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Die einzelne Nummer 10 A.

Atgleich

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

M. 245.

Freitag den 19. Oktober

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1894.

Amtliches, ^artd&retö ^anau. Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Die Herren Bürgermeister werden hierdurch veranlaßt, alsbald an­zuzeigen, welcher Erlös an Gemeindeobst im Jahre 1894 in die Gemeinde­kasse geflossen ist.

Hanau am 17. Oktober 1894.

Der Königliche Landrath

V. 8879 v. Oertz en.

^faöMrets ^anau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes. Grimdstücksverpachtung.

Das in der Gemarkung Hanau L. L. Nr. 4 im Bärenloch belegene 1 h 34 a 24 qm große Grundstück (theils Wiese, theils Acker) soll

Samstag den 20. d. Mts., vormittags 9 Uhr, an unrerzeichneter Stelle auf 6 Jahre meistbietend unter Zuschlagsvorbehalt verpachtet werden.

Hanau den 13. Oktober 1894.

Stadtkämmerei. 13457

NR. Unsere Marine.

Unsere Marine ist nicht mehr im Stande, allen An­forderungen, welche die Vertretung deutscher Interessen im Auslande an sie stellt, zu genügen. Ihre Entwickelung hat in denjenigen Schiffsklassen, welche für den Auslandsdienst geeignet sind, nicht Schritt gehalten mit der Ausdehnung unseres überseeischen Handels und unserer Kolonieen. Jeden Tag treten neue Ansprüche auf, sie können aber selbst mit Aufbietung aller verfügbaren Kräfte und unter Ueberan- strengung von Personal und Material nicht mehr befriedigt werden.

Die drei Schiffe des Kreuzergeschwaders hatten soeben ihren aufrei­benden Dienst in Brasilien beendet, als sie durch die Magelhaenstraße nach Callao geschickt wurden, wegen der in Peru drohenden Unruhen und um in Bereitschaft zu liegen für etwa nothwendig werdende Verstär­kung der bei den Samoainseln zur Unterdrückung des Aufstandes stationirten beiden Kreuzer. Noch bevor die Verhältnisse in Peru die Schiffe entbehrlich erscheinen ließen und bevor in Samoa die Ordnung hergestellt war, brach der Krieg in Ostasien aus und sie mußten mit möglichster Geschwindigkeit den weiten Weg dahin zurücklegen. Gerade noch eben ' rechtzeitig sind sie angelangt, wie sie aber angestrengt sind, beweist der Umstand, daß der KreuzerMarie" in Nagasaki zur Revision seiner Maschine liegen bleiben mußte, während die anderen beidenArcona" und Alexandrine" ihren Eilmarsch nach den bedrohtesten Punkten der chinesischen Küste fortsetzten.

Von den beiden Kanonenbooten, welchen bis zu ihrem Eintreffen der Schutz unserer Interessen allein obgelegen hatte, sollte eines:Wolf" jetzt zurückkehren, um nach fast neunjähriger ununterbrochener Thätigkeit in Ostasien einer gründlichen Reparatur in der Heimath unterzogen zu werden und dann ein Jahr später das zweiteIltis", welches die Reparatur ebenso nöthig hat, abzulösen.Wolf" wird zur Zeit in Tientsin festgehalten, wohin wegen ihres Tiefganges größere Schiffe nicht gelangen können, und wird dort voraussichtlich überwintern.Iltis" bleibt zur Verwendung in den übrigen für größere Schiffe unzugänglichen Flußgebieten verfügbar. Aus der Heimkehr wird also nichts und Ersatz ist nicht vorhanden.

Die auf dem Kriegsschauplatz zur Zeit befindlichen 5 Schiffe dürften vorläufig für den Schutz unserer Landsleute genügen, aber selbst, nachdem die zur Verstärkung bestimmten KreuzerIrene" undCormoran" einge- troffen sein werden, sind die dort versammelten Seestreitkräfte zu schwach, sobald es sich um mehr als bloßen Schutz der Menschen handeln sollte.

Nicht nur an Zahl sind den unsrigen die Englischen, Französischen vnd Russischen erheblich überlegen, sondern vor Allem in der Gefechtsstärke. Es befinden sich unter ihnen Panzerschiffe und Panzerkreuzer, denen wir

keine gleichartigen zur Seite zu stellen haben. Um in solchen Fällen, wo es auf die Macht ankommt, nicht den Kürzeren zu ziehen, müßten wir so stark vertreten sein, daß wir auch durchsetzen können, was wir erreichen wollen. Leider ist das eine unerfüllbare Forderung; wir sind weder in der Lage, Panzerkreuzer zu entsenden, denn die be­sitzen wir nicht, noch weitere neuere Kreuzer von einiger Gefechtsstärke, denn deren haben wir nur noch drei, die für den Kriegsfall in der Heimath unentbehrlich sind; noch gar sind wir in der Lage, Panzerschiffe in jene fernen Gewässer hinauszuschicken.

