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?t Realkredit) bilden wird, die namentlich in den östlichen Provinzen des i Staates weiterer Entwickelung fähig ist.

18 Berlin, 5. Februar. Die Geschäftsordnungskommission des Reichs- u tags tritt heute Abend zu ihrer dritten Sitzung zusammen über die Frage der Verschärfung der Disziplinargewalt des Präsidenten. Wie dieStaats- -§ bürgerzeitung" hört, ist zwischen den Konservativen, Nationalliberalen und g dem Zentrum ein Kompromiß geschlossen. Das Letztere wird dafür stim- t. men, daß ein Mitglied, welches sich in grober Weise gegen die Ordnung T des Hauses vergeht, für die Dauer der Berathung des zur Verhandlung stehenden Gegenstandes von der Sitzung ausgeschlossen werden soll.

t- Berlin, 5. Februar. In der Budgetkommission des Reichstags wurden heute zunächst zwei zurückgestellte Positionen im Militäretat erledigt, f Sodann begann die Berathung des Etats des Reichsamtes des Innern. )J Auf eine Anfrage des Abgeordneten Hammacher bezüglich des Nordostsee- P kanals erklärte Staatssekretär v. Bötticher, daß das Reich die Verwaltung (des Kanals übernehmen werde.

" ' Bremen, 5. Febr. Heute früh um 5 Uhr traf bei der hiesigen Oberpostdirektion der von einem Ostender Fischer aufgefundene Briefsack

i- der untergegangenenElbe" ein. Der Sack enthält nur etwa 20 Briefe, ie welche für mehrere Ortschaften bei Chicago bestimmt waren. Die Ober- it postdirektion telegraphirte an die Stadtbehörde in Ostende, falls noch mehrere Postsäcke aufgefunden würden, möchte man es der Oberpostdirektion g; telegraphisch mittheilen und die Auffinder bezeichnen, denen die hierfür aus- ic geworfenen Belohnungen demnächst zugesandt würden.

:r München, 5. Febr. Die Gerüchte, daß Prinz Wolfgang keines tC; natürlichen Todes gestorben sei, verdichten sich immer mehr. In Hofkreisen n hüllt man sich in Stillschweigen und sucht allen Anfragen auszuweichen.

- Mehrere Blätter halten eine Lichtung des Dunkels authentischerseits für b dringend geboten.

it ' Triest, 5. Febr. An der Riviera herrscht ein entsetzliches Unwetter. - ,Jn Mentone, Monte Carlo und San Remo schneit es heftig.

Madrid, 5. Febr. Aus Manuinez in Marokko wird gemeldet, t daß die Lage daselbst eine sehr ernste sei. Der Sultan hat den Gouver­neur verhaften lassen. Man befürchtet, daß der Aufstand große Dimen- t sionen annehmen werde. Drei Stämme sind bereits in vollem Aufstand.

- Lissabon, 5. Febr. Zwischen portugisischen Truppen und Einge- , s borenen in Lorenzo Marqurz hat wieder ein Gefecht stattgefunden. Auf P Selben Seiten gab es viele Todte und Verwundete.

I Paris, 5. Febr. Der von dem Assisenhof der Seine verurtheilte es Sozialist Berton ist infolge der Amnestie aus dem Gefängniß entlassen

' worden und hier eingetroffen, wo er von sozialistischen Abgeordneten und !l mehreren Mitgliedern des SozialistenblattesRepublique francaise" auf = dem Nordbahnhofe begrüßt wurde. Eine große Menge begleitete den Wagen bis zur Redaktion des genannten Blattes, wo dem Freigelassenen t: ein Ehrentrunk kredenzt wurde.

J 6. Februar, vormittags 9 Uhr:

Berlin, 6. Februar. Nach derKreuzzeitung" wird der Staats- ) rath am 16. d. M. einberufen.

Berlin, 6. Februar. Nach demBörsenkurier" verlautet, daß r: Major v. Wißmann für den Gouverneurpostcn in Aussicht genommen sei und dieser die Stellung möglicherweise schon in nächster Zeit an- ' I treten werde.

