Einzelbild herunterladen
 

ABsiumventS-

Preis: ISHrlich 9 ^ HMj.4^50^ WerteljShrlich 2^6 25 ^.

Dtr auswärtige Momenten mit fast betreffenden Postaufschlag.

Dir einzelne Nummer 10 ^.

anmerAmeiaer.

Zugleich

Amtkiches Hrgcm für Sta-t- un6 Lan-Kveis Kcmcru.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Insertion^ Preis:

Die tipaltige Gormondiril« ober bereit Ri um 10 A die l/i;p. ZcUe 15 die 2spalt. Zelle 20 A, die 3spalt. Zeile 30 ^, imRekiamentheil die Ifpalt. Zelle 20 é netto.

Nr. 12

Mittwoch den 15. Januar

1896.

Amtliches, ^tadt^r^is ^anau.

! Bekanntmachungen des Obeibsrrgermeisteramtes. Bekanntmachung.

Unter Bezugnahme auf die Anordnung des Herrn Regierungspräsi- 1 denten vom 16. Oktober v. Js., betreffend Verbot des Abhaltens von Rindvieh-, Schaaf- und Schweinemärkten in Hanau, weise ich die Jnte- reffen« en darauf hin, daß auch das Befahren der hiesigen Wochenmärkte mit Ferkeln verboten ist.

Hanau am 14. Januar 1896.

Städtische Polizeiverwaltung.

Der Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.

Bekanntmachung.

Aus der Leonhard Mager'schen Stiftung soll den Statuten gemäß an einen Dienstboten, der wenigstens 10 Jahre bei einer und derselben Familie in der Stadt Hanau gedient und sich durch Treue, Fleiß und sitt­liches Betragen ausgezeichnet hat, eine Prämie verabfolgt werden, welche für dieses Jahr 40 Mark betragen wird.

Bewerber um dieselbe haben ihre Dienstzeugniffe nebst Gesindebuch bis zum 28. Januar d. Js. auf dem Rathhause abzugeben.

Hanau am 14. Januar 1896.

Der Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.

Oeffenttiliie Seling fe GMeincke-Nusslkujses

Donnerstag den 16. Januar er., nachmittags 5 Uhr.

Berathungsgegenstände:

1. Kosten für Räumungsarbeiten an und in der Kinzig M. 1045 aus Tit. VI B. 8a.

2. Rechnung der Realschule pro 1894/95.

3. Nachverwilligung von M. 200 zu Schulgelderlasscn für die Realschule pro 1895/96.

4. Rechnung der Kleinkinderschule pro 1894/95.

5. Errichtung einer Richtlaterne vor dem Urff' schen Neubau an der Frank­furter Landstraße.

6. Aufstellung einer Gaslaterne auf dem Sandeldamm und 3 Petroleum­laternen in der Maulbeerallee.

7. Legung der Gas- und Wasserleitung vom MühlthorSandeldamm, M. 3500 Tit. V 3 des Gaswerks, M. 4200 Tit. V 1 des Wasser­werks.

8. Erhebung neuer Hundesteuer von 15 M. vom 1. April 1896.

9. Abführung der Zinsen des Reservefonds der Sparkasse pro 1895 an die Stadtkasse.

10. Schließung der 3 Brunnen Glockengüsse, Vorstadt, Kammpumpe und Anschluß an die Wasserleitung.

1 11. Wiederverpachtung der Abth. 24, 27 u. 28 der Wiese V 19 (Rohr). 12. Nachverwilligung von M. 200 auf Tit. IV 2 Sp. E. Schlachchof.

1 13. Wahl von 6 Mitgliedern des Gemeindeausschuffes zur Vorbereitung der 300jâhrigen Jubelfeier der Neustadt und der beiden Neust. Kirchen­gemeinden in 1897.

Die Landtagssession.

Wenn die Fülle der gesetzgeberischen Aufgaben, mit denen der Reichs­tag befaßt ist oder noch befaßt werden soll, selbst bei ungewöhnlicher Länge der Session die vollständige Erledigung des gesetzgeberischen Pensums nicht erwarten läßt, so dürfte der preußische Landtag zu einer Tagung von vergleichsweise geringer Bedeutung und kurzer Dauer berufen sein. Die gesetzgeberischen Vorlagen sind weder sehr zahlreich noch an Bedeutung den Vorlagen der Sessionen 1890/91, 1892 und 1892/93 gleichzustellen. Selbst das Lehrerbesoldungsgesetz stellt doch mir einen kleinen Bruchtheil der beiden Vorlagen über die Volksschule von 1890 und 1892 dar und zwar derjenigen, an welchen sich die wenigsten Kontroversen grundsätz­licher Art knüpfen. Ebenso ist die geplante Einführung des Anerbenrechts