Sehen wir uns nun die übrigen überseeischen Stationen an.

Die in der Südsee befindlichen beiden Kreuzer werden fast ununter­brochen vor Samoa festgehalten durch die unglücklichen auf diesen Inseln herrschenden Zustände, denen ein Ende zu machen wohl so bald nicht ge­lingen wird. Inzwischen sind die höchst nothwendigen Rundreisen der Kriegsschiffe nach den Marschallinseln, nach Neuguinea und De­pendenzen unterblieben und die Landesverwaltungen werden darunter em­pfindlich zu leiden haben. Die Besuche der Kriegsschiffe in gewissen Zeit­räumen sind eine Bedingung für Aufrechterhaltung des Ansehens der Be­amten und der Ordnung.

In Ostafrika reichen zwei Kreuzer für den regelmäßigen Dienst kaum aus, wenn nicht der Sklavenhandel über See neu aufblühen soll. Kleine Unruhen, welche die Gegenwart der Schiffe an irgend einer Stelle unserer Küste nöthig machen, können jeden Augenblick eintreten, wie der kürzliche Angriff auf Kilwa beweist.

Nun aber zwingen die Verhältnisse an der Delagoa-Bai sogar noch zur Detachirung eines derselben, denn wir haben gelesen, daß der KreuzerSeeadler", trotzdem er in Deutsch-Ostafrika nicht zu entbehren ist, mangels anderer verfügbarer Schiffe, schleunigst nach Lorenzo Marques den bedrängten Landsleuten zur Hilfe geschickt worden ist.

An der W e st a f r i k a n i s ch e n Küste ist außer dem kleinen Ka­nonenbootHyäne" nur ein Kreuzer stationirt, der in der Regel vor Ka­merun liegt und nur einmal im Jahre eine Erholungsfahrt nach dem Sü­den macht, bei welcher er das Südwestafrikanische Schutzgebiet besucht. Erst jüngst wurde bekannt, wie in Togo darüber geklagt wird, daß dieses Gebiet seit Jahr und Tag von keinem Kriegsschiff besucht worden sei. Ebenso verlangen die unsicheren Verhältnisse an der Liberiaküste das zeitweilige Erscheinen eines solchen; den raub- und mordsüchtigen Ne­gern der dortigen Stranddörfer sind mehrfach deutsche Seefahrer und ist erst kürzlich wieder ein deutsches Schiff zum Opfer gefallen und nur das Voraugenführen unserer Macht kann sie von weiteren Unthaten abhalten.

Auch hier ist also die Vertretung unserer Marine als keine aus­reichende anzusehen.

Die südamerikanische Station ist nach Abgang der vorer­wähnten drei Kreuzer vollkommen verlassen. In irgend einem der Staaten Südamerikas ist stets etwas los, meist in mehreren gleichzeitig, und selbst wenn ausnahmsweise in ihnen allen eine gewisse Ordnung herrschen sollte, so unterstützt die Anwesenheit von Kriegsschiffen die diplomatischen Vertreter in nachdrücklichster Weise bei Geltendmachung von Forderungen verletztem deutschen Rechte gegenüber. Daß diese Station zur Zeit unbesetzt ist, muß als ganz unzulässig bezeichnet werden.

Der Nachweis, daß unsere Marine nicht mehr im Stande ist, den Anforderungen des Auslandsdienstes zu genügen, dürfte somit erbracht sein. Der mangelnde Bestand an Kreuzern, besonders an schweren und an neueren legt der Marineleitung in der Entsendung von Schiffen eine Zu­rückhaltung auf, die an mehreren Punkten der Erde schmerzlich empfunden wird. Hoffentlich rächt sich dieser Mangel nicht durch empfindliche Schläge.

Die Einsicht, wie übel angebracht die Sparsamkeit auf dem Gebiete des Schiffbaues war, würde dann nicht ausbleiben, sie würde aber zu fpät kommen.

Vom Achtstundentag.

In England hat der große Kohlenbergwerksbesitzer Bainbridge prak­tische Versuche mit dem achtstündigen Arbeitstag für Bergleute gemacht. Nach den dabei gemachten Erfahrungen spricht er sich jetzt energisch gegen den Achtstundentag aus. Er hatte nämlich folgende Ergebnisse: In Zeche