Berlin, 6. Februar. Die Geschäftsordnungskommissiön des Reichs­tags verwarf die beantragte Erweiterung der Disziplinarbefugnisfe des . I Präsidenten. Bei der Abstimmung wurden die Abänderungsanträge des Präsidenten, sowie der Antrag des Zentrumsabgeordneten Roeren, ein t' Mitglied bei gröblicher Verletzung der Ordnung von der betreffenden t : Sitzung auszuschließen, mit 7 gegen 7 Stimmen abgelehnt.

Berlin, 6. Februar. Nach verschiedenen Meldungen soll das ein­geleitete Verfahren wegen vorzeitiger Veröffentlichung amtlicher Schriftstücke . imVorwärts" ergebnislos geblieben sein.

Berlin, 6. Februar. DerBerl. Lokalanz." meldet aus Ham- : bürg; Nunmehr steht es fest, daß der hiesige DampferMilos" im atlan- , »tischen Ozean untergegangen ist. Die Besatzung von 53 Mann ist ; (ertrunken.

[ i Budapest, 6. Februar. Der Abgeordnete Abranyi wurde gestern wegen Gewaltthätigkeit gegen die Behörde zu 8 Monaten Kerker ver- âtheilt.

Aus Stadt, Provinz und Umgegend.

. (Kleinere den TbaUnchen entsprechende Mittheilungen über Vorkommnisse in hiesiger Stadt und der

> Umgebung sind stets willkommen und werden entsPr-chend vergütet.)

Jahresstatistik 1894.

Nach einer am 5. Dezember 1894 vorgenommenen Zählung betrug . die Einwohnerzahl unserer Stadt 27 920 Seelen und zwar die Zahl der Zivilbevölkerung einschließlich der in der Stadt wohnenden Militärpersonen 26 078 und die der Militärbevölkeruug (kasernirten) einschließlich der Fa­milienangehörigen verheirateter Unteroffiziere 1842 Personen. Gegen das $«|r 1893 hat sie um 1797 Personen zugenommen und dieser Zuwachs

ist wohl zum größten Theil durch die Verlegung des Ulanenregiments in unsere Stadt entstanden. Für das Jahr 1894 berechnet sich die mittlere Einwohnerzahl auf ca. 27 000 Personen.

Lebendgeboren wurden im Jahre 1894 707 Kinder, 357 Knaben und 350 Mädchen, gegen 736 Kinder im Jahre 1893. Die Zahl der Geburten ist eine niedrigere, wie in den Vorjahren, und auf 10 000 Ein­wohner berechnet, kommen nur 262 Geburten, gegen 285 im Jahre 1893.

Die Gesundheitsverhältnisse im Jahre 1894 waren im Ganzen gute, die Zahl der Krankheitsfälle in den ersten 7 Monaten eine höhere, in den letzten 5 Monaten jedoch eine außergewöhnlich niedrige.

Gestorben sind mit Ausschluß von 29 Todtgeborenen (10 Knaben und 19 Mädchen) 541 Personen, 289 männlichen und 252 weiblichen Geschlechts, gegen 531 im Vorjahre. Auf 1000 Einwohner kommen 20 Todesfälle, gegen 20,3 im Jahre 1893 und 23,4 im Jahre 1892. Unter den Gestorbenen waren 54 Personen, die krank von Auswärts in die hiesigen Krankenhäuser gekommen waren und dort gestorben sind. Bringt man diese in Abzug, so verbleiben für unsere Stadt selbst 487 und auf 1000 Einwohner kommen 18,0 Todesfälle gegen 17,9 im Vorjahre. Die meisten Todesfälle kamen vor im Juli, 69, und die wenigsten im Septem­ber, 31. Kinder unter 1 Jahr alt sind 137 gestorben (118 ehelich und 19 außerehelich geboren). Auf 100 Lebendgeborene kommen 19,3 Todes­fälle, gegen 19,0 im Vorjahre.

Gestorben sind:

137

Kinder

im Alter von

01

Jahr

56

ff

ff ff ff

15

ff

12

ff

tf if ff

510

ff

17

Personen

ff tf ff

1010

tf

39

tf .

ff if if

2030

ff

36

tf it tf

3040

ff

45

,/

if if tf

4050

ff

60

tf

if if tf

5060

ff

64

ff

if if tf

6070

ff

61

ff it tf

7080

ff

13

tf if if

8090

tf

1 90 100

In erfreulicher Weise hat auch im Jahre 1894 die Zahl der Todes­fälle an Diphtheritis abgenommen. Gestorben sind im Ganzen an dieser Krankheit 17 Personen, 16 Kinder und 1 Erwachsene, darunter 8 Kinder, die aus Ortschaften der Umgebung zur Operation in die Stadt gebracht waren, gegen 23 (darunter 9 auswärtige) im Jahre 1893 und 87 (darun­ter 17 auswärtige) im Jahre 1892. In den letzten 3 Monaten kam ein Todesfall an Diphtheritis überhaupt nicht vor. Von den 9 aus der Stadt Gestorbenen wohnten 3 in der Judengasse, 3 in der Haingasse, 1 in der Hospitalgasse N., 1 in der Herrngasse und 1 in der Schützengasse.

An Typhus starb eine Frau, die auswärts erkrankt war, und an gastrischem Fieber ein 3jähriges Kind aus der Judengasse.

Vereinzelte Scharlachfälle kamen fast das ganze Jahr hindurch zur Beobachtung, doch ohne Todesfall.

Masernfälle kamen in den 2 letzten Monaten in der Stadt wieder vor, auch ohne Todesfall.

Die Influenza, die in den ersten Monaten des Jahres noch ziemlich verbreitet war, zeigte sich auch wieder in den letzten Monaten, ohne jedoch eine größere Ausdehnung zu gewinnen, mit einzelnen recht schweren Er­krankungen. Gestorben sind an dieser Krankheit 4 Personen.

An epidemischer Genickstarre starben 2 Soldaten unserer Garnison und ein 19jähriger Arbeiter.

In der ersten Hälfte des Jahres waren viele Kinder an Keuchhusten erkrankt; gestorben sind 17 Kinder, darunter 3 Geschwister.

Todesfälle an Wochenbettfieber kamen nicht vor, eine Frau starb an Ecclampsie (Krämpfen während der Geburt).

192 Personen über ein Drittel aller Todesfälle starben an Erkrankung der Respirationsorgane und zwar 66 an akuter Entzündung (hierbei sind die Todesfälle an Keuchhusten und Influenza mit eingerechnet), 17 an chronischer nicht tuberkulöser Entzündung, 5 an Lungenlähmung, 1 an Brustwassersucht und an Lungenschwindsucht 102 (gegen 84 im Vor­jahre).

An akuter und chronischer Entzündung des Herzens starben 26 Personen, an Herzlähmung 4, an Basedow'scher Krankheit 1 und an Ader- entartung 2 Personen.

Durch Nierenkrankheit war der Tod in 17 Fällen verursacht, durch Leberkrankheit in 7 und durch Wassersucht in 1 Fall.

An Erkrankung des Magendarmkanals und des Bauchfells starben 49 Personen und zwar 37 an akutem Magen- und Darmkatarrh (darun­ter 11 Kinder unter 1 Jahr an Brechdurchfall), 4 an Magenverblutung, 1 an chronischem Magenkatarrh, 1 an chronischem Darmkatarrh, 1 an Blinddarmentzündung, 1 an Darmtuberkulose, 1 an Darmverschluß, 1 an eingeklemmtem Bruch, 1 an tuberkulöser und 1 an akuter Bauchfellent­zündung.

An akuter und chronischer Entzündung des Gehirns und Rücken­marks starben 19 Personen, an Krämpfen 24 Kinder, an Schlaganfall 18 Personen, an tuberkulöser Hirnhautentzündung 8 Kinder, an ange-

6. Februar 1895.