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Nr. 14»

Freitag den 17. Januar

1896.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Briefe und Kästchen mit Werthangabe, sowie Nachnahmesendungen im Verkehr mit Nied er land.

Vom 16. Januar ab werden im Verkehr mit Niederland Käst­chen mit Werthangabe zur Beförderung zugelassen. Der Meistbetrag der Werthangabe ist für diese Sendungen, wie für Werthbriefe, auf 20 000 M. (25 000 Franken) festgesetzt.

Die Taxe für Werthkästchen setzt sich zusammen:

1. aus dem Porto von 80 Pf.,

2. aus der Versicherungsgebühr von 8 Pf. für je 240 M.

Briefe und Kästchen mit Werthangabe, sowie eingeschriebene Brief- postgegenstände jeder Art können vom gleichen Zeitpunkt ab gegen Nach­nahme bis zum Betrage von 400 M. (250 Gulden Niederländ.) abge­sandt werden.

Ueber die sonstigen Versendungsbedingungen ertheilen die Post­anstalten auf Nachfrage Auskunft.

Berlin W., 11. Januar 1896.

Der Staatssekretär des Reichspostamts, von Stephan.

^artö^rei^ ^banaw

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Die Herren Bürgermeister werden ermächtigt, bei den aus Anlaß der bevorstehenden Feier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers und Königs statifindenden Festlichkeiten die Erlaubniß zur Ueberschreitung der Feierabendstunde nach eigenem Ermessen zu ertheilen.

Hanau am 16. Januar 1896.

Der Königliche Landrath

V. 471 v. Schenck.

Rach Mittheilung des Kreisamts Offenbach ist in Rumpenheim die Maul- und Klauenseuche erloschen.

Hanau am 15. Januar 1896.

Der Königliche Landralh

v. Schenck.

Dienstliachrichtcn aus dem Kreise.

Entlaufen: Ein weißer gefleckter s. g. russischer Jagdhund m. Geschl.

Gefunden: Ein brauner Häkelbeutel von Sammt mit Portemonnaie mit Geld, Taschentuch rc. Ein israelitisches Lesebuch.

Verloren: Ein Hundehalsband.

Hanau am 17. Januar 1896.

Pfvräeversrckvrungsvvrein für den Lanâkreis San au.

In der heutigen Vorstandssitzung ist beschlossen worden, pro I. Se­mester 1896 zu erheben:

1/»% Prämie,

1% Eintrittsgelds . z .

4% Nachzahlung/ ^ neu emtretenden Mitgliedern.

Ich ersuche die Herren Taxatoren, alsbald die Abschätzungen der Pferde vorzunehmen und mir solche zuzusenden.

Hanau am 11. Januar 1896.

Der Vorstand.

H. Jung. 777

4>taöWx*cie ^anau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes. KeKanntmachnng.

Aus Stiftungskassen sind zu mäßigem Zinsfuß auf 1. Hypothek auszuleihen ganz oder getheilt

15 000 M. sofort,

20 000 M. pr. 10. März 1896.

Nähere Auskunft ertheilt

Hanau am 28. Dezember 1895

Stadtkämmerei.

Tagesschau.

Berlin, 16. Januar. An der Feier, welche dem Kapitel des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler am Freitag, dem 17. d. Mts., vormittags in der Kaiser Wilhelm- Gedächtnißkirche voraufgeht, werden Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, die Prinzen und Prinzessinnen des Königl. Hauses, sowie alle in Berlin anwesenden Fürstlichkeiten mit ihren Gefolgen, die Ritter des Schwarzen Adlerordens, die Kabinetschefs und eine Zahl geladener Gäste theilnehmen. Die Gedächtnißrede wird der Ober-Konsistorialrath Köhler halten. Die Damen erscheinen in Promenadentoilette.

Nach dem festgestellten Neichshaushalts-Etat für 1895/96 ermäßigt sich gegenüber dem Etatsenlwurse der Matrikular-Beitrag Preußens um 10,893,852 Mk, während die Ueberweisungen des Reiches an Preußen sich um 2,780,620 Mk. erhöhten, so daß der Fehlbeirag des laufenden preußischen Etats nur 20,625,528 Mk. betrug, mithin der Etat für 1896/97 nur eine Ermäßigung des Fehlbetrages um 5,485,528 Mk. ausweist. Bei dem Ordinarium der staatlichen Betriebsverwaltung ist ein Mehrüberschuß von 26,424,473 Mk. veranschlagt, und zwar 29,971,078 Mark Mehrüberschüsse und 3,546,605 Mk. Minderüberschüsse. Von den Mehrüberschüssen entfallen 28,617,251 Mk. auf die Eisenbahnverwaltung, deren Einnahmen um 40,037,974 Mk. höher veranschlagt sind, insbe­sondere um 18,300,000 Mk. bei dem Personen- und 18,562,000 Mk. bei dem Güterverkehr, während für die dauernden Ausgaben 1,342,723 Mark mehr eingesetzt sind. Bei der Verwaltung der indirekten Steuern ist ein Mehrüberschuß von 654,600 Mk., davon aus der Erbschaftssteuer 400,000 Mk. mehr, vorgesehen. Bei der Berg-, Hütten- und Salinen- verwaltang beträgt der Mehrüberschuß 422,52 7 Mk. Bei den Berg­werken ist der Ueberschuß um 406,465 Mk., bei den Hütten um 256,960 Mark höher, bei den Salzwerken um 370,000 Mk. niedriger veran­schlagt. Bei der Forstverwaltung ist ein Mehrüberschuß von 146,000 Mark, bei der Seehandlung ein solcher von 121,000 Mk. vorgesehen.

Die Börsenkommission des Reichstages begann heute ihre Be­rathungen. Sie nahm ohne Debatte den § 1 an, der die Errichtung, die Aufhebung und Beaufsichtigung der Börsen durch die Landesregierung be­handelt. Die Kommission nahm zu dem § 2 den Antrag Hahn-Kanitz mit den Amendements Strombeck und Oriola an, wonach ein oder mehrere Börsenkommissare zu bestellen sind, die Befolgung der Börsengesetze über­wachen sollen und berechtigt sinv, den Berathungen des Börsenvorstandes beizuwohnen, sowie den Börsenvorstand zur Beseitigung von Mißbräuchen aufzufordern.

Im Finanzausschüsse des bayerische» Abgeordnetenhauses theilte der Justizminister mit, daß der Prinzregent genehmigt hat, die be­dingte Verurtheilung in Bayern versuchsweise einzuführen.

Ungeheures Aufsehen erregt in Pariser Justiz kreisen die Nachricht, daß das ganze Verfahren in der Skandalaffaire Lebaudy eingestellt werden soll, weil angeblich zahlreiche Offiziere und auch Magistratspersonen in den Skandal verwickelt seien. Eine Interpellation soll aus diesem An­laß von mehreren Abgeordneten in der Kammer gestellt werden.

Die englische Orientpolitik lenkt das Augenmerk der Oeffent- lichkeit durch die Meldung wieder mehr aus sich, daß der englische Bot­schafter Sir PH. Currie in Konstantinopel vorgestern eine Privataudienz beim Sultan hatte, in welcher er demselben ein eigenhändiges Schreiben