für Rentengüter zwar eine im Einzelnen schwierige Materie und nicht ohne grundsätzliche Bedeutung, allein doch nicht entfernt, was die praktische Bedeutung anlangt, eine Vorlage ersten Ranges. Ww an das Lehrer- besoldungsgesetz sich theoretische Eiörternngen über die Volksschulfi age an- schließcn können, so bietet allerdings dieser Gesetzentwurf, sowie der ohne Zweifel alsbald wieder einzubringende über die Generalkoinmission in Königsberg, auch die Gelegenheit zu Erörterungen über die Rentenguts­bildung im Allgemeinen und die Thätigkeit der Gencralkommission auf diesem Gebiete im Besonderen. Aber diese Erörterungen würden der Natur der Sache nach gleichfalls einen mehr akademischen Charakter tragen und nicht allzuviele Zeit und Kraft in Anspruch nchmm. Der Etat wird schwerwiegende Aenderungen gegen das laufende Jahr nicht bieten. Für den landwirthschaftlichen Etat kommt kaum ein neues Thema der Er­örterung von Bedeutung in Frage; es müßten denn die Pläne wegen ge­setzlicher Regelung des Verkehrs von Dünger und Futterstoffen sein. Allein auf diesem Gebiete harren noch so viele Fragen der Lösung, daß die Erörterungen wieder einen breiten Umfang annehmen werden. Der Bimetallismus wird ohne Zweifel auch zum Gegenstände längerer Ver­handlung gemacht werden. Ob dies aber beim Etat und nichr in der Form eines selbstständigen Antrages oder einer Interpellation geschieht, steht dah n. Die eigentlichen Finanzfrageii knüpfen sich so ziemlich sämmt­lich an den Etat der Eisenbahnverwaltung. Die durch einen höchst öko­nomischen Betrieb in Verbindung mit dem steigenden Verkehr stetig wach­senden Ueberschüffe der Eisenbahnverwaltung gleichen mehr und mehr die ungünstigen Rückwirkungen der Verschlechterung des finanziellen Verhält* nisses zum Reiche aus und stellen, wenn auch noch nicht die für den nächsten Etat, doch für die Zukunft die Herstellung des Gleichgewichts zwischen Einnahmen und Ausgaben in Aussicht. Sicher wird auch der Versuch wieder unternommen werden, unter Abweichung von den regel­mäßig beobachteten Echätzungsgrundsätzen den Ansatz ter Einnahmen im Etat zu erhöhen. Trotzdem es sonach tro^ des gelingt n gesetzgeberischen Pensums an Berhandlungsstoff nicht fehlen wird, kann, wenn die Regi- rungsvorlagen nicht aus sich warten lassen, bei energischer Geschäftsführung durch das Präsidium und Unterstützung derselben durch die Parteien des Hauses eine lange Dauer der Session bis in den Sommer hinein sicher wohl vermieden werden.

Tagesschau.

Berlin, 14. Januar. Seine Majestät der Kaiser fuhr nach der gestrigen Frühstückstafel zum Reichskanzler Fürsten zu Hohmlohe-Schillings­fürst, um mit ihm längere Zeit zu konferiren. Im Laufe des Nachmittags begab sich Seine Majestät anläßlich des russischen Neujahrstages zu einem furzen Besuche in die Kaiserlich Russische Botschaft. Die Abendtafel, zu welcher keine Einladungen ergangen waren, fand um 6'/, Uhr statt. Abends wohnten Ihre Majestäten der Vorstellung im Königlichen Schau- fpielhause bis zum Schluffe bei.

Ueber die diesjährigen Kaisermanöver weiß dieKöln. Ztg." bereits eine ganze Reihe interessanter Mittheilungen zu machen. Darnach sollen nach der Initiative des Kaisers die diesjährigen Kaisermanöver sich wesentlich von den früheren dadurch unterscheiden, daß sie von vornherein kriegsgemäß gestaltet werden. Dieselben werden zwischen Bautzen und Görlitz stattfinden und recht hohe Anforderungen stellen. Auf der einen Seite stehen das 5. und 6. Koi ps unter dem Befehl des Grafen Waldersee, auf der anderen Seite das sächsische 12. Korps und das 8. Korps unter , dem Oberbefehl des Prinzen Georg von Sachsen. Auf besonderen Wunsch < des Kaisers werden für jede Armee Armeestäbe gebildet, in deren Händen die Leitung verbleiben soll. DieKöln. Ztg." hebt besonders hervor, daß in diesem Jahre die Uebungen um so mehr kriegsgewäß werden gestaltet werden können, als die Theilnahme von Fürstlichkeiten an denselben ziem­lich beschränkt sein wird.

Die Budgetkommission des Reichstages berieth den Postelat und nahm den Einnahmeansatz unverändert ^nach der Regie, ungsvorlage, sowie die Resolution Lingens an, wonach an Sonn- und Festtagen, ausgenommen in der Zeit vom 18. bis 30. Dezember, die Packetbestellung nur im Wege der Eilbestellung und die Lriefbestcllung nur einmal erfolgen soll.

Dem Abgeordnetenhause wird sofort nach seiner Eröffnung das Lehrerbesolvimgsgesctz zugehen.