AbonncmentS- PreiS:
Jährlich 9 M.
Halbj. 4. « 50 X Bierteljäbrlich
2 M 25 A
Wir inkSwärtige toanncnten mit kein betreffenden Prswufscblaü.
Tte einzelne Itimnner 10 A.
HWmer Anzeiger.
Zugleich ArntLicHes §)rgan für KtaöL- itnö LernöLreis Kcrncrir. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Insertions- Preis: Die Ispaltryr Garmondzeile oder deren Raum 10 A ©felgst. Zeile 15 A
DieÄspalt. Zeile 20 -J.
MeSspalt. Zeile 30 A
Nr. 262.
Donnerstag derr-8. November
1894.
Amtliches.
Im Verlage von Julius Springer in Berlin ist soeben eine im Kaiserlichen Gesundheitsamte ausgearbeitete gemeinfaßliche Anleitung zur Gesundheitspflege unter dem Titel „Gesundheitsbüchlein" erschienen. In dem Buche ist kurz unö übersichtlich zusammengestellt, was nach der neueren Entwickelung der wirthschaftlichen Verhältnisse im deutschen Reiche jeder Gebildete auf dem Gebiete der Gesundheitslehre und Gesundheitspflege wissen oder wenigstens sich jederzeit verfügbar halten sollte. Der Inhalt ist so ausgewählt und gefaßt, daß das Buch nicht nur in höheren Lehrund Bildungsanstalten als Leitfaden beim Unterricht, sondern auch insbesondere Verwaltungsbeamten als Rathgeber auf dem Gebiete der Gesundheitspflege dienen kann. Die Rechtschreibung folgt den zur Zeit in den Schulen geltenden Bestimmungen.
c Der Preis ist im Interesse einer größeren Verbreitung auf nur I-Mark für das kartonirte Exemplar festgesetzt worden.
Indem ich auf vorgenanntes Werk hiermit besonders aufmerksam mache, kann ich dessen Anschaffung sowohl den mir unterstellten Behörden und Beamten, als auch der Bevölkerung nur dringend empfehlen.
Cassel am 20. Oktober 1894.
Der Regierungspräsident. J. V.: v. Pawel.
.^mrd&rets ^anau.
Rekanntmachungen Des Königlichen Landrathsamtes.
Im Anschlusse an die in Nr. 248 des Hanauer Anzeigers ergangene Bekanntmachung über die rechtzeitige Aufnahme des Perfonenstandes veranlasse ich die Herren Gemeindevorstände und Gutsvorsteher des Landkreises, das für die Voreinschätzung zur Einkommensteuer erforderliche Material auf Grund der Ihnen zugegangenen Anleitung zur Ausfüllung der Staatssteuerliste und -Rolle und des Personenverzeichnisses ungesäumt fertig zu stellen.
Die Herren Gutsvorsteher und diejenigen Herren Bürgermeister, welche nicht den Vorsitz in der Voreinschätzungskommission führen, haben die Fertigstellung soweit zu beeilen, daß die Einziehung und ■ die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung des Materials durch die Vorsitzenden der Vorein- schätzungskoiumissionen vom 28. d. Mts. ab erfolgen kann.
Einer Verlängerung dieses Termins kann nicht stattgegeben werden, da Anfangs Dezember die Voreinschützungskommissionen in Thätigkeit treten müssen.
Die diesjährige Einkommensteuerliste lasse ich zum angemessenen Gebrauche vorbehaltlich baldiger Rücksendung folgen.
Hanau am 6. November 1894.
Der Vorsitzende der Einkommensteuer-Veranlagungskommission für den Landkreis Hanau.
J. St. 3153 J. V.: Dr. Köhler, Regierungsassessor.
DiensLmchrichtcn aus dem Kreise.
Gefunden: Eine Spannkette. Ein Packet Zeitungen (von der Post). Eine Anzahl Konverte nebst Briefpapier. Ein Taschenmesser.
Verloren: Eine von Olivenseide gestickte Geldbörse mit ca. 115 Mark Inhalt.
Abhanden gekommen auf dem hiesigen Meßplatz: Ein Kinderwagen. Hanau am 8. November 1894.
^tadt&reie ^aixaxt.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Mittwoch den 14. November 1894 14638 Zucht- und Fettviehmarkt in Hanau.
Tagesschau.
Berlin, 7. Nov. Seine Majestät der Kaiser und König nahmen heute Morgen 8 Uhr den Vortrag des Chefs des Zivilkabinets entgegen, begaben Sich bald nach 9 Uhr in die Gegend von Marquardt, um einer Offizier-Felddienstübung beizuwohnen, und empfingen, in das Neue Palais zurückgekehrt, den Bischof von Fulda, Dr. Komp. — Ihre Majestät die Kaiserin und Königin ertheilten heute nach dem Empfang bei Seiner
Majestät dein Kaiser dem Bischof von Fulda Dr. Komp die erbetene Audienz.
Berlin, 7. Nov. Nach einer an das Oberkommando der Marine gelangten telegraphischen Meldung ist S. M. S. „Arkona", Kommandant Kapitän zur See Hofmeier, am 5. November in Shanghai angekommen.
Berlin, 7. Nov. In der Strafgesetznovelle, welche dem Reichstag unterbreitet wird, sollen nach dem „Hamb. Korresp." hauptsächlich die M HO und 111 (Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze und zum Begehen strafbarer Handlungen), § 126 (Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung eines Verbrechens), § 129 (verbotene Verbindung), § 130 (Aufreizung verschiedener Bevölkerungsklassen), § 131 (Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen) in Betracht kommen; § 111 soll einen Zusatz erhalten, wonach auch die Verherrlichung begangener Verbrechen geahndet wird.
Bernburg, 7. Nov. Die Reichstags-Stichwahl in Bernburg- Köthen ist aus den 13. d. M. anberaumt. Dieselbe findet bekanntlich statt zwischen dem nationalliberalen Professor Dr. Friedberg und dem sozialdemokratischen Redakteur Schulze aus Dessau. Da es sich sür die Sozialdemokraten um die Eroberung eines neuen Kreises und um die Erlangung des 47. Reichstagsmandats handelt, so ist es erklärlich, daß dieselben die äußersten Anstrengungen machen, um Herrn Friedberg zu schlagen. Wie der „Vorwärts" meldet, haben die „Genossen" Metzner, Keßler, Pfannkuch, Bebel, Singer und Auer ihre „agitatorische Beihilfe" zugesagt. Die letzteren vier sind Mitglieder des sozialdemokratischen Parteivorstandes, so daß dieser also mit Ausnahme des Parteikassirers Gerisch vollständig im Kreise Bernburg-Köthen Deuteten sein wird. Daraus darf man auf die Bedeutung schließen, welche von Seiten der Sozialdemokratie dieser Wahl beigelegt wird. Die Aussichten des nationalliberalen Kandidaten erscheinen trotzdem als gute, da ihm voraussichtlich die rund 3000 Stimmen, welche im ersten Wahlgange für den Kandidaten drr Mittelstandspartei abgegeben wurden, zufallen werden und wahrscheinlich auch Zuzug aus dem Lager der Freisinnigen, die 2000 Stimmen erzielten, nicht fehlen wird. Nach dem „Vorwärts" soll es den Sozialdemokraten des Wahlkreises schwer fallen, Säle für ihre Versammlungen zu erhalten. Im ersten anhaltischen Wahlkreise (Dessau) siegte bei der letzten Reichstagswahl der wild-liberale Brauereivirektor Rösicke ebenfalls erst in der Stichwahl über den sozialdemokratischen Gegenkandidaten.
Karlsruhe, 6. Nov. Angriffe und Beifallskundgebungen werden vorerst noch dem Sozialisten Dr. Rüdt nach seinen letzten Erklärungen vielsach zutheil. Die Frage wird aber die sein, ob er eine selbstständige Macht gegenüber der sozialistischen Parteileitung zu entwickeln vermag. Alles Andere sind ziemlich werthlose Augenblicks-Photographieen. Dr. Rüdt ist, wie die „Straßburger Post" bei dieser Gelegenheit in Erinnerung bringt, vor Jahren, ehe er in die Geleise der Sozialdemokratie eingelaufen war, Erzieher im Hause des nunmehrigen Statthalters in Elsaß - Lothringen, Fürsten zu Hohenlohe-Langenburg gewesen. Später ist er sodann zu anderen „Erziehungsgrundsätzen" übergegangen, deren Früchte ihm, wie das nunmehrige Verhalten der „Genossen" beweist, persönlich wohl nicht gerade schmackhaft vorkommen werden.
Strafjburg i. E., 7. Nov. Bei den gestern abgehaltcnen Neuwahlen für ein Drittel des Landesansschusses hat in den meisten Kreisen keine Aenderung stattgefunden. In den Kreisen Molsheim, Hagenau und Straßburg-Land unterlagen dagegen die Klerikalen. Gewählt wurden Assessor Graf Zeppelin, Kreisdirektor Dr. Klemm und Reichstagsabgeordneter Dr. Bostetter-Brumath (nationalliberal).
London, 6. Nov. Die „Times" meldet aus Tientsin: Am vergangenen Sonnabend waren die Vertreter der Mächte im Tsung-li-Pamen versammelt. Prinz Kung eröffnete ihnen, daß China nicht imstande sei, Japan zu widerstehen, und rief die Vermittelung der Mächte an. Er erklärte, China sei bereit die Oberherrschaft über Korea auszugeben und eine Kriegsentschädigung zu zahlen.
Livadia, 7. Nov. Die Leiche des Kaisers wurde gestern Abend eingesargt und, kurz vor 7 Uhr, aus dem kleinen Palian des Palais durch den Kaiser, Großfürsten-Thronfolger, den Prinzen von Wales, Prinzen Nikolaus von Griechenland, die Großfürsten Michael, Wladimir, Alexis, Sergius, Paul Alexandrowitsch, Michael Nikolajewitsch, Nikolaus, Georg und Alexander Michailowitsch in die große Kirche Livadias getragen. Der Kaiser, in der Uniform des Preobraschenski'schen Leibgarderegiments, worin auch der verstorbene Kaiser im Sarge ruht, trug den Sarg zu Häupten;