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Mantelösen nach neuestem System) sowie Kostenvoranschläge seitens hierbei interessirter Firmen u. A. auch Sauerwein-Hanau eingesandt sind. Ferner Wurde auch die Anschaffung einer neuen Orgel beschlossen; dieselbe wird «einem allseitigen Wunsche der Gemeinde entsprechend nicht wieder im Schiff Ler Kirche, wo die alte bisher gestanden, sondern im Chore, wo letztere auch vor 30 Jahren schon gewesen, aufgestellt werden. Die Lieferung der neuen Orgel ist wie wir hören der bekannten Firma Ratzmann in Gelnhausen übertragen, deren durch hiesiges Pfarramt an Königl. Kon­sistorium eingesandte Offerte nebst Kostenvoranschlag z. Z. dem Herrn Seminar-Musiklehrer Kahl zu Schlüchtern zur gutachtlichen Aeußerung vor­liegt. Die Genehmigung all dieser gewünschten und beantragten Neu- Einrichtungen bezw. Reparaturen seitens des Konsistoriums ist nun vor einiger Zeit hier eingetroffen, nachdem, als Vertreter desselben, Herr Kon- sistorialrath Rohde zu Cassel zuvor persönlich an Ort und Stelle die vor- F r handelten Mängel und Baugebrechen in Augenschein genommen. Bei der v /' gänzlichen Mittellosigkeit der hiesigen Kirchenkasse macht die Deckung Ler allerdings nicht unerheblichen Kosten etwa 1012000 Mark ziemliche Schwierigkeiten. Die in diesen Tagen durch Herrn Pfarrer Henß hierselbst in Begleitung eines Kirchenvorstehers vorgenommene Hauskollekte freiwilliger Beiträge (dieselben wurden vorerst nur gezeichnet mit der Ver­pflichtung zur Zahlung bei Einziehen derselben) ergab die ansehnliche Summe von 2007,77 Mark, gewiß ein sprechender Beweis einmüthigen Einverständnisses der ganzen Gemeinde mit der beabsichtigten Restaurirung Ler Kirche. Falls auch was wir bestimmt hoffen dürfen Königl. Konsistorium einen entsprechenden Beitrag bewilligen sollte, sowie auch einen solchen aus der Stadtkasse die hiesige Stadtbehörde, deren Opfer­willigkeit gerade zu kirchlichen Zwecken schon bei früheren Anlässen sich stets bewährt, so dürfte wohl schon ein ansehnlicher Theil der Kosten gedeckt sein. Der Rest dürfte dann durch eine einzuführende Kirchensteuer, wozu Lie Stimmung in der Gemeinde gerade günstig ist, zu tilgen sein, die auch allein eine gerechte und billige Vertheilung der Kosten auf den Ein­zelnen ermöglicht. Zum Schlüsse sei dem hiesigen Pfarrer Herrn Henß, der durch Anfertigung genauer und ins kleinste gehender Zeichnungen und 'Pläne die Kosten wesentlich verringert und die Sache gefördert, an dieser Stelle für sein eifriges und unausgesetztes Bemühen und Arbeiten öffentlich der wärmste Dank ausgesprochen.

/ \ )-( Meerholz, 12. Januar. (Hochzeitsfeier.) Die Feier der

5 Hochzeit Seiner Erlaucht des Grafen Friedrich Wilhelm zur Lippe-Biester- * seid mit der Erlauchten Gräfin Gisela zu Isenburg und Büdingen in . . Meerholz nahm einen sehr glanzvollen Verlauf." Am Abend des 9. Januar * A war im Gräflichen Schlosse eine große Gesellschaft von Fürstlichkeiten, ®e= / amten, Geistlichen und Domänenpächtern nebst ihren Familiengliedern in zwangloser Weise zu fröhlichem Spiel und Scherz vereinigt. Um 8 Uhr wurde seitens der Gemeinden Meerholz und Hailer dem Gräflichen Braut­paare ein großer Fackelzug mit Musik gebracht, wobei Bürgermeister Paul von Meerholz und Lattlermeister Weingärtner von Hailer der treuen Anhänglichkeit der Gemeinden an die Gräfliche Standesherrschafl in schö­nen Worten Ausdruck gaben. Donnerstag Mittag um 1 Uhr fand die Trauung in der mit viel Kunst und Geschick geschmückten Schloßkirche statt. Zug von hohen Herrschaften in glänzenden Uniformen und Toiletten -geleitete das Brautpaar zum Altare. Man sah von hervorragenden Per- fönlichkeuen besonders die Prinzen Karl von Sachsen-Meiningen, Wilhelm von Sachsen-Weimar, Heinrich von Waldeck-Pyrmont nebst hohen Gemahlin­nen, die Fürsten zu Isenburg-Birstein und zu Isenburg Büdingen mit ihren Familienangehörigen, die hochbetagte Gräfin - Mutter Bertha zur Lippe- Biesterfeld, den reg. Grafen Ernst zur Lippe - Biesterfeld mit Familie, die Grafen zu Castell-Castell, zu Isenburg-Philippseich u. a. m. im ganzen Zwhl 60 fürstliche Persönlichkeiten. Die Trauung vollzog, unter Assistenz der 4 Meerholzer Patronatspfarrer Römer, Schilling, Sauer und Pabst, der langjährige Lehrer und Seelsorger der Erlauchten Braut: Superinten­dent Pfeiffer von Hanau. Seiner Trauungsrede legte er zu Grund das von dem Brautpaare selbst gewählte Schriftwort: Eph. 4, 16. #,. Nach der Trauung fand im Schloß Gratulationskur statt, an welche sich I j â glänzendes Diner anschloß, an welchem 80 Personen theilnahmen. Ge- wifet von den heißen Segenswünschen der Eltern, Geschwister und Freunde reiste das Erlauchte Brautpaar abends um 8 Uhr in die neue Heimath ^JK nach Hannover ab.

Marburg, 13. Januar. (Verstorben.) Der bekannte Spe* zialist für Zuckerkrankheit, Professor Külz, ist gestorben.

Homberg, 10. Januar. (Erkran kt.) Der Landrath unseres Kreises, Herr Geheimrath v. Gehren, ist nicht unbedeutend erkrankt. Er hat sich in Göttingen einer schwierigen Operation unterzogen. Hoffen wir, daß die Heilung einen guten und raschen Verlauf nimmt. Bis zur Ge­nesung des Landraths, der dem Vernehmen nach am 1. April in den Ruhe­stand zu treten gedenkt, ist Herr Bürgermeister Winter mit der Vertretung desselben betraut worden.

Bockenheim, 12. Januar. (Zur Eingemeindung.) Der Große Bürgerausschuß berieth gestern die Eingemeindungsangelegenheit. Man sprach sich im Allgemeinen, obwohl man das fördernde Eingreifen der Regierung anerkannte, für jeden Fall gegen eine Zwangseingemeindung aus, aber auch gegen eine zu lange Dauer des mit Frankfurt abgeschlossenen Vertrags. Die Dauer des Vertrags soll nach dem Vorschlag des Stadt­raths auf höchstens 20 Jahre reduzirt werden, oder es sollen, so schlägt ein Eventualantrag des Stadtraths weiter vor, die neuen Frankfurter Steuergesetze nicht auf Bockenheim ausgedehnt und einige Bestimmungen der Vorausbelastung, wie die von Frankfurt beabsichtigte Erhöhung des Währschaftsgeldes und Einführung der Kanalgebühr, fallen gelassen werden. Die Anträge des Stadtraths wurden in diesem Sinne gegen 4 Stimmen angenommen. Diese vier Stimmen wollten lediglich Reduzirung der Dauer des Vertrags auf zwanzig Jahre und waren gegen den Eventualantrag. Allseitig wurde das Vertrauen ausgesprochen, daß das Entgegenkommen Bockcnheims in Frankfurt die gleiche Erwiderung finden werde. (F. Z.)

Pforzheim, 10. Januar. (Der Hanc elsvertra g mit Argentinien. Die hiesige Handelskammer beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung mit dem von den Abg. Heyl und Genossen im Reichstag einge­brachten Antrag auf Kündigung des Handelsvertrags mit Argentinien. Aus den von der Handelskammer über diese Berathungen gemachten Mit­theilungen geht hervor, daß die Bijouterie-Industrie schwer geschädigt würde, wenn der Antrag Heyl zur Annahme gelangte. Argentinien sei eines der wichtigsten Absatzgebiete für die Bijouterie, der Hauptindustrie Pforzheims. Die indirekte wie die direkte Ausfuhr nach jenem Land beziffere sich ins­gesammt auf mehrere Millionen Mark; selbst in den letzten wenig günstigen Jahren war das der Fall. In Berücksichtigung dieser Hauptmomente faßte die Handelskammer den Beschluß, sowohl beim Reichstag wie beim deutschen Handelstag gegen die Annahme des Antrages Heyl Verwahrung einzulegen.

Frankfurter Theater-Repertoir.

Opernhaus. Dienstag, den 15. Januar:Werther".Mitt­woch, 16.: Viertes Abonnementskonzert unter Mitwirkung der Kammer­sängerin Frau Albani. Donnerstag, 17.;Obei on". Freitag, 18.: Geschloffen. Samstag, 19., nachmittags 3 Vs Uhr:Das tapfere Schneiderlein". Abends 7 Uhr:Violetta" (la Traviata). Sonn­tag, 20., nachmittags 3 Vs Uhr:Der Obersteiger". Abends 7 Uhr: Die Hugenotten".

Schauspielhaus. Dienstag, den 15. Januar:Der Misan­throp." Hierauf:Millionär a. D." Mittwoch, 16 :Fatale Ge­schichten". Donnerstag, 17.:Charley's Tante". Vorher:In Civil." Freitag, 18.:Die gelehrten Frauen". Vorher:Taube der Messa­lina." Samstag, 19.; Zum ersten Male:Das Recht auf Glück". Sonntag, 20., nachmittags 3Vs Uhr:Madame Sans-Gene". Abends 7 Uhr:Das Recht auf Glück". Montag, 21.:Götz von Berlichin- gen".

Wetterbericht desHanauer Anzeiger" vom 13. Januar.

Nach Beobachtungen des hies. Verschönerungs-Vereins

am Wetterhäuschen am kaiserl. Postgebäude.

Barometer: morgens 745, mittags 745, abends 745.

Thermometer: morgens 7,0° C., mittags 2,5° C., abends 3,0° C.

Hygrometer (Feuchtigkeitsmesser) : morgens 72, mittags 64, abends 67.

Lambrecht's Patent-Wettertelegraph (im Rathhaushof): Am 14. Januar. Ver­änderlich.

Der Zeiger am Fuß des Wettertelegraphen gibt den Stand etwa von 8 Uhr morgens an.

ÖC* Bitte r Gedenket der hungernden Vögel! '3X1

Inserate.

«loingom. Ruckonkolz per Zentner 1 M.

gomisck1«8 Kolz per Karren 3

etdiene Zimmorspälmo 3

tonen« 2

ftetâ vorräthig in trockenem Zustande bei 3

B. Scherf, Leipzigerstr. 19.

Frische

Kieler Sprotten, Bückinge zum Roheisen bei 676

J. Gouze.