Erstes Blatt.
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Die Sspalt. Zeile 20 ^.
Die Zsvali. Zeile 90 U.
Nr. 22.
Samstag den 26. Januar.
1895.
Amtliches, ^artö^rets ^attatt.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Der Herr Landesdirektor in Cassel sucht für die zu Ostern d. I. zur Konfirmation kommenden Zwangszöglinge evangelischer und katholischer Konfession Lehr- und Dienststellen.
Lehrstellen in solgenden Berussarten:
Bäcker, Gärtner, Maurer, Metzger, Sattler, Schmied, Schlosser, Schneider, Schreiner, Schuhmacher, Steinhauer und Zimmermann.
Lehrbedingungen: 3jährige Lehrzeit, Lehrgeld einschließlich Kraukenkasfenbeitrag in der Stadt 40 Mk. und auf dem Lande 37 Mk. 50 Pfg. jährlich. Die übrigen Bedingungen werden durch den Lehrvertrag geregelt.
Den baldigst durch die zuständigen Herren Pfarrer und Bürgermeister an den Herrn Landesdirektor einzureichenden Bewerbungsgesuchen ist die Beantwortung nachstehender Fragen beizusügen:
a) Alter des Meisters und seiner Ehefrau?
b) Zahl und Alter der vorhandenen Kinder?
c) Vermögens- und Erwerbsverhältnisse?
d) Bürgerliche und kirchliche Führung?
e) Ist der Meister vermöge seiner geschäftlichen Tüchtigkeit und seines Geschäftsumfangs zur gründlichen Ausbildung eines Lehrlings geeignet?
f) Ist die Ausnutzung des Lehrlings in nicht gefchäftlichen, insbesondere landwirthschaftlichen Arbeiten nicht zu befürchten?
Die Dienstellen werden für männliche Zöglinge in der Land- wirthschaft und für weibliche in der Haus- und Landwirthschaft gesucht. Die Miethbedingungen werden in jedem einzelnen Falle nach Lage der Verhältnisse festgesetzt.
Da auch öfters während des Jahres Lehr- und Dienstunterbringungen erfolgen, so ist bei den Angeboten die weitere Angabe sehr erwünscht, ob solche auch, falls zu Ostern Berücksichtigung nicht erfolgen kann, bis Ende 1895 aufrecht erhalten werden.
Der Abschluß der Lehrverträge sowie die Vereinbarung der Miethbedingungen, welche letztere der Regel nach schriftlich nicht zu erfolgen pflegt, wird durch die zuständigen Herren Geistlichen vermittelt.
Alle Meldungsgesuche, auf welche bis zum 1. März d. Js. ein Bescheid nicht ergangen ist, können zu Ostern nicht mehr berücksichtigt werden.
Hanau am 21. Januar 1895.
Der Königliche Landrath V. 317 v. Oertzen.
Nach Mittheilung des Königlichen Bezirksamtes zu Alzenau ist in der Stallung des Gastwirths und Metzgers Adam E m g e III. zu Hörstein die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
Hanau am 25. Januar 1895.
Der Königliche Landrath v. O ertz en.
Unter dem Rindvieh des Russensteinsabrikanten Michael Kremer zu Großkrotzenburg ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und vorläufig nur Gehöftsperre angeordnet worden.
Hanau am 26. Januar 1895.
Der Königliche Landrath v. Oertzen.
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Abhanden gekommen: Am 24. d. Mts. im Deutschen Haus ein Spazicrstock mit silbernem Griff.
Verloren: Ein Portemonnaie mit 44 M. 50 Pf.
Gefunden: Ein Notizbuch mit Bleifeder. Eine Broche mit Perlen. Ein Trauring.
Hanau am 26. Januar 1895.
IM- Die heutige Nummer umfaßt außer
Zum 27. Januar.
Entsproßte je ein Kerngeschlecht dem Volke der Germanen, Die Zollern sind es, fest und echt, mit sturmerprobten Ahnen; Dankt Gott, der sie so weit geführt, Und Ehre zollt, dem Ehr' gebührt — Auf, streuet grüne Reiser Heut' für den Deutschen Kaiser!
Viel Segenswünsche bringt ihm dar an seinem Wiegenfeste, Gott, der da ewig ist und war, verleihe ihm das Beste! Sein Volk sei treu, sein Herz getrost, Braust Sturm von West, rauscht Fluth von Ost, — Daß wanke nie und weiche Die alte Zollerneiche!
Ob Sachsen ihr, ob Schwaben seid, ob Preußen oder Bayern, Alldeutschland heut in Einigkeit will seinen Schirmherrn feiern, Das Seine jedem je zur Frist, Dem Kaiser, was des Kaisers ist, — Gott woll' ihn: Segen geben: „Hoch soll der Kaiser leben!"
G. U. N-hrscheidt.
Dem Kaiser Heil! In dem Herzen jedes echten Vaterlandsfreundes erklingt heute dieser Ruf; mit Hoffnungsfreude blicken wir auf zum Herrn der Heerschaaren und bitten ihn, daß er unserm kaiserlichen Herrn auch ferner nahe sei, ihn stärke, der Krone Last zu tragen, sich zum Ruhme, uns zum Segen und zur Ehre des geliebten deutschen Vaterlandes! In diesem Jahre gedenken wir ganz besonders jener großen Zeit, die Deutschland stark und einig machte, die den alten Traum vom „deutschen Kaiser" seiner Verwirklichung näher führte. Das Sehnen der Besten des Volkes wurde gestillt, das Sehnen, dem Emanuel Geibel so tiefempfundenen Ausdruck verlieh.
Wir können's kaum erwarten:
Wann wird die Eiche grün?
Wann wird im deutschen Garten Die Kaiserkrone blüh'n!?
Bald fünfundzwanzig Jahre sind dahingerauscht seit jenen Tagen, da der deutsche Aar seinen Siegesflug gen Westen begann, um im Januar 1871 die leuchtende Kaiserkrone, die er in seinen Fängen trug, auf das Haupt des greisen Preußenkönigs zu setzen. Durch Blut und Eisen ward Deutschland einig, stark und frei, „eins nach außen, schwergewaltig um ein hoch Panier geschaart! Innen reich und vielgestaltig, jeder Stamm nach seiner Art!" Damals sang Felix Dahn:
All unsrer besten Männer Sehnen, Das sie gepflegt manch bittres Jahr, Verhöhnt, verfolgt, mit Gram und Thränen: — Das ward nun alles glorreich wahr!
Das Wort vom Reich, das einst verhohlen Der Freund dem Freunde kaum vertraut: Heut braust es mit beschwingten Sohlen Durch alle Gassen stolz und laut.
Unsere Aufgabe ist es, das Erworbene festzuhalten: wir müssen unser bestes Wollen und Handeln einsetzen, daß das herrliche Band, das seit jenen Tagen voll Sieg und Ruhm, nationale Monarchie und monarchische Nation umschlingt, nimmer locker werde, sondern inniger, fester. Mögen jene Tage nie wiederkehren, von denen Geibel sagte:
„Erhitzt bekämpfen sich die Reihen Zur rechten und zur linken Hand Und über'm Hader der Parteien Denkt keiner mehr ans Vaterland."
dem Unterhaltnngsblatt 16 Seiten.