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Nr. 16.
Samstag den 19. Januar.
Amtliches.
^atTÖ&rcto ^anau.
B ekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Durch Erlaß des Herrn Oberpräsidenten vom 7. Dezember 1894 ist bestimmt, daß vom 1. Januar 1895 ab der im Kreise Gelnhausen liegende Theil des Gutsbezirks Oberförsterei Wolfgang von dem Standesamtsbezirk Niederrodenbach im Kreise Hanau abgetrennt und dem Standesamtsbezirk Somborn im Kreise Gelnhausen zugetheilt wird, was hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.
Hanau am 15. Januar 1895.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses:
A. 152 v. O ertzen, Landrath.
Die Herren Ortsvorstände derjenigen Gemeinden rc., in welchen sich Verkaufsstellen für Arzneimittel, Gifte oder giftige Farben — Droguen-, Material-, Farben- und ähnliche Handlungen — befinden, werden veranlaßt, mir innerhalb 5 Tagen ein Verzeichniß der genannten Verkaufsstellen einzureichen.
Hanau am 16. Januar 1895.
Der Königliche Landrath
V. 257 v. Oertzen.
Landtmrthslhaftlilhcr Kreisvcrem Hanau.
Nächste Versammlung Samstag den 26. Januar, nachmittags
, 2 Uhr, im Gasthaus zuni goldenen Löwen in Hanau. Tagesordnung:
1) Geschäftliche Mittheilungen.
2) Vortrag des Herrn Direktors Dr. Follenius aus Hattersheim über die Zuckerfabrik „Maingau" und die dort beabsichtigte Einführung eines Staffeltarifs für die Rüben nach Maßgabe des Zuckergehaltes.
3) Errichtung einer Sammel-Wasenmeisterei für den Stadt- und Landkreis Hanau. Referent: Herr Kreisthierarzt Collmann.
4) Gemeinsame Beschaffung künstlicher Düngemittel, deren Preise und Zahlungsbedingungen. Berichterstatter Herr Heinrich Jung.
5) Rundschreiben des Zentralvereins in Cassel wegen Regulivung und Hebung der Getreidepreise.
Der Vorstand.
Die Herren Bürgermeister des Kreises werden ersucht, obige Bekanntmachung des landwirthschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt zu machen.
Hanau am 19. Januar 1895.
Der Königliche Landrath
v. Oertzen.
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Ein gefangen vom Wasenmeister in Bruchköbel: ein gelber Spitzhund mit weißlicher Schnauze, kurz gestümpften Ohren und gestutzter Ruthe, . m. Geschl.
/ Zugelaufen: Ein schwarzer kurzhaariger Hund, etwas weiß vor der Brust, m. Geschl. Ein weißer Foxterrier mit gelben Ohren, gestutzter Ruthe.
Verloren: Eine silberne Damenuhr mit kleinem schwarzen und ffelben Kettchen; dem Wiederbringer eine Belohnung. Ein Holzkistchcn mit Maschinentheilen, 23 kg schwer, F. S. gez.
Gefunden: Ein Theil von einer Briefwaage. Ein Spritzapparat von Gummi. Ein gefütterter Herrenhandschuh. Ein Shlips. Ein Paar Kinderhandschuhe. Ein kleiner Gummischuh. Ein Spazierstock.
Hanau am 19. Januar 1895.
Tagesschau.
Berlin, 18. Jan. Dem Reichstage ging ein von Mitgliedern verschiedener Fraktionen unterstützter Antrag zu auf Einführung eines an- ; gemessenen Zolles aus Quebrachoholz und auf die daraus hergestellten »Präparate.
1895.
Berlin, 18. Jan. Die „Nordd. Allg. Ztg." bestätigt die alsbaldige Berufung des Staatsrathes. Es sei jedoch endgültig über die Verhandlungsgkgenstände, sowie über die Frage, ob der gesammte Staatsrath oder nur ein Theil einberufen wird, noch nicht entschieden worden. In letzterem Falle würde die wirthschaftliche Gruppe einberufen werden. Das allgemeine Ziel der Berathung sei, ein Mittel zu finden, wie der Landwirthschaft geholfen werden kann. Die „Nordd. Allg. Ztg." erklärt die Meldung, daß Graf Kanitz in den Staatsrath berufen sei, für unzutreffend, doch fei es möglich, daß bei der beabsichtigten Berufung neuer Mitglieder die Wahl auch auf Kanitz falle. Fürst Bismarck gehöre ebenso dem Staatsrathe an, wie der frühere Minister Heyden. Daran ändere die Abweichung von der Regel ebensowenig, wie die letztjährige Veröffentlichung des Staatshandbuchs.
Berlin, 18. Jan. In den Geschäftsräumen des „Bundes der Landwirthe", Hallesche Straße 18, wurde, wie die „Kreuzzeitung" berichtet, heute Nachmittag die Scheibe eines Büreaufensters, an dem der Redakteur des Bundes der Landwirthe arbeitend saß, durch einen Pistolenschuß zertrümmert. Verletzt wurde Niemand. (Fr. N.)
Berlin, 18. Jan. Das „B. T." meldet aus Meerane: Eine zwischen altem Eisen befindliche Granate krepirte heute auf dem hiesigen Güterbahnhofe, ein Mann wurde getödtet, ein anderer lebensgefährlich verletzt.
Berlin, 18. Januar. Nach einer telegraphischen Meldung an das Oberkommando der Marine ist S. M. S. „Seeadler", Kommandant Korvettenkapitän von der Groeben, ant 16. Januar bei den Seychellen angekommen und beabsichtigt, heute nach Bombay in See zu gehen. S. M. S. „Iltis", Kommandant Kapitänlieutenant Jngenohl, ist am 16. Januar in Shanghai angekommen.
Köln, 17. Januar. Wie der „Köln. Ztg." aus Dortmund berichtet wird, verurtheilte das dortige Schwurgericht den Bergmann Robert Wecker aus Unna wegen Dynamitverbrechens zu zehn Jahren Zuchthaus.
Koblenz, 18. Januar. Der Rhein steigt stündlich um 5 Zentimeter. Die Mosel steigt weiter, bisher ist noch keine Ueberschwemmung vorgekommen. Man erwartet, daß es infolge des Wetterumschlages kälter wird und daß die Wassergefahr dadurch geringer werde.
Trier, 18. Januar. Die Mosel steigt immer noch, aber nicht in beunruhigendem Maße. Aus Saarbrücken wird gemeldet, daß die Saar fällt. (Fr. N.)
Wie weit der sozialdemokratische Verband der Bergleute zurückgegangen ist, zeigte auch am Sonntag wieder die in Bochum stattgehabte Generalversammlung der Unterstützungskasse rheinisch-westfälischer Bergleute. Die erschienenen 21 Delegirten klagten über den Rückgang der Mitglieder. In Bezirken, in denen 2000 bis 4000 Bergleute thätig wären, gehörten nicht einmal 20 Mitglieder der Kasse an. Die Einnahmen im verflossenen Jahre betragen mit dem vorjährigen Bestände von 444 Mark 2019,74 Mark, während die Ausgaben 1829,70 Mark erreicht haben. Der vorhandene Bestand beträgt demnach nur noch 190,04 Mark.
Der südliche Theil des Schwarzwaldes wurde von heftigen Erdstößen heimgesucht. An vielen Orten wurden die Häuser erschüttert. Das Erdbeben dauerte fast eine Minute.
Bern, 18. Jan. Der Verkehr der Personenzüge auf der Gott- hardbahn ist wieder hergestellt.
Rom, 18. Jan. Die „Agencia Stefani" meldet aus Massauah vom 17. ds. Mts.: General Baratieri telegraphirt aus Senafe: Er verfolgte und erreichte den eiligst fliehenden Ras Mangascha bei Senafe, wo er ein befestigtes Lager hatte, was der Artillerie einen guten Zielpunkt bot. Das gut gezielte Feuer zersprengte das ganze Tigrinaerkorps, welches floh. Im Lager sind viele Zelte, Lebensmittel, Vieh und Kriegsmaterial zurückgelassen worden. Die Italiener hatten keinen Verlust. — In Rom hat die Siegesnachricht die freudigste Stimmung wachgerufen, umsomehr als die Lage bisher so kritisch erschienen war. Mit den Derwischen wird man nun zweifellos rasch vollends fertig werden.
Paris, 18. Januar. Der Präsident Felix Faure empfing heute Vormittag das Personal des Marineministeriums, um sich von demselben zu verabschieden. Hierauf begab sich der Präsident in das Elisèe, wo ihm militärische Ehren erwiesen wurden. Er übernahm sofort das Bureau Casimir-Perier's; Mittwoch wird Faure wahrscheinlich definitiv sich im Elysèe niederlafsen. Der Minister des Auswärtigen, Hanotaux, legte dem Präsidenten das Telegramm vor, durch welches seine Wahl den auswärtigen