sondern eine Schwägerin derselben. Von ihren Söhnen ist der älteste der im nahen Büdesheim wohnende Graf Oriola, nationalliberaler Abgeordneter im Reichstag für den 2> hessischen Wahlkreis, sowie hessischer Land- tazsabgeordneter für denselben Wahlkreis, der zweite ist Kapitänlieutenant und Lehrer an der Marineakademie und der jüngste zur Gesandtschaft in Brüssel kommandirt.
— (B a hnd amm ru ts ch ung.) Infolge erneuter Rutschung des Bahndammes bei Heldenbergen, wodurch die endliche Ausbesserung der schadhaften Stelle wohl erst mit Eintritt günstigerer Witterung vorgenommen werden kann, muß die bereits früher angeordnete Verlegung des Güterzuges (732 morgens), mit welchem die Schüler auf dieser Strecke, nachdem seitens der Direktion in Hannover auf wiederholte diesseitige Eingabe endlich das Anhängen eines Personenwagens zum Benutz zur Fahrt nach Hanau für dieselben gerne gewährt worden, bis auf Weiteres verbleiben. So müssen diese, zumeist noch in sehr jugendlichem Alter, des wohlthuenden Schlafes entbehren, um — schon l1/» Stunden vor Beginn des Unterrichts in der Schule zu sein.
X Altenmittlau, 3. Januar. (Wiedergewählt.) Bei der kürzlich vorgenommenen Wahl eines Bürgermeisters wurde der seitherige Bürgermeister Herr Konrad Müller wiedergewählt und seitens des Königlichen Landrathsamts bestätigt. Die vorherigen Wahlagitationen haben also doch nichts geholfen. Die ganze Geschichte wickelte sich ziemlich ruhig ab, was im Freigericht wohl zur Seltenheit geworden ist.
Gelnhausen, 3. Januar. (Rachbildunge u.) Gegenwärtig weilt Herr Bildhauer Niclas von Bonn hier und ist mit noch zwei Herren damit beschäftigt, von den Kapitälen, Knäufen und anderen Kunstwerken der Ruine der Burg Gelnhausen Gipsabgüsse herzustellen. Zuvor hatte Herr Prof. Martin von Bonn der Ruine einen Besuch abgestattet. Wie das „Kreisbl" vernimmt, sollen die Nachbildungen der alten Kunstwerke beim Bau von neuen Kirchen zur Verwendung kommen.
Birsteitt, 3. Januar. (Unfall). Vor einigen Tagen erlitt Ihre Kaiserliche Hoheit die durchlauchtigste Frau Fürsten von Jsenburg- Birstein einen Beinbruch infolge Ausgleitens auf dem Wege zur Kirche. An diesem Tage war es besonders glatt; eine leichte Schneedecke lag über dem Glatteis und bedurfte es großer Anstrengungen um sich fortzubewegen. Der Unfall ereignete sich in dem Schloßgarten.
Ehringshausen, 1. Januar. (Billige Zigarren.) Unserem hiesigen Bahnhofsrestaurateur Wallbruch fiel es in der letzten Zeit mehrfach auf, daß ihm von seinen auf Lager befindlichen Zigarren verschiedentlich ganze Kiste fehlten, jedoch konnte man niemals dem Diebe auf die Spur kommen. Dem Fußgendarm Daniel zu Dillheim ist es nun endlich gelungen, den Dieb zu ermitteln; eine von demselben bei dem Vater des Dienstmädchens in Kälschhausen vorgenommene Haussuchung förderte eine ganze Menge Beweismaterial zu Tage; fo wurden in der Schlafkammer desselben nicht weniger wie 18 Zigarrenkisten vorgefunden, von welchen ungefähr die Hälfte noch voll war. Die entwendeten Sorten waren alle von besserer Qualität, sodaß der Vater und Bruder des Mädchens wenigstens den Sommer hindurch den Genuß einer guten Havanna genossen haben.
Frankfurt a. M., 4. Januar. (Französischer Ferienkur s us.) In der Aula der Musterschule am Hermesweg wurde gestern Nachmittag 3 Uhr unter zahlreicher Betheiligung ein für Lehrer und Lehrerinnen bestimmter französischer Ferienkursus eröffnet. Herr Direktor Walter hieß an Stelle des durch Unwohlsein am Erscheinen verhinderten Herrn Geheimen Regierungsrathes Dr. Lahmeyer die Anwesenden willkommen und sprach allen Denen, welche am Zustandekommen des Kursus mitgewirkt haben, den Dank Namens der Leitung desselben, wie auch der Theilnehmer aus. Redner erwähnte insbesondere die Verdienste des Herrn Unterrichtsministers, welcher, heuer zum ersten Mal, einen derartigen Kursus in unserer Stadt veranlaßt habe, sodann galten seine dankenden Worte dem Kuratorium der höheren Schulen, dem Freien Hochstift und dem Bürgerverein. Das Kuratorium habe eine zahlreichere Betheiligung am Kursus ermöglicht, das Hochstift gewähre den Theilnehmern nicht nur freien Eintritt in das Goethehaus und das Lesezimmer, sondern habe auch von sich aus fünf Vorlesungen zu Gunsten der Kursmitglieder in den Stundenplan einfügen lassen und der Bürgerverein habe seine Lesezimmer und Gesellschaftsräume zur Verfügung gestellt. Des Weiteren theilte Herr Direktor Walter mit, daß die Intendanz der Vereinigten Stadttheater während der Dauer des Kursus fünf Molière'sche Stücke, sowie ein modernes französisches Lustspiel zur Aufführung bringen und den Theilnehmern am Kursus zu halben Preisen Eintritt gewähren werde. Es folgten nunmehr die Begrüßungen der Kursmitglieder Seitens des Kuratoriums der höheren Schulen, des Hochstifts und des Bürgervereins, worauf Herr Direktor Walter über Zweck und Ziel des Kursus einige Erläuterungen gab. Man dürfte, so führte er etwa aus, die Erwartungen nicht zu hoch stellen, umsoweniger als der Kursus nur elf Tage dauern werde; auch solle man nicht glauben, daß derselbe etwa einen Ersatz für einen Aufenthalt im Ausland bilden können der Hauptzweck des Kursus bleibe die geistige Anregung, zu erstreben sei eine gute schöne Aussprache des Französischen, diese werde gerade in Mitteldeutschland durch die verschiedenen Dialekte der deutschen Muttersprache besonders erschwert. Um diesem Hinderniß wirksam zu begegnen, sei deutsche
und französische Elementar-Phonetik in dem Lehrplan ausgenommen worden.- Wenn die Kursmitglieder in diesem Sinne sich begegnen auf dem Felde der Arbeit, der obligatorischen und fakultativen, dann werde der Kursus für Alle von bleibendem Werth und gewiß auch eine angenehme Erinnerung sein. Daneben müsse aber das Bestreben darauf gerichtet bleiben, daß seitens des Unterrichtsministeriums alle verfügbaren Mittel zur möglichst zahlreichen Entsendung der Lehrer ins Ausland Verwendung finden. Ein Vortrag von Herrn Professor Caumont über „Organisation des Cercles"^ schloß sich an, worauf Herr Professor Dr. Victor seine Vorlesung begann über die „Aussprache des Deutschen (mit besonderer Berücksichtigung des Mitteldeutschen) im Hinblick auf die Aneignung der französischen Aus-i spräche." Abends 8l/s Uhr fand eine Begrüßungsversammlung im Kaiserhof statt. (Fr. N.)
Limburg, 3. Januar. (Explosion.) In dem benachbarten Dorfe Staffel beging eine Frau die Unvorsichtigkeit, die Pctroleumkanne beim Füllen der Lampe auf den warmen Ofen zu stellen. Die Kanng' explodirte, die Frau und ein Kind wurden so schwer verletzt, daß sic alsbald im hiesigen Vinzenzhospital ihren Qualen erlagen. Auch der Mann hat schwere Brandwunden davongetragen. (Fr. Z.)
Klein-Auheim, 3. Januar. (Wegelagerer.) Zwischen Dudenhofen und Klein-Auheim wurde dieser Tage eine Butterfrau von einem jungen Menschen angehalten und Geld von ihr verlangt. Auf dem Rückwege belästigte der Mensch dieselbe Frau wieder; sie mußte die Flucht er^ greifen und zum guten Glück kam ein Fuhrwerk des Weges daher, das sie aufnahm.
Gießen, 2. Januar. (EinOpfer des Ne ujahrsschießens.) Gestern Vormittag wurde ein Schmied aus Mengerskirchen in die hiesige Klinik gebracht, welcher sich beim Neujahrsschießen die eine Hand vollständig abgeschossen hatte.
Mainz, 3. Januar. (Erbschaft.) Ein mit vielen Kindern gesegneter armer Schuhmacher ist durch den Tod einer entfernten reicher Verwandten plötzlich zu einem wohlhabenden Manne geworden; die ihni zufallende Erbschaft beläuft sich auf etwa 200,000 Mark.
Münster, 1. Januar. (V oreilig.) Ein hiesiges Dienstmädcher erhielt als Weihnachtsgeschenk ein Paar Handschuhe. Voller Aerger über dieses geringe Geschenk warf das Mädchen die Handschuhe in die Koch- . Maschine. Kaum hatte das Feuer sein Zerstörungswerk vollendet, als die Frau des Hauses sich erkundigte, ob das Christkindchen zufriedenstellend geschenkt habe. Das Mädchen zeigte auf die Maschine, und der 20-Mark- schein? Jäh erbleichend begriff das Mädchen jetzt seine Dummheit. Jr den Handschuhen hatte ein 20 -Markschein gesteckt.
Verloosungen.
Hamburger 50 Thlr.-Loose vom Jahre 1866. Ziehung am 2.
Januar 1895. Gezogene Serien: Nr. 32 75 114 245 262 350 367 370 463 505 561 565 593 614 629 654 665 748 794 804 879 924
969 1067 1268 1371 1393 1399 1401 1466 1555 1558 15641584 1596 1624 1697 1739 1741 1780 1904 1966 2064 2073 2152 2161
2172 2215 2240 2277 2313 2351 2352 2386 2398 2529 2629 2687
2760 2844 2851 2892 3058 3088 3134 3227 3406 3433 3541 3542
3560 3585 3599 3663 3678 3745 3774 3938 3985 3986. Die Prämien- Ziehung findet am 1. Februar statt. (Ohne Gew.) j
Oesterr. 250 st.-Loose vom Jahre 1854. Ziehung am 2. Januar 1895. Gezogene Serien: Nr. 74 97 99 266 372 388 390 429 453 477 568 786 801 874 986 1017 1144 1160 1223 1313 1382 1391 1424 1446 1482 1724 1984 2095 2110 2177 2198 2230 2246 2269
2312 2325 2360 2392 2443 2505 2535 2654 2734 27812860 2956
3013 3166 3215 3279 3311 3477 3484 3535 3552 3634 3644 3667
3706 3847 3854 3951. Die Prämien-Ziehung findet am 1. April statt
(Ohne Gew.)
Patent-Ertheilungen.
Nr. 79 587. Haltevorrichtung für in Ringisolatoren verlegte Leitungen. — Hartmann u. Braun in Bockenheim-Frankfurt a. M., von 24. Mai 1894 ab. Kl. 21.
Nr. 79 585. Verfahren zur Darstellung eines gelben basischen Farbstoffs der Akridinreihe; 3. Zusatz zum Pat. 65 985. — 'Farbwerk e,, vorm. Meister, Lucius u. Brüning in Höchst a. M., vom 125 Mai 1894 ab. Kl. 22.
Wetterbericht des „Hanauer Anzeiger" vom 3. Januar.
Nach Beobachtungen des hies. Verschönerungs-Vereins am Wetterhäuschen am kaiserl. Postgebäude.
Barometer: morgens 745, mittags 744, abends 744.
Thermometer: morgens — 3,0° C., mittags — 0,5° C., abends — 2,0° C.
Hygrometer (Feuchtigkeitsmesser): morgens 81, mittags 77, abends 76. I
Fambrecht's Patent-Wettertelegraph (im Rathhaushof): Ain 4. Januar. Veränderlich. J
Der Zeiger am Fuß des Wettertelegraphen gibt den Stand etwa von 8 IW morgens an.
MF Bitte! Gedenket der hungernden Vögel! ^M