Einzelbild herunterladen
 

NbsRnementS- Preis:

Mlirlick 9 -X Hâj.4-â5v ^, WerNljöhrlich

8 «#6 25 4.

Wr ausioärtigr ttoonnenten mit Ar«; Seireffmben Pefinufschlag.

Die einzelne Kummer 10 A

ArrrtcicHes Kvgan für SLa-L- urrö Lcm-Lreis Ka^rcru.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Jvsertioas- Preis:

Die tspaWg» Gcrrmoodrcil« aber betör Slata«

10 A.

Dirck^M S-ik« 15 -4.

DieSsv-iL Zeile 20 4-

Die Mmlt. Zeile

30

Ar. 250.

Donnerstag den 25. Oktober

1894.

a5££SSÄM

Amtliches, ^artö&rcts ^anau.

N« kanntmâchungen des Königlichen Landrathsamtes.

Die Listen der Wahlmänner für die Ergänzungswahl der Kreistags­abgeordneten im Wahlverbande der Landgemeinden sowie die Liste der zum Wahlverbande der größeren Grundbesitzer gehörenden Wahlberechtigten liegen vom 26. d. Mts. ab im Büreau des Unterzeichneten zu Jedermanns Ein­sicht offen.

Hanau am 26. Oktober 1894.

Der Wahlkommissatz.

A. 2920 I. V.: Dr. Köhler, Regierungsassessor.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Zugelaufen': Ein brauner Jagdhund; Empfangnahme beim Herrn Bürgermeister zu Großkrotzenburg. Ein gelb-weißer Spitz.

Verloren: Am 19. ds. Mts. in Bergen ein Atlashandtäschchen, enthaltend 95 Mk. baar, eine goldene Brille, einige Briefe und eine Paß­karte; dem Wiederbringer eine gute Belohnung.

Abhanden gekommen: Ein vierrädriger Pritschenwagen.

Hanau am 25. Oktober 1894. ______________________________

Tagesschau.

Berlin, 24. Okt. Seine Majestät der Kaiser und König sind gestern Abend in Liebenberg eingetroffen und gedenken heute und den. größ­ten Theil des morgigen Tages zur Jagd dort zu verweilen.

Berlin, 24. Okt. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin reisten gestern Abend um IO1/» Uhr von der Wildparkstation über Charlottenburg und Spandau nach Flensburg und trafen heute früh 8V2 Uhr dort ein. Ihre Majestät wurden, demReichsanz." zufolge, auf dem Bahnhöfe von Ihren Hoheiten dem Herzog und der Herzogin Friedrich Ferdinand zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg bewillkommnet. Zum Empfange Allerhöchstderselben waren ferner anwesend: die Generalität, sämmtliche Offiziere der Garnison mit ihren Damen, sowie der Oberbürgermeister, Geheime Regierungsrath Toosbüy und höhere Beamte. Nach dem Vorbei­marsch der Ehrenkompagnie des Füsilierregiments Königin (Schleswig- Holsteinisches) Nr. 86 begaben Sich Ihre Majestät in offenem Wagen unter dem Jubel der Bevölkerung durch die reich beflaggten Straßen der Stadt nach dem Schloß Glücksburg. Bei der Ankunft in Glücksburg, die um 9 Uhr 35 Minuten erfolgte, wurden Ihre Majestät von einer zahl­reichen Menge enthusiastisch begrüßt. Der Ort war reich geschmückt und beflaggt; abends findet Illumination und ein Fackelzug zu Ehren Ihrer Majestät statt.

Berlin, 24. Okt. DerReichsanzeiger" schreibt, der vortragende Rath im Ministerium des Innern, Geheimrath Philippsborn, ist zum Geheimen Oberregierungsrath ernannt.

Berlin, 24. Okt. DieKölnische Ztg." meldet aus Berlin: Die stimmführenden Minister der Bundesstaaten nehmen nahezu vollständig an der morgigen Bundesrathssitzung Theil. Den Vorsitz führt der Reichs­kanzler. Abends findet ein größeres Diner beim Reichskanzler statt, wozu vorzugsweise die Bundesrathsbevollmächtigten eingeladen sind.

Berlin, 25. Okt. Der Reichshaushaltsetat für 1895/96 wird insofern gegen den Etat für 1894/95 eine erhebliche Besserung aufweisen, als eine Einnahmeposition mit wesentlicher Erhöhung in denselben einge­stellt werden dürfte. Während im laufenden Etat in der Position der Ueberschüsse aus früheren Jahren nur 1,3 Millionen angcsctzt werden konnten und damit ein Weniger gegen das Jahr 1893/94 von 2,7 Mill, verzeichnet werden mußte, wird in der gleichen Position des nächsten Etats eine ungleich höhere Summe erscheinen. Infolge der Ueberschüsse, welche die Einnahmen namentlich aus den der Reichskasse verbleibenden Verbrauchssteuern sowie aus den Erträgen der Poft- und Eisenbahnver­waltungen, und der Reichsbank über die entsprechenden Etatsansätze ergeben hatten, schloß das Etatsjahr 1893/94 mit einem Gesammtüberschuß von rund 14,2 Millionen ab. Durch die Revision der Rechnungen dürfte dieser Summe noch eine kleine Erhöhung zuwachsen. Jedenfalls kann man darauf rechnen, daß in der erwähnten Position des Reichshaushaltsetats

für 1895 96 sich gegen den laufenden Etat eine Erhöhung von rund 13 Millionen vorfinden wird.

Berlin, 25. Okt. Ueber den Gang der Verhandlungen des preußischen Staatsministeriums betreffs der Maßregeln gegen die Umsturz- bestrebungen bringen zwar einzelne Zeitungen angeblich beglaubigte Mit­theilungen. Wir sind überzeugt, daß in diesem Augenblicke keine Zeitung in der Lage ist, authentische Mittheilungen zu machen, und sind deshalb alle die verschiedenen Versionen, welche in diesen Tagen verbreitet worden sind, mit Vorsicht aufzunehmen. Schon aus der Thatsache, daß die Besprechungen der Mini st er der einzelnen Bun­des staaten mit dem Reichskanzler beginnen, geht doch wohl klar genug hervor, daß zur Zeit irgend ein e n d- giltiges Ergebniß noch nicht vorliegt.

Berlin, 24. Okt. Laut telegraphischer Meldung an das Ober­kommando der Marine ist S. M. S.Stein", Kommandant Kapitän zur See von Wietersheim, am 23. d. M. von Gibraltar nach Neapel in See gegangen.

DerNeichsanzeiger" schreibt: Dieser Tage waren im Handels­ministerium zu Wien unter Vorsitz des Sektionschefs Dr. Ritter von Wittek Kommissare des Deutschen Reichs und Oesterreich-Ungarns ver­sammelt, um über verschiedene Angelegenheiten des Eisenbahnverkehrs zu berathen. Es handelte sich vorzugsweise um eine neue Fassung der zwischen den beiden Reichen bestehenden Vereinbarung erleichternder Vorschriften be­züglich der vom Transport ausgeschlossenen oder nur bedingungsweise zu­gelassenen Gegenstände. Daran schlossen sich Berathungen über einige ver­wandte Fragen des inneren und internationalen Verkehrs. Die Ver­handlungen haben zu einer erfreulichen Verständigung über alle zur Be­sprechung gelangten Fragen geführt. Die deutschen Kommissare wurden von dem österreichischen Handelsministcr Grasen Wurmbrand wiederholt empfangen.

DasKöln. Tagebl." schreibt: Der Ausschuß des Deutschen Brauerbundes erließ ein Schreiben an die landwirthschaftlichen Vereine, in dem er darauf aufmerksam macht, daß die inländische Gerste seit einer Reihe von Jahren in stets zunehmendem Maße beim Dreschen mit Ma­schinen durch Zerschlagen vieler Körner außerordentlich in ihrer Qualität geschädigt wird. Der Brauerbund empfiehlt zur Abstellung dieses Miß­standes, die Dreschmaschinen nicht zu enge zu stellen, wie dies öfters ge­schieht, um rundere Körner zu erhalten. Ein längeres Dreschen des Korns hat keinerlei Nachtheil für den Mälzer, während jedes zerschlagene oder auch nur beschädigte Korn nicht blos seine Keimfähigkeit verliert, sondern auch durch Schimmelansatz auf der Malztenne die gesunden Keime ansteckt und den Schimmel auf dieselben überträgt.

DieNatl.-Ztg." schreibt: Die Verhandlungen des Kolonialraths haben diesmal die Mitglieder desselben in höherem Grade befriedigt, als in den früheren Sitzungsperioden. Insbesondere ist der Beschluß, in Deutsch-Ostafrika den Eisenbahnbau in größerem Stil zu fördern und zu diesem Zwecke Privatgesellschaften, die ihn zu übernehmen bereit sind, eine mäßige Zinsgarantie aus den wachsenden Zolleinnahmen zu gewähren, von großer Bedeutung; eignet die Negierung ihn sich an, so wird sie, was dringend zu wünschen ist, aus den Bahnen bloßer Kolonialverwaltung in die einer, immer noch sehr bescheidenen Kolonialpolitik einlenken. .Der Eisenbahnbau ist das mächtigste, ja das eigentlich charakteristische Hülfs­mittel heutiger Kolonialarbeit; in Ostasrika und durch die mittelbare Weiterwirkung sogar in Zentralafrika wird diejenige Kolonialmacht den anderen den Vorrang abgewinnen, welche in der Erschließung jener Gebiete durch das mächtigste Verkehrsmittel der Zeit am entschlossensten handelt; wie auf dem wirthschaftlichen Felde, so sind auch aus dem der Humanität, in Bezug auf die Bekämpfung der Sklaverei und die Zivilisirung der Ein­geborenen, davon die Erfolge abhängig.

Köln, 24. Okt. DieKölnische Zeitung" meldet aus Berlin: Sicherem Vernehmen nach betraf die gestrige Unterrebung des Kaifers mit dem Reichskanzler die im Staatsministcrium hervorgetretenen Meinungs­verschiedenheiten über das Bekämpfen der Umsturzparteicn. Der Kaiser drückte dem Reichskanzler volles Vertrauen und Einverständniß aüs mit den Anschauungen, welche Caprivi von Anfang an in dieser Frage sestge- halten.