachte.

Finanzminister von Miquel führt aus: Ich sann mich nicht erinnern, daß Abg. Richter jemals für die Vermehrung der Reichsein­nahmen gestimnit hat. Ich verzichte mit größtem Vergnügen auf alle Ueberweisungen des Reiches, wenn das Reich uns sicher stellt, daß es nicht größere Matrikularbeiträge fordern wird als zur Zeit. Das wünsche ich im Interesse einer geordneten Finanzwirthichaft Preußens^ Ich habe stets diese Schwankungen, sowohl die Ueberschüste wie die Defizits, für nachtheilig erklärt. Abg. Richter hat einen so großen Respekt vor der Privatinitiative und vor Privatunternehmungen Nun, nehmen denn Private nicht auch in guten Jahre» Abschreibungen vor, um sich für die schlechte« zu richten? Auf die Zollkinnahmen im Reicke, die doch ungewiß sind, können wir bau-rnb die Ausgaben in Preußen nicht b gründen. Das landwirrhschafrliche Ministerium ist im vorliegenden Etat nur mit drei Millionen Mark stärker bedackt als 1887/88, wahr end die anderen Ministerien ganz bedeutend größere Zunahmen ihrer Aufwendungen er­fahren haben. Es wird daher in Zukunft unsere Ausgabe sein, nach