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Nr 283.

Dienstag den 4. Dezember

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1894.

Amtliches, ^arvö&retö ^artaxt. Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Es ist mir erwünscht zu erfahren, ob im Landkreise Hanau noch ein Veteran aus 1813/15 lebt. In diesem Falle ersuche ich den betr. Orts­vorstand um alsbaldige Miltheilung des vollständigen Namens, des Geburtsjahres und des ehemaligen Berufs des Veteranen.

Fehlanzeigen sind nicht erforderlich.

Hanau am 27. November 1894.

Der Königliche Landrath.

V. 9886 I. V.: Dr. Köhler, Regierungsastestor.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises mache ich hiermit auf meine Verfügung vom 23. Juni 1884 V. 5651 abgedruckt im Kreisblatt für 1884 Nr. 146 aufmerksam, wonach alljährlich am 1. März und 1. Dezember über Ausräumung der Fluth-, Entwäsferungs- und Abzugsgräben rc. zu berichten ist.

Hanau am 30. November 1894.

Der Königliche Landrath.

V. 10031 I. V.: Dr. Köhler, Regierungsassestor.

Dienstnachrichten ans dem Kreise.

s Ber loren: Ein Hundemaulkorb. Eine neue Peitsche. Ein Porte- monnaie mit über 7 Mk. und anderem Inhalt.

, Gefunden: Eine Peitsche. Ein schwarzer weicher Filzhut.

Entlaufen: Ein s. g. Dalmatiner Hund m. Geschl.; dem Wiederbringer eine gute Belohnung.

Hanau am 4. Dezember 1894._______________________________

^tadt&reiö ^attoxu Bekanntmachungen des Lberbürgermeistcramtes.

Handelskammer zu Hanau.

Nach §. 16 des Gesetzes vom 24. Febr. 1870 haben von den Mitgliedern der Handelskammer mit Schluß des Jahres neun auszuscheiden und zwar in dem durch Erlaß des Herrn Ministers für Handel und Ge­werbe vom 5. Okt. 1893 gebildeten engeren Bezirke

a) Stadt- und Landkreis Hanau vier Mitglieder,

b) Kreis Gelnhausen ein Mitglied,

c) Schlüchtern ,,

d) Fulda zwei Mitglieder,

e) Hünfeld ein Mitglied.

Im Bezirke Kreis Gersfeld findet gemäß der in der Sitzung der Handelskammer am 11. Okt. ds. Js. erfolgten Ausloosung keine Neu- wähl statt.

Die Neugewählten treten am 1. Januar 1895 an Stelle der früher gewählten, an diesem Termine ausscheidenden Mitglieder in Thätigkeit.

In Gemäßheit des §. 11 genannten Gesetzes wird die Liste der Wahlberechtigten für den Wahlbezirk Stadt- und Landkreis Hanau im Sekretariat der Handelskammer in Hanau (Stadtschloß) und für die Wahlbezirke Kreis Gelnhausen, Kreis Schlüchtern, Kreis Fulda und Kreis Hünfeld auf dem betr. Königlichen Landrathsamte vom 1. Dezember ab zehn Tage aufgelegt.

Die Wahlberechtigung erstreckt sich auf alle diejenigen Firmen des Bezirkes, welche im Handelsregister eingetragen sind und eine jährliche Gewerbesteuer von mindestens 20 Mk. entrichten.

Einwendungen gegen die Wählerliste sind bis zum Ablaufe des zehnten Tages nach beendeter Auflegung bei der Handelskammer anzu­bringen.

Hanau am 24. November 1894.

Die Handelskammer.

___Canthal.__________ 15271

Bekanntmachung.

Die wegen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche für die Gemarkung Sprendlingen angeordneten Sperrmaßregeln werden hiermit, .^nachdem die Seuche für erloschen erklärt ist, aufgehoben.

Die für die Gemarkungen Sprendlingen, Dreieichenhain, Götzcnhain, Langen und Neu-Isenburg erlassene Bestimmung, daß Wiederkäuer und Schweine nur auf Grund einer Bescheinigung des Gr. Kreisveterinäramts ausgeführt werden dürfen, bleibt bis auf Weiteres für Handelsvieh in Kraft, Schlachtvieh darf, im Falle es von dem Viehbesitzer selbst, nicht aber von Händlern geführt wird, auf Grund eines Gesundheitsscheines der betrefsenden Bürgermeisterei ausgeführt werden.

Ostenbach, 26. November 1894.

Großh. Kreisamt.

Haas.

Kampf gegen den Umsturz und wirthschaftliche Reformen.

In Blättern, welche aufrichtig und entschieden für möglichst schnelle Hilfe zu Gunsten der darnieder liegenden Landwirthschaft eintreten, war wiederholt die Ansicht geäußert worden, daß es keine Eile habe, die Lücken unseres gemeinen Rechtes gegen die Verhöhnung der Obrigkeit, gegen die Verherrlichung von Verbrechen und gegen die gewissenlose Aufreizung der Masten wider Ordnung und Gesetz auszufüllen. Der Eifer zur Erreichung der Zwecke, die mit der sogenannten Umsturzvorlage erfüllt werden sollen, sei verfehlt. Der Kampf gegen die Umsturztendenzen müsse auch der Reihen­folge nach zurücktreten hinter positiven Reformen, die dem bedrohten Mittel­stand neuen Halt und neue Kraft verliehen; denn ohne solche Reformen würden sich alle Gesetze gegen den Umsturz als unwirksam erweisen und die Sozialdemokratie doch immer weitere Kreise ziehen.

Daß eine solche Anschauung in den agrarischen Kreisen keinen brei­teren Boden hat, geht schon aus dem freudigen Bekenntnisse zu dem Kampfe für Religion, Sitte und Ordnung hervor, das die ostpreußische Deputation des Bundes der Landwirthe vor Seiner Majestät, und weiterhin noch manche andere aus der konservativen Bevölkerung hervorgegange Kund­gebung abgelegt hat. Jene Ansicht ist auch in der That völlig unhaltbar. Gewiß verlangt die Zeit nach einer Reihe großer wirthschaftlicher Reformen; aber wer den nothleidenden Berufsklasten den Glauben einreden wollte, daß ihren Beschwerden kurzer Hand, von heute übers Jahr abgeholfen werden könnte, würde sie einer schweren Enttäuschung aussetzen, welche die Wühlarbeit der sozialdemokratischen Agitation nur erleichtern würde. Man kann energisch Reformen verlangen und braucht deshalb um so weniger der Bekämpfung der Umsturzgefahr kühl bis ans Herz gegenüber zu stehen, als die erhoffte Wirkung der Reformthätigkeit, die der Natur der Dinge nach nicht in kurzer Frist eintreten kann, unterdessen durch die sozialdemo­kratische Verhetzungsarbeit zu lähmen versucht werden wird.

Erscheint es deshalb gerade im Interesse der geplanten Reformen zweckmäßig, mit ihnen eine Verstärkung der äußeren Machtmittel der Obrig­keit gegen den Umsturz zu verbinden, so wird man auch an der Gemein­samkeit der Interessen der verschiedenen Zweige schaffender Arbeit festhaltcn müssen und nicht die Einmüthigkeit, die der Kampf gegen die Sozialdemo­kratie erfordert, dadurch gefährden dürfen, daß man die landwirthschaftlichen Interessen mit ausschließlicher Einseitigkeit betont. Eine der ersten Aeuße­rungen des neuen Landwirthschaftsministers Frhrn. v. Hammerstein ent­hielt die Warnung, zwischen Industrie und Landwirthschaft keine Scheide­wand aufzurichten. Ein Blatt hat darauf erwidert, die Industrie sei in den Handelsverträgen auf Kosten der Landwirthschaft bevorzugt worden, daher bestehe die Gemeinsamkeit der Interessen zwischen den beiden großen Produktionszweigen nicht mehr. Selbst die volle Richtigkeit der Voraus­setzung zugegeben, so wäre doch der Schluß falsch; es würde vielmehr aus dem Vordersatze nur folgen, daß nunmehr den ohnedies dringenden Be­dürfnisten der Ackerbau treibenden Bevölkerung besondere Fürsorge zuzu­wenden sei.

Daß die Regierung hierzu entschlossen ist, unterliegt keinem Zweifel. Dann hüte man sich aber auch vor jeder Einseitigkeit und trete entschlossen an ihre Seite bei der Eindämmung der wilden sozialdemokratischen Fluthen, an der alle königs- und staatstreuen Kreise das gleiche Interesse haben.

Tagesschau.

Berlin, 3. Dez. Der Königliche Hof legt heute für Ihre Hoheit die Prinzessin Luise zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, Aebtissin des adeligen Konvents zu Itzehoe, die Trauer auf drei Tage an.

Berlin, 3. Dez. Im Palais der Kaiserin Friedrich Unter den Linden wurde am Sonntag früh 5 Ui Uhr durch den dortigen Feuermelder