Einzelbild herunterladen
 

LdosZementS' Preis: ALHrlich 9 .X ®s3H*^504. WrrtrljShrtich 1^25-4.

Dkr «rSwLriig» Stetuttirten mit tes fetreffenbe« *mff<S168.

Sfr etayh* flweer 10 4*

Hanauer Anzeiger.

Zsgleich

AwIRc^es ^c^cm für StaöL» und Lan-Lreis ^onou.

Erscheint täglich mit A«S»ahnre der Donn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Alserti»«--

Preis: Ne lipalti» Gtarnwetgdfc ekrbtrorRsee 10 ^.

tfrl^.w 15 A

»eSspakt. Zeil« 20 ^.

Ne SspLlt.« 30 ^.

Är 300 Montag den 24. Dezember 189 +

Amtliches.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Zugelaufen: Ein gelber Hund mit schwarzen Abzeichen, weißem Hals und weißer Brust, m. Geschl.

Gefunden: Ein schwarzer steifer fast neuer Herrnhut nebst Spa­zierstock. Ein Pfeifenuntersatz mit Futteral.

Verloren: Ein 100-Markschein und ein 5-Markschein; dem Wiederbringer eine Belohnung.

Hanau am 24. Dezember 1894.

Weihnachten 1894.

Das liebe, wonnige Weihnachtsfest ist wieder da, wieder ist es mit seinem ganzen Glanze und in seiner strahlenden Herrlichkeit erschienen! ! So tönt es von den Lippen der Menschen und es tönt freudig und dank- bar, wie der Jubelgruß an einen längst erwarteten lieben Freund. Das Fest, das Jahrhunderte und aber Jahrhunderte in allen Gauen der Erde, wo Christen wohnen, mit Freude und Dankbarkeit gefeiert worden, es hat für unsere Tage eine noch größere, weitere Bedeutung erlangt, denn je. Immer härter, strenger und gewaltiger hat sich in unserer schnelllebigen Zeit der Kampf ums Dasein gestaltet, immer größer und heißer ist das Ringen nach materieller und geistiger Wohlfahrt auf unserer Erde geworden und immer weitere Kreise ergreift die fieberhafte Aufregung und nervöse Unruhe, die in unserer Zeit mit dem politischen Leben verknüpft ist. Da erscheinen denn jene Feste, die allen Menschen, allen Christen ob hoch oder niedrig gegeben und deren jedes allen Christen zuruft: Wir sind alle nur Menschen und alle gleich viel werth vor den Augen des Höchsten da erscheinen jene Feste als liebliche Ruhepunkte in dem wilden Sturm und Drang des Lebens. Und vor allem das Weihnachtsfest, das Fest der allerbarmenden Liebe muß uns mit diesem Gedanken erfüllen. Möge denn auch in diesem Jahre das Weihnachtsfest mit seinem Friedensschimmer hinansstrahlen in des täglichen Lebens Last und Mühe, möge es glätten die hochgehenden Wogen des öffentlichen Lebens, möge es mit seiner ver­söhnenden Kraft auch zur Ausgleichung der vom Völkerleben untrennbaren Gegensätze beitragen und alle Gutgesinnten vereinen in dem Wirken zum Wohle unseres deutschen Vaterlandes!

Der Stern von Bethlehem, der vor mehr denn achtzehnhundert Jahren aufflammte und mit seinem Lichte die sündige, in des Heidenthums Nacht versunkene Welt erhellte, er strahlt auch heute noch mit seinem himmlischen Lichte, erwärmend, tröstend, kräftigend, mahnend und führend. Und noch heute ertönt der Ruf aus vollem Christenherzen: Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohl­gefallen!

Und worin besteht denn der Zauber des Weihnachtsfestes für alle, die noch einen Funken von Gemüth sich zu erhalten gewußt haben? Er besteht darin, daß von diesem Feste das Haus, die Familie mit einem hehren Schimmer verklärt wird, mit jenem Schimmer der Liebe, wie ihn dieses Fest uns spendet. Denn das Weihnachtsfest ist vor allem das Fest der Liebe, jener großen allgewaltigen Liebe, mit der des Erlösers Herz die ganze Menschheit umfaßte, jener urewigen Liebe, die das Lebenselement der ganzen Menschheit bildet, und ohne die es kein Leben, kein Werden und Vergehen gäbe. Jene Liebe, die vor Jahrtausenden, um mit des Dichters Worten zu reden,den Menschen zum Menschen gesellt", sie kommt am Schönsten und Holdesten zum Ausdruck am Weihnachtsfeste. Unter ihrem belebenden Hauch entstehet der Weihnachtsbaum, und unter ihm breiten sich die Gaben aus, die die Liebe bescheert, die sorgende Liebe, die da sorgt und schafft um der geliebten Personen willen, die glücklich ist, wenn sie andere glücklich und zufrieden machen kann. Jene selbstvcrleugncnde Liebe, die das ganze Jahr hindurch im Busen genährt, sie flammt auf im schönsten Schimmer an dem Feste, da wir die Kerzen des Christbaums entzünden.

Das Weihnachtsfest, es ist auch das Fest der Familie, des Hauses und vor allem der Kinder. Wer möchte sie missen, die freudestrahlenden Kindermienen, wer möchte das Jauchzen, das Dankesstammeln der Kleinen, das wie ein Sonnenblick selbst das dunkelste Herz erfüllt, hinwegwünschen aus der Weihnachtsfeier! Werden wir doch selbst wieder jung bei dem Anblick dieses ungesuchten, unbewußten Glückes, welches die kleine Welt

empfindet, bei der kindlichen Naivität, die eine Welt der Zufriedenheit und Freude findet in jenen Kleinigkeiten, die an und für sich geringwerthig, ihren hohen Werth erlangen dadurch, daß sie von liebender Vater- und Mutterhand bescheert worden. Der Deutsche, der sein Haus und Heim und das trauliche Familienleben vielleicht mehr als jede andere Nation zu schätzen weiß, für ihn ist auch das Weihnachtsfest die Krone aller Feste. Denn an diesem Feste entsaltet das Haus alle seine Reize und führt uns zu uns selbst, zum Frieden des häuslichen Herdes zurück. Die wohlthuende Wärme des Familienzimmers, die der Unbilden des Wetters da draußen spottet, der lichterstrahlende Christbaum, welcher der Dunkelheit da draußen wehrt, sie sind die Symbole der Segnungen, welche eine geordnete Häus­lichkeit dem Menschen zu gewähren vermag. Während an anderen Feier­tagen Menschen je nach Zufall oder Laune sich zu zerstreuen pflegen, rücken sie am Weihnachtsfeste enger aneinander und sind bestrebt, sich gegenseitig Freude zu machen. Dieses Leben mit anderen und für andere, welches uns das Christfest ins Gedächtniß ruft, ist es, was dem Leben überhaupt seinen Werth und seine Weihe gibt.

Ehre sei Gott in der Höhe! Mögen dessen alle Jene am heutigen Tage eingedenk sein, die in der wilden Hast der Tage oft genug ihres Gottes vergessen; mögen sie an dem schönste Feste der Christenheit dem Höchsten die Ehre geben und dankbaren Gemüthes sich vor ihrem Gotte beugen, dankbar für all die Segnungen des nunmehr fast beendeten Jahres und des Himmels Segen erflehend für die spätere Zeit.

Und Friede auf Erden! Auch jene Ruhelosen, die ewig und immer ohne Rast den harten Kampf ums Dasein kämpfen, sie mögen am heutigen Feste das Beil und den Hammer, die Feder und den Meißel aus der Hand legen und sich freuen mit den Ihrigen; sie mögen sich um den immer grünen deutschen Tanncnbaum schaaren und zu Kindern werden unter Kindern.

Und den Menschen ein Wohlgefallen! Jener sei am heiligen Weihnachtsfeste vor allen gedacht, die das Jahr hindurch mit Kummer und Armuth, mit Elend und Sorgen zu kämpfen hatten. Ihnen wenigstens für einige Zeit die Sorgen von der Stirn zu bannen, ihnen Gutes zu thun und sie der Weihnachtsfreude theilhaftig werden zu lassen, sei vor allem die Pflicht des Christen. Dann wird das Weihnachtsfest erst seine volle Weihe erhalten und das Glück der Zufriedenheit wird sich senken in alle Herzen.

So mag sie denn auch in diesem Jahre allüberall erklingen, wo Christen wohnen, die alte göttliche Weihnachtskunde:

Ehre sei Gott in der Höhe, Und Friede auf Erden, Und den Menschen ein Wohlgefallen!

Tagesschau.

Berlin, 22. Dez. Heute Morgen hörten Seine Majestät der Kaiser und König die Vorträge des Chefs des Generalstabs der Armee und des Chefs des Militärkabinets. Mittags nahmen Allerhöchstdieselben eine Reihe militärischer Meldungen im Neuen Palais entgegen.

Berlin, 21. Dez. DasArmeeverordnungsblatt" enthält eine Kabinetsordre vom 17. Nov., wonach das 1. Westfälische Husarenregiment Nr. 8 fortan den NanienHusarenregiment Kaiser Nikolaus II." führen soll.

Berlin, 22. Dez. Prinz Alexander v Hohenlohe, der Sohn des Reichskanzlers, hat den Charakter als Legationsrath erhalten.

Berlin, 22. Dez. DerVossischen Zeitung" zufolge soll der deutsche KreuzerPrinzeß Wilhelm" nach Marokko entsandt werden, da die dort jetzt ankommendeIrene" ihre Fahrt nach Ostasien fortsetzen muß.

Berlin, 22. Dez. In dem preußischen Staatshaushalt wird, laut derKreuzztg.", u. A. die Errichtung einer Professur für Elektrochemie an der Technischen Hochschule in Hannover in Vorschlag kommen. Für mehrere andere technische Hochschulen, z. B. in Berlin und Aachen, war die Er­richtung eben solcher Professuren in.Aussicht genommen; hierfür war aber die Zustimmung des Finanzministers nicht zu erlangen; so soll nun mit Hannover der Anfang gemacht werden, die anderen technischen Hochschulen werden nach und nach folgen. Die Frage wegen der Herstellung von Lehrstühlen für diesen Unterricht war schon im Frühjahre bei den Be-