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Die einzelne Nummer 10 ^.

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Zugleich

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Nr. 2.

Erscheint täglich mit Ausnahme, der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Jksertions- Preis: DK Ispalilge Garmondzeile oder deren Raum 10

Die IMd. Zeile 15 4.

Die 2spalt. Zeile 20 4-

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Donnerstag den 3. Januar.

1895.

t Amtliches.

i ' Auf Grund des §. 2 des Gesetzes über die Schonzeiten des Wildes vom 26. Februar 1870 und des §. 107 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 wird hierdurch der Schluß der Jagd auf Hasen, Auer-, iBirk- und Fasanenhennen, Haselwild und Wachteln auf Sonnabend den 19. Januar 1895 festgesetzt.

Cassel den 15. Dezember 1894.

i Der Bezirksausschuß zu Cassel.

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Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Ortskrankenkassenbuch für Alwin Wolf. Eine * Schelle. Zwei Taschenmesser. Eine Peitsche. Eine Messingkapsel.

Zugelaufen: Ein gelber Spitzhund; Empfangnahme bei Kauf­mann Karl Krebs zu Kefselstadt. Ein junger kleiner schwarzer Hund mit weißen Pfoten und schwarzen Streifen über den Rücken, m. Geschl.

Entlaufen: Ein weißer braun geplackter Foxterrier mit gelben Hinterbeinen, m. Geschl.

Hanau am 3. Januar 1895.

Aus den Denkschriften über die Schutzgebiete.

Das ostafrikanische Schutzgebiet.

Neue Stationen.

Im Laufe des Berichtsjahres sind zwei neue Stationen zu den bis­cherigen hinzugekommen und zwar die von dem Major von Wißmann während seiner Expedition nach dem Nyassa-See am Nordende dieses I Sees angelegte und nach Auflösung dieser Expedition vom Kaiserlichen Gouvernement überommene Station Langenburg und die als vorgescho- 1 bener Posten gegen Uhehe gegründete Station Ulanga am Flusse gleichen Namens.

Missionen und Schulen.

Im Kilima-Ndjaro-Bezirk sind zwei neue Missionsniederlassungen gegründet worden : eine Niederlassung der französischen Mission du St. Esprit et du St. Coeur de Marie in Kiloscho und eine Niederlassung der Leipziger protestantischen Missionsgesellschaft in Madschame.

An deutschen Schulen besteht im Schutzgebiet bisher nur die eine in Tanga. Diese, vom Lehrer Barth geleitet, zählt 48 Schüler. Von diesen sind sieben Missionszöglinge, zwei Drittel Wasuaheli und Halbaraber, der Rest Inder und Sudanesen. Mit Ausnahme von zwei Indern ist keiner der Schüler älter als 14 Jahre. Die Unterrichtssprache ist die deutsche, nur Rechnen wird in Kisuaheli gelehrt.

Entwickelung der Kolonie.

Das Schutzgebiet hat in diesem Jahre einen Zuwachs an Land erhalten. Ein Landstreifen südlich des Rovuma bis nahe an das Kap Delgado stand früher, ebenso wie der Küstenstreifen des Schutzgebietes, unter der Hoheit des Sultans von Zanzibar. Da die deutsche Regierung zunächst nur das Land bis zum Rovuma in seine thatsächliche Verwaltung übernommen hatte, so hielten sich die Portugiesen für berechtigt, ihre Ko- t lonie nördlich bis an den Rovuma stillschweigend auszudehnen und errich- iteten dort am Flusse und in dem Orte Kionga/kleine Militärposten.

Im vorigen Jahre wurden aber die Ansprüche Deutschlands geltend I gemacht und am 17. Juni 1894 die deutsche Flagge in Kionga gehißt. } Da die dortige portugiesische Lokalbehörde sich zum Zurückweichen nicht für I berechtigt hielt, so wurde das Nebeneinanderwehen der beiden Flaggen vereinbart, bis die Frage durch Verhandlungen der beiden Regierungen entschieden sei. Dies ist jetzt in der Weise geschehen, daß die Linie 10° 40' südlicher Breite vom Meere bis zum Zusammentreffen mit dem Rovuma die Grenze bilden soll. Eine Festlegung der Grenze durch geo­graphische Sachverständige ist vorbehalten, bis dahin wird sie durch Kom­missare der beiderseitigen Kolonien vorläufig bestimmt und kenntlich ge­macht werden. Ter Besitz der Rovumamündung wird es ermöglichen, dem Sklavenhandel erfolgreicher als bisher enlgegenzutreten. Auch im vorigen Jahre sind einer großen Zahl von Sklaven Freibriefe ausgestellt worden. Von kriegerischen Ereignissen sind zu erwähnen die vom Gouverneur ge­leitete Expedition gegen den Häuptling Meli von Moschi, die die Unter- jwerfung Melis und aller Landschaften um den Kilima-Ndjaro zur Folge

hatte, die Züchtigung des Mafitihäuptlings Klabruma, und zwei kurze Expeditionen gegen Bana Heri und den berüchtigten Sklavenhändler Hassan bin Omar. Letztere beide Expeditionen führten leider nicht zur Ergreifung des Gegners. Als Racheakt für die letztgenannte Expedition ist der am 7. September von Hassan mit starkem Anhänge ausgeführte Angriff auf Kilwa anzusehen. Doch wurden die Angreifer mit blutigen Köpfen heim­geschickt.

Die fortgesetzte Beunruhigung der Sicherheit von Handel und Acker­bau durch die Wahehe machte eine energische Züchtigung dieses räuberischen Stammes nothwendig, die durch Oberst v. Schele mit 6 Kompagnien be­werkstelligt worden ist. Die Expedition hatte mit ganz besonders großen Schwierigkeiten zu kämpfen infolge der im Lande herrschenden Hungersnoth, die durch furchtbare Heuschreckenschwärme hervorgerufen ist. Um dieser Hungersnsth entgegen zu wirken, sind vom Gouvernement weitschauende Vorkehrungen getroffen worden, die in der Schaffung von Arbeitsgelegen­heit, Herabsetzung des Einfuhrzolls um 50 und Erhöhung des Ausfuhr­zolls um 100 Prozent, sowie darin bestehen, daß das Gouvernement große Reisvorräthe aus Indien hat kommen lassen, die es zum Selbst­kostenpreise abgibt.

Tagesschau.

Berlin, 2. Jan. Heute Vormittag nahmen Seine Majestät der Kaiser und König im Neuen Palais die Vorträge des Chefs des Zivil- kabinets und des Chefs des Marinekabinets entgegen und empfingen den bisherigen Königlich serbischen Gesandten Boghitchevitch in Abschiedsaudienz.

Berlin, 2. Jan. Fürst Bismarck erfreut sich, wie aus Friedrichs- ruh gemeldet wird, guter Gesundheit. Reichskanzler Fürst Hohenlohe wird nächster Tage bestimmt dort zum Besuch erwartet.

Berlin, 2. Jan. Saarlouis, früher Preußens äußerste Grenz­festung nach Westen, ist schon seit einigen Jahren als Festung aufgegeben. Nachdem am 5. Dezember 1894 der Kommandant der Festung, General­major Wild, verstorben ist, hat der Kaiser jetzt bestimmt, daß die Kom­mandantur Saarlouis aufgelöst werden soll. Die Stellen des Platzmajors, des Artillerie- und Jngenieuroffiziers vom Platz, des Auditeurs, des Gar­nisonpfarrers u. s. w. sind schon im Vorjahre nach und nach eingegangen.

Berlin, 2. Jan. DieBörsenzeitung" meldet, daß die Liquidation des Börsenhandelsvereins nicht in Aussicht genommen und auch nach Lage der Dinge nicht nöthig sei.

Berlin, 2. Jan. DieAbendblätter" melden aus Hamburg: Wegen ungenügender Betheiligung bringt die Brennereibesitzerfirma Julius Lachmann das Projekt zur Hebung der Spirituspreise nicht zur Aus­führung.

Berlin, 2. Jan. In der Sylvesternacht wurden, nach demRh. Kur.", in Berlin über 100 Personen verhaftet, im Vorjahre nur 40.

Berlin, 2. Jan. Der aus Hagenow in Mecklenburg nach Unter­schlagung von etwa 11000 Mark flüchtig gewordene Postgehilse Stapel­feldt, auf dessen Ergreifung die Oberpostdirektion in Schwerin eine Be­lohnung von 750 Mark ausgesetzt hatte, ist hier ergriffen worden. Von der unterschlagenen Summe wurden 10 200 Mark gerettet.

Die Gesammtpolitik zu Beginn des neuen Jahres steht un­verkennbar unter dem Zeichen des engeren Zusammenschlusses aller staats­erhaltenden Elemente gegen die Mächte des Umsturzes. Es mag ja vielen Menschen, namentlich den Anhängern eines liebgewordenen bequemen Schlendrians, höchst unsympathisch sein, daß sie sich zu einem mannhaften Entschlusse aufrichten sollen, aber die Zeit des gemüthlichen Hindämmcrns ist wirklich vorüber.

Elberfeld, 2. Jan. DerGeneralanzeiger für Elberfeld-Barmen" bringt unter Reserve folgende Meldung aus Berlin: Der Reichskanzler Hohenlohe habe sein Amt nur unter der Bedingung übernommen, daß nach Erledigung der Umsturzvorlage und der Steuergesetzentwürfe ein Wechsel in der Besetzung des Kanzlerpostens stattfinde. Sein Nachfolger sei be­reits bestimmt. Die Nachricht stamme, so setzt das Blatt hinzu, von einem hervorragenden Parlamentarier, welcher Beziehungen zu dem Kabinet des Kaisers besitze. (Fr. N.)

Das Münchener Oberlandesgericht verwarf Montag die Re­vision des sozialdemokratischen Agitators Eitzinger in Nürnberg gegen das Urtheil der dortigen Strafkammer in Sachen der Vereins- und Versamm­lungspolizei, wodurch nunmehr endgültig ausgesprochen ist, daß die Or-