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Nr. 10.
Mcnlag den 13. Januar
Amtliches.
Dicnstmchrichtcn aus dem Kreise.
Gefunden: Ein schwarzer Herrenhnt.
Entlaufen: Ein kleiner schwarzer kurzhaariger Wachtelhund mit weißer Brust, m. Geschl., auf den Namen „Molli" hörend.
Verloren: Ein Portemonnaie mit 30 Mk.
Zugelaufen: Ein schwarzer Dachshund mit braunen Abzeichen; Empfangnahme bei Herrn Gutsvorsteher Fenner zu Wolfgang.
Hanau am 13. Januar 1896.
IV J. 709/95. Der am 27./9. 1895 gegen den Pferdeknecht Johann Michael Henz aus Hasfenbach erlassene Steckbrief wird erneuert.
Frankfurt a. M. den 8. Januar 1896.
Kgl. Staatsanwaltschaft.
Die offizielle Feier des 18. Jan«ar im Kgl. Schlöffe zu Berlin.
Am achtzehnten Januar find es 25 Jahre, seitdem Kaiser Wilhelm I. im Versailler Körigsschlosse, umgeben von den siegreichen Feldzeichen der deutschen Heere, inmitten der Vertreter der deutschen Fürstenhäuser, der Staats- unb Kriegsmänner, die seine getreuen Helfer und Diener gewesen in einer großen, thaten- und erfolgreichen Zeit, die deutsche Kaiserwürde wieder angenommen hat. Dieser Tag, bisher schon denkwürdig in unserer vaterländischen Geschichte, ist damit für alle Deutschen der denkwürdigste Erinnerungstag geworden. Seine Begehung in diesem Jahre stellt den Höhepunkt aller der Erinnerungsfciern dar, mit denen unser Kaiser und unsere Fürsten, unser Heer und unser Volk dankbar jener Zeit der großen Siege gedenken, deren köstlichste und bleibende Frucht die Neubegründung des Deutschen Reiches gewesen ist. Mit einmütiger Begeisterung wird ganz Deutschland die Erinnerungsfeier am 18. Januar begehen; ihren Mittelpunkt wird die allgemeine Volksfeier in dem Feste finden, das Seine Majestät der Kaiser Wilhelm II. im Berliner Königsschlosfe veranstaltet. Zu diesem Feste will der Kaiser vor Allem die noch lebenden Staatsmänner um sich versammeln, die an dem großen Werke mitgewirkt haben; es war sein besonderer Wunsch, daß der Fürst Bismarck als der Hervorragendste unter ihnen bei der Feier nicht fehlen möge. Leider gestattet dem Fürsten Bismarck sein Gesundheitszustand nicht, der Einladung seines Kaiserlichen Herrn Folge zu leisten; er hat deshalb gebeten, ihn zu entschuldigen. Wie aber Fürst Bismarck gewiß im Geiste an der Feier Antheil nehmen wird, so wird auch seiner, des ersten Kanzlers des Reiches, und seiner Verdienste um das Reich dankbar gedacht werden.
Die Feier am 18. Januar wird vormittags 10 Uhr durch Gottesdienst in der Kapelle des Königlichen Schlosses und in der St. Hedwigs- kirche eingeleitet. Dem Gottesdienst in der Schloßkapelle wohnen die Kaiserlichen Majestäten und die Mitglieder des Kaiserlichen und Königlichen Hauses bei. Nach beendigtem Gottesdienste, um 10S/± Uhr, ist die Versammlung im Weißen Saale. Nach dem festgestellten Programm stellen sich die Reichstagsmitglieder dem Throne gegenüber auf, die (Generalität an der Kapellenseite, die Minister und die sonst eingeladenen Personen gegenüber an der Fensterseite, der Bundesrath links vom Throne. Ihre Majestät die Kaiserin Auguste Viktoria, Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich, die Prinzessinnen des Königlichen Hauses und die Fürstlichen Damen nehmen die Tribüne auf der Kapellenseite ein. Sobald die Versammlung im Weißen Saale geordnet ist, macht der Reichskanzler Seiner Majestät dem Kaiser davon Meldung. Seine Majestät begibt sich alsdann unter großem Vortritt nach dem Weißen Saale und nimmt aus dem Throne Platz. Die Prinzen des Königlichen Hauses und Lie hier anwesenden Prinzen aus souverainen altfürstlichen Häusern treten zur Rechten des Thrones, vor die dort ausgestellten Fahnen und Standarten. Die Fahne des 1. Ga'deregiments zu Fuß und die Standarte des Regi- ments der Gardes du Korps stehen unmittelbar hinter Seiner Majestät unter dem Thronhimmel. Die andere Hälfte der Fahnen und Standarten nimmt links vom Throne hinter dem Bundesrath Ausstellung.
1896.
I MWH —
Der Generalsildmarschall Graf von Blumenthal hat sich zuvor mit dem Reichspanier rechts, der Kriegsminister, General der Infanterie Bron- sart von Schellendorfs mit dem Reichsschwert links hinter Seiner Majestät auf die mittlere Thronstuse gestellt; der General der Artillerie und Generaladjutant Fürst Anton Radziwill hat die Krone auf das rechts vom Thronskssel zunächst stehende Tabouret, der Generaloberst der Kavallerie, Generaladjutant Freiherr von Loë das Zepter auf das links stehende Tabouret, der General der Kavallerie und Generaladjutant Landhofmeister Graf von Lehndorff den Reichsapfel auf das zweite rechts stehende Tabouret, der Generallieutenant und Generaladjutant Graf von Wedel das Reichs- insiegel auf das zweite lnks stehende Tabouret gelegt und sich alsdann auf die unterste Thronstufe den Reichsinsignien zur Seite gestellt. Die Generallieutenants, welche das Reichspanier begleitet haben, sind rechts auf die unterste Thronstufe in der Nähe des Reichspaniers getreten; die Eskorteoffiziere sind zu beiden Seiten des Thrones bis an die Wand zurückgegangen; der große Vortritt hat bei dem Eintritt in den Weißen Saal Spalier gabilbet; die Obersten Hofchargen, welche den Reichsinsignien unmittelbar voranschritten, haben zur Rechten und zur Linken des Thrones ihre Plätze eingenommen. Das Gefolge der Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften bleibt an der Fensterseite des Weißen Saales, nach dem Lustgarten hin, zurück, nur der dienstthuende Generaladjutant Seiner Majestät tritt zur Richten, der Flügeladjutant zur Linken des Thrones.
Seine Majestät der Kaiser und König verliest die Thronrede und verläßt nach Beendigung derselben den Weißen Saal.
Die Hoftrauer wird, wie bereits bekannt gegeben, für den 18. Januar abgelegt. Der Anzug bei der Feierlichkeit ist für die Herren vom Militär Parakeanzug und Ordensband, für die Herren vom Zivil Gala mit dunklen Unterkleidern und Ordensband; die investirten Ritter des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler erscheinen mit der Kette desselben und im Zuge mit Ordensmantel.
Zur Feier befohlen sind die Fahnen und Standarten folgender Regimenter:
1. Erstes Garderegiment zu Fuß, 2. Grenadierregiment König Friedrich Wilhelm IV. (1. Pommersches) Nr. 2, 3. Grenadierregiment König Wilhelm I. (2. Wefipreußisches) Nr. 7, 4. Leibgrenadierregiment König Friedrich Wilhelm III. (1. Brandenburgisches) Nr. 8, 5. 2. Badisches Grenadierregiment Kaiser Wilhelm I. Nr. ILO. 6. Infanterieregiment Kaiser Wilhelm (2. Großherzoglich Hessisches) Nr. 116, 7. Königs-Infanterieregiment Nr. 145, 8. Regiment der Gardes du Korps, 9. Leibgarde Husarenregiment, 10. Leib-Kürassierregiment Großer Kurfürst, (Schlesisches) Nr. 1, 11. 1. Leib-Husarenregiment Nr. 1, 12. 2. Leib- Husarenregiment Kaiserin Nr. 2, 13. Husarenregiment König Wilhelm I. (1. Rheinisches) Nr. 7, 14. Königs-Ulanenregiment (1. Hannoversches) 91r. 13, 15. 1. Garde-Feldartillerieregimknt, 16. Königlich Bayerisches 6. Infanterieregiment Kaiser Wilhelm, König voN Preußen, 17. Königlich Bayerisches 1. Ulanenregiment Kaiser Wilhelm II., König von Preußen, 18. Königlich Sächsisches 2. Grenadierregiment Nr. 101, Kaiser Wilhelm, König von Preußen, 19. Königlich Württembergisches Infanterieregiment Kaiser Wilhelm, König von Preußen (2. Württembergisches) Nr. 120.
Die RuhmeStage des deutsch-franzöfischen Krieges.
XXX.
Die Operationen Werders.
II.
Die immer gefahrvoller werdende Lage des Werderschen Korps ließ in seinem Führer Ende Dezember den Entschluß reifen, dasselbe bei Vesoul eng zu versammeln und fortan nur in der Liderung des Elsaß und der Belagerung Belforts seine vornehmliche Aufgabe zu suchen. War doch schon dies Unternehmen für die vorhandenen Streitkräfte kaum ausführbar und das um so weniger, als von Süden her noch eine neue feindliche Armee unter General Bourbaki heranrückte mit der Absicht, sich von dieser Seite mit aller Kraft auf die rückwärtigen Verbindungen der Deutschen zu stürzen; die schwachen Kräfte Werders hoffte man mit Leichtigkeit